Jules Verne als Inspiration für Arthur Conan Doyle?

  • In der aktuellen Ausgabe des "Baker Street Chronicle" der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft (Nummer 57, Sommer 2025) gibt es einen Artikel, der sich mit Jules Verne als möglicher Quelle für Conan Doyles Werke befasst. "Zwischen Pall Mall und Plateau: Einige werkgenetische Spekulationen zum OEuvre Arthur Conan Doyles" von Traian Suttles.

    Dabei geht es unter anderem um Parallelen zwischen Phileas Fogg und dem Reform Club zu Mycroft Holmes und dem Diogenes Club sowie Parallelen zwischen Professor Challanger und Professor Lidenbrock.

    Baker Street Chronicle Nr. 57 – Deutsche Sherlock-Holmes-Gesellschaft

  • Ich habe den Artikel nun auch gelesen. Er bietet ein paar interessante Vergleiche zwischen Romanen (Beispiel Die vergessene Welt und Reise zum Mittelpunkt der Erde) und Romanfiguren (Beispiel Mycroft Holmes und Phileas Fogg).

    Doyle lebte von 1859 - 1930 und könnte die erwähnten Romane 80 Tage, Mittelpunkt sowie die Mondromane von Jules Verne als Kind oder Jugendlicher gelesen und somit als Quelle seiner eigenen Werke (bewusst oder unbewusst?) verwendet haben.

  • Es bleibt nicht aus wenn ein Genrestück geschrieben wird, dass man über den Tellerrand blickt. Autoren halten den Markt und natürlich auch frühere Werke im Auge. Da ich einige Bücher über Innenwelttheorien oder zeitlich isolierte Gegenden (nicht bloß Hochplateaus, meist sind es Inseln) gelesen habe, bin ich überzeugt, dass Verne der Urvater dieser Ideen ist. Das es nicht nur einfache Nachahmungen sind, sondern qualitativ gute Ideenentwicklungen, das macht dann die Qualität der nachfolgenden Autoren aus. Und darin sehe ich nichts Ehrenrühriges.

    Finde ich übrigens gut, wenn die Fans bestimmter Autoren auch den Vergleich mit anderen Schriftstellern suchen. Gern mehr davon!

  • PS: ich lese übrigens gerade Stück für Stück Doyles Zyklus der Romane über Professor Challenger, einem der Hauptakteure von Lost World.
    Doyle konnte ihn zwar nicht so attraktiv wie seinen Holmes entwickeln, aber es sind interessante Werke geworden. Ist vielleicht eine Leseempfehlung für Doylefans, wenn die nicht schon auf Challenger gestoßen sind.