Gibt's noch Gold für Ulle?

  • Goldmedaille im Zeitfahren angepeilt
    Ullrich wartet weiter auf großen Coup 2004


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    ATHEN, 15.08.04 (dpa) - Jan Ullrich muss weiter auf seinen ersten großen Coup in dieser Saison warten. Nach dem verpassten zweiten Toursieg ist auch das Unternehmen Olympia-Gold vorerst mit Rang 19 im Straßenrennen gescheitert. Die nächste Chance kommt am Mittwoch beim 48 km-Zeitfahren in Vouliagmenie, in dem Ullrich als Topfavorit gilt und sich endlich freistrampeln kann. Die hohen Erwartungen, die der 30-Jährige angeblich nicht spürt («Druck habe ich überhaupt nicht, höchstens den eigenen») werden auch in seiner nächsten Umgebung geschürt.


    «In der jetzigen Verfassung ist Jan mein Gold-Favorit», sagte sein Team-Kollege Erik Zabel, der am Samstag beim Hitze-Rennen am Fuß der Akropolis mit Rang vier hinter den Medaillen-Gewinnern Paolo Bettini (Italien), Sergio Paulhino (Portugal) und Axel Merckx (Belgien) für die beste deutsche Platzierung sorgte. «Wenn alles optimal läuft, können wir mit Ullrich und Rich sogar zwei Medaillen holen», stellte Burkhard Bremer, der Sport-Direktor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), eine optimistische Hochrechnung für Mittwoch an.


    Den Frust über die verpasste Medaille spülte der Olympiasieger von Sydney am Abend im «Deutschen Haus» mit einem Gläschen Rotwein herunter. Die ehemalige Sportgymnastin Magdalena Brzeska tröstete ihn ein wenig. «Eigentlich würde ich auch gern feiern wie die erste deutsche Medaillen-Gewinnerin Julia Matijass. Aber unsere Saison geht ja weiter: Am Mittwoch Zeitfahren, am Sonntag das Weltcup-Rennen in Zürich und dann werden wir weiter sehen», sagte ein inzwischen fast spindeldürrer Ullrich am Sonntag.


    Die eigenen Chancen für Mittwoch schätzte der T-Mobile-Kapitän eher defensiv ein: «Ich mache mir ziemlich große Hoffnungen.» Sein Problem: In der öffentlichen Wahrnehmung würde schon Silber als Enttäuschung gewertet werden. Der «Sportler des Jahres» hat in gewisser Weise schon vorgebaut. Genauso wie der Tour-Vierte den ersten Platz in der Tour-Mannschaftswertung als besonders große Sache verkaufte, wertete er am Sonntag seinen Gesamtsieg im Vorbereitungs- Rennen Tour de Suisse im Nachhinein ausdrücklich als «großen Erfolg». Die WM im Oktober am Gardasee werde er nur bestreiten, «wenn die Kraft noch reicht und Gold möglich» ist.


    Am Samstag fand Ullrich seinen Meister im zweifachen Weltcup- Gewinner Paolo Bettini, der in der vorletzten von 17 Runden attackierte. Bis auf den wenig bekannten Paulhino konnte keiner folgen. Ullrich versuchte an der vorletzten Steigung verbissen, aber vergeblich an das Hinterrad des kleinen Italieners heran zu kommen. «Natürlich hätte ich gerne eine Medaille geholt. Aber ich will nochmal festhalten: So ein Tag wie in Sydney, als wir drei aus einem Team auf dem Treppchen standen, kommt nicht wieder.»


    Ullrich setzte wie allen anderen 144 Startern die enorme Hitze zu. Das Thermometer zeigte in der Mittagszeit auf dem Innenstadt-Kurs deutlich über 40 Grad. Auch der Sonnen-Liebhaber Ullrich stöhnte: «Die Hälfte des Rennens habe ich nicht richtig mitgekriegt, weil unter meinem Helm wahrscheinlich 60 Grad herrschten. Ich habe noch nie so viel getrunken, rund 15 Liter glaube ich.»


    Quelle www.radsport-news.com

  • Na, ich drücke ihm auf alle Fälle die Daumen. Ist ja doch sehr schade, daß er dieses Jahr nicht so gut abgeschnitten hat.

  • Und Armstrong kommt wieder ;( - schlechte Aussichten für den armen Jan :heul:. Ullrich hat ja die Tour de France nur in dem Jahr gewonnen, wo Armstrong nicht dabei war...

  • Tja, nachdem er seine Krebskrankheit überwunden hat, will er unsterblich werden. Wenn er die Tour de France 8 mal gewonnen hat, dann wird's wohl Jahrhunderte dauern, bis ihn einer in den Schatten stellen kann :lol: