- Official Post
Liegt Dracula hier begraben? Forscher entschlüsseln die Inschrift auf dem Grab
![]()
Liegen Draculas sterbliche Überreste im Klosterkomplex Santa Maria la Nova im Zentrum von Neapel? © Lucamato/IMAGO
Eine Inschrift in Neapel könnte das Rätsel um Draculas Grab lösen. Forscher fanden Hinweise auf seine letzte Ruhestätte. Die Entdeckung wirft aber neue Fragen auf.
Neapel – Eine neue Entdeckung könnte das alte Rätsel um die letzte Ruhestätte von Fürst Vlad Tepes, besser bekannt als Graf Dracula, lösen. Laut Il Mattino weist eine entschlüsselte Inschrift darauf hin, dass seine sterblichen Überreste im Klosterkomplex Santa Maria la Nova im Zentrum von Neapel liegen.
Die Inschrift stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert und wurde in der Turbolo-Kapelle von Santa Maria la Nova entdeckt. Hier befindet sich nach Ansicht der Forscher das mutmaßliche Grab Draculas. Wie Proto Thema berichtet, wurde die Inschrift nun entschlüsselt. Sie liefert ein starkes Indiz für die Theorie, dass Vlad III tatsächlich in Neapel seine letzte Ruhestätte fand.
Die Inschrift ist wahrscheinlich ein Epitaph für Vlad III
Professor Giuseppe Reale, Direktor des Monumentalkomplexes Santa Maria la Nova, erklärte gegenüber Proto Thema, dass die Inschrift aus Rumänien als ein Epitaph zu Ehren von Vlad III gedeutet wurde. „Die Entzifferung der Inschrift wirft neues Licht auf die letzte Ruhestätte dieser historischen Persönlichkeit“, sagte Reale. Leggo bemerkte, dass nach mehr als zehn Jahren mit der Entdeckung der Inschrift das Rätsel der letzten Ruhestätte Draculas nun gelöst sei.
Die Figur des Dracula wurde 1897 durch den Roman des irischen Autors Bram Stoker weltweit bekannt. Proto Thema erinnert daran, dass die Geschichte 1992 verfilmt wurde. Mit Gary Oldman, Winona Ryder, Anthony Hopkins und Keanu Reeves in den Hauptrollen war der Film ein Meilenstein der Filmgeschichte, der Draculas Platz in der Popkultur weiter gefestigt hat. Auch im Titel „Dracula Untold“ wurde die Geschichte von Vlad III erzählt.
Rolle der Tochter Maria Balsa
Die Theorie, dass Dracula in Neapel beigesetzt wurde, stellten italienische Forscher erstmals 2014 auf. Wissenschaftler der Universität Tartu in Estland unterstützten sie. Wie Scienze Notizie berichtete, widerspricht diese These der gängigen Annahme, Vlad III sei im Kampf gegen die Osmanen gefallen und in seiner Heimat begraben worden.
Der Theorie zufolge wurde Vlad III nicht getötet, sondern geriet in osmanische Gefangenschaft. Später befreite ihn seine Tochter Maria Balsa. Laut Newsit war sie bereits von einer neapolitanischen Adelsfamilie adoptiert worden, um Verfolgungen zu entgehen. Nach dem Tod ihres Vaters soll sie ihn im Grab ihres Schwiegervaters Matteo Ferrillo in der Turbolo-Kapelle bestattet haben.
Zeichen am Grab deuten darauf hin, dass es sich um Dracula handelt
Die Forscher stützen ihre These unter anderem auf dekorative Elemente am Grab, darunter ein Drache und Symbole ägyptischen Ursprungs. Solche Zeichen sind untypisch für Gräber neapolitanischer Adliger jener Zeit. Sie könnten jedoch auf den Drachenorden hinweisen – einen Ritterorden, dem auch Vlads Vater angehörte.
Sollte sich die Theorie bestätigen, wäre dies eine bedeutende Entdeckung mit potenziell weitreichenden Auswirkungen. Scienze Notizie hebt hervor, dass sie nicht nur die Biografie Vlad III. neu bewerten würde. Auch die Beziehungen zwischen Italien und Osteuropa während der Renaissance könnten in einem neuen Licht erscheinen.