Die Lianenbrücke, in: Die illustrirte Welt 1857

  • Da merkt man, dass Du Wolfgang nie selber kennen gelernt hast...

    Ja, gewiss, aber ich meinte ja auch nur, er hätte es ruhig machen können – dass das seine Art gewesen wäre, habe ich damit selbstredend nicht gemeint.

    Irgendwie aber doch ein bisschen merkwürdig, dass er nie darauf zurückgekommen ist. Das wäre doch auch damals schon ein tolles Thema für die Nautilus gewesen, das hätte die Verne-Fans interessiert. Dann hätte Wolfgang eben nicht rumposaunt, sondern ein nettes Artikelchen geschrieben.

    Nautron respoc lorni virch.

  • "... dass er nie darauf gekommen ist."

    Abgesehen von den Charaktereigenschaften, die Bernhard schon treffend zusammengefasst hat, muss man wissen, dass Wolfgang Thadewald in seinen letzten Jahren von schweren Krankheiten gezeichnet war und behindert wurde - Parkinson war noch eine der geringeren unter ihnen! Bei seinen vielen Projekten musste er Schwerpunkte setzen und konnte das auch nur mit Hilfe anderer realisieren, bei seiner Forschungsarbeit und im profanen Alltag. Schreiben war in den letzten Jahren kaum noch möglich, er musste bezahlten Helfern und Helferinnen diktieren. Das Telefon war das wichtigste Medium seiner Kommunikation.

    Dass er sich bis zu allerletzt seinen ganz eigenen Humor bewahrte, sich nur selten hängen ließ und seine Vernereien vorantrieb, dafür kann man ihm nur den allerhöchsten Respekt zollen.

    Er hat sich nie eines Computers bedient. Würde man einigen unserer umtriebigen Zeitgenossen den Computer wegnehmen und den Zugang zum Internet verwehren, sie würden nicht ein Zehntel dessen schaffen, was Wolfgang in mühseliger aber enthusiastischer Kleinarbeit bewerkstelligt hat.

    volker

  • "... dass er nie darauf gekommen ist."

    Danke für die Infos! (Ich schrieb aber nicht „gekommen“, sondern „zurückgekommen“ … wobei der Unterschied im Endeffekt wohl nicht groß ist. Also ich meinte, er hätte das Thema in irgendeiner Weise noch mal ansprechen können, idealerweise in Form eines Artikels, und wenn nicht, hätte er es noch einmal erwähnen können, um vielleicht Bernhard oder jemand anders dazu anzuregen, in der Nautilus Meldung über den Fund zu machen.)

    Nautron respoc lorni virch.

  • Also wenn schon kurios, dann richtig!

    Ich schrieb auf meiner Seite „Ein Drama in Mexiko“ im Jahre 2008 darüber, dass Wolfgang erfolgreich recherchiert hatte.

    Und was gab ich als Quelle an?

    „Zeitung des Jules Verne Clubs: Nautilus Nr. 11/12 (Doppelausgabe) Oktober 2007; 80 Seiten; Beitrag v. B. Krauth: Erster Verne-Text in deutscher Sprache Seite 63 ff.“

    Gibt es noch weitere Fragen?

    :dance:

  • Andreas, wie meinst Du das? Da ging es ja um den bis (für uns) 2024 "ersten Verne-Text" Die Lianenbrücke aus der gleichen Zeitschrift, der aber ja eben noch 2 Jahre später erschienen war. Nicht aber um den noch früheren Text Auf dem Eise (also Eine Überwinterung im Eis), von dem wir gerade hier sprechen.

    :seemann: :baer:

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    I love you, you love me, ja wo lawe ma denn hi??

  • Es könnte durchaus verwirrend sein. Thread-Titel ist „Lianenbrücke“ und wir sind jetzt auf der dritten Seite des Threads angelangt, wobei sich Bernhards Beitrag auf der zweiten Seite befindet. Also, Andreas , vielleicht hast du den Beitrag von Bernhard nicht gesehen? Ich füge ihn einfach noch mal ein:

    Es gibt Neues ....

    Nun hatten sich Matthias (Stahlelefant) und ich ja vor zwei Jahren (also 2024) hier und in der Nautilus Nr. 47 stolz auf die Fahnen geschrieben, mit der Illustrirten Welt von 1856 die früheste Verne-Übersetzung ins Deutsche gefunden zu haben ... Stümper, die wir sind! Es gab schon jemanden lange vor uns, der Kenntnis davon hatte, was ich aber Offensichtlich zu dem Zeitpunkt nicht richtig erkannt hatte, ich Ignorant!

    Ich fand gerade ein Schreiben von Wolfgang Tahdewald an mich vom 6. September 2011 - also bereits gute 13 Jahre vor "unserer" Entdeckung, in dem er mir Auszugs-Kopien eben dieses Artikels aus der Illustrirten Welt von Auf dem Eise zugesendet hatte mit der Frage, ob mir das nicht bekannt vorkäme ....

    Keine Ahnung, was ich ihm damals geantwortet hatte, aber die Brisanz scheine ich nicht erkannt zu haben, weshalb wir erst 13 Jahre später die Entdeckung neu machen mussten...

    Mal wieder kann Wolfgang posthum das Resultat der Fabel vom Hasen und dem Igel für sich verwenden und uns zurufen "Ich war schon da!" (bzw. "Ich wusste es schon!). Unser Altmeister ist eben nicht zu schlagen! Auch im Jenseits nicht ...

    Nautron respoc lorni virch.

  • Auszugs-Kopien eben dieses Artikels aus der Illustrirten Welt von Auf dem Eise zugesendet hatte mit der Frage, ob mir das nicht bekannt vorkäme ....

    Keine Ahnung, was ich ihm damals geantwortet hatte,

    Wolfgang genoß es Anerkennung für sein "Spinnertum" (also seine Recherche-Ergebnisse und sein gesammeltes Wissen) mittels dezenter und versteckter "Aufdeckung" in Form von Begeisterung zu ernten - d.h. er posaunte nicht (jedes mal) heraus wenn er da etwas Besonderes hatte, sondern ließ es ggf. fast beiläufig in eine Mitteilung einfliesen.

    Hm, wenn er so seine Taktiken hatte, hast du bei der Frage vielleicht gedacht, dass es um den abweichenden Titel ging. Möglicherweise hast du ihm dann einfach geantwortet, dass das die Überwinterung ist, obwohl der Titel abweicht. Ist jetzt aber auch nur ein „Spekulatius“. (Passt aber zur Jahreszeit, so in zwei Wochen ungefähr kommen die Spekulatius wieder in die Läden. Und nicht vergessen: Lebkuchen sofort kaufen, wenn verfügbar! Am Anfang sind sie noch frisch, wenn viel später Weihnachten kommt nicht mehr so 😉 )

    Nautron respoc lorni virch.