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    Die kleine Meerjungfrau, die jüngste von drei Töchtern des Meerkönigs, ist anders als ihre Geschwister und der Liebling ihrer Großmutter. Als sie das schöne Abbild eines Menschenprinzen unter den Schätzen eines versunkenen Schiffes entdeckt, sehnt sich danach, diesen kennenzulernen. Doch zunächst muss sie drei Jahre warten, bis sie 15 Jahre alt ist. Erst mit 15 ist es gestattet, an die Meeresoberfläche zu schwimmen. Ihre Sehnsucht nach der Welt der Menschen geht so weit, dass sie einen Vertrag mit der Meerhexe eingeht…


    Max Schautzer war bereits im vorherigen Titania Special der Erzähler und überzeugt auch hier. Reinhilt Schneider hat im Gegensatz zum zehnten Teil der Reihe die Hauptrolle ergattert. Zu Beginn dachte ich noch, dass man hören könnte, dass ihre Stimme nicht mehr die eines Kindes oder einer jungen Frau ist (besonders wenn man sie noch aus Hanni und Nanni kennt), doch der Gedanke verflogt sehr schnell. Sie überzeugt mich besonders durch ihre Sprechart. Neben dem, was sie sagt, hat sie eine Art weitere Laute zu erzeugen, die mit ihrer Stimme schwingen, was ich äußerst passend für eine Meerjungfrau finde. Das unterstützt insbesondere die Passagen, in denen die kleine Meerjungfrau statt zu sprechen eben nur gestikuliert etc. und dabei eben auch Laute von sich gibt. Die stammen unverkennbar von Reinhilt Schneider. Dadurch fällt die Zuordnung zur Figur einfach. Es kommt nie zu Missverständnissen. Ein wichtiger Aspekt eines jeden Hörspiels. Super besetzt, tolle Leistung!
    Die übrigen Sprecher überzeugen ebenso. Dagmar von Kurmin höre ich immer gerne in der Rolle einer liebenswerten alten Frau. Die älteren Schwestern der kleinen Meerjungfrau sprechen Kristine Walther und Julia Stoepel schön quirlig. Der Meerhexe leiht Doris Gallart ihre Stimme, die schon in weiteren Titania Specials zu hören war. Erneut eine schöne Darbietung. In weiteren Rollen sind Horst Naumann als König und als Prinz und Prinzessin Timmo Niesner und Dana Fischer zu hören – sowie viele andere. Dana Fischer, deren Name mir sonst nur von der Pressearbeit bei Titania Medien ein Begriff ist, hat in diesem Hörspiel eine etwas größere Rolle als kurz zuvor im Gruselkabinett. Ich hoffe, sie wird noch in vielen weiteren Titania Medien Hörspielen so passend eingesetzt.


    Das Cover ist eines der letzten von Firuz Askin für Titania Medien entworfenen. Dem Nachruf zufolge gibt es jedoch noch drei weitere. 14 Cover für die Reihe Titania Special hat er insgesamt angefertigt.


    Fazit
    Hans Christian Andersens „Die kleine Meerjungfrau“ in der Reihe „Titania Special 11“ ist ein weiteres gelungenes Hörspiel aus dem Hause Titania Medien.

    Dieses Hörspiel ist eines der ungewöhnlichsten im Gruselkabinett. Es ist so vieles anders: 17 verschiedene Stimmen (SprecherInnen), gänzlich andere Musikstücke als üblich und ein Setting im aktuellen Jahrhundert. Normalerweise werden „Meisterwerke der Schauer-Romantik als atmosphärische Hörspiele“ umgesetzt. Darunter verstand ich lange Zeit ganz selbstverständlich Autoren und Werke, die im 19. oder 20. Jahrhundert angesiedelt sind. Später weichte diese Ansicht auf und beschränkte sich fortan lediglich auf schriftstellerische Leistungen, die eben an die Werke der Schauer-Romantik der vorherigen Jahrhunderte Erinnern, aber maximal am Anfang des 20. Jahrhunderts spielen. Folge 105 ist eine Premiere, da sie eben diese bisherige ungeschriebene Regel bricht. Die Handlung spielt zu Beginn des 21. Jahrhundert. Die zentralen Elemente reichen jedoch annähernd 100 Jahre in die Vergangenheit zurück. Das könnte die Annahme stützen, es handele sich trotzdem um ein Werk der „Schauer-Romantik“. Für mich tut es das nicht, weil es keinen längeren hörbaren Aufenthalt zu Beginn des 20. Jahrhundert gibt. Dadurch ist der Duktus und Sprachgebrauch dieses Hörspiels überaus modern. Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr über dieses Hörspiel. Titania Medien hat sicherlich das Problem, wie viele andere auch, dass sich ein Einzelhörspiel nicht annähernd so gut verkaufen würde, wie innerhalb einer etablierten Reihe. Von der zeitlichen Komponente abgesehen, passt das Hörspiel sehr gut zum Gruselkabinett: Es gibt keine Schockmomente, dafür eine durchaus unheimliche, aber vor allem fesselnde Geschichte, die – wie so oft – auch eine Liebesgeschichte ist.
    Ein weiteres Novum sind die Schauplätze in Norddeutschland. Besonders Hamburg und Sylt. Ironischerweise verschlägt es einen Bayern nach Sylt. So kommt es, dass dieser mit Akzent spricht. Eines der vielen Beispiele für die gelungene Sprecherwahl Titania Mediens.
    Ebenso ungewöhnlich ist es, den Roman eines anderen deutschen Autoren zu vertonen, der erst kürzlich (vor ungefähr einem Jahr) erschienen ist. Titania Medien beweist damit eine Flexibilität, die ich ihnen gar nicht zugetraut hätte.


    Marc Gruppe liefert auch mit dieser Adaption ein kleines Meisterwerk ab. Der 240 Seiten starke Roman passt auf eine CD mit moderaten 79 Minuten Spielzeit. Dabei sind Liebenswürdigkeiten wie der Plausch des Journalisten Peter Maydell mit der Pförtnerin (genial: Eckart Dux und Cathlen Gawlich) erhalten geblieben, die den jeweiligen Figuren mehr Tiefe geben und meiner Meinung nach wichtig sind, um mit ihnen als Hörer mitfühlen zu können. Die Welt wird real, dank der literarischen Vorlage von Benjamin Lebert, der tollen Bearbeitung von Marc Gruppe sowie der vielen großartig ausgewählten Sprecher, Geräusche und Musikstücke. Besonders die Musikauswahl war überraschend. Sie bildet geradezu einen Kontrast zu allen vorherigen Folgen des Gruselkabinetts. Es sind viel modernere Klänge, die exzellent passen. Von der Auswahl und dem der Zeit geschuldeten anderen Sprache bin ich so begeistert, dass ich gerne mehr in dieser Richtung hören würde. Zuletzt gefiel mir eine moderne Darstellung der Zeit so atmosphärisch gut bei „Schattenreich“ von Stil, wobei deren Herangehensweise kaum vergleichbar ist, wegen der Konzentration auf die Musik und Wirkung von Geräuschen sowie Inhalten. Beide Produktionen haben gemein, dass sie von einer unnahbaren Frau handeln. Hier wird sie von Melanie Hinze gesprochen. Eine erfrischende Leistung, die den Hörer immer wieder fragen lässt, wie gefährlich diese Frau sein kann…


    Dieses Hörspiel ist eine grandiose Komposition. Das Cover ist eines derer im Gruselkabinett, die mich faszinieren, weil sie eine Sehnsucht wecken: nach Vergangenem, Erlebten oder noch nicht Erlebten. Es ist ein schönes Gemälde, das jede Wand zieren könnte, ohne Angst oder Furcht auszulösen, sofern die Hintergründe zur Darstellung unbekannt sind. Sonst sind die Cover doch meist bedrohlich oder unheimlich angelegt. Hier wird tatsächlich eine Szene gezeigt, in der noch alles in Ordnung war, vor den tragischen Ereignissen, die sich bis in das 20. Jahrhundert auswirken.


    Fazit
    Titania Medien kann auch anders! Ein sehr untypisches Hörspiel im Gruselkabinett: absolut modern, mit bisher unbekannten musikalischen Klängen, tollen Geräuschen, herausragenden Sprechern und einer gewohnt liebevoll-detailliert erzählten unterhaltsamen, spannenden Geschichte. Ein famoses Hörspiel.

    Am Abend des ersten Novembers 1931 begegnet Sara Clayburn auf dem Rückweg zu ihrem Anwesen einer Frau, die angibt gesandt worden zu sein, eine der Dienstbotinnen Mrs. Clayburns aufzusuchen. Kaum bei ihrem Anwesen Whitegates angekommen, widerfährt ihr ein Unfall. Besonders an Allerseelen, am 2. November, passieren schreckliche Dinge. Mrs. Clayburn erlebt 36 furchtbare Stunden. Ein Jahr später, am zweiten November 1932 scheint sich alles zu wiederholen…


    Dieses Hörspiel von Marc Gruppe nach einer Erzählung von Edith Wharton ist die reinste Freude für jeden Fan von Judy Winters Stimme. Ihr Sprechanteil ist überaus groß. Ihre Stimme und Leistung passen hervorragend zur 60jährigen willensstarken, intelligenten und überaus aktiven Sara Clayburn. Ihrer Cousine Kate Miller leiht Sabina Trooger ihre Stimme. Sie fungiert ebenfalls als Erzählerin, die die damaligen Ereignisse richtig stellen möchte, da wohl allerhand Unsinn über die Geschehnisse verbreitet wurde.
    Als Mrs. Clayburn versorgende Doktoren sind Rainer Gerlach und Constantin von Jascheroff zu hören. Eine schöne Wahl! Die Diener Agnes und Price sprechen Herma Koehn und Lutz Mackensy. Der Kontrast ist überaus schön anzuhören. Fröhlich-freundlich und irgendwie unheimlich-freundlich.
    Ein weiteres Highlight ist Cathlen Gawlichs Darstellung der unheimlichen Fremden. Famos!
    Bei der Sprecherauswahl hat Titania Medien erneut Geschick bewiesen.


    Musikalisch überzeugt das Hörspiel ebenfalls. Die Geräusche sind sehr passend. Wobei mehr Judy Winters grandiose Leistung zur Geltung bringt, dass Sara Clayburn verletzt ist, als durch die Schrittgeräusche.


    Fazit
    Ein absolut gelungenes Hörspiel mit einer grandiosen Judy Winter in einer Hauptrolle. Ganz seichter Grusel für die ersten regnerischen Tage Ende Oktober / Anfang November.

    Mrs. Amworth ist neu in Maxley. Sie lebte jahrelang in Indien, doch nach dem Tod Ihres Mannes zog es sie zurück an den Ort ihrer Vorfahren. Einer ihrer Nachbarn, Emmet Foster, spielt schon bald regelmäßig mit der stets freundlichen Mrs. Amworths, die sich als überaus zuvorkommende Gastgeberin präsentiert. Fosters Freund, Francis Urbridge, schaut den Spielenden lieber nur zu. Er mag Mrs. Amworths nicht, bleibt seinem Freund jedoch eine Begründung schuldig.
    Als die Tage geradezu unerträglich heiß werden und aggressive Mücken die Einwohner von Maxley plagen, sieht Urbridge, der sich zeitlebens für das Okkulte interessierte, klar: Von Mrs. Amworth geht eine Gefahr aus.


    Bei dieser Erzählung von E. F. Benson reizt es mich das Übel beim Namen zu nennen. Gerade im Hinblick auf den Entstehungszeitraum der Geschichte, scheint es mir (ohne recherchiert zu haben) so, dass es wohl noch massig ähnlicher Stories gibt, die ins Gruselkabinett passen, aber auch ebenso weggelassen werden könnten, ohne dass die Geschichte vermisst wird. Sicherlich haben einige Freunde des Grusels Vorlieben für bestimmte Widersacher und können bei einer sehr ähnlichen Rezeptur, sich immer wieder über eine Umsetzung freuen. Ähnlich wie es bei vielen John Sinclair Fällen stets nach dem gleichen Muster verläuft und der oder die Gegner auf die gleiche Weise überlistet werden. So ähnlich fühlt es sich für mich hier an: Es handelt sich um eine durchweg gelungene Produktion, bei der sich jedoch erst ganz zum Schluss das Böse öffentlich zeigt – und das ohne Neuerungen gegenüber früheren Gruselkabinetterzählungen. Zuvor gibt es schön atmosphärische Darstellungen des gemütlichen Lebens in Maxley mit den Wehwehchen der Moderne: stinkenden Autos! Ich mag solche Darstellungen und lausche dem gerne zur Zerstreuung. Anderen mag es nicht schnell genug zur Sache gehen, handelt es sich doch immerhin um ein siebzigminütiges Hörspiel.


    Die Geräusch- und Musikkulisse ist für meine Ohren erneut tadellos. Ebenso wissen Eckart Dux, Anita Lochner, Marius Clarén und Jochen Schröder zu begeistern. Mit Sven Dahlem hatte ich so meine Probleme. Seine Freundlichkeit hatte für mich immer etwas aufgesetztes. Zwischen anerzogen und unterwürfig. Das fand ich gruselig und ich war entsprechend enttäuscht, in ihm keinen Handlanger des Bösen entdecken zu können. Verschenktes Potential.


    Fazit
    Ein schönes Hörspiel, aber nichts für Ungeduldige: Das Böse offenbart sich erst zum Schluss. Der größte Teil des Hörspiels ist eine Darstellung des Lebens in den 1930er Jahren im englischen Maxley. Neues Bietet das Hörspiel ebenfalls nicht. Eben etwas für Fans der Reihe.

    Das Hörspiel „Das ägyptische Parfüm“ nach einer Erzählung von Charles Webster Leadbeater lebt von den herausragenden Sprechern, der stimmungsvollen Musik und den atmosphärischen Geräuschen. Ich habe mich durchgehend wunderbar unterhalten gefühlt.


    Zu Beginn schildert der Protagonist von seinen Erlebnissen in Ägypten. Dort ist er auf ein legendäres ägyptisches Parfüm gestoßen, dessen Besitzer ihm jedoch weder etwas abgeben noch verkaufen möchte. Zu selten und gefährlich soll es sein. Eines Abends riecht er in seiner Kammer in London erneut das Parfüm und hat ein sehr sonderbares Erlebnis. Kurz darauf lädt ihn ein alter Schulfreund zu sich nach Hause ein. Auch dort riecht er das Parfüm und sein ebenso Freund…


    Die Geschichte lebt von der atmosphärischen Umsetzung und den sympathischen / passenden Stimmen der Sprecher. Es hat mich an mein erstes (Kinder-)Hörspiel mit Ägypten-Setting erinnert, das für mich bis heute ein Meisterwerk darstellt.
    Leadbeater hat eine Geschichte verfasst, bei der das Übersinnliche eine zentrale Rolle spielt, jedoch kaum erklärt wird. Die Beweggründe des Geists empfinde ich als unzufriedenstellend beantwortet. Sie Erscheinung scheint unter Zeitdruck zu stehen, für die eigenen sterblichen Reste ein christliches Begräbnis zu finden. Mangelnde Erklärungen oder unnötige Verschlüsselungen geben der Geschichte einen konstruierten Touch.
    Im Verlauf des Hörspiels wird das Ende vorhersehbar. Das ist keine Tragödie, allerdings schade. Das eine oder andere überraschende Ereignis wäre eine Bereicherung gewesen. Insgesamt kann ich mich damit nur wiederholen. Es ist eine fantastisch umgesetzte Geschichte, die mehr von der Umsetzung als der eigentlichen Handlung lebt.


    Mit Jonas Baeck und Matthias Lühn sprechen zwei im Hörspielbereich relativ unbekannte Stimmen die wichtigsten Figuren des Hörspiels. Sie überzeugen vollends und es bereitet Freude ihnen zu lauschen. Weiterhin sind die folgenden großartigen Stimmen zu hören: Eckart Dux, Marius Clarén, Jochen Schröder und Sven Dahlem.


    Wie schon bei den Sprechern beweist Titania Medien ein gewohnt glückliches Händchen bei der Auswahl der passenden musikalischen Untermalung und dem Einsatz von Geräuschen. Das stimmungsvolle Cover zeigt keine vertonte Szene des Hörspiels, demonstriert jedoch Eindrucksvoll, was in der Vergangenheit geschehen ist und Auswirkungen auf die Gegenwart hat.


    Fazit
    Ein Hörspiel, so stimmungsvoll wie das Cover. Es transportiert sehr gut die ägyptische Mystik des 20. Jahrhunderts.

    In der Jubiläumsfolge 100 vertont Titania Medien eine Erzählung von H.P. Lovecraft und legt zusätzlich eine DVD mit einer Dokumentation über ihr Label bei.


    Das Hörspiel beginnt packend mit einer Folterszene, bei der eine Hexe nach und nach Informationen entlockt werden. Kurz darauf ist die Hexe verschwunden. 235 Jahre später recherchiert ein Student über die damaligen Ereignisse. Er vermutet, dass die damals angeklagte Keziah Manson über ein Wissen verfügte, das der aktuellen Forschung in der Physik über eine vierte Dimension nützlich wäre. Trotz vielseitiger Warnungen quartiert er sich in das Zimmer der Hexe ein, in der Hoffnung, Aufzeichnungen von ihr zu finden, und das Unheil nimmt seinen Lauf.


    Die Geschichte „Träume im Hexenhaus“ gefällt mir. Der Titel und das Cover des Hörspiels passen hervorragend. Interessant finde ich die Verknüpfung mit weiteren Werken Lovecrafts, da die Stadt Innsmouth und das Necronomicon erwähnt werden. Ich schätze die schöne Introszene, die vergangene Ereignisse vorwegnimmt. Das ist hier für mich genauso packend inszeniert wie bei einigen Point Whitmark-Folgen. Erst nach diesem Prolog beginnt die eigentliche Handlung, die sich stets in ihrem Grauen ausweitet: es beginnt mit Warnungen, seltsamen Erlebnissen, dann folgen Alpträume, schließlich beunruhigendes Schlafwandeln… Das steigert sich immer weiter bis zum schrecklichen Finale: Walpurgisnacht!
    Die Handlung ist sehr auf den Grusel fokussiert und von weiteren Recherchen des inzwischen in der Hexenkammer lebenden Studenten erfährt der Hörer nichts. Und da er auf Warnungen und Bitten nicht hört, beispielsweise trotz Zusagen das ihm angedachte Kreuz nicht umhängt, darf der Hörer Böses ahnen und hoffen, dass vielleicht doch noch alles ein gutes Ende nimmt.


    Der CD liegt eine DVD bei. Sie enthält die gelungene Dokumentation „Titania Medien – Ein atmosphärisches Portrait“ von lichtzeitwerke. In ihr kommen neben den Machern ebenfalls einige Sprecher zu Wort und der Zuschauer erfährt so manch Interessantes über Titania Medien. Eine schöne Dreingabe!


    Bei diesem Hörspiel läuft musikalisch, geräuschemäßig und sprecherseitig alles hervorragend. Titania Medien beweist erneut ein glückliches Händchen bei der Auswahl. Hasso Zorn ist einmal mehr der Erzähler in einem Gruselkabinett. Sehr schön! Den Prolog meistern Horst Naumann und Johannes Raspe absolut überzeugend und damit spannend für den Zuhörer. Zur Abwechslung ist Dagmar von Kurmin als böse Hexe zu hören und Marc Gruppe als menschliche Ratte. Wenn ich Roland Hemmo höre, assoziiere ich keinen bösen Charakter, dafür eine mächtige Figur. Dies macht seine Rolle besonders interessant. In weiteren Rollen überzeugen Hannes Maurer, Hans-Georg Panczak, Hans Bayer, Wilfried Herbst sowie Louis Friedemann Thiele.


    Fazit
    Ein gelungenes Jubiläum mit einem packendem Hörspiel von und einer tollen Dokumentation über Titania Medien. Großartig!

    M.R. James Erzählung setzt Titania Medien in „Verlorene Herzen“ gut als Hörspiel um. Angefangen von der stimmungsvollen Fahrt des jungen Stephen zu seiner neuen Bleibe bis hin zum schrecklichem Ende.


    Stephen Elliott verlor kürzlich seine Eltern. Sein nächster Verwandter nimmt ihn auf. Auf der Fahrt zu dessen Herrenhaus erfährt der Junge von seinen Mitreisenden bereits einiges über das Anwesen und dessen Bewohner, was auf eine interessante Zeit schließen lässt. Und so kommt es dann auch: Herzlich empfangen, erfährt er von Kindern, die bereits vor ihm dort lebten, jedoch zur Verwunderung aller ausgerissen sind. Niemand weiß wieso und wohin. Erst als Stephen von Alpträumen heimgesucht wird, beginnt er zu verstehen. Unheimliche und ereignisreiche Nächte stehen ihm bevor…


    Wie gewohnt liefert Titania Medien ein stimmungsvolles Hörspiel. Die Musik- und Geräuschkulisse ist durchweg gelungen. Lediglich bei einer Sprecherperformance hätte ich mir einen gruseligen Halleffekt gewünscht, wie sie bei Geistern und übersinnlichen Wesen häufig verwendet werden. Vielleicht wird bewusst darauf verzichtet. Ich hätte mich beim Aushallen einer Warnung à la John Sinclair schön gegruselt.


    Die Sprecher der Erwachsenen überzeugen in diesem Hörspiel. Die Kinder leider nicht durchgängig. Es gibt drei Kinderrollen. Eine davon ist der Protagonist (Alexander Mager) und mit dem habe ich meine Probleme. Selbst nach mehrmaligem Hören empfinde ich seine Leistung nur als gut bis befriedigend. Ich frage mich, ob die Rolle als lethargisch ausgelegt ist. Der junge Stephen klingt für mich oft zu teilnahmslos, langsam, wenig überrascht und kaum lebhaft. Mrs. Bunch (Dorothea Walda) ist eine solche Frohnatur. Wenn sie lebendig mit dem Jungen spricht ist der Kontrast zwischen den Beiden besonders groß. Gegenüber anderen Erwachsenen passt eine schüchterne Haltung des Jungen durchaus, aber spätestens bei ihr erwarte ich mehr Spielfreude.
    Damit bleibt ein gutes Hörspiel, statt eines sehr guten. Mit einem anderen Sprecher für den Protagonisten oder anderen Regieanweisungen wäre die Immersion für mich kinderleicht gewesen. So hatte sie kleine Stolpersteine, bei denen mich Gedanken über eine möglicherweise bessere Interpretation der Sprechtexte ablenkte.


    Fazit
    Ein gutes Hörspiel, für dessen Protagonist ich eine andere Besetzung oder Interpretation besser gefunden hätte. Die Geschichte – so simpel sie am Ende auch sein mag – ist jedoch spannend inszeniert. Das macht das Hörspiel zu einem packenden Erlebnis.

    Als ich eines Abends das Sherlock Holmes Hörspiel „Der Daumen des Ingenieurs“ in den CD-Spieler legte, ahnte ich nicht, wie sehr es mich überraschen würde. Ich dachte zu wissen, was mich erwartet. 18 vorangegangene Hörspiele von Titania Medien in dieser Serie schienen mir da sehr verlässlich.


    Es könnte ein großer Vorteil gewesen sein, nichts weiter als den Titel des Hörspiels zu wissen. Selbst dem Cover schenkte ich keine Beachtung. Im Nachhinein freute ich mich darüber, da gerade die Kombination einiges über den Inhalt verrät. So hatte ich eine weitere Überraschung.


    Alles fängt harmlos an: Doktor Watson ist mit seiner morgendlichen Rasur beschäftigt. Kurz darauf erscheint ein eiliger Notfall: Der Patient ist ein junger Ingenieur, dem ein Daumen abhandengekommen ist. Etwas klischeehaft wird auf ärztlichem Rat hochprozentiges auf den Schrecken verordnet und der Patient scheinbar bevorzugt ausgefragt statt ihn richtig zu behandeln. Später erfährt der Zuhörer, dass der gewiefte Ingenieur sich sein Fachwissen zu eigen machte und seine Wunde fachgerecht verband. Also vielleicht doch nicht so dramatisch?


    Auf Drängen von Dr. Watsons Frau Mary begleitet dieser seinen Patienten zu Sherlock Holmes, der Licht in die Sache bringen soll. Es folgt die packende Darstellung der Ereignisse, die zum Verlust des Daumens des Ingenieurs führten.


    Lange habe ich nicht mehr bei einem Krimihörspiel so mitgefiebert wie bei diesem. Verantwortlich dafür ist unter anderem die herausragende Geräuschkulisse. Es gibt stets etwas auf die Ohren. Sei es ein passendes Musikstück oder die stimmigen Geräusche. Besonders die Geräusche sorgen für eine spannende Atmosphäre, wo Musik oder gar Stille (bis auf die Sprechereinsätze) sicherlich keine ebenso mitreißende Stimmung erzeugt hätten. Wobei ich hier unter Geräusche auch wohl einzelne schwingende Töne verstehe und nicht als Musikstück auffasse.


    Begeistert haben mich ebenfalls die Sprecher. Allen voran Lutz Mackensy. Dank ihm wirkte die ganze Angelegenheit um den Ingenieur besonders unheimlich und subtil bedrohlich auf mich. Eine besondere Faszination geht für mich aufgrund seiner Darbietung von der Rolle des Lysander Stark aus.
    Das Dream-Team, pardon, -Quartett Joachim Tennstedt (Holmes), Detlef Bierstedt (Watson), Regina Lemnitz (Mrs. Hudson) und Janina Sachau (Mary Watson) ist gut aufgelegt. Es ist eine Freude ihnen zu lauschen. Die übrigen Sprecher bilden keine Ausnahme.


    Das Cover ist überaus passend, verrät meiner Meinung nach aber zu viel. Gerade weil dieses Hörspiel von der unheimlichen Atmosphäre lebt und damit geradezu ein Beispiel für ein Gruselhörspiel der Reihe Gruselkabinett darstellt, hätte ich bevorzugt den Ingenieur bei der Arbeit gesehen oder bei Doktor Watson in der Behandlung.


    Fazit
    Ein packendes Hörspiel, dessen Schwerpunkt auf der Darstellung des Ingenieurs über dessen Daumenverlust liegt. Ermittlungen gibt es nicht. Sherlock Holmes folgert korrekt und mit einer Ortsbegehung, die der Untermauerung der Theorie dient, wird das Hörspiel abgeschlossen.

    „Der Mann mit der entstellten Lippe“ ist polizeibekannt und steht unter Mordverdacht. Sherlock Holmes ermittelt im Fall einer verschwundenen Person und begegnet in diesem Zusammenhang dem Mann, dessen auffälligstes Merkmal eine entstellte Lippe ist. Als Dr. Watson seinen Freund Undercover „entdeckt“, beschließt Holmes, Watson in die Ermittlungen mit einzubeziehen und hat damit einen Partner, den er mit seinen Äußerungen zu überraschen weiß. Schon bald lamentiert Holmes, dass er viel früher auf die Lösung seines Falles hätte kommen müssen und verblüfft mit der Auflösung nicht nur Watson, sondern auch die Londoner Polizei, allen voran Inspektor Jones.


    Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt und Janina Sachau sind erneut als Sherlock Holmes, John Watson und Mary Watson zu hören. Besonders viel Freude hatte ich mit Antje von der Ahe als besorgte Ehefrau und Hans Bayer als Inspektor Jones. Ich mag ihre Stimmen und ihre Interpretation der jeweiligen Rolle. Die vielen weiteren Sprecher wissen ebenfalls zu überzeugen.


    Die Musikstücke und Geräusche fügen sich wunderbar mit den Sprechern zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen. Diese Produktion steht den übrigen Holmes Hörspielen von Titania Medien in Nichts nach.


    Mir gefällt die rötliche Cover-Illustration von Ertugrul Edirne, die Dr. Watson (sowie Sherlock Holmes in Verkleidung) in einer Opiumhöhle zeigt. Sie passt perfekt zur Inhaltsangabe des Hörspiels und zeigt den Auslöser der gemeinsamen Arbeit von Holmes und Watson an dem Fall mit dem Mann mit der entstellten Lippe.


    Fazit
    Eine weitere exzellente Umsetzung eines Sherlock Holmes Abenteuers aus dem Hause Titania Medien.

    Ich kann deine Meinung nachvollziehen. Insofern, dass ich Zeiten habe, in denen ich mit Hörspielen wie diesen gar nichts anfangen kann - ich langweile mich dann, bzw. werde vielmehr total unruhig. Anders herum ist es bei mir auch mit actiongeladenen Hörspielen. Ich habe Zeiten, da fiebere ich mit, zu anderen Zeiten langweile ich mich und mich reizt das ganze garnicht. Das habe ich derzeit ganz extrem mit Filmen. Da ist Action und ich finds langweilig, weil mich die Story nicht packt. Wenn ich in der richtigen Stimmung bin, fällt es mir leicht, mich auf den Film einzulassen und über Storyaspekte hinwegzusehen, dafür mit den Protagonisten mitzufiebern. Kennst du, was ich beschreibe?
    Beizeiten mag ich es unheimlich gerne, wenn sich eine Szenerie langsam aufbaut, das gibt mir dann den Kick, weil meine Fantasie viel Zeit hat tief in das Geschehen einzutauchen und hinzuzufügen. Zu anderen Zeiten brauche ich es schnell, kurz, knapp, präzise. Momentan bin ich wieder voll auf dem Trip der romantischen "Schauer"hörspiele. Alles hat seine Zeit. ;)


    Wo wir bei romantischen Stoffen und Action geladen sind (zumindest ich): Aus der Geschichte hätte auch Action-Grusel gemacht werden können. Dorian Hunter-Style. Sicherlich. Wäre bestimmt klasse. Aber eben unpassend im Gruselkabinett.

    „Die Toten sind unersättlich“ handelt von der Fürstin Marina Tartakowska. Von ihr existieren eine Mamorstatue und ein Gemälde auf ihrem inzwischen halbverfallenen Schloss. Um die Fürstin, ihr Gemälde und ihre Statue ranken sich viele Gerüchte. Bei der Familie Bardoßoska treffen sich regelmäßig Nachbarn. Der mit der Tochter verlobte Manwed Wermoski schickt sich, angestachelt von der Erzählungen und entgegen dem Wunsch seiner Verlobten, an, dem Schloss einen Besuch abzustatten, um den Gerüchten auf den Grund zu gehen. Sind Gemälde und Statue wirklich so lebensecht gestaltet, sodass die dargestellte Fürstin Tartakowska lebendig zu sein scheint?
    Als alle einige Tage nach Manweds erstem Schlossbesuch wieder zusammentreffen, ist dieser nicht mehr derselbe – und wo ist sein Verlobungsring?


    Simon Jäger und David Nathan sind die maßgeblichen Erzähler dieses Hörspiels und verstehen es, Spannung zu erzeugen. Der Familie Bardoßoska leihen Bodo Wolf (Vater), Ulrike Möckel (Mutter) und Maria Koschny (Tochter) ihre Stimmen. Sie klingen allesamt sehr natürlich und lassen die Familie sympathisch erscheinen. Maurizi Konopka ist eine interessant geschilderte Figur, die von Jan Makino gespielt wird. Den freundlichen, aber auch etwas unheimlichen Jakub spricht Kaspar Eichel. Antje von der Ahe ist als herrische Fürstin Tartakowska zu hören. Joachim Tennstedt und Marc Gruppe bekleiden Nebenrollen.
    Die Sprecherauswahl ist wie gewohnt erfreulich. Mir gefällt das Ensemble.


    Ebenso erfreulich ist die gekonnte Musik- und Geräuschauswahl: erstklassiges Titania Medien Niveau.


    Fazit
    „Die Toten sind unersättlich“ ist ein weiteres sehr atmosphärisches Hörspiel mit schaurigen und romantischen Elementen. Mir persönlich haben die Szenen rund um das heruntergekommene Schloss besonders gut gefallen, bei denen ich besonders beeindruckende Bilder vor meinem inneren Auge hatte: von altem Glanz, der heruntergekommenen Realität und die von all dem ausgeübte Faszination.

    Als der Schimmelreiter wird der Deichgraf Hauke Haien bezeichnet, da er auf einem Schimmel über seine Deiche reitet und sich die Dorfbewohner unheimliche Geschichten über ihn erzählen. Und das nicht nur, weil er mit neuen Ideen aneckt. Ob an dem Altweiberklatsch etwas dran ist?


    Den Schimmelreiter von Theodor Storm erzählt Titania Medien in einem üppigen Hörspiel von Marc Gruppe. Üppig deshalb, weil es über eine Laufzeit von 100 Minuten verfügt und damit bisher die erste Hörspielfolge ist, die auf zwei CDs erschien. Zuvor waren es sonst immer Mehrteiler: jede CD als einzelne Folge.


    Während des gesamten Hörspiels lauschte ich gespannt. Im Gegensatz zum DDR-Film, den ich einst sah und eine ähnliche Laufzeit hat, erschien mir die Stimmung weniger düster, die Szenerie romantischer und weniger norddeutsch-frostig. Hierfür mache ich neben den Stimmen der Schauspieler die Musik und vor allem die fehlenden düsteren Bilder der See verantwortlich. Der große Vorteil für mich: Das Hörspiel ist mir wesentlich gefälliger, ähnlich wie das Original (zum Beispiel im Gutenbergprojekt nachlesbar), als der Film. Das Hörspiel kommt mir kurzweiliger vor. Die Änderungen gegenüber der Novelle machen das Hörspiel für die Masse zugänglicher und ich finde Hauke Haien auch wesentlich sympathischer dargestellt.


    Die famose Vertonung begeistert mich mit ihrer zweistufigen Erzählstruktur, die es zuletzt im Gruselkabinett häufig gibt und mir jedes Mal ein großes Vergnügen bereitet. Peter Weis als alter Schulmeister und Erzähler ist genial. Die Rahmenerzählung erwecken Claus Thull-Emden, Marc Gruppe und Max Schautzer (eine wunderbare sympathische Stimme für einen Deichgrafen) mit Peter Weis zum Leben. In der Binnenerzählung sind weitaus mehr großartige Schauspieler zu hören. Als Tede Haien (Vater von Hauke) ist Hans Bayer zu hören. Johannes Raspe spricht Hauke Haien, den späteren Deichgrafen. Dem Deichgrafen Tede Volkerts leiht Horst Naumann seine Stimme und dessen Tochter Elke Kristine Walther. Sie alle und die übrigen elf Sprecher leisten hervorragende Arbeit.
    Als eine der emotionalsten und mitreißendsten Szenen empfand ich die Unterhaltung von Elke und Hauke über ihre gemeinsame Tochter. Besonders Kristine Walther transportiert die Emotionen ihrer Rolle unglaublich realistisch und natürlich nur mit ihrer Stimme. Eine großartige Schauspielerin!


    Die Musik- und Geräuschkulisse überzeugt wie gewohnt. Sie unterstützt an den richtigen Stellen und sorgt bei zart besaiteten Menschen für wohlige Schauer.


    Fazit
    Ein weiteres atmosphärisches Meisterwerk im Gruselkabinett. Diese grandiose Vertonung des Klassikers von Theodor Storm werde ich mir noch häufig anhören.

    Dr. Lowell wird wegen eines Notfalls ins Krankenhaus gerufen. Kaum angekommen begegnet er dem Unterwelt-Boss Julian Ricori, der nachdringlich Dr. Lowell bittet einen Fall zu übernehmen: Ein Vertrauter des Gangsters befindet sich in einer Art Starre und reagiert auf keine Reize von außen. Zusammen mit Dr. Braile und Schwester Walters untersucht er den Patienten und macht merkwürdige Beobachtungen. Überraschend und unter seltsamen Umständen verstirbt der Leidende. Augenblicklich fragt Dr. Lowell in seinen Kreisen nach ähnlichen Fällen. Zu seiner Überraschung gab es so einige. Kurze Zeit später wird der Ganove Ricori Opfer eines Mordanschlags, nachdem er dem Arzt versichert hatte, der Ursache der Krankheit auf der Spur zu sein – in Madame Mandilips Puppenladen. Im Folgenden überschlagen sich die Ereignisse und Dr. Lowell muss um sein Leben bangen.


    Die Geschichte hat mich direkt in den Bann gezogen. Das liegt an der großartigen Musikauswahl, den tollen Geräuschen und vor allem den Sprechern. Hans-Georg Panczak spricht den Dr. Lowell hervorragend. Vor meinem Auge entstand sofort das Bild eines selbstbewussten, erfahrenen Doktors, der konsequent und zielstrebig vorgeht. Jan Makino verkörpert großartig den jüngeren Arzt, der Dr. Lowell in kniffligen Angelegenheiten um Rat bittet. Die beiden geben ein tolles Team ab. Antje von der Ahe leiht Schwester Walters ihre Stimme. Dies ist ebenfalls eine großartige Wahl, um die liebenswerte, sich sorgende und durch und durch gute Krankenschwester zum Leben zu erwecken. Positiv überrascht hat mich Reinhilt Schneiders Performanz als Krankenschwester. Sie legt die Rolle sehr normal an und fügt sich damit gut in das Hörspiel ein. Es gibt zu keiner Zeit von irgendeinem Sprecher ein Overacting. Ein weiteres Highlight ist Helmut Krauss als Unterwelt-Boss Ricori. Eine großartige Performance, die stets glaubwürdig und so menschlich, aber trotzdem bedrohlich angelegt ist, so dass dem Verbrecher Sympathie entgegen gebracht werden kann. Madame Mandilip wird von Doris Gallart gespielt, eine ausgezeichnete Sprecherin und großartige Besetzung. Andere Hörspiellabels können sich an Titania Medien ein Beispiel nehmen und ebenfalls so begabte und großartige Stimmen in kommerziellen Hörspielen einsetzen, die weniger bekannt sind. Uschi Hugo spricht ganz ausgezeichnet die Rolle der Laschna, egal ob bei klarem Verstand, unter Hypnose oder verängstigt. Die vielen weiteren Sprecher runden den positiven Gesamteindruck ab.


    Ich schätze es sehr, wenn die Covermotive von Zweiteilern offensichtlich zusammen gehören. Bei diesem ist es besonders geschickt: Einige unheimliche titelgebende Puppen sind zu sehen. Bei Folge 96 blicken sie nach links, bei Folge 97 direkt zum Betrachter. Unheimlich gut.


    Fazit
    Dieses Hörspiel begeistert mich. Angefangen beim unheimlichen Covermotiv, über die genial aufgelegten Sprecher bis hin zur packend erzählten Geschichte. Hier passt einfach alles. Ein großartiger Zweiteiler.

    Was verbirgt sich hinter "KKK"? Kennwort: Krimi Klub? Nee! Sherlock Holmes löst das Rätsel um die fünf Orangenkerne und erzählt Watson, was sich hinter der Abkürzung KKK verbirgt. Trotzdem kann er seinem Auftraggeber nicht helfen. Wieso? Hört es nach!


    Bisweilen finde ich es müßig, immer wieder über die gleichen Sherlock Holmes Geschichten zu schreiben, denn auch dieser Fall stammt von Sir Arthur Conan Doyle.
    Stets erfrischend empfinde ich hingegen die Titania Medien Vertonungen. Das Holmes und Watson Sprecherduo klingt etwas agiler und jünger (Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt wurden Anfang der 1950er geboren) als zum Beispiel Peter Groeger und Christian Rode, die beide in den 1930ern das Licht der Welt erblickten. Hinzu kommt eine einmalig genial von Regina Lemnitz gesprochene Mrs Hudson. Neben den drei Stammsprechern gibt es nur drei Gäste: Jannik Endemann, Horst Naumann und Max Schautzer, die allesamt die Rolle eines Openshaw Familienmitglieds gekonnt spielen. Auf weitere Sprecher wird verzichtet und damit das Hörspiel ebenfalls kurz und straff gehalten: Es hat eine Spielzeit von ca. 48 Minuten und ist damit das bisher kürzeste Sherlock-Hörspiel bei Titania Medien. Die Kürze tut der Produktion gut, da es zu keiner Zeit langatmig und damit langweilig wird.


    Fazit
    Dieses wunderbar produzierte Hörspiel weiß sehr gut zu unterhalten. Ein weiterer Holmes-Klassiker von Titania Medien.

    Ben Canevin wechselt zu einer Schule am Südpol. Sein erster Tag ist dabei alles andere als angenehm: Zunächst fällt die Heizungsanlage aus und als nächstes verhält sich ein Schüler überaus merkwürdig: Robert Grandison wird wegen der Kälte in Mr Canevins Privatzimmer zusammen mit zwei weiteren Schülern unterrichtet, da in diesem Raum ein Kamin Wärme spenden kann. Auf den dort hängenden Spiegel, den Mr Canevin in einem verlassenen Haus seltsam arrangiert entdeckte, reagiert Robert überaus merkwürdig. Mr Canevin gibt der Spiegel ebenfalls Rätsel auf. Was sehen die beidem in ihm?


    Die Vorlage des Hörspiels könnte eine kurze Erzählung sein, denn das Hörspiel legt ein bedächtiges Tempo vor. Es wirkt zu keinem Zeitpunkt gehetzt. Große Überraschungen oder Horror gab es für mich nicht. Es handelt sich um ein atmosphärisches Hörspiel, das von den großartigen Sprechern, Geräuschen und der Musikauswahl lebt. Überraschend finde ich, dass mehrere mögliche Zeitpunkte die Geschichte abzuschließen – zum Guten oder Bösen – nicht genutzt werden. Es geht immer noch weiter und von den letzten Worten abgesehen, liegt eine in sich abgeschlossene Geschichte vor. Das gefällt mir, da der Fortgang dadurch kleine Abweichungen von der Norm darstellt und das Gesamtbild ergänzt.


    Frank Schaff lässt den Protagonisten, den Lehrer Mr Canevin, als Respektsperson auftreten, die sehr sympathisch und nah an der Jugend erscheint. Der perfekte Lehrer! Selbst in brenzligen Situationen behält er überwiegend die Ruhe und agiert überlegt. Seine Stimme finde ich sehr angenehm. Den Schulleiter spricht Sascha Wussow und damit eine völlig andere Rolle als noch als Harry Blythe in der Doppelfolge 84/85 des Gruselkabinetts. Andreas Mannkopff Stimme lässt die perfekte Vorstellung eines etwas älteren Hausmeisters in einer abgelegenen Schule vor dem inneren Auge erscheinen. Lebenslustig und normal klingen die Klassenkameraden von Robert, gesprochen von Jannik Endemann und Timmo Niesner. Herr Niesners Stimme erscheint immer noch sehr jugendhaft, ob er nun einen Hobbit oder einen Schüler spricht: es passt! Die weiteren Sprecher überzeugen ebenfalls, besonders Lutz Riedel als unheimlicher Axel Holm. Seine Darbietung hat mich an seine Performance aus einer Dracula Vertonung erinnert, in der er dem gleichnamigen Vampir seine Stimme lieh: Die Härte in seiner Stimme gibt seinen Worten eine immense Ausdruckskraft.


    Fazit
    Dieses ruhige atmosphärische Hörspiel reiht sich wunderbar in die Gruselkabinett-Reihe ein. Fans bekommen, was sie wünschen: eine perfekt inszenierte, nicht zu unheimliche Erzählung, der mit schreckhafteren Menschen gemütlich zu später Stund‘ gelauscht werden kann.

    Der Klappentext ist nicht gänzlich zutreffend, wenn der Erzählung des Wirtes geglaubt werden darf. Tobias Guarnerius verdient als Geigenbauer nicht mit Mühe und Not das Allernötigste. Er könnte gut von seinem Geschäft leben, doch da er es bevorzugt statt an Kundenaufträgen an seinem privatem Projekt zu arbeiten, bleiben nach und nach Aufträge aus. Seiner Mutter hat er es zu verdanken, dass sie über die Runden kommen, da sie um Aufträge kämpft und ihren Sohn zu deren Ausführung drängt. Dies erfährt ein Johann am eigenen Leib, der sich mit einer der schönen Bremer Frauen verabredet hat. Um die Wartezeit bis zum Eintreffen der Frau zu überbrücken, betritt er das Geschäft von Guarnerius. Drei Jähre später befindet er sich erneut in Bremen und findet das Geschäft verrammelt vor. Seine Neugier ist geweckt und so lässt sich von einem Wirt, der zugleich eine Magistratsperson ist, erzählen, was Guarnerius in der Zeit widerfahren ist: welche Qualen er sich und seiner Mutter zufügte, um eine Stradivari Geige zu kopieren.


    In diesem mit 46 Minuten recht kurzem Hörspiel gibt es stolze 16 mitwirkende Sprecher, die allesamt hervorragende Arbeit leisten. Hasso Zorn erzählt gekonnt die Geschichte seines Urgroßvaters Johann, den Timmo Niesner hervorragend lebendig interpretiert. Den größten Teil des Hörspiels begleitet Peter Weis als Erzähler. Er füllt die Rolle des Wirtes aus, der Johann retroperspektiv die Geschichte von Tobias Guarnerius packend erzählt. Tobias Nath spielt gekonnt Tobias Guarnerius. Ganz gleich ob herrisch, mürrisch, wütend, arrogant, ärgerlich, aufgeregt, …
    Kerstin Sanders-Dornseif leiht Tobias Guarnerius Mutter ihre Stimme. Sie passt wunderbar zur Rolle und vereinfacht es, Mitleid zu empfinden. Bremens Bürgermeister und sein hoheitlicher Besuch werden von Max Schautzer und Patrick Bach gesprochen und bilden einen guten Gegenpart zu Tobias Guarnerius: Der durchaus sympathisch klingende Bürgermeister, weiß seiner Stimme Nachdruck zu verleihen und damit Befehle durchzusetzen, sodass sich auch Guarnerius beugt. Dem Prinz hingegen ist seine Begierde und tiefster Wunsch, ein spezielles Werk von Guarnerius zu besitzen, deutlich anzuhören. Eine tolle Leistung. Die übrigen Sprecher überzeugen ebenfalls. Tom Deinigers Stimme höre ich immer gerne. Sie erinnert mich immer ein wenig an Achim Schülke und Klaus Dittmann, denen ich ebenfalls sehr gerne lausche.


    In medias res – dem Hörer wird gleich zu Beginn des Hörspiels alles geboten: Passende Musik, eine Geräuschkulisse, die eine Stadt zum Leben erweckt und der erste Sprechereinsatz. Cover, Musik, Geräusche, Produktion – alles befindet sich auf dem gewohnt hohem Titania Medien Niveau.


    Fazit
    Dieses kurzweilige Hörspiel gefällt mir. Gruselig ist es weniger, dafür gewohnt atmosphärisch und ebenfalls sehr traurig. Sehr gelungen finde ich die Verschachtelung der Erzählung, bei der folgerichtig die jeweiligen Protagonisten die Erzählerrolle einnehmen.

    Auf Mr. Holgrave, einem jungen Mann, übt das als „Haus mit den sieben Giebeln“ bekannte Gemäuer eine Faszination aus und so bittet er die allein dort lebende Hepzibah Pyncheon, ihn als Untermieter aufzunehmen. Obwohl das Haus von der hiesigen Bevölkerung gemieden wird und es der Familie Pyncheon, deren Stammsitz es darstellt, selbst nicht geheuer ist, sehen sie es seit Generationen als Pflicht an, dort zu leben. Im Laufe des Hörspiels betreten weitere Figuren, neben Mr. Holgrave, der zu seiner Freude dort leben darf, das Haus und verweilen dort, sodass sich nach und nach die tragische Geschichte des Hauses und dessen Bewohner dem Hörer offenbart. Passend dazu gibt es stets gut akzentuierte Musikstücke, die es perfekt verstehen an den richtigen Stellen die Spannung zu steigern, einen kleinen Schrecken einzujagen oder als Lichtblick eben auch eine positive Stimmung zu verbreiten. Der Spuk des Hauses wird wunderbar von den verschiedenen Geräuschen (und auch von Musik, denn zum Spuk gehört das Spielen eines Instruments) akustisch umgesetzt.


    An der Geschichte schätze ich die Abwechslung durch die schillernden Figuren, die ausdrucksstark von ihren Sprechern präsentiert werden. Alle wirken sehr real, mit großen Hintergrundgeschichten, eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Die Personen in der Gegenwart des Hörspiels befinden sich alle aus persönlichen Gründen in dem unheimlichen Haus. Dabei verraten die verschiedenen Bewohner Hintergründe in den verschiedenen Situationen, sodass es wechselnde Erzähler gibt. Diese Vorgehensweise mag ich sehr und sie ist bei Titania Medien glücklicherweise häufig anzutreffen. Übrigens handelt es sich nicht um bloße Erzählungen bei den Rückblenden. Die Ereignisse der Vergangenheit werden in Hörspielform erzählt und nicht bloß vom Erzähler wiedergegeben.


    Die vielen charakterlich sehr unterschiedlichen Rollen hat Titania Medien mit großartigen Sprechern besetzt. Dagmar von Kurmin hat erneut eine sehr gut zu ihr passende Rolle bei Titania Medien bekommen und füllt sie wunderbar aus. Ihre vielen Sprecherkollegen stehen ihr mit ebenso viel Spielfreude zur Seite und lassen das das Hörspiel zu einem Genuss werden.


    Das wunderschöne Cover von Firuz Askin passt perfekt zur Hörspielhandlung. Das Haus der sieben Giebel wirkt nicht besonders bedrohlich, aber wer von dem Spuk weiß oder ihn erlebt, auf den mag es ganz schnell anders wirken. Eine tolle Arbeit.


    Fazit
    Dieses Hörspiel ist mit etwa 79 Minuten ein wenig länger. Es weiß exzellent zu unterhalten. Die Zeit verfliegt geradezu und es bleibt stets spannend. Welche Hintergründe es noch zu entdecken gibt, ob der Fluch des Hauses gelöst werden kann oder die Familie an ihm zerbricht – viele Fragen stellen sich während des Hörens, die letztlich beantwortet werden. Außerdem zeichnen großartige Sprecher, eine exzellente Produktion und herausragende Atmosphäre das Hörspiel aus. Ein kleines Meisterwerk.

    Jannik Endemann spricht John. Zunächst als Erzähler, dann als agierende Figur, bis sein Cousin Victor Anderson in Erscheinung tritt, der eigentliche Protagonist. Christian Stark interpretiert den Forschenden hervorragend: stets mit der passenden Neugier, Begeisterung oder eben Überraschung, Unsicherheit und eben auch als Erzähler seiner Geschichte: In seinem Hotel „Goldener Löwe“, in das er abgestiegen ist, gibt es kein Zimmer mit der Nummer 13. Doch eines Nachts ist er sich ganz sicher, an Tür Nummer 13 geklopft zu haben. War er übermüdet?


    Mir gefällt die Sprecherauswahl. Antje von der Ahe mimt das fröhliche Zimmermädchen, Andreas Mannkopff ist in dieser Folge und Nummer 95 als Hausmeister zu hören. In diesem Hörspiel jedoch als überaus verängstigtem, dem die Anweisungen seines Chefs gar nicht behagen. Tom Deininger spielt den Hotelier gekonnt und schön knarzig. Ich freue mich ihn ebenfalls in Erwachsenenhörspielen abseits der Science Fiction Serie Takimo zu hören. Eine tolle Stimme. Patrick Bach leiht seine Stimme dem ruhigen Anwalt, der erst Temperament zeigt, wenn seine Ruhe gestört wird. Großartig!


    Titania Medien erweist erneut ihr Geschick bei der Auswahl der passenden Musikstücke und Geräusche. Die Atmosphäre ist sehr dicht und vereinfacht es, vor dem inneren Auge die Hörspielhandlung entstehen zu lassen.


    Das Cover passt zur Hörspielhandlung. Die gezeigten Hände und Schatten kommen im Hörspiel vor, jedoch mit einem anderen Timing als auf dem Cover dargestellt.


    Fazit
    „Zimmer 13“ vertont eine schon oft gehörte, gelesene oder gesehene Umsetzung des Themas des mysteriösen Hotelzimmers mit der Nummer 13. Dieses Hörspiel kommt relativ kurzweilig (49 Minuten) daher, zeigt den Umgang der Figuren mit der Situation, ohne in viele Klischees oder gar Horror-Effekte zu verfallen. Gute Titania Medien Unterhaltung garantiert auch dieses Hörspiel.

    Dieses Hörspiel ist nach der zentralen Figur dieses Hörspiels benannt:
    Mary Rose. Kauzig und wunderschön romantisch – wie es sich für das
    Gruselkabinett gehört – wird die Geschichte eines Mädchens erzählt, das
    in der Kindheit verschwand, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Eltern
    beschließen Mary nichts von ihrem Verschwinden zu erzählen, aber ihrem
    künftigem Ehemann...


    Viele Jahre später steht das Elternhaus von Mary zum Verkauf. Ein
    Interessent begutachtet es und versucht herauszufinden, ob die
    Erzählungen der Dorfbewohner einen wahren Ursprung haben: Spukt es in
    dem Haus?


    Im Verlauf des Hörspiels werden die beiden Handlungen geschickt
    miteinander verwoben. Es bleibt stets interessant. Der Hörer darf an
    einigen Stellen Böses erahnen, wird aber doch ab und an überrascht.
    Darüber hinaus werden in „Anne“-Manier die verschiedenen Zeitsprünge und
    Emotionen durch die Sprecher hervorragend umgesetzt. Luisa Wietzorek
    spielt Mary Rose herzallerliebst. Ihre Eltern sprechen Frank Otto Schenk
    und Monica Bielenstein. Die Konstellation erinnert mich sehr an Anne
    aus Green Gables. Dort sind allerdings Marie Bierstedt, Dagmar von
    Kurmin und Jochen Schröder zu hören. Die übrigen Rollen sind ebenfalls
    überaus passend besetzt. Kerstin Sanders-Dornseif hat mir als Miss Otery
    besonders gut gefallen. Die mürrische Art ihrer Rolle gefällt mir.


    Musikalisch wird gewohnt gute Hintergrundmusik eingespielt. Geräusche
    setzt Titania Medien ebenfalls gekonnt ein. Es ergibt sich damit ein
    sehr schönes Hörerlebnis.

    Fazit

    Das Hörspiel transportiert hervorragend melancholische, unheimliche und
    schöne Momente der Geschichte um Mary Rose. Es schafft eine
    besitzergreifende Atmosphäre. Hörtipp!

    Für einen geplanten Stausee sollen Rose Kenny und Jeff Burger Land
    vermessen und erfassen, ob etwas gegen den geplanten Stausee spricht.
    Bereits im Vorfeld hat Burger in Erfahrung gebracht, dass im Tal ein
    großer Bereich „die verfluchte Heide“ genannt wird. Dort angekommen
    ahnen die beiden auch warum. Einst siedelten dort viele Menschen, doch
    als die beiden dort zum Vermessen sind, wohnt an diesem Ort schon lange
    niemand mehr. Der einzige Mensch der mit dem beiden Sprechen will wohnt
    außerhalb des Gebietes, dass geflutet werden soll. Er ist bereits sehr
    alt und erzählt von grausigen Geschehnissen in der verfluchten Heide …


    Das Hörspiel erzählt Lovecrafts Geschichte hervorragend. Gegen
    Ende wird die Besichtigung einer menschenleeren Farm lediglich erzählt –
    wenn auch sehr lebendig und packend. Stattdessen hätte es
    Hörspielsequenzen geben können. Ob diese Erzählweise gewählt wurde, um
    zwei Rollen weniger zu besetzten oder aus Zeitgründen (das Hörspiel ist
    bereits über 70 Minuten lang), vermag ich nicht zu beurteilen.


    Die Geschichte beantwortet wie für Lovecraft üblich kaum alle
    Fragen, die sich der Hörer stellen mag. Im Bereich des Übernatürlichen
    gibt es einfach sehr viele. Da bleibt nur übrig sich selbst Erklärungen
    zurechtzulegen oder das Nachdenken einzustellen. Von der menschlichen
    Perspektive bleibt für mich folgende offen gelassene Situation spannend:
    Die verfluchte Heide ist verlassen, weil die Menschen dort Albträume
    haben. Nach der Geschichte des alten Mannes, passierte Schreckliches
    jedoch nur in einem sehr begrenzten Gebiet. Trotzdem wurde ein größerer
    Bereich verlassen. Ob die Geschehnisse und Erzählungen der Zeugen für
    die Flucht verantwortlich sind, nachdem der Schrecken bereits beendet zu
    sein scheint und wann die Albträume einsetzten, sowie ob außerhalb des
    Bereich der verfluchten Farm, bleibt offen.


    Die Protagonisten Rose Kenny und Jeff Burger interpretieren
    Melanie Pukaß und Johannes Berenz hervorragend. Mit Johannes Berenz ist
    eine für mich noch unverbrauchte Stimme in einer Hauptrolle zu hören.
    Mir gefällt und die Vielfalt der Sprecher bei Titania Medien und der
    Einsatz von vielen, die (noch) nicht in 40 Hörspiele sprachen.


    Jochen Schröder spielt den alten Farmer, der noch in der Gegend lebt
    und den beiden Landvermessern packend schildert, was einer
    Farmerfamilie widerfahren ist. Seine Stimme passt ausgezeichnet zur
    Rolle und er ist ein überaus packender Erzähler. Die Sprecher der
    Farmerfamilie leisten großartige Arbeit. Verzweiflung, Wahnsinn, Furcht,
    Hartnäckigkeit, … – alles wird nachvollziehbar und beängstigend
    gespielt.


    Der Musikeinsatz in dieser Folge ist erneut großartig. Die jeweiligen
    Stimmungen werden fantastisch unterstützt. Die tolle Geräuschauswahl
    trägt das übrige dazu bei.

    Fazit

    Eine sehr atmosphärische Lovecraft Vertonung mit einer packend erzählten Geschichte und dem gewohnt hintergründigen Grusel.