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Heimkino-Knaller: Drei Sci-Fi- und Abenteuer-Klassiker erscheinen im Heimkino – unfassbar stylisch und extrem aufwändig
Artikel von Sidney Schering
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Heimkino-Knaller: Drei Sci-Fi- und Abenteuer-Klassiker erscheinen im Heimkino – unfassbar stylisch und extrem aufwändig© Ostalgica
Der visionäre Schriftsteller Jules Verne hat das Sci-Fi-Genre zwar nicht erfunden, wohl aber in einem frühen Stadium derart mitgeformt, dass er sich durchaus als einer der Science-Fiction-Gründerväter bezeichnen lässt. Auch seine Abenteuerromane stiegen zu wegweisenden Klassikern auf, an denen sich der Literaturbetrieb heute noch bedient. Und nicht nur der!
Nach Vernes Vorlagen sind zahlreiche spektakuläre, unterhaltsame und faszinierende Filme entstanden. Drei aus jeweils unterschiedlichen Gründen wichtige, eindrucksvolle Verne-Adaptionen erscheinen demnächst als 3-Disc-Sammelbox: Am 17. Oktober 2025 wird die „Jules Verne Edition“ mit drei sehenswerten Sci-Fi-Abenteuern als Limited Edition veröffentlicht!
"Jules Verne Edition" bei JPC*
Bei der 3-Disc-Edition handelt es sich um ein auf 400 Exemplare limitiertes Digipak mit zwei Blu-rays und einer DVD. Auf Blu-ray sind der unter immensem Aufwand entstandene Sci-Fi-Film „20.000 Meilen unter dem Meer“ aus dem Jahr 1916 und der mit Sci-Fi-Elementen versetzte Abenteuerklassiker „Die geheimnisvolle Insel“ von 1941 enthalten.
Als DVD liegt der „Jules Verne Edition“ das mit unbändigem Stilwillen auftrumpfende Ausnahmeprojekt „Die Erfindung des Verderbens“ bei, das Real- und Trickfilm zu einer fabelhaften Einheit verschmelzen lässt. Verantwortlich für dieses Filmjuwel ist Regiemeister Karel Zeman, der mit dem markanten Look seiner Arbeiten namhafte Filmschaffende wie Tim Burton, Terry Gilliam und Wes Anderson beeinflusste.
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Die Erfindung des Verderbens Trailer DF
In „Die Erfindung des Verderbens“ geht es um einen Professor, der einen neuartigen Sprengstoff entwickelt und erkennen muss, dass seine Erfindung das Potential hat, die gesamte Erde zu vernichten. Falls ihr euch nicht bis Mitte Oktober gedulden könnt oder das stilvolle Kleinod in HD besitzen möchtet: „Die Erfindung des Verderbens“ ist bereits separat auf Blu-ray erschienen.
Zeman erweckt darin die surrealistisch angehauchten Illustrationen aus der Originalauflage des Jules-Verne-Klassikers zum Leben und schafft somit einen atmosphärisch dichten, außergewöhnlichen Sci-Fi-Film. Doch auch die anderen beiden Filme in der „Jules Verne Edition“ sind alles andere als Filmware von der Stange:
Monumentale Sets, innovative Technik und beklemmende Parallelen zur Wirklichkeit
Die „20.000 Meilen unter dem Meer“-Verfilmung aus dem Jahr 1916 ist ein Mammutprojekt der Hollywoodgröße Carl Laemmle. Der Erfolgsproduzent stand auch hinter Horror-Meilensteinen wie „Dracula“ mit Bela Lugosi, als Regisseur fungierte bei dieser Jules-Verne-Verfilmung wiederum Stuart Paton. „20.000 Meilen unter dem Meer“ gilt als dessen Opus magnum, da Paton mit einem speziell für den Film erschaffenen Kamerasystem die Unterwasserfotografie auf ein zuvor ungeahntes Niveau beförderte.
Auch abseits dieser Revolution ist Patons „20.000 Meilen unter dem Meer“ bemerkenswert: Der mit exotischen Kostümen und monumentalen Kulissenbauten auftrumpfende Film verschlang zwei Jahre Produktionszeit und das damals exorbitante Budget von 500.000 Dollar. Damit war er sogar kostspieliger als das im selben Jahr entstandene, berühmt-berüchtigte Epos „Intoleranz“ von D.W. Griffith!
„Die geheimnisvolle Insel“ unterdessen basiert lose auf dem gleichnamigen Roman, der als Quasi-Fortsetzung zu „20.000 Meilen unter dem Meer“ verfasst wurde. Regisseur Eduard Pentslin machte aus dem Stoff 1941 eine inszenatorische Verneigung vor den Stilistiken des Stummfilmkinos, während er inhaltlich sowjetische Klassenkampfrhetorik unter die Versatzstücke seiner Vorlage mischte.
Filmhistorisch interessant ist Pentslins „Die geheimnisvolle Insel“ insbesondere, weil die Dreharbeiten auf der Krim und am Schwarzen Meer nur wenige Wochen vor dem Überfall der NS-Truppen auf die UdSSR stattfanden: Vorwissen, durch das die für ihre Zeit komplex inszenierten, rauen Kampf- und Kriegsszenen um ein Vielfaches beklemmender wirken. Rund um diese dunklen Passagen übt sich das Abenteuer derweil in aufbauendem bis moralisierendem Eskapismus.
Und wenn ihr nun Lust auf weitere Jules-Verne-Adaptionen bekommen habt: Auch einer der besten Abenteuerfilme aller Zeiten basiert auf Vernes Schriften – und ist nebenbei eine wichtige Inspirationsquelle für das Blockbuster-Highlight „Fluch der Karibik“! Mehr erfahrt ihr im folgenden Artikel: