Fünf Wochen im Ballon - Übersetzungen & Leseproben

  • Zum 150. Jubiläum von "Fünf Wochen im Ballon" hier mal ein Übersetzungen & Leseproben-Thread nach Art von Poldis "In 80 Tagen um die Welt"-Thread Übersetzungen & Leseproben


    Hartleben:


    Erstes Capitel


    Das Ende einer sehr beifällig aufgenommenen Rede. – Vorstellung
    des Dr. Samuel Fergusson. – »Excelsior!« – Standbild des Doctors. – Ein
    überzeugter Fatalist. – Diner im Traveller's-Club. – Zahlreiche
    Gelegenheitstoaste.


    Am 14. Januar 1862 hatte sich eine große Anzahl von Zuhörern zur
    Sitzung der Königlich Geographischen Gesellschaft in London,
    Waterlooplace 3, eingefunden. Der Präsident Sir Francis M... machte in
    einer häufig von Beifall unterbrochenen Rede seinen ehrenwerthen
    Collegen eine wichtige Mittheilung.


    Diese seltene Probe seiner Beredtsamkeit endigte schließlich mit
    einigen schnarrenden Phrasen, in welchen der Patriotismus sich in vollen
    Strömen ergoß:


    »England hat sich immer durch die Unerschrockenheit seiner
    Reisenden auf der Bahn geographischer Entdeckungen an der Spitze der
    Nationen bewegt; denn, wie man bemerkt, muß von den Nationen immer eine
    der andern voraus sein. (Zahlreiche Zustimmung.) Der Doctor Samuel
    Fergusson, eins der glorreichen Kinder dieses Landes, wird seinen
    Ursprung nicht verleugnen. (Von allen Seiten: Nein! nein!) Dieser
    Versuch wird, wenn er glückt, die zerstreuten Kenntnisse der
    afrikanischen Kartologie vervollständigen und verbinden (Stürmischer Beifall) und, wenn er mißglücken sollte (Niemals! niemals!)), so wird man ihn wenigstens als eine der kühnsten Unternehmungen des menschlichen Geistes anstaunen. (Wüthendes Trampeln mit den Füßen.)«


    »Hurrah! hurrah!« schrie die von diesen zündenden Worten elektrisierte Gesellschaft.


    »Ein Hurrah dem unerschrockenen Fergusson!« rief eins der angeregtesten Mitglieder des Auditoriums.


    Begeisterte Rufe ließen sich hören. Der Name Fergusson ertönte
    aus aller Munde, und wir haben allen Grund zu glauben, daß er, indem er
    durch englische Kehlen ging, ganz außerordentlich gewann.


    Der Sitzungssaal wurde davon erschüttert. Sie waren zahlreich
    versammelt, die gealterten, erschöpften, kühnen Reisenden, sie, die ihr
    lebhaftes Temperament in allen fünf Welttheilen herumgeführt hatte; alle
    waren sie mehr oder weniger, physisch oder moralisch, Schiffbrüchen,
    Feuersbrünsten, den Tomahawks der Indianer, den Keulen der Wilden, dem
    Marterpfahl und Magen der Polynesier entronnen! aber nichts konnte ihr
    Herzklopfen während der Rede von Sir M... unterdrücken, und seit
    Menschengedenken war dies gewiß der höchste oratorische Erfolg in der
    Königlich Geographischen Gesellschaft zu London.


    Aber in England bleibt der Enthusiasmus nicht bei Worten stehen;
    er schlägt noch rascher Geld, als der Prägstock der »Royal Mint«.


    Noch in derselben Sitzung wurde bestimmt, dem Doctor Fergusson
    eine anerkennende Gratification zur weiteren Ermuthigung zukommen zu
    lassen. Dieselbe belief sich gut zweitausend fünfhundert Pfund Sterling.
    Die Größe der Summe stand im richtigen Verhältnis zur Wichtigkeit des
    Unternehmens.


    Eins der Mitglieder der Gesellschaft interpellirte den
    Präsidenten in Betreff der Frage, ob Doctor Fergusson nicht officiell
    vorgestellt werden würde.


    »Der Doctor steht der Gesellschaft zur Verfügung,« antwortete Sir Francis M ...


    »So möge er eintreten!« rief man. Einen Mann von so außerordentlicher Kühnheit sieht man gern mit eigenen Augen.


    »Vielleicht hat dieser unglaubliche Vorschlag«, sagte ein alter,
    gelähmter Commodore, »keinen andern Zweck gehabt, als uns zu
    mystificiren!«


    »Und wenn dieser Doctor Fergusson überhaupt nicht existirte!« ließ sich eine boshafte Stimme vernehmen.


    »So müßte man ihn erfinden,« sagte ein launiges Mitglied der ernsten Gesellschaft.


    »Laßt den Doctor Fergusson hereinkommen,« sprach Sir Francis M...
    einfach, und der Doctor trat inmitten eines Beifallssturmes ein, ohne
    auch nur die geringste Erregung blicken zu lassen.


    Er war ein Mann von etwa vierzig Jahren, von gewöhnlicher Statur
    und Constitution. Die erhöhte Färbung seines Gesichtes verrieth ein
    sanguinisches Temperament; er hatte kalte, regelmäßige Züge, und eine
    starke, einem Schiffsschnabel ähnlich sehende Nase schien ihn zu
    Entdeckungsreisen prädestinirt zu haben. Seine sanften, mehr
    intelligenten als kühnen Augen verliehen seiner Physiognomie einen
    großen Reiz, seine Arme waren von ungewöhnlicher Länge, und an der Art,
    wie er seine Füße auf den Boden setze, erkannte man den großen
    Fußreisenden.


    Die ganze Erscheinung des Doctors athmete einen ruhigen Ernst,
    und man dachte nicht daran, daß er das Werkzeug der unschuldigsten
    Mystification sein könnte.


    Auch hörten die Hurrahs und das Beifallklatschen nicht eher auf,
    als bis Dr. Fergusson mit einer liebenswürdigen Handbewegung
    Stillschweigen gebot. Er wandte sich nach dem, zu seiner Vorstellung
    herbeigeschafften Lehnsessel, erhob, hoch aufgerichtet, mit energischem
    Blick den Zeigefinger seiner rechten Hand gen Himmel, öffnete den Mund,
    und sprach dies einzige Wort:


    »Excelsior!«



    Kopiert von http://gutenberg.spiegel.de/buch/4033/1
    Gibts auch als kostenloses eBook bei Amazon: http://www.amazon.de/F%C3%BCnf…TF8&qid=1359635245&sr=1-1

  • Hermann Hillger Verlag: Fünf Wochen im Reich der Lüfte




    Erstes Kapitel


    Das Ende einer sehr beifällig aufgenommenen Rede. - Vorstellung des
    Doktor Samuel Fergusson. - "Excelsior." - Vollständiges Portrait des
    Doktors. - Ein bekehrter Fatalist. - Diner im "Travellers Club." - Zahlreiche Toaste bei dieser Gelegenheit.




    Am 14. Januar 1862 strömte eine große Anzahl von Zuhörern zu der Sitzung
    der Königlichen Geographischen Gesellschaft in London, Waterlooplatz 3.
    Der Vorsitzende, Herr Francis M., machte seinen ehrenwerten Kollegen
    eine wichtige Mitteilung in einer Rede, die häufig von
    Beifallsbezeugungen unterbrochen wurde. "England ist, vermöge der
    Unerschrockenheit seiner Reisenden, auf dem Wege der geographischen
    Entdeckungen immer an der Spitze der Nationen marschiert. Der Doktor
    Samuel Fergusson, eines seiner ruhmreichen Kinder, wird seine Herkunft
    nicht verleugnen. (Von allen Seiten: Nein, nein!) Dieser Versuch wird,
    wenn er gelingt, die zerstreuten Aufzeichnungen der afrikanischen
    Kartologie (lebhafte Billigung) vereinigen und vervollständigen, und
    wenn er fehlschlägt (niemals! niemals!) wird er wenigstens eine der
    kühnsten Unternehmungen des menschlichen Genies bleiben." (Frenetisches
    Beifallsgetrampel.)


    "Hurra, hurra!" rief die Versammlung, elektrisiert durch diese begeisternden Worte.


    "Hurra dem unerschrockenen Fergusson," rief mit lauttönender Stimme ein Mitglied aus der Zuhörerschaft.


    Begeisterte Rufe ertönten. Der Name Fergusson klang von allen Lippen,
    und wir haben wohl Grund zu glauben, daß es ihm nur auf seltsame Weise
    gelang, sich durch englische Kehlen hindurchzuwinden. Der Sitzungssaal
    wurde davon erschüttert. Aber in England bleibt die Begeisterung nicht
    nur bei Worten stehen. Sie schlägt noch schneller Münze als das
    Stanzwerk der "Royal Mint" (die Münzstätte in London.)


    Eine ermutigende Subskription zu gunsten des Doktor Fergusson wurde in
    der Sitzung beschlossen, dern Ertrag sich bis zu der Zahl von
    zweitausendfünfhundert Pfund erhob. Diese gewichtige Summe stand im
    richtigen Verhältnis zur Wichtigkeit des Unternehmens.


    Eins der Mitglieder der Gesellschaft richtete an den Vorsitzenden die
    Frage, ob der Doktor Fergusson nicht offiziell vorgestellt werden würde.


    "Der Doktor steht der Versammlung zur Verfügung," antwortete Herr Francis M.


    "Herein mit ihm," schrie man. "er soll hereinkommen, es ist gut, einen
    Menschem von einer so außerordentlichen Kühnheit mit eigenen Augen zu
    sehen!"


    "Vielleicht," sagte ein alter, vom Schlage gelähmter Kommdore, " hat
    dieser unglaubliche Vorschlag keinen anderen Zweck, als uns hinters
    Licht zu führen!"


    "Und wenn der Doktor Fergusson gar nicht existierte!"


    schrie eine boshafte Stimme.


    "So müßte man ihn erfinden," antwortete ein spaßiges Mitglied dieser ernsten Gesellschaft.


    "Lassen Sie den Doktor Fergussen eintreten," sagte einfach Francis M.


    Und der Doktor trat ein, inmitten eines Donners von Beifallsbezeugungen,
    ohne übrigens irgendwie die geringste Bewegung zu zeigen.


    Es war ein Mann in den vierziger Jahren, von gewöhnlicher Figur und
    Konstitution; sein sanguinisches Temperament verriet sich durch eine
    dunkle Färbung des Gesichtes; er hatte kalte, regelmäßige Züge, die Nase
    war, wie das bei einem zu Entdeckungen bestimmten Menschen sein soll,
    wie ein Schiffsbug gestaltet; seine Augen waren sehr sanft, mehr
    intelligent als kühn, und gaben seiner Physiognomie einen großen Reiz;
    seine Arme waren lang, und seine Füße setzte er mit der Sicherheit eines
    guten Fußgängers.


    Die Hurras und Beifallsbezeugungen hörten erst in dem Augenblick auf, wo
    der Doktor Fergusson durch eine liebenswürdige Gebärde um Ruhe bat. Er
    wendete sich gegen den Stuhl, welchen man zu seiner Vorstellung
    hingestellt hatte; dann hob er, aufrecht stehend, unbeweglich, mit
    energischem BlicK, den Zeigefinger seiner rechten Hand, öffnete den Mund
    und sprach das einzige Wort:


    "Excelsior!"

  • [Blocked Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/62/Cinq_Semaines_en_ballon_002.png/300px-Cinq_Semaines_en_ballon_002.png]




    Alle Illustrationen, inklusive den farbigen: http://www.renepaul.net/collec…e1/galerie.htm?5_semaines



    CHAPITRE PREMIER</big></big>




    La fin d’un discours
    très applaudi. — Présentation du docteur Samuel Fergusson —
    « Excelsior. » — Portrait en pied du docteur. — Un fataliste convaincu. —
    Dîner au Traveller’s club. — Nombreux toasts de circonstance.



    Il y avait une grande affluence d’auditeurs, le 14 janvier 1862, à la
    séance de la Société royale géographique de Londres, Waterloo place, 3.
    Le président, sir Francis M…, faisait à ses honorables collègues une
    importante communication dans un discours fréquemment interrompu par les
    applaudissements.


    Ce rare morceau d’éloquence se terminait enfin par quelques phrases
    ronflantes dans lesquelles le patriotisme se déversait à pleines
    périodes :


    « L’Angleterre a toujours marché à la tête des nations (car, on l’a
    remarqué, les nations marchent universellement à la tête les unes des
    autres), par l’intrépidité de ses voyageurs dans la voie des découvertes
    géographiques. (Assentiments nombreux.) Le docteur Samuel Fergusson, l’un de ses glorieux enfants, ne faillira pas à son origine. (De toutes parts : Non ! non !) Cette tentative, si elle réussit (elle réussira !), reliera, en les complétant, les notions éparses de la cartologie africaine (véhémente approbation), et si elle échoue (jamais ! jamais !), elle restera du moins comme l’une des plus audacieuses conceptions du génie humain ! (Trépignements frénétiques.) »


    — Hourra ! hourra ! fit l’assemblée électrisée par ces émouvantes paroles.


    — Hourra pour l’intrépide Fergusson ! » s’écria l’un des membres les plus expansifs de l’auditoire.


    Des cris enthousiastes retentirent. Le nom de Fergusson éclata dans
    toutes les bouches, et nous sommes fondés à croire qu’il gagna
    singulièrement à passer par des gosiers anglais. La salle des séances en
    fut ébranlée.






    [Blocked Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/33/Cinq_Semaines_en_ballon_003.png/300px-Cinq_Semaines_en_ballon_003.png]



    Ils étaient là pourtant, nombreux, vieillis, fatigués, ces intrépides
    voyageurs que leur tempérament mobile promena dans les cinq parties du
    monde ! Tous, plus ou moins, physiquement ou moralement, ils avaient
    échappé aux naufrages, aux incendies, aux tomahawks de l’Indien, aux
    casse-têtes du sauvage, au poteau du supplice, aux estomacs de la
    Polynésie ! Mais rien ne put comprimer les battements de leurs cœurs
    pendant le discours de sir Francis M…, et, de mémoire humaine, ce fut là
    certainement le plus beau succès oratoire de la Société royale géographique de Londres.


    Mais, en Angleterre, l’enthousiasme ne s’en tient pas seulement aux
    paroles. Il bat monnaie plus rapidement encore que le balancier de « the
    Royal Mint [1]. »
    Une indemnité d’encouragement fut votée, séance tenante, en faveur du
    docteur Fergusson, et s’éleva au chiffre de deux mille cinq cents livres
    [2]. L’importance de la somme se proportionnait à l’importance de l’entreprise.


    L’un des membres de la Société interpella le président sur la
    question de savoir si le docteur Fergusson ne serait pas officiellement
    présenté.


    « Le docteur se tient à la disposition de l’assemblée, répondit sir Francis M…


    — Qu’il entre ! s’écria-t-on, qu’il entre ! Il est bon de voir par ses propres yeux un homme d’une audace aussi extraordinaire !


    — Peut-être cette incroyable proposition, dit un vieux commodore apoplectique, n’a-t-elle eu d’autre but que de nous mystifier !


    — Et si le docteur Fergusson n’existait pas ! cria une voix malicieuse.


    — Il faudrait l’inventer, répondit un membre plaisant de cette grave Société.


    — Faites entrer le docteur Fergusson », dit simplement sir Francis M…


    Et le docteur entra au milieu d’un tonnerre d’applaudissements, pas le moins du monde ému d’ailleurs.


    C’était un homme d’une quarantaine d’années, de taille et de
    constitution ordinaires ; son tempérament sanguin se trahissait par une
    coloration foncée du visage, il avait une figure froide, aux traits
    réguliers, avec un nez fort, le nez en proue de vaisseau de l’homme
    prédestiné aux découvertes ; ses yeux fort doux, plus intelligents que
    hardis, donnaient un grand charme à sa physionomie ; ses bras étaient
    longs, et ses pieds se posaient à terre avec l’aplomb du grand marcheur.


    La gravité calme respirait dans toute la personne du docteur, et
    l’idée ne venait pas à l’esprit qu’il pût être l’instrument de la plus
    innocente mystification.


    Aussi, les hourras et les applaudissements ne cessèrent qu’au moment
    où le docteur Fergusson réclama le silence par un geste aimable. Il se
    dirigea vers le fauteuil préparé pour sa présentation ; puis, debout,
    fixe, le regard énergique, il leva vers le ciel l’index de la main
    droite ; ouvrit la bouche et prononça ce seul mot :


    « Excelsior ! »

  • Weichert Verlag, Übersetzer: Paul Heichen


    Erstes Kapitel


    Der Schluß einer von großem Beifall begleiteten Rede. - Vorstellung des
    Doktor Samuel Fergusson. - "Excelsior". - Piedestal des Doktors. - Diner
    im "Traveller's Club". - Zahlreiche Trinksprüche.


    Am 14. Januar 1862 hatte sich im Sitzungssaale der königlichen
    geographischen Gesellschaft in London, Waterloo-Place Nr. 3, eine große
    Zahl von Hörern eingefunden. Der Vorsitzende, Sir Francis M..., machte
    in einer von Beifall häufig unterbrochenen Rede seinen ehrenwerten
    Kollegen eine wichtige Mitteilung.


    Dieses hervorragende Probestück von Redekunst schloß mit einigen
    hochtrabenden Phrasen, in denen sich der Patriotismus in übervollen
    Perioden breit machte.


    "England ist durch die Unerschrockenheit seiner Forschungsreisenden auf
    dem Gebiet geographischer Entdeckungen an der Spitze der Nationen
    marschiert (denn bekanntlich marschieren die Nationen im Gänsemarsch
    hinter einander)." - Lebhafter Zuspruch. - "Der Doktor Samuel Fergusson,
    einer der glorreichen Söhne Albions, wird sich seiner Herkunft würdig
    zeigen." - Von allen Seiten: "Sicherlich! sicherlich!" - "Wenn dieser
    Versuch gelingt" - ("er wird gelingen!") - "werden die zerstreuten
    Kenntnisse, die wir von der afrikanischen Topographie bis jetzt
    besitzen, vervollständigt und zu einem geschlossenen Ganzen vereint
    werden." - Brausender Beifall. - "Und wenn der Versuch mißlingt" -
    ("Niemals! niemals!") - "so wird er wenigstens als einer der kühnsten
    Pläne menschlichen Genies nie vergessen werden!" (Frenetischer Jubel.)


    "Hurrah! hurrah!" brüllte die Zuhörerschaft, hingerissen durch diese schwungvollen Worte.


    "Hurrah für den unerschrockenen Fergusson!" rief einer der begeistertsten Mitglieder des Publikums.


    Der Saal hallte wieder von lautem Jubel. Aus aller Munde klang der Name
    Fergusson, und wir dürfen wohl annehmen, daß er in einziger Art gewann,
    indem er so durch englische Kehlen ging. Der Saal bebte förmlich in
    allen Fugen.


    Und dabei waren von den unerschrockenen Forschern, die einst ein
    lebhaftes Temperament in allen vier Weltteilen umhergetrieben hatte,
    eine große Zahl hier anwesend, die nun alt geworden war und die frühere
    Spannkraft verloren hatte. Alle waren mehr oder minder, physisch oder
    moralisch, Schiffbrüchen, Feuerbränden, den Tomahawks der Indianer, den
    Keulen der Kannibalen, den Marterpfählen und den gefräßigen Gebissen der
    Polynesier entronnen. Aber trotzdem schlug ihr Herz heftig während der
    Rede des Sir Francis M..., und seit Menschengedenken war dies der
    schönste Erfolg, den je eine Rede in der königlichen geographischen
    Gesellschaft zu London gehabt hatte.


    Aber in England beschränkt sich der Enthusiasmus nicht nur auf Worte. Er
    fördert klingende Münze noch geschwinder als der Prägestock der "Royal
    Mint". Noch während der Sitzung wurde zu gunsten des Doktors Fergusson
    eine Entschädigungssumme zur Anspornung bewilligt, die sich auf 2500
    Pfund belief. Je bedeutender das Unternehmen, um so bedeutender die
    Summe.


    Eines der Mitglieder interpellierte den Vorsitzenden der Gesellschaft über die Frage, ob Doktor Fergusson nicht vorgestellt würde.


    "Der Doktor stellt sich der Versammlung zur Verfügung", antwortete Sir M... .


    "Herein mit ihm!" schrie alles. "Herein mit ihm! Es verlohnt sich, einen
    Mann von so außerordentlichem Wagemut mit eigenen Augen zu sehen!"


    "Vielleicht hat dieser ungläubige Vorschlag", sagte ein alter gelähmter Kommodore, "nur den Zweck einer Mystifikation gehabt!"


    "Und wenn es nun einen Dr. Fergusson gar nicht giebt!" rief eine boshafte Stimme.


    "Dann müßte er erfunden werden", sagte ein Witzbold aus dieser würdigen Genossenschaft.


    "Bitten Sie den Dr. Fergusson einzutreten", sagte Francis M. einfach.


    Und der Doktor trat inmitten donnernden Beifalls ein, nebenbei gesagt, ohne eine Spur von Aufregung.


    Es war ein Mann von ungefähr vierzig Jahren, von alltäglichem Wuchs und
    gewöhnlicher Konstitution; sein sanguinisches Temperament verriet sich
    durch lebhaftere Färbung des Gesichts; im übrigen trug sein Antlitz
    einen kalten Ausdruck, die Nase war stark entwickelt und glich einem
    Schiffsschnabel, als sei er von der Natur zum Forschungsreisenden
    prädestiniert; seine sehr sanften, mehr klugen Augen liehen seinem sonst
    trockenen Gesicht einen großen Reiz. Seine Arme waren lang und seinem
    Tritt sah man es an, daß er gut zu Fuß war.


    Die ganze Person des Doktors atmete ruhige Würde, und der Gedanke, daß
    er das Werkzeug auch nur der harmlosesten Mystifikation sein könnte,
    schien ausgeschlossen.


    Daher verstummten die Hurrahrufe und das Beifallsgschrei erst, als der
    Doktor mit einer liebenswürdigen Handbewegung um Ruhe bat. Er schritt
    auf den Fauteuil zu, der für ihm bereit gestellt war. Dann stand er
    kerzengrade und wie aus Erz gegossen, und mit energischem Ausdruck hob
    er den Zeigefinger der rechten Hand empor, öffnete den Mund und sprach
    nur das eine Wort:


    "Excelsior!"


    Gibt es online hier: http://www.gasl.org/refbib/Verne__Ballon.pdf

  • Diogenes-Verlag, Übersetzer: Felix Gasbarra


    I


    Das Ende einer von Beifall begleiteten Rede - Auftritt Dr. Samuel
    Fergussons - Excelsior" - Biographier des Doktors - Ein orthodoxer
    Fatalist - Diner im "Traveller's Club" - Endlose Trinksprüche


    Die Tagung der Königliche Britischen Gesellschaft für Geographie vom 14.
    Januar 1862, die in London am Sitz der Gesellschaft, Waterloo Place 3,
    stattfand, wies eine ungewöhnlich starke Beteiligung auf. In einer
    langen Rede, einer rhetorischen Glanzleistung, die denn auch immer
    wieder von Beifall unterbrochen wurde, hatte der Präsident Sir Francis
    M... seinen ehrenwerten Kollegen ein Projekt von größter Bedeutung
    vorgelegt.


    Endlich am Schluss angelangt, gipfelte seine Beredsamkeit in Worten, in denen das Nationalgefühl hohe Wellen schlug.


    "Dank der Unerschrockenheit seiner Forscher marschiert England auf dem
    Gebiet geographischer Entdeckungen seit jeher an der Spitze aller
    Nationen. [Woraus man wieder sieht, daß jede Nation immerfort an der
    Spitze marschiert, eine vor der anderen.] Auch Dr. Samuel Fergusson,
    einer seiner ruhmreichsten Söhne, wird nicht verfehlen, seinem Land alle
    Ehre zu machen. [Lebhafte Zustimmung.] Wenn sein Vorhaben glückt [Rufe:
    Es wird glücken], so wird es einen wertvollen Beitrag zu unserer noch
    lückenhaften Kenntnis des Schwarzen Erdteils bilden. Sollte es mißlingen
    [Rufe: Niemals, niemals!], wird es immer eins der wagemutigsten
    Unternehmen der Menschheit bleiben.! [Donnernder Beifall der ganzen
    Versammlung.]


    Danach machte sich die allgemeine Begeisterung in stürmischen Hochrufen Luft.


    "Hoch der tapfere Fergusson!" rief einer der temperamentvollsten
    Teilnehmer. Der Ruf fand in der ganzen Versammlung ein stürmisches Echo.
    Immer wieder erscholl der Name Fergusson, der, wie man annehmen kann,
    aus englischem Munde außerordentlich an Wirkung gewann.


    Der Saal bebte.


    Alle waren sie versammelt, verbraucht und alt geworden, die kühnen
    Forschungsreisenden, die ihr Wagemut durch alle fünf Erdteile geführt
    hatte.


    Sie waren sellisch und körperlich mehr oder weniger Schiffsuntergängen,
    Feuersbrünsten, den Tomahawks der Indianer, dem Marterpfahl, den Keulen
    der Wilden und sogar den Zähnen der Polynesier entgangen. Ihre Herzen
    schlugen während der Rede Sir Francis M... höher. Es war seit
    Menschengedenken sein größter rednerischer Erfolg in der Königlichen
    Gesellschaft für Geographie in London.


    In England pflegt sich die Begeisterung nicht nur auf Worte und Hochrufe
    zu beschränken. Schneller als unter den Prägestöcken der "Royal Mint"
    springt dabei Geld heraus. Noch in der gleichen Sitzung wurde eine
    Zuwendung in der Höhe von 2500 Pfund Sterling für Dr. Fergusson
    beschlossen, eine Summe, der Bedeutung des Unternehmens entsprechend.


    Nur ein kürzerer Ausschnitt, ein längerer wäre vielleicht urheberrechtlich bedenklich, fürchte ich.


    Gabs auch als Bücherbund-Prachtausgabe, siehe hier: http://www.j-verne.de/verne_edit0_14.html

  • Hat vielleicht jemand die Unflad-Ausgabe? Das soll wenn ich mich richtig erinnere die gleiche Übersetzung sein wie die im Hillger-Verlag erschienene. Ist das korrekt? Interessant wäre dann noch, ob die Unflad-Version vollständiger ist, bei Hillger fehlt z.B. der Absatz mit den "Mägen der Polynesier".


    Hat vielleicht sogar jemand "Eine fünfwochige Luftreise"? siehe hier: http://www.j-verne.de/verne_edit3.html ... und könnte eventuell den Anfang abtippen oder scannen?


    Und gibt es noch andere komplette oder nahezu komplette Übersetzungen?

  • Hallo Stahlelefant!


    Es gibt noch eine deutsche Übersetzung von Cinq Semaines en Ballon:
    Fünf Wochen im Luftballon. Eine Reise durch Afrika. Von Jules Verne. Für die reifere Jugend bearbeitet von Fr. Hoffmann. Ich könnte Dir den Textanfang bis "Excelsior!" einscannen.
    Erschienen gem. A. Klotz, Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland 1840-1950 bei Schreiter [1900] , was aber mit Sicherheit ein zu spätes Erscheinungsdatum ist. Vermutlich zwischen 1880 und 1890 erstmals erschienen und nicht bei Schreiter.


    Die Unflad-Ausgabe ist eine Rarität. Deine Vermutung, dass die Ausgabe in Hillberts "Kürschners Bücherschatz" wohl nur eine Neuausgabe des Unflad-Originals ist, müsste stimmen. Es gibt noch andere Verlagswerke von Unflad, die in Kürschners Bücherschatz wieder auftauchen, außerdem stammen Unflad- und Hillger-Ausgabe vom gleichen Übersetzer Walther Weilen. Ein direkter Textvergleich würde etwas schwierig werden, aber die konkrete Frage nach den Polynesiern müsste sich beantworten lassen.


    Bzgl. Deiner Frage nach Eine fünfwöchige Luftreise möchte ich nur mitteilen, dass diese bereits abgetippt ist, ... aber :):, da läuft gerade ein größeres Projekt des Clubs und wir bitten um etwas Geduld. Nur soviel: Es handelt sich dabei um eine stark gekürzte Version, praktisch um eine längere Zusammenfassung. Die von Dir vorgestellten Texte reduzieren sich auf:
    „Ein kühner Entdeckungsreisender, Dr. Samuel Fergusson, hat den Entschluß gefaßt, quer durch ganz Afrika von Ost nach West eine Entdeckungsreise zu unternehmen, aber im Luftballon. Der Ausgangspunkt der Expedition wird die Insel Zanzibar an der Ostküste sein. Der Plan zur Reise ist gestern von der Königl. Geographischen Gesellschaft offiziell gebilligt worden und dieselbe hat für diesen Zweck eine Beisteuer von 250 [sic!] Pfd. Sterl. bewilligt!“


    Übrigens: Das Jubiläumsjahr zu Cinq Semaines en Ballon, das Du mit Deinem Beitrag so hervorragend eröffnet hast, wird natürlich auch in der kommenden NAUTILUS seine Würdigung finden. Auf nach Afrika!

  • Die Hoffmann-Ausgabe habe ich hier ebenfalls vorliegen. (Schreitersche Verlagsbuchhandlung, 228 Seiten)
    Dann fallen mir noch die folgenden Übersetzungen ein, mal mehr, mal weniger gekürzt:


    • Fünf Wochen im Ballon, Übersetzung Heichen, Verlag Weichert, 256 Seiten
    • Fünf Wochen im Ballon, Übersetzung ?, Verlag Neues Leben, 1975, 264 Seiten
    • Fünf Wochen im Ballon, Übersetzung Lothar Baier, Fischer Taschenbuch Verlag (bzw. Bärmeier & Nikel, 1966), 142 Seiten
    • Fünf Wochen im Ballon, Übersetzung Hans Lehr, Hirundo Bücher, 1957, 144 Seiten
  • Danke für die Antworten. Den Anfang der Bärmeier-Version kann ich auch noch abtippen, aber die gekürzten bzw. stark bearbeiteten Versionen sind natürlich bei weitem nicht so interessant wie die vollständigen oder nahezu vollständigen.


    @ Norbert: danke für die Leseprobe von "Eine fünfwöchige Luftreise", eine sehr schöne Ergänzung für diesen Thread. Bei der Hoffmann-Version "für die reifere Jugend bearbeitet" dachte ich zunächst, dass die wahrscheinlich nicht so interessant ist, aber Poldis Auflistung der Seitenzahlen legt nahe, dass das doch eine interessante Version sein könnte, bei einem Umfang von 228 Seiten ist wohl nicht so stark gekürzt worden, außer natürlich, wenn die Schrift sehr groß ist und so weniger Text auf die Seite passt. Über einen Scan würde ich mich also freuen!


    "Neues Leben" liegt mir nicht vor, wahrscheinlich ist das nur eine Bearbeitung einer älteren Übersetzung? Zitat von Andreas' Seite:
    "Was
    währe noch zu bemerken? Nur wenige Bücher basieren auf eine extra für
    den Verlag Neues Leben angefertigte Übersetzung. Daher hat diese Edition einen
    markanten Mangel: Es sind meist gekürzte Ausgaben von
    unterschiedlichsten Bearbeitern oder Überarbeitungen alter, aber nicht
    so optimaler Übersetzungen aus dem Weichert-Verlag und nur wenigen,
    aber besseren Vorlagen von A. Hartleben's Verlag."

  • Als Ergänzung: Die Ausgabe des Verlag Neues Leben basiert auf eine "geglättete" und sprachlich angepasste Weichert-Ausgabe. In der Vortitelei klingt das dann so: "Nach einer alten Übersetzung bearbeitet". Die Vorlage hatte damals Jürgen aus Potsdam dem Verlag ausgeborgt.


    Für mich stellt sich aber die Frage: Wieso interessieren euch die nachweislich schlechten Textvarianten? Sollte man sie nicht einfach beiseite legen? *grübel*

  • @ Norbert und
    @ Poldi:
    Vielen Dank für die Scans!


    Fünf Wochen im Luftballon. Eine Reise durch Afrika.
    von Fr. Hoffmann "für die reifere Jugend bearbeitet"
    Schreiter'sche Verlagsbuchhandlung


    1. Doktor Fergusson


    Am 14. Januar war die Sitzung der Königlich Geographischen Gesellschaft
    von London, Waterlooplatz 3, von einer zahlreichen Zuhörermenge besucht.
    Der Präsident derselben, Sir Francis M...., machte seinen ehrenwerten
    Kollegen in einer oft von Beifall unterbrochenen Rede eine wichtige
    Mitteilung.


    Er beendete seine Rede mit einigen hochtrabenden Phrasen, die von Patriotismus sprudelten:


    "England ist immer in den geographischen Entdeckungen durch die
    Unerschrockenheit seiner Reisenden den anderen Nationen voranmarschiert.
    (Großer Beifall.) Der Doktor Samuel Fergusson, einer der ruhmvollsten
    Söhne Englands, wird unserem Vaterlande keine Schande bereiten. (Von
    allen Seiten: Nein! Nein!) Wenn dieser Versuch gelingt (Er wird
    gelingen!), so eird er die zerstreuten Kenntnisse der Kartologie Afrikas
    vereinigen und vervollständigen (Rauschender Beifall) und, wenn er
    fehlschlägt (Niemals! Niemals!), so bleibt er doch einer der kühnsten
    Gedanken des menschlichen Geistes!" (Stürmisches Händeklatschen.)


    "Hurrah! Hurrah!" rief die Versammlung, durch seine Worte begeistert.


    "Ein Hurrah dem unerschrockenen Fergusson!" rief eines der lebhaftesten Mitglieder des Auditoriums.


    Es wiederhallten enthusiastische Rufe. Der Name Fergusson erscholl im Munde aller. Der Saal erdröhnte vom lauten Echo.


    Es waren ja hier nur alte, unerschrockene, müde gewordene Reisende, die
    ihr unruhiges Temperament durch alle fünf Erdteile trieb! Alle waren
    mehr oder weniger den Schiffbrüchen, den Bränden, den Tomahawks der
    Indianer, den Keulen der Wilden, dem Marterpfahl, den Verdauungsorganen
    der Polynesier glücklich entgangen! Aber nichts konnte trotzdem das
    laute Pochen ihres Herzens während der Rede des Sir Francis M....
    unterdrücken, und seit Menschengedenken war das sicherlich der
    glänzendste oratorische Erfolg, den die Königlich Geographische
    Gesellschaft von London je gehabt hat.


    Aber in England bleibt der Enthusiasmus nicht bei den Worten stehen; er
    schlägt noch rascher Münzen als der Prägstock der "Royal Mint".
    [Königliche Prägwerke.] Ein Ermunterungspreis wurde noch während der
    Sitzung zu Gunsten des Doktor Fergusson bewilligt; derselbe belief sich
    auf zweitausendfünfhundert Pfund. [50 000 Mark.] Die Bedeutung der Summe
    entsprach der Bedeutung des Unternehmens.


    Eines der Mitglieder der Gesellschaft interpellierte den Präsidenten, ob nicht der Doktor Fergusson offiziell vorgestellt würde.


    "Der Doktor steht der Versammlung zur Verfügung," antwortete Sir Francis M....


    "Er erscheine!" rief man laut, "er erscheine! Es ist gut, einen Mann von
    so außerordentlicher Kühnheit mit eigenen Augen zu sehen."


    "Vielleicht," sagte ein alter apoplektischer Kommodore, "hat dieser
    unglaubliche Vorschlag keinen anderen Zweck, als uns zu foppen."


    "Und wenn der Doktor Fergusson gar nicht existiert!" rief eine schalkhafte Stimme.


    "So müßte man ihn erfinden," antwortete ein witziges Mitglied dieser ernsthaften Gesellschaft.


    "Lassen Sie den Doktor Fergusson einteten," sagte einfach Sir Francis M....


    Und der Doktor trat unter donnerndem Applaus ein; dabei schien er keineswegs aufgeregt zu sein.


    Es war ein Mann von etwa vierzig Jahren, von gewöhnlichem Wuchse und
    Körperbau; sein sanguinisches Temperament verriet sich nur in der
    grellen Gesichtsfarbe; bei seinen regelmäßigen Zügen sah er ganz
    kaltblütig aus; nur hatte er eine starke Nase, wie man sie bei Menschen
    findet, die gleichsam von vornherein für Rekognoszierungen bestimmt
    sind; seine sanften Augen, aus denen mehr Verstand als Kühnheit blickte,
    verliehen seiner Physiognomie einen großen Zauber; er hatte lange Arme
    und Beine, und an der Art, wie er ging und stand, erkannte man in ihm
    den echten Fußgänger.


    Ein gesetzter Ernst lag in der ganzen Person des Doktors und niemand
    fiel es ein, daß er das Werkzeug der harmlosesten Fopperei sein könnte.


    Das Hurrahrufen und der Applaus hörte erst auf, als der Doktor Fergusson
    durch ein liebenswürdiges Zeichen um Ruhe bat; er ging auf den Sessel
    zu, der für ihn bestimmt war; dann erhob er, geradestehend und eine
    energische Miene annehmend, den Zeigefinger der rechten Hand gen Himmel,
    that den Mund auf und sagte dieses einzige Wort:


    "Excelsior!"

  • Leider habe ich die Ausgabe vom Verlag Neues Leben nicht, so dass ich mich nur auf die von Poldi gescannte Seite beziehen kann. Aber sie enthält, da stimme ich Stahlelfant zu, viel mehr Gemeinsamkeiten mit der Hartleben-Übersetzung als mit der von Weichert. Laut der Science Fiction-Bibliographie für die DDR von Olaf Spittel erschien sie 1975, das war 5 Jahre vor dem Kontakt von Jürgen Bodt mit Manfred Hoffmann, der als Bearbeiter angegeben ist. In der in NAUTILUS Nr. 9 abgedruckten Liste von Jürgens Beiträgen zum "DDR-Literatur-Schaffen" ist Fünf Wochen im Ballon logischerweise dann auch nicht dabei.
    Andreas, Du schreibst ja, dass einige Vorlagen von NL auch von Hartleben stammen. Wäre vielleicht mal ein kurzer Beitrag wert, was von Hartleben und was von Weichert stammt ?( ?

  • Ich habe auch noch eine neuere Nacherzählung von Fünf Wochen im Ballon: Fünf Wochen im Freiballon - Eine phantastische Entdeckungsreise durch Afrika nacherzählt von Dr. Erich Tilgenkamp, Schweizer Verlagshaus Zürich, 1971. 231 Seiten.
    Es handelt sich um eine gut lesbare, recht umfangreiche Nacherzählung des Romans. Auf Kapitelnummerierungen und Zwischenüberschriften wurde verzichtet (Kapitelunerteilungen sind aber erkennbar durch Seitenumbrüche) Auch die Illustrationen von Hartleben sind vorhanden, ob alle, weiss ich nicht.


    Ralf

  • Ich habe eine weitere Übersetzung gefunden: Fünf Wochen im Ballon, neubearbeitet von Schwarz - Armkreutz BDÜ, Edito-Service, Genf, 1983. Innerhalb der Serie Weltliteratur für junge Leser - Classics with Comics. Insgesamt 120 Seiten (allerdings in DIN A4), davon 30 Seiten Comicversion. Scan der Übersetzung ist anbei.


    Und dann habe ich noch eine Version gefunden aus dem Wiener Verlag, Wien, 238 Seiten, 1976. Was für eine Übersetzung sich darin befindet, weiß ich allerdings nicht, da ich das Buch nicht habe. Cover-Scan anbei.

  • Danke für die Scans. Die Ausgabe vom Wiener Verlag müsste die Weichert-Übersetzung enthalten - ich habe eine Ausgabe von 5WiB aus dem Bertelsmann-Verlag, auch aus den 70ern, die diese Übersetzung enthält, und im Impressum wird der Wiener Verlag als Lizenzgeber genannt.