Silberpfeile protestieren - WM bleibt offen!

  • 22. Oktober 2007 - 03:15 Uhr

    Kimi Räikkönen muss doch weiter um seinen WM-Titel zittern, weil McLaren-Mercedes gegen das Resultat von Brasilien Protest einlegen wird


    (Motorsport-Total.com) - Nachdem die Rennleitung das Resultat des Brasilien-Grand-Prix in der Nacht offiziell bestätigt hat, schien Kimi Räikkönen schon als Weltmeister festzustehen, doch die ohnehin schon kontroverse Weltmeisterschaft 2007 geht in eine weitere Verlängerung: McLaren-Mercedes hat einen Protest gegen das Rennergebnis angekündigt.


    Anstoß der neuerlichen Diskussionen ist die zunächst ergebnislos verlaufene Untersuchung gegen das BMW Sauber F1 Team und Williams, denn bei der technischen Abnahme nach dem Rennen stellte der Technische Delegierte der FIA, Jo Bauer, fest, dass die Benzintemperatur der vier betroffenen Autos zu gering war. In den Regeln steht bekanntlich, dass das Benzin um maximal zehn Grad unter der Lufttemperatur liegen darf, die vier Autos lagen jedoch zwölf bis 14 Grad darunter.


    Eigentlich hätten also Nico Rosberg (4.), Robert Kubica (5.), Nick Heidfeld (6.) und Kazuki Nakajima (10.) disqualifiziert werden müssen, doch die Rennleitung entschied sich trotz des Bauer-Berichts gegen diesen Schritt. Begründung: Die offizielle FOM-Temperaturmessung in São Paulo, die 37 Grad besagte, wich um mehrere Grad von den Temperaturmessungen der FIA und von jener der meteorlogischen Anstalt Meteo France, auf deren Daten sich die Teams verlassen, ab.


    Dagegen will jedoch McLaren-Mercedes Protest einlegen, denn eine Disqualifikation der beiden betroffenen Teams würde für Lewis Hamilton ein Aufrücken vom siebenten auf den vierten Platz bedeuten - und damit den Gewinn des WM-Titels am Grünen Tisch! Allerdings wird dieses Verfahren voraussichtlich noch einige Wochen dauern, denn der Fall dürfte vor dem Internationalen Berufungsgericht der FIA landen, das erst einmal einberufen werden muss.

  • 22. Oktober 2007 - 12:21 Uhr

    Das BMW Sauber F1 Team und Williams blieben nach dem Benzindrama in der Wertung - McLaren-Mercedes protestierte, was Alonso nicht verstehen kann


    (Motorsport-Total.com) - Zu nächtlicher Stunde in Europa war die Formel-1-Gemeinde noch in heller Aufregung. Die Rennleitung tagte noch und erst gegen 2 Uhr am Morgen entschied man, dass das BMW Sauber F1 Team und Williams strafrei ausgehen. Bei der technischen Abnahme nach dem Rennen stellte der Technische Delegierte der FIA, Jo Bauer, fest, dass die Benzintemperatur der vier betroffenen Autos zu gering war.


    Dem McLaren-Mercedes-Team würde eine Bestrafung nutzen, denn Lewis Hamilton würde im Falle einer Disqualifikation dieser vier Autos vorrücken und auf einmal doch Weltmeister sein. Das Team schaltete schnell: Einspruch gegen die Entscheidung der Rennleitung. Dabei stößt das Vorgehen auch teamintern auf Kritik.


    Mit ein bisschen Hilfe...


    Fernando Alonso, der mit einigen Entscheidungen des Teams in diesem Jahr ohnehin nicht auf einer Wellenlänge lag, ging auch mit der Protestentscheidung hart ins Gericht: Sollte Hamilton auf diese Weltmeister werden, dann "wäre das ein Witz - und davon hatten wir in diesem Jahr bereits zu viele", erklärte er im spanischen Radio 'Cadena Ser'. "Wenn es so kommen würde, wäre der Sport damit beerdigt."


    Der Spanier war nach dem Rennen zwar äußerst gefasst, doch das Vorgehen in dieser Saison verstand er noch immer nicht. "Ich bin überzeugt, dass das Team versucht hat, beiden Fahrern ein gleiches Auto hinzustellen. Sie sind das korrekt angegangen", erklärte er in der Pressekonferenz nach dem Rennen. "Aber wer weiß, ein paar Punkte mehr für einen Fahrer, dann wären wir jetzt Weltmeister und nicht Zweiter und Dritter..."


    In spanischen Radio holte er noch etwas weiter aus. "Die Saison wurde nicht sehr gut angegangen", erklärte er. "Das Ergebnis sagt doch alles. McLaren hat die Meisterschaft wohl durch einige eigene Entscheidungen verloren, speziell in der zweiten Saisonhälfte. Es ist ja kein Geheimnis, dass sie mir nicht sehr viel geholfen haben."

    Alonso geht nicht auf Gerüchte ein


    Der Wettbewerbsgedanke von Ron Dennis und seiner Mannschaft sorgte stattdessen dafür, dass Alonso und Hamilton punktgleich nach 17 Rennen sind - aber ohne Titel heimkehren. In China wurde diese Haltung offensichtlich, denn Hamiltons Rennen richtete man ganz auf Alonso aus, nicht auf Räikkönen, also jenen Gegner, der in einem Konkurrenzteam fährt.


    "McLaren hat damit einen Teil dazu beigetragen, den Titel zu verlieren", warf Alonso ein, der such zudem zunehmend isoliert vorkam. "In den beiden letzten Rennen waren meine Hände und Füße gefesselt - ich hatte keine Kraft mehr. Ich musste alles so machen, wie sie es sagten. Das machte es noch schwieriger, den Abstand zu verkleinern."


    Doch trotz der Meinungsverschiedenheiten, der öffentlichen und versteckten Kritik am Team und das Beharren auf einen Nummer-1-Status. Noch habe sich Alonso nicht entschieden, was er 2008 machen wird. "Ich weiß, dass es Gerüchte gibt", erklärte er. "Ich habe aber mit keinem anderen Team geredet, das ist die Wahrheit. Wenn ich nicht bei McLaren bleibe, dann kann ich Renault nicht als meine erste Möglichkeit angeben."


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    Da könnte einem Aloso glatt wieder sympatisch werden ;)
    Ich hoffe auch das McLaren den Protest wieder zurück zieht und das keiner im nachhinein noch disqualifiziert wird, das würde kein gutes Licht auf McLaren werfen.

  • McLaren-Mercedes können wohl nicht verlieren? :confused: Erst kein Manschaftstitel und nun den Einzeltitel mit Gewalt? :P
    Die müssen echt nichts anderes zu tun haben. :balla:


    Als nächstes beschwert man sich, warum Räikkönen vor Massa wieder auf die Strecke kam.

  • 26. Oktober 2007 - 19:27 Uhr

    Der Einspruch des McLaren-Mercedes-Teams in der "Benzin-Temperatur-Affäre" wird am 15. November vor dem Berufungsgericht verhandelt


    (Motorsport-Total.com) - Das Berufungsgericht des Automobilweltverbandes FIA wird am 15. November in Paris über die Berufung des McLaren-Mercedes-Teams in der "Benzin-Temperatur-Affäre" entscheiden. Der britische-deutsche Rennstall hatte die Entscheidung der Rennleitung angefochten, die Fahrer des BMW Sauber F1 Teams und Williams-Teams nicht aus der Wertung zu nehmen, obwohl zu stark abgekühltes Benzin entdeckt worden war.


    Sollten Nico Rosberg (Williams) sowie Robert Kubica und Nick Heidfeld (beide BMW Sauber F1 Team) die Punkte aberkannt bekommen, könnte Lewis Hamilton von seinem siebten Rang aufrücken und damit den WM-Titel am "Grünen Tisch" für sich entscheiden, woran der Brite jedoch eigener Aussage zu Folge jedoch nicht interessiert ist.


    Die meisten Experten rechnen nicht damit, dass die "Silberpfeile" mit ihrem Protest Erfolg haben werden. Auch FIA-Präsident Max Mosley nicht: "Für uns ist die Weltmeisterschaft gelaufen, das Ergebnis ist so, wie es ist", erklärte der Brite laut 'autosport.com'. "Ein Team hat seinen Einspruch eingereicht, im Moment ändert das nichts - es ist ihre Sache zu beweisen, dass sie Recht haben."


    Zudem zweifelt der Brite an, dass McLaren-Mercedes überhaupt das Recht hat, gegen die Entscheidung der Rennleitung Protest einzulegen, weil man nicht gegen das Ergebnis des Brasilien-Grand-Prix' protestiert hat. Selbst dann, wenn die betreffenden Autos aus der Wertung genommen werden, könnte sich das Berufungsgericht dazu entscheiden, Hamilton und alle anderen dahinter liegenden Fahrer nicht aufrücken zu lassen.

  • Ich glaube nicht, das jetzt die Fahrer von BMW und Williams bestraft werden. Es wird, wenn überhaupt nur eine Strafe für die Teams geben.
    Es wurde ja auch nur McLaren-Mercedes bestraft.
    Alles andere wäre mehr als lächerlich.

  • Räikkönen behält seinen Titel


    Aufatmen bei Ferrari und Kimi Räikkönen, Abfuhr für McLaren-Mercedes: 26 Tage nach dem letzten Rennen in Sao Paulo ist Kimi Räikkönen endgültig als neuer Formel-1-Weltmeister bestätigt worden.


    Mehr: http://sport.ard.de/sp/formel1…6/formel1_verhandlung.jsp

  • Quote

    Original von leocat
    Räikkönen behält seinen Titel


    Aufatmen bei Ferrari und Kimi Räikkönen, Abfuhr für McLaren-Mercedes: 26 Tage nach dem letzten Rennen in Sao Paulo ist Kimi Räikkönen endgültig als neuer Formel-1-Weltmeister bestätigt worden.


    Mehr: http://sport.ard.de/sp/formel1…6/formel1_verhandlung.jsp


    Na Gott sei Dank...

  • Es war eine gute Entscheidung. Wäre auch unfair geworden, die WM am Tisch zu entscheiden. McLaren-Mercedes hatte ja bei jedem Rennen die Möglichkeit gehabt die WM für sich zu entscheiden statt im Team zu streiten. :]