Ja, so habe ich es auch verstanden. Ich hatte mich da mal ein bisschen eingelesen, als ich ein nachgelassenes Werk von Mark Twain übersetzt habe. Das kann ich dir mal mailen.
Projekt: Poldi liest Verne
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Das Urheberrecht hat einige Sonderregelungen, da muss man immer aufpassen, nichts falsch zu machen. Beispielsweise sind ja auch Bearbeitungen unter Umständen (wenn die Schöpfungshöhe erreicht wird) ebenfalls wieder geschützt. Das war zum Beispiel bei Karl May der Fall, der zwar ab 1963 nicht mehr geschützt war, aber die am meisten verbreitete Ausgabe der "Gesammelten Werke" aus Radebeul bzw. dann Bamberg (und deren Lizenzausgaben seit 1912) waren als Bearbeitungen noch geschützt.
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… tja Leute, aber wenn der Übersetzer es später tat, dann ist diese Leistung schützenswert und dafür gilt der Schutz ab der Übersetzung.
Und über Wikipedia und Schutz geistigen Eigentums brauchen wir uns nicht unterhalten. Die sehen alle Quellen (!) als offen an. Ich habe es zu diesem Thema bei denen aufgegeben.
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… tja Leute, aber wenn der Übersetzer es später tat, dann ist diese Leistung schützenswert und dafür gilt der Schutz ab der Übersetzung.
Selbstverständlich. Maschu meinte aber die frz. Originalfassungen und nicht die Übersetzungen. Ich wage fürderhin zu behaupten, dass die Frage des Urheberrechtes bei einer Übersetzung, die nicht existiert, irrelevant ist
denn die Gelbe Donau und In Magellanien gibt es nicht auf Deutsch. Vielleicht habe ich dich aber missverstanden und wir reden hier irgendwie aneinander vorbei. Dann habe ich nichts gesagt, ne?Die französischen Originalfassung dürften ja inzwischen lange genug auf dem Markt sein, damit sie nicht mehr geschützt sind? (Ich glaube, es waren 20 Jahre, die zuvor unveröffentlichte Manuskripte noch geschützt sind, wenn die eigentliche Schutzfrist schon abgelaufen war.) Besonders "En Magellanie" und "Le beau Danube jaune" scheinen ja stärker von der Fassung Michel Vernes abzuweichen.
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Dann haben wir aneinander vorbeigeredet. Ich nahm an, dass es sich um schon vorhandene Übersetzungen handelte. Die alten Originale sindnatürlich frei.

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Alles klar, danke für die Rückmeldung
Zu den Büchern: Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen „Keine Sorge, ihr habt nichts verpasst.“ Der Vergleich der Fassungen ist nicht uninteressant. Aber Michel hat – zumindest meiner Meinung nach – die Geschichten durch seine Bearbeitung spannender gemacht.Quotehat Ladkos Frau auf einem Schiff seiner Bande in seiner Gewalt. Die Flusspiraten werden schließlich mit der Hilfe des echten Ladko unschädlich gemacht. Dieser findet schließlich an Bord des Schiffes der Flusspiraten seine geliebte Frau wieder.
Das kommt im Original nicht vor. Da plätschert die Handlung relativ spannungsfrei vor sich hin wie die Donau an der Quelle, so mein Eindruck.
In Magellanien: Interessant sind die politischen Kommentare Vernes, die in der bearbeiteten Fassung kürzer ausfallen, weil Michel da die Schere angesetzt hat. Ansonsten bin ich aber auch hier der Meinung, dass die Michel-Fassung besser ist. Das Original kommt mir wie ein (unfertiger) Entwurf vor. Lange Einleitung, Mitte fast nicht vorhanden, dann Schlussteil. Michel hat das Buch erheblich erweitert, aber so ist es besser, da die Geschichte eine Mitte hat.
Aber natürlich sollte es die Originale irgendwann auch auf Deutsch geben. Wenn ich die Zeit hätte, würde ich sie selbst übersetzen. Aktuell bin ich mit anderen Projekten beschäftigt.
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Die Originalfassung des Romans Jagd nach dem Meteor habe ich nun gelesen. Dann kommt jetzt die "Fälschung"!
Die von Michel Verne bearbeitete Fassung Die Jagd nach dem Meteore liegt mir in einer Hartleben-Fassung in Michel-Bindung vor. Leider ist das Titelblatt nicht mehr vorhanden. => Da fällt mir ein: Vielleicht kann mir jemand das Titelblatt in einer guten Auflösung zum Nachdrucken zur Verfügung stellen?Ich bin gespannt auf den direkten Vergleich! Andreas Eschbach hat in seiner Einführung (in der Originalfassung vom Piper Verlag) versprochen, dass man Zephyrin Xirdal nicht vermissen würde... Stimmt! Wo war der eigentlich...?

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… mit dem Bildchen kann dir geholfen werden!

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… mit dem Bildchen kann dir geholfen werden!

Danke Andreas! Sieht doch gleich viel besser aus:
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Ich bin nun auch mit der Michel-Version fertig. Im Prinzip hat Andreas Eschbach recht: Den Herrn Xirdal braucht es nicht unbedingt. Zumal diese Maschine, die den Meteor bewegen kann, gar keine wissenschaftliche Grundlage hat, was ganz untypisch für Jules Verne ist. Die Funktionsweise wird einfach nicht erklärt.
ABER: Die Idee mit der Putzfrau, die beim Putzen die versehentlich angelassene Maschine hin- und her verschiebt und dadurch die Umlaufbahn des Meteors beeinflusst und alle Wissenschaftler vor ein Rätsel stellt, finde ich eine witzige Idee!
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Da hat Michel quasi den Vorläufer der urbanen Legende über die Putzfrau erfunden, die immer den Stecker im Serverraum zieht, um den Staubsauger anzustecken?
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Da hat Michel quasi den Vorläufer der urbanen Legende über die Putzfrau erfunden, die immer den Stecker im Serverraum zieht, um den Staubsauger anzustecken?
sozusagen

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Es geht weiter mit Die Jangada - 800 Meilen auf dem Amazonas. Dieses Buch habe ich in der Version vom Verlag Neues Leben bereits 2016 gelesen. Da es aber stark gekürzt ist, habe ich mich entschlossen, die Hartleben-Version zu lesen.
Da ich meine stark ramponierte Hartleben-Version schonen möchte, lese ich die modernisierte Ausgabe des Verlags Die Andere Bibliothek aus dem Jahr 2018, die ebenfalls voll illustriert ist:
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In der Ausgabe habe ich die Jangada auch erst vor anderthalb Jahren gelesen. Ich fand das Buch recht spannend. (Das war auch meine zweite Begegnung mit der "Jangada", das erste Mal habe ich die vor vielen Jahren in der "Kompass"-Taschenbuchausgabe gelesen.)
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Kennt ihr eigentlich die Episode, dass nach dem Erscheinen des ersten Bandes in Frankreich ein Student das Kryptogramm (mit dem der Roman begann) entschlüsselt hatte? Aber nicht nur dass, er machte das auch öffentlichwirksam. Daraufhin hat Verne den zweiten Teil nochmals umgeschrieben.
Manchmal hat die Realität auch tolle Geschichten drauf…
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er machte das auch öffentlichwirksam. Daraufhin hat Verne den zweiten Teil nochmals umgeschrieben.
Gibt es dafür Belege? In Volkers Bio (von 2005) finde ich die Info, dass „der Sohn seines Freundes Mortimer D’Ocagne“ Verne „noch vor Erscheinen des zweiten Bandes die Lösung präsentierte“; ein Freund des Sohnes hatte die Lösung gefunden. Was Volker nicht erwähnt: Dass dieser Freund an die Öffentlichkeit gegangen sein soll und der zweite Teil umgeschrieben wurde. Gibt Reiner E. Zimmermann ( https://www.j-verne.de/verne28.html ) Belege dafür an?
S. 286 in Volkers Bio. Die angegebene Quelle (ein Artikel von Maurice D’Ocagne, dem Sohn von Mortimer D’Ocagne) erschien erst 1928.
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Da muss ich mal in mich gehen. Ich habe in Erinnerung, dass der Löser des Rätsels sogar eine Zeitungsanzeige aufgab. Mal sehen, ob ich gleich die Quelle der Aussage finde…
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…. Ich bin gerade unterwegs, komme erst morgen zum recherchieren. Ich glaube es war eine Ausarbeitung über Kryptografie, also nicht die üblichen Verneausarbeitungen. Aber ich gehe der Sache nach.
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Ich nehme an, dass das Buch von Zimmermann die Quelle ist:
QuoteErgänzend: Und wie das Leben so spielt: „Die Handlung des Romans musste nachträglich verändert werden“.... „weil nach der Veröffentlichung des ersten Bandes des auf zwei Bände angelegten Romans ein Student das Kryptogramm entziffert hatte und die Lösung öffentlich bekannt gab. Ferner wurde die Geschichte um rund 250 Seiten verkürzt und dem Roman wurde stattdessen der Reisebericht des Verne-Bruders Paul beigegeben.“ /5/
Quote/5/ Rainer E. Zimmermann: Die ausserordentlichen Reisen des Jules Verne – Zur Wissenschafts- und Technikrezeption im Frankreich des 19. Jahrhunderts; mentis Verlag GmbH 2006; ISBN 3-89785-550-x; Zitat von Seite 180; weitere Infos unter [Blocked Image: https://www.j-verne.de/redarrow.gif] QUELLE CF /5721/
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Hallo miteinander, in der Diskussion um die Kryptogramm-Entzifferung geht einiges durcheinander, vermutlich aufgrund von Zimmermanns missverständlicher Informationen.
1) Der zweite Band der Jangada musste nicht aufgrund der Entzifferung gekürzt werden. Die Sommaire-Affäre (S. war der Name des pfiffigen Studenten, der vorzeitig und nach 3-monatigen Versuchen die Lösung fand) fällt in die Monate Ende September bis Oktober 1881, da war der zweite Band schon im Druck und als Vorabdruck bereits zur Hälfte veröffentlicht.
2) Grund der tatsächlich erfolgten Kürzungen waren Änderungen im ersten Band, die auf Kritik von Hetzel zurückgingen, der meinte, dass das Kryptogramm zuviel Platz im Roman einnehme. Wie Zimmermann auf die Zahl von 250 gekürzten Seiten (Manuskript? Kleinoktavausgabe? Großoktavausgabe?) kommt, ist mir ein Rätsel. Einen Beleg dafür kenne ich nicht.
3) Sommaire selbst hat seine Entdeckung nicht an die Öffentlichkeit gegeben (und ein entsprechender Brief an eine Zeitung ist auch nicht bekannt), sondern sich schriftlich an Verleger Hetzel gewandt, während sein Studienkollege d'Ocagne an Verne geschrieben hat. Verne vermutete zunächst eine Indiskretion bei der Drucklegung des Romans, war aber dann von Sommaires Kombinationstalent überrascht, was ein an d'Ocagne gerichteter Brief bezeugt, der in dessen Buch als Faksimile abgedruckt worden ist.
Das Kryptogramm und die Versuche seiner Entzifferung stehen ja im Mittelpunkt des Romans, und des öfteren ist darauf hingewiesen worden, dass der Roman als Hommage an Edgar Allan Poe gedacht worden sei. Allerdings scheint mir zum Verständnis unerlässlich, dass alle Kombinationsversuche zur Entzifferung im Roman scheitern, sich die Anwendung von Logik und Rationalität als vergeblich erweist und die Lösung schlussendlich nur durch einen Zufall (Verne schreibt von der "Vorsehung" oder eine "göttliche Fügung") erfolgt. Das hat natürlich ideologische Konsequenzen...
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