Das alte Amiens

  • Von 1871 bis zu seinem Tode im Jahre 1905 lebte Jules Verne in Amiens. Er brachte sich in das öffentliche Leben der Stadt ein und daraus resultierte auch seine Kurzgeschichte "Eine ideale Stadt". Nähere Informationen siehe hier:

    https://www.j-verne.de/verne84.html


    Ich sammle u.a. auch alte Postkarten zum Thema Verne und weitestgehend auch von seinem Umfeld. Da ich diese nicht nur in meinem Album horten möchte, will ich euch hier an dieser Stelle ein paar Impressionen aus dem alten Amiens präsentieren. Nicht immer ist ein Bezug zu Verne herzustellen, aber man bekommt beim Betrachten ein Gefühl für das Wohn- und Lebensumfeld im damaligen Amiens.



    Dies ist die Rue de Tanneurs, bei uns würde sie vielleicht unter dem Namen Gerber-Gasse benannt werden. Im Hintergrund die markante Silhouette der Kathedrale Notre Dame d’Amiens. Gehen wir doch mal ein bisschen näher ran:


    ... und so erhalten wir die ersten Eindrücke aus vergangener Zeit.

  • Hier noch eine Ecke von Amiens (siehe Beschriftung), diesmal etwas belebter. Gerade Ansichten mit Personen sind nicht so häufig zu finden, da die Fotografen um die Jahrhundertwende noch Probleme mit den langen Auslösezeiten der Plattenkameras hatten. Oft sind Personen daher etwas wackelig oder verwischt. So wieder Mann im Vordergrund rechts.

  • ... schnell mal zwischendurch ein Sprung nach Nantes/Chantenay, also nicht Amiens:



    Links im Bilde ist ist ein Teil des "Wochenendhauses" der Vernes in Chantenay zu sehen. Nach dem Tode von Jules Verne wurde diese Straße in Rue Jules-Verne umbenannt. Als Chantenay, direkt neben Nantes liegend, ein paar Jahre später in Nantes eingemeindet wurde, ist der Name aufgehoben worden. Heute heisst die Straße Rue Eugène Le Rouge.

  • Ein Wahrzeichen von Amiens, sind die am Rande des Ortes liegenden Hortillonnages, auch die schwimmenden Gärten genannt. Das sind Obst- und Gemüsegärten die von Wasserwegen umgeben sind. Heutzutage ein Tourismusmagnet. In Deutschland vielleicht vergleichbar mit den Spreewaldbauern, die ihren Obst und Gemüseanbau ebenfalls vom Wasser aus organiseren. Zurück nach Amiens: Schon seit alten Zeiten wurden die lokalen Erzeugnisse regelmäßig auf dem Markt angeboten. Das zeigt die nächste Impression:


    Man sieht die mit dem Boot ankommenden Bauern und links den Markt, wo die Produkte feilgeboten werden. Die Aufnahme sit ungefähr von 1910, aber zehn oder zwanzig Jahre früher hat die Situation auch nicht anders ausgesehen ...

  • Viele kennen bestimmt die Bilder und Postkarten von Vernes markanten Grab auf dem Friedhof Madeleine in Amiens. Mittelpunkt ist die Figur von Roziere, welche die Grabplatte anhebt ... usw.. Siehe dazu vertiefend meine Bildergalerie alter Aufnahmen zu diesem Thema:

    https://www.j-verne.de/verne_bio_galerie_4.html


    Hier möchte Ich möchte aber mal den Friedhof von Außen ziegen. Hier unten jetzt eine Aufnahme von 1904: Der Eingang zum Friedhof mit der Straßenbahnlinie 5, die es ab 1900 gab. Die Beerdigung Vernes war 1905, fünf Jahre später kam die bekannte Grabgestaltung.

  • Auf dem „Place Longueville“ in Amiens befindet sich ein auffälliges Gebäude. Es wurde im Jahr 1889 vom Architekten Meile Ricquier gebaut. Bis zum Jahre 2003 hieß es: "Cirque Municipal d'Amiens". Bei der Einweihung im 19. JH hielt Jules Verne die offzielle Rede. Heute heiss das Gebäude: "Cirque Jules - Verne". Hier eine Aufnahme von 1908.

  • Passend zum vorherigen Bild habe ich heute ein Foto von der Beisetzung Jules Vernes am 28. März 1905. Zu sehen ist ein Teil des Trauerzuges. Insgesamt waren fast 5.000 Menschen auf den Straßen Amiens unterwegs, um ihre Anteilnahme zu bezeugen... Das Bild ist eine starke Bearbeitung von mir auf Basis eines Originals, welches dem Fotografen Lucien HACQUART zugeschrieben wird.