Posts by Poldi

    Literatur / Literatur, Philosophie und Geschichte / Lesung


    Aus dem Roman von 1867 extrahieren Stefan Dinter und Götz Schneyder in ihrem Sprechtakel alles, was Verne wohl zum ersten Science - Fiction - Autoren überhaupt machen dürfte: gesellschaftliche Utopien, technische Visionen und viel humoristische Nachsicht in Dingen menschlicher Eitelkeiten. Dies wird von den beiden live gesprochen und illustriert. Für alle, die sich gerne von spannender Fantastik anstecken, aber nicht hinter das Licht und den Mond führen lassen. Im Anschluss zeigt ein Jules-Verne-Experte den Einfluss des großen französischen Autors auf Kultur und Wissenschaft.


    Stefan Dinter: Live- Illustration via Beamer

    Götz Schneyder: Sprechen, Sounds

    Philippe Mellot: Literaturexperte


    Eine Zusammenarbeit von Kulturzentrum Merlin, Institut français Stuttgart und Dragon Days Festival.


    Termine

    So., 27.10.2019 20:00 Uhr bis 23:00 Uhr

    Veranstaltungsort

    Kulturzentrum Merlin

    Augustenstraße 72

    70178 Stuttgart

    S-West

    Telefon +49 711 618549

    Fax +49 711 6157676

    E-Mail info@merlinstuttgart.de

    Internet http://www.merlinstuttgart.de


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    Eintrittspreise: 7,00 Euro


    Quelle: https://www.stuttgart.de/item/show/408026/1/event/360057?

    Und hier: https://www.merlinstuttgart.de…5d8c57d60b5299e4ab0669c37

    DER REGISSEUR

    Babytalk“ und „Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm“ hat der Texaner Brian Bell in Ingolstadt schon inszeniert. Jetzt führt er Regie bei der Eröffnungspremiere: „The Black Rider“. Die Volkssage um den „Freischütz“ hatte Robert Wilson zu einer eigenen Neufassung inspiriert, für die er Rocklegende Tom Waits und Beat-Generation-Autor William S. Burroughs als Mitstreiter gewinnen konnte. Gemeinsam schufen sie ein finsteres, modernes Theatermärchen. „Bei uns spielt die Geschichte im dunklen Wald des Unterbewusstseins. Der Wald steht für das Verdrängte – und in diesem Wald treibt sich der Teufel herum“, erklärt Regisseur Brian Bell. Etwa 70 Prozent des Stückes macht die Musik aus. Und die ist sehr vielfältig. „Am Anfang gibt es die Drehorgel, die an Zirkus denken lässt, aber man findet auch irische Balladen und große Shownummern. Es gibt kaum realistische Spielszenen, alles ist abstrakt und irgendwie ineinander verschachtelt. Die Herausforderung besteht darin, die bunten Bilder und die unterschiedlichen Spielweisen zusammenzubringen.“


    DER SCHAUSPIELER

    2012 kam er erstmals als Gast, seit 2014 ist Péter Polgár fest im Ensemble. Er war Sancho und Valerio, Humpty Dumpty und Sir Galahad, tanzte im „Ballhaus“ und sang in „Alice“, spielte sich zuletzt als „Irgendwie Anders“ in die Herzen der Zuschauer. Péter Polgár ist Ungar, studierte in den USA, spricht Englisch quasi als „zweite Muttersprache“, mittlerweile nahezu akzentfrei Deutsch und fühlt sich in Ingolstadt längst zu Hause. Weil das Theater fast so etwas wie eine Familie ist. Und weil er auch künstlerisch viele Möglichkeiten hat. „Hier hat mich keiner in eine Schublade gesteckt, es gab immer wieder neue Herausforderungen und das wünscht man sich natürlich als Schauspieler.“ In der Eröffnungsproduktion „The Black Rider“ ist er jetzt der Teufel. „Cool“, schwärmt er. „Weil die Figur so komplex ist.“ Natürlich ist der Teufel gefährlich, aber er muss auch menschlich sein, sympathisch, verführerisch. Außerdem mag er die Musik von Tom Waits, die diesmal „nicht nur hart und dreckig, sondern sehr poetisch“ klingt – und durchaus ihre Tücken hat.


    DIE THEATERVERMITTLUNG

    In der vergangenen Spielzeit war die Theatervermittlung stark beim Jungen Futurologischen Kongress zum Thema Bildung eingespannt. Und auch sonst ist das Team, das aus zwei Vollzeitkräften, zwei Teilzeitkräften und einer FSJlerin besteht, viel in Schulen unterwegs – für Vor- und Nachgespräche. Angeboten werden Führungen und Workshops, Patenklassen-Projekte, Schulpartnerschaften, Leseprojekte. Dass die Theatervermittlung nicht nur für Kinder und Jugendliche da ist, sondern auch für interessierte Erwachsene, mag manchem vielleicht neu sein. Die perfekte Ansprechpartnerin ist Bernadette Wildegger, die seit der Spielzeit 2018/19 am Haus ist. Sie ist für die Theatervermittlung in Sachen Abendspielplan verantwortlich, führt gerne durchs Haus und gibt Einblicke in die verschiedenen Prozesse einer Inszenierung. Und dann gibt es noch das (kostenlose) Mitmachangebot für alle Altersstufen: vom Kinderclub (7 bis 10 Jahre) über den Seniorenclub (ab 60 Jahre) bis zum Theaterlabor. Neugierig geworden? Anfragen an: bernadette.wildegger@ingolstadt.de.


    DIE SCHNEIDEREI

    Der Gewandmeister ist für die praktische Umsetzung der Entwürfe des Kostümbildners zuständig. Er sorgt für die stilgerechte, fachmännische, termingerechte und wirtschaftliche Realisierung der vorgegebenen Entwürfe.“ Soweit der Deutsche Bühnenverein. Martina Janzen ist Gewandmeisterin und seit 1996 am Stadttheater. Herrenschneiderin hatte sie einst gelernt. „Das ist sehr begrenzt: Jacke, Hose, Weste. Aber im Theater ist es sehr viel mehr.“ Vor allem mag sie gern tüfteln. So wie für das Untier-Kostüm in dem Märchen „In einem tiefen, dunklen Wald“. Denn das Untier war ein verzauberter Prinz und das üppige Prinzenkostüm musste unter die grüne Untier-Hülle passen. Aus zehn Mitarbeitern besteht die Schneiderei, dazu kommen drei Assistenten und zehn Garderobieren. Etwa 150 neue Kostüme werden pro Saison angefertigt. Das Meiste ist aus dem Fundus oder wird – gerade für moderne Stücke – im Internet bestellt. In dieser Spielzeit freut sich Martina Janzen vor allem auf das Freilicht, auf „In 80 Tagen um die Welt“ und Kostüme aus aller Welt.


    DIE MASKE

    Der letzte Schreckmoment? Als das Sams bei der Probe seine Nase verlor! „Bei dem Stück haben die Schauspieler viel geschwitzt, weil sie ständig auf der Bühne waren und es so viel Action gab – und da hat sich die aufgeklebte Rüsselnase gelöst.“ Seit fünf Jahren ist Julia John Maskenbildnerin am Stadttheater, insgesamt sechs umfasst das Team. Was muss eine gute Maskenbildnerin mitbringen? Sie lacht: Neben dem Handwerkszeug und einer großen Portion Kreativität, sollte man „stressresistent sein, Geduld haben, zuhören können, teamfähig sein“. Gerade bei schnellen Wechseln müssen Umzüge oft zusammen bewältigt werden. Am meisten Arbeit für die Maske gibt es jetzt am Spielzeitstart, weil viele Produktionen hintereinander Premieren haben. Gerade die Vorbereitungen für „Black Rider“ sind intensiv, weil dafür aufwendige Hirschköpfe, Rehböcke, Totenschädel und Glatzenteile angefertigt werden müssen. Nebenbei ist Julia John übrigens noch Zirkuspädagogin und leitet einen wöchentlichen Kinderworkshop im Kap94.


    DIE ABONNENTIN

    In einer eigenen Theaterkiste sammelt Michaela Unterforsthuber ihre Programmhefte. Schon in der Schulzeit am Scheiner-Gymnasium wurde das Interesse für die Bühne geweckt, auch durch die Theater-AG. Nach vielen unregelmäßigen Theaterbesuchen hat sie sich 2014 für ein Abo entschieden. „Weil man sonst schwer einen Termin findet. Und wenn man dann Zeit hat, gibt es manchmal keine Karten mehr“, begründet sie ihren Entschluss. Das Junge-Montags-Abo beinhaltet nicht nur acht Vorstellungen im Großen Haus und das Freilicht, sondern auch kleinere Produktionen, und trifft damit genau den Geschmack von Michaela Unterforsthuber. „Ich mag’s querbeet – vom ,Weißen Rössl‘ bis zu ,Skin Deep Song‘“. Auch den Futurologischen Kongress zum Thema Bildung fand sie spannend. Und als Erzieherin war sie mit ihren Kindergartenkindern sogar Patengruppe bei „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen“. Das Abo hat auch einen sozialen Aspekt: „Man trifft sich mit Freunden zu festen Terminen und hat hinterher noch Zeit zum Ratschen.“


    Quelle: https://www.donaukurier.de/nac…orhang-auf;art598,4329672

    DER SPIELPLAN

    Abendspielplan:

    The Black Rider. The Casting of the Magic Bullets Musik und Gesangtexte von Tom Waits, Regie: Brian Bell, 28. September, Großes Haus

    Lenya Story von Torsten Fischer und Herbert Schäfer (Text), Kurt Weill (Musik), Regie: Tobias Hofmann, 3. Oktober, Studio

    In a Land called Honalee Regie: Niko Eleftheriadis 10. Oktober, Kleines Haus von William Shakespeare,

    Regie: Mareike Mikat, 18. Oktober, Großes Haus

    Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends von Peter Licht Regie: Lisa-Maria Schacher 19. Oktober, Downtown, Donaustr. 11

    Big Guns von Nina Segal, Regie: Mareike Mikat, 15. November, Kleines Haus

    Furor von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, Regie: Simon Dworaczek, 29. November, Studio

    Der kleine Horrorladen von Alan Menken, Regie: Philipp Moschitz, 6. Dezember, Kleines Haus

    Der Revisor von Nikolaj Gogol, Regie: Sebastian Kreyer, 7. Dezember, Großes Haus

    Welt am Draht nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder, Regie: Donald Berkenhoff, 1. Februar 2020, Großes Haus

    Einige Nachrichten an das All von Wolfram Lotz, Regie: Maaike von Langen, 6. Februar 2020, Kleines Haus

    Hunger und Gier (UA) nach Motiven von Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Musik: Walter Lochmann, Text und Regie: Knut Weber 21. Februar 2020, Großes Haus

    Drei Schwestern von Anton Tschechow, Regie: Christoph Mehler, 27. März 2020, Großes Haus

    Tyll nach Daniel Kehlmann, Regie: Alexander Nerlich, 28. März 2020, Kleines Haus

    Vor Sonnenaufgang von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann, Regie: Jochen Schölch, 24. April 2020, Großes Haus

    Bin nebenan von Ingrid Lausund, Regie: Niko Eleftheriadis, Studio, (in Planung)

    Zukunft Demokratie (Arbeitstitel) von Svenja Bungarten

    Zeichen und Wunden der Therese von Konnersreuth. Vision einer Vision (Arbeitstitel) von Werner Fritsch, Regie: Judith Werner, 8. Mai, Downtown

    In achtzig Tagen um die Welt nach Jules Verne, Regie: Tobias Hofmann, 19. Juni 2020, Turm Baur


    Junges Theater:

    Rose und Regen, Schwert und Wunde nach William Shakespeare, Regie: Julia Mayr, 5. Oktober, Werkstatt

    Ein Zwei-in-Einem-Theaternachmit- tag für die ganze Familie Regie: Charlotte Labenz 3. November, Werkstatt

    Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler, Regie: Tobias Hofmann, 16. November, Großes Haus

    Rosablau. Die Welt in zwei, Projektentwicklung, Regie: Christina Schelhas, 15. Dezember, Werkstatt

    So groß – so klein, Projektentwicklung von Kathrin Lehmann,

    29. Februar 2020, Großes Haus, Foyer

    Die Zertrennlichen von Fabrice Melquiot, Regie: Jule Kracht, 1. März, Werkstatt

    Moby Dick nach Herman Melville, Regie: Markolf Naujoks, 24. April 2020, Kulturzentrum neun


    DIE KASSE

    Wer ins Theater geht, begegnet vermutlich zuerst Brigitte Sigmund. Denn sie verkauft die Karten. Seit 2001 ist sie am Haus, seit etwa zehn Jahren leitet sie das fünfköpfige Team der Theaterkasse. Und sucht für jeden Zuschauer ein passgenaues Abo. Nur samstags Zeit? Nur Schauspiel? Oder doch lieber das Gesamtpaket? Brigitte Sigmund und ihre Kollegen wissen, welches Abo sich für wen eignet. Denn natürlich schauen sie sich alle Stücke selbst an. 5500 Abonnenten hat das Stadttheater Ingolstadt. Die hektische Zeit ist übrigens nicht am Beginn, sondern am Ende der Saison. Wenn der neue Spielplan steht, laufen im Juni, Juli die Vorbereitungen für das nächste Abo-Jahr auf Hochtouren. Spaß macht Brigitte Sigmund vor allem die Vielfalt ihrer Tätigkeiten – und der Kontakt mit den Zuschauern. Zumindest, wenn alles funktioniert. Vor zwei Jahren ging einmal der Eiserne Vorhang nicht hoch. „Der Zuschauerraum war voll, aber wir konnten nicht spielen.“ Die Vorstellung von „Geächtet“ musste abgesagt – und alles neu koordiniert werden.


    DAS THEATER

    Das Stadttheater Ingolstadt wurde im Januar 1966 mit Mozarts „Hochzeit des Figaro“ eröffnet. Der polygonale Sichtbetonbau von Hardt-Waltherr Hämer, dessen Formensprache sowohl die mittelalterliche Stadtstruktur als auch die klassizistische Festungsarchitektur aufnimmt, wurde im Volksmund als „Öloper“ verspottet, in der Fachwelt aber als "großer Wurf" gehandelt und 1967 mit dem ersten BDA-Preis Bayern ausgezeichnet. Es ist das größte reine Schauspielhaus in Bayern mit mehr als 600 Vorstellungen pro Saison. Seit 2011 leitet Knut Weber als Intendant die Geschicke des Theaters, das über vier Spielstätten verfügt: Neben dem Großen Haus wird im Kleinen Haus am Brückenkopf, im Studio im Herzogskasten und in der Werkstattbühne, wo das Junge Theater seine Heimat gefunden hat, gespielt. Traditionell wird die Spielzeit mit einem Freilichtstück im Turm Baur beschlossen. Das Haus verfügt über einen Etat von etwa 15 Millionen Euro und verzeichnete in der vergangenen Saison mehr als 140 000 Besucher .

    Mareike Mikat ist die neue Oberspielleiterin am Stadttheater Ingolstadt und wird sich dem Publikum am 18. Oktober mit ihrer Shakespeare-Inszenierung „Romeo und Julia“ vorstellen. Sie steht für leidenschaftliches und politisches Theater.



    Frau Mikat, was macht eine Oberspielleiterin? Inwiefern werden Sie das Theater prägen?

    Mareike Mikat: Defacto hatte Donald Berkenhoff dieses Amt inne und auch sehr gut ausgefüllt. Man beschäftigt sich viel damit, wie man das Ensemble weiterentwickeln kann, was Schauspieler zu spielen bekommen und wie man sie fördern kann. Natürlich geht es auch um Spielplanentscheidungen. Den aktuellen Spielplan habe ich noch nicht mitverantwortet, weil wir uns erst später gefunden haben. Aber ich werde bei zwei Stücken Regie führen. Vielleicht sind es auch drei. Wir denken gerade über eine weitere Uraufführung im Frühjahr nach. Bei all dem gilt: Ich bin nur ein Teil des Leitungsteams, ein weiteres Rad im großen Uhrwerk Theater.


    Sie sind in Ostdeutschland geboren, weiblich, jung – also wenn man so will, der Gegenpol zu Intendant Knut Weber. Haben Sie unterschiedliche Sichten auf Theater?

    Mikat: Ich denke eher, dass wir uns in vielem sehr einig sind – etwa was Schauspieler anbelangt. Wir haben zusammen die Vorsprechen betreut, um das Ensemble zu verjüngen, und haben ganz tolle junge Schauspieler engagiert, die Sie schon in „Black Rider“ und „Romeo und Julia“ kennenlernen werden. Ich finde, Knut Weber hat mit dem Stadttheater Ingolstadt ein richtiges Schmuckkästchen geschaffen, das hat mich gleich fasziniert. Was das Alter betrifft: Ich bin 40 Jahre alt und beruflich schon einige Zeit unterwegs, habe in Leipzig eine feste Spielstätte geleitet und war dann zehn Jahre als freie Regisseurin tätig. Durch meine familiäre Situation – mein Sohn ist viereinhalb – passte es gerade, sich wieder mal fest und vor allem längerfristig an ein Haus zu binden. Da kann ich einfach mit einer anderen Perspektive arbeiten und Ideen reifen lassen. Ich glaube, Knut Weber hat jemanden gesucht, der frischen Wind ins Haus bringt ohne es total durcheinanderzuwirbeln.


    Für welches Theater stehen Sie?

    Mikat: Für ein sehr leidenschaftliches Theater. Ich mag Theater, dass mich so ergreift, dass ich mich kaum auf dem Sitz halten kann. Ich mag Theater für den Kopf und fürs Herz. Das Tollste am Theater ist doch, dass man Leidenschaften bewegen kann. Und zwar in jeder Hinsicht. Man kann empört, erschrocken, verzückt und verliebt sein.


    Was muss Theater heute leisten?

    Mikat: Es muss einerseits unterhalten, andereseits sollte es uns Impulse geben, über unsere Gesellschaft und unser Miteinander nachzudenken. Theater ist die Möglichkeit zur Befähigung zur Handlung durch eine Art von beispielhaftem Vorführen. Man darf nur nicht den Fehler machen, mit anderen Medien konkurrieren zu wollen. Wir sollten uns eher auf das zurückbesinnen, was Theater ausmacht, nämlich das unmittelbare Spiel von Menschen für Menschen in einem Raum. Wenn wir darin ehrlich und authentisch bleiben, hat Theater eine eigene Qualität, die sich gar nicht messen muss. Wenn wir versuchen, Rammstein zu sein, stoßen wir schnell an Grenzen. Das können wir technisch nicht leisten.


    Muss Theater politisch sein?

    Mikat: Viele Stoffe sind politisch. Die Konflikte, die Politik hervorruft, und das ist ja auch eine Form unseres gesellschaftlichen Miteinanders, sind auch Konflikte fürs Theaters. Das lässt sich gar nicht so genau trennen. Auch in Komödien steckt oft ein politischer Konflikt, der oft nur auf eine andere Art zubereitet ist. Wir haben auf jeden Fall als Theater die Aufgabe, uns mit gegenwärtigen Themen auseinanderzusetzen und auch mal eine andere Perspektive einzunehmen.


    Welche Autoren interessieren Sie?

    Mikat: Ich bin ein großer Fan russischer Autoren – das hat natürlich mit meiner Herkunft zu tun. Meine besten Inszenierung waren solche von russischen Autoren. Viktor Pelewin beispielsweise. Er ist der meistgelesene Autor Russlands und hat vor allem bei jungen Lesern längst Kultstatus. Ich hoffe, dass ich ihn auch den Ingolstädtern näher bringen kann.


    Sie stellen sich als Regisseurin mit „Romeo und Julia“ vor.

    Mikat: Ich durfte mir die Besetzung selbst aussuchen und habe als Romeo und Julia Peter Rahmani und Karolina Nägele engagiert. Karolina hat ein großes Spektrum zwischen einer Zartheit und einer Kraft. Das habe ich mir für Julia gewünscht: Eine Figur, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht und selbst über ihr Leben bestimmen will, aber gleichzeitig sensibel genug ist, sich in Romantik zu verlieren. Peter ist vielleicht kein klassischer Romeo. Aber ich wollte für diese Rolle jemanden, der ein Geheimnis hat – und das hat er auf jeden Fall. Den kann man nicht mit einer Begegnung entschlüsseln.


    Was interessiert Sie an Shakespeare und wo wird das Stück bei Ihnen spielen?

    Mikat: Ich bin ein ganz großer Shakespeare-Fan. Das ganze Drama bei Shakespeare kommt aus dem menschlichen Drama. Ich habe lange überlegt, wo das Stück bei mir spielen soll. Für die Konstellation mit den beiden verfeindeten Familien braucht man ja ein abgeschlossenes Biotop. Ich habe mich für einen Rummelplatz und das Schaustellermilieu entschieden. Zum einen, weil das Stück ja auch ein bisschen derb und zotig ist, zum anderen bin ich bei meinen Recherchen auf ganz tolle Storys von verfeindeten Schaustellerfamilien gestoßen. Da ging es um Konkurrenzgeschäfte, Messerstechereien und ähnliches. Das ist auch ein Milieu, wo sich bestimmte Traditionen halten. Und es geht um die Atmosphäre: Was wird auf dem Rummel verkauft? Glück, Liebe, Rausch. Das ist alles sehr shakespearesk.


    Ihr Mann Andrej Kaminsky ist als Schauspieler am Theater Augsburg engagiert. Es geht also privat auch viel um Theater. Braucht man da vielleicht einen Ausgleich?

    Mikat: Klar interessiert man sich für den Arbeitsalltag des anderen. Aber in erster Linie bestimmt unser Sohn unser Leben. Aber ich koche leidenschaftlich gern vegetarisch – auch ausgefallene Sachen, backe gern Kuchen, koche Marmelade ein. Essen zubereiten kann einen wahnsinnig glücklich machen.


    Wie erkunden Sie die Stadt?

    Mikat: Ich habe mir extra für Ingolstadt ein altes gebrauchtes Klapprad gekauft, das ich im Zug von Augsburg nach Ingolstadt transportieren kann. Das habe ich Ingemar getauft und mit ihm erkunde ich stückweise die Stadt und die Donau.


    Worauf freuen Sie sich am meisten in dieser Spielzeit?

    Mikat: Wie bei einer guten Reise weiß man das Highlight erst, wenn man sie gemacht hat.

    Von Silvia Nagl

    Viel Theaterangebot für wenig Eintrittsgeld


    David Baldessari


    Theater des Kindes: Neue Saison mit drei Uraufführungen und sieben Wiederaufnahmen


    "Wir sparen, wo wir können", sagt Andreas Baumgartner, seit 15 Jahren künstlerischer Leiter im Linzer Theater des Kindes, "aber irgendwann geht es nicht mehr." Und somit hofft er "auf Gesprächsbereitschaft" bei den Subventionsgebern, vor allem beim Land Oberösterreich, "denn es gab seit zehn Jahren keine Erhöhung mehr, nicht einmal eine Inflationsanpassung".


    Die Bilanz jedenfalls ist beachtlich: Mehr als 23.7000 Besucher waren in der Saison 2018/19 bei 254 Vorstellungen von zehn verschiedenen Stücken. Zu den Vormittags- und Nachmittagsvorstellungen kommen zwischen Februar und Juli auch noch abendliche Termine, vor allem für die vierten Klassen jener oberösterreichischen Volksschulen, die das Theater des Kindes bei ihrem mehrtägigen Linz-Aufenthalt besuchen.


    Das alles wurde vorige Saison mit einem dreiköpfigen Schauspielteam gestemmt, "das ging schon sehr an die Substanz" – nun kommt zu den Ensemblemitgliedern Simone Neumayr, Katharina Schraml und Matthias Hacker der Vorarlberger David Baldessari dazu.


    Die Saison 2019/20 hat bereits begonnen: Geboten werden drei Uraufführungen und sieben Wiederaufnahmen.


    Die Uraufführungen

    Am 11. Oktober "Ein Freund für immer" von Alexander Kratzer nach dem Bilderbuch von Diane M. Fuchs. Im Jänner 2020 folgt "Orpheus", eine alte Geschichte neu erzählt als Einpersonenstück von Henry Mason. Holger Schober adaptiert den Klassiker von Jules Verne "In 80 Tagen um die Welt" ab 14. Februar 2020.


    Das erfolgreiche Krippenspiel "Ox und Esel" (ab 5) wird ab 22. November wiederaufgenommen – Reservierungen sind ab sofort möglich! Weitere Wiederaufnahmen: Simone Neumayr als bezaubernde "Molly Mondschein" – bereits 121 Mal gespielt! – gibt es wieder ab Frühjahr 2020 zu sehen, die zündenden Ideen des Herrn Edison in "Die Birne glüht", vor allem von Schülern ab sieben Jahren gut besucht, ab Herbst. Und Adalbert Stifters "Bergkristall" für Menschen ab sieben Jahren ab Frühling 2020.


    Die Eintrittspreise wurden seit Jahren nicht angehoben und sind besonders kinder- und familienfreundlich: Einzelkarte sieben, mit Gruppenermäßigung sechs Euro.


    Infos, Termine, Karten: http://www.theater-des-kindes.at; Tel. 0732 / 60 52 55


    Quelle: https://www.nachrichten.at/kul…ntrittsgeld;art16,3168313

    "Jules Vernes Abenteuer": Neues "Klangfeder"-Musikspektakel


    Von Marion Konrad

    30. September 2019


    Die Kulturgemeinde Burgkunstadt feiert am 25. und 26. Oktober eine Premiere: Udo Langer stellt mit seiner Band sein neuestes Werk vor: „Jules Vernes Abenteuer“. Foto: Red


    Die Kulturgemeinde Burgkunstadt freut sich, am 25. und 26. Oktober, wieder eine Premiere präsentieren zu können. „Klangfeder“ Udo Langer stellt mit seiner Band sein neuestes Werk vor.


    Jules Verne war der ganz großen Fantasy-Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Im Herbst begibt sich die Band „Klangfeder“ auf eine abenteuerliche, musikalische Reise und taucht ein in die phantastischen Welten zwischen „Fünf Wochen im Ballon“, „20 000 Meilen unter dem Meer“, die „Reise zum Mond“ und weiteren Abenteuern. Andi Herold, Marco Hofmann, Gerald Klimke und Udo Langer präsentieren eine multimediale, musicalhafte Show, zusammen mit weiteren Musikern und überraschenden Gästen.


    Erzählt wird die Geschichte von drei Freunden, die sich 30 Jahre nach Schulende wieder treffen, um gemeinsam um die Welt zu reisen. Ein magisches altes Buch bringt sie von einer Eskapade in die nächste und lässt das Leben pulsieren.


    Die Veranstaltung findet im „Saal München“ bei Regens-Wagner statt. Karten gibt es zum Vorverkaufspreis im Büromarkt Schulze in Burgkunstadt. Beginn ist um 20 Uhr. Einlass ab 19 Uhr. Für kleine Speisen und Getränke ist ebenfalls gesorgt. (red)


    Quelle: https://www.obermain.de/lokal/…com%2F&wt_t=1571572196072

    Die Sommerpause ist vorüber


    Nach einer längeren Pause setzt die Bibliothek des Deutschen Museums ihre Veranstaltungsreihe BUCH UM SECHS fort. Nachdem unsere vergangenen Lesungen den Wettlauf zum Mond und einen Ausflug in die Physik zum Thema hatten, laden wir Sie jetzt dazu ein mit Jules Verne auf Reisen zu gehen.


    Ralf Junkerjürgen, Professor für romanische Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg, stellt seine Biografie zu Jules Verne vor.


    Verne (1828-1905) ist der meist übersetzte französische Autor. Seine populären Abenteuerromane sind längst Klassiker und wurden unzählige Male verfilmt. Die Biografie schildert seine Lebens-stationen und entdeckt sein Werk als Enzyklopädie des 19. Jh.s, die Wissenschaft, Kultur- und Technikgeschichte in sich vereint. Jules Vernes Romane verweben romantisches Fernweh, wissenschaftlichen Rationalismus und technische Entwicklung zu einer spannenden Handlung. Sie schaffen neue Helden und imaginäre Maschinen, die unsere Zukunft vorwegnehmen. Kapitän Nemo und die Nautilus, die "Reise um die Welt in 80 Tagen" oder "Fünf Wochen im Ballon" faszinieren bis heute.


    Neugierig geworden?

    Dann sind Sie herzlich eingeladen, mit uns einen spannenden, informativen und sehr unterhaltsamen Abend zu verbringen. Im Anschluss an den Vortrag haben Sie die Möglichkeit, mit dem Autor über sein Werk ins Gespräch zu kommen.




    Ralf Junkerjürgen: Jules Verne

    Bibliothek des Deutschen Museums / Lesesaal

    (Eingang gegenüber dem Haupteingang des Museums)

    Donnerstag, 21. November 2019, 18.00 – ca. 20.00 Uhr

    Einlass ab 17:30 Uhr

    Eintritt frei

    Anzahl der Plätze begrenzt, daher Anmeldung erbeten bis 15. November 2019

    unter bibliothek@deutsches-museum.de oder 089/2179-224


    Deutsches Museum

    von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik

    Museumsinsel 1

    80538 München


    Öffnungszeiten

    Täglich 9 - 17 Uhr


    Quelle: http://www.deutsches-museum.de/bibliothek/buch-um-sechs/

    Stefan Hornbach ist der neue Burgschreiber von Beeskow.FOTO: Annemone Taake


    Beeskow. Am Freitag wird der Autor auf der Burg Beeskow in sein Amt eingeführt.


    Am Freitag, 11.Oktober, wird Stefan Hornbach als 27. Beeskower Burgschreiber in sein Amt eingeführt. Im Rahmen des vom Landkreis Oder-Spree und der Stadt Beeskow ausgelobten Stipendiums wird der Autor fünf Monate auf der Burg leben und arbeiten.


    1986 in Speyer geboren, studierte Stefan Hornbach Theaterwissenschaft, Psychologie und Neuere deutsche Literatur in München, anschließend Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg. 2015 gewann Hornbach mit seinem Theaterstück „Über meine Leiche“ den Osnabrücker Dramatikerpreis, 2016 folgte eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt und zu den Autorentheatertagen ans Deutsche Theater Berlin.


    Die Jury überzeugte er nicht nur mit seinen Theatertexten; Themen wie Herkunft, Kindheit und Jugend setzt Hornbach sprachlich gut gebaut um. Seine Texte beschrieb die Jury dabei als dicht, emotional, dynamisch und kraftvoll. Er erreicht mit seinen Texten Menschen unterschiedlicher Generationen.


    Während seiner Amtszeit möchte Hornbach seinen Roman abschließen, mit dem er bereits vor Veröffentlichung auf verschiedenen Ebenen Neugierde geweckt hat. In diesem geht es um einen, der zurückkehrt an den Ort, aus dem er stammt und dort mit den Geschichten seiner Kindheit und Jugend konfrontiert wird, mit ungelösten Knoten alter Tage.


    In seiner Antrittslesung wird er sowohl aus dem Romanmanuskript als auch gemeinsam mit seiner Schauspielkollegin Jana Julia Roth aus seinen Theaterstücken „Über meine Leiche“, „Planet B“ und aus der „Reise ins Unendliche – zum Mittelpunkt der Erde“ frei nach Jules Verne lesen. Traditionell hält Sascha Macht als sein Vorgänger die Laudatio für Stefan Hornbach.


    Die Lesung im Konzertsaal der Burg beginnt um 19 Uhr. Karten für fünf Euro sind an der Abendkasse oder telefonisch unter 03366-352727 erhältlich.


    Quelle: https://www.lr-online.de/lausi…urgschreiber_aid-46383877

    vonRüdiger Geis


    Tom Sawyer, Lederstrumpf oder der brutale Seewolf - die legendären ZDF-Vierteiler zur Weihnachtszeit lockten die Zuschauer zwischen 1964 und 1983 in Scharen vor den Bildschirm. Vor 55 Jahren begann die Reihe mit dem bekanntesten Schiffbrüchigen der Literaturgeschichte: Robinson Crusoe.


    Ein fürchterlicher Sturm erschüttert das Segelschiff, das langsam in seine Einzelteile zerbricht. Ein junger Mann wird über Bord gespült. Scheinbar der sichere Tod in den aufgewühlten Fluten. Doch es ist sein Glück. Als Einziger überlebt er die Katastrophe vor der Küste Südamerikas. Er wird an einer einsamen Insel angespült. Hier beginnen "Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst".


    Der Titel wirkte sicher schon im Oktober 1964, als der erste der legendären ZDF-Abenteuervierteiler über die Mattscheibe flimmerte, etwas sperrig. Doch die Verfilmung von Daniel Defoes Klassiker mit Robert Hoffmann in der Titelrolle gehört zu jener Spezies von TV-Filmen, die man damals mit dem Namen "Straßenfeger" bezeichnete - auch wenn dieser Begriff in den 1960er Jahren eher auf Krimis gemünzt war.


    Die Robinson-Crusoe-Adaption ist die erste einer ganzen Reihe von Literaturverfilmungen, mit denen das damals noch junge ZDF beim Zuschauer punkten kann. Der Produzent Walter Ulbricht hatte die Idee, Abenteuerliteratur in epischer Breite - nämlich in vier Teilen von jeweils eineinhalb Stunden - dem Fernsehzuschauer nahezubringen. Und um Kosten zu sparen, wurde in Kooperation mit dem französischen Produzenten Henri Deutschmeister gedreht.


    Zwar ist Robinsons Nachfolger, "Die Geschichte von Don Quijote von der Mancha" mit Josef Meinrad im Oktober 1965 ein lauer Erfolg. Doch mit "Die Schatzinsel" ein Jahr später bekommt das Projekt wieder einen neuen Schub. Die Geschichte um den Jungen Jim Hawkins (Michael Ande) und den einbeinigen Piraten John Silver war die erste dieser Verfilmungen, die an Weihnachten gesendet wurde. Da die Zeit am Jahresende auch fortan als Sendeplatz reserviert ist, setzte sich nach und nach die Bezeichnung Weihnachts- oder Adventsvierteiler durch.


    1968 folgen "Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer" mit der unvergleichlichen Lina Carstens in der Rolle der Tante Polly. Im Jahr darauf setzen Coopers "Lederstrumpfgeschichten" mit Helmut Lange in der Titelrolle eine neue, besondere Duftmarke, bilden sie doch quasi einen TV-Kontrast zu der gerade erst zu Ende gegangenen Kinoserie um Karl Mays Winnetou.


    Unbestrittener Höhepunkt ist dann aber 1971 die Jack-London-Verfilmung "Der Seewolf". Raimund Harmstorf spielt den mit einer morbiden Intellektualität ausgestatten, Kartoffel quetschenden Kapitän Wolf Larsen so überzeugend, dass er fortan auch in internationalen Filmen gefragt ist.


    Erstmals wird 1974 mit "Zwei Jahre Ferien" eine Jules-Verne-Verfilmung als Vierteiler gezeigt - mit großem Erfolg. Anders dagegen die 1975er-Verfilmung "Lockruf des Goldes" nach Jack London. Wie schon beim "Seewolf" dominieren hier allzu oft brutale Szenen. Das entspricht zwar der literarischen Vorlage, schreckt aber auch manche Zuschauer ab. Hinzukommen Berichte über Tierquälereien und im Schneesturm erfrorene rumänische Soldaten, die als Komparsen dienen. Auch das Typische der Abenteuervierteiler hat sich überlebt: die Erzählerstimme, die Gedanken des Helden verdeutlicht oder die Handlung kommentiert.


    Neustart mit "Michael Strogoff"


    1976 alles auf Neustart: "Seewolf" Raimund Harmstorf bringt den Erfolg zurück. Als "Michael Strogoff" kämpft, fechtet und liebt er sich durch Jules Vernes "Kurier des Zaren". Kuriosum dieser Adaption: Im Gegensatz zum französischen Publikum bleibt dem deutschen das Happy End mit Strogoff und Nadja verwehrt. Die abschließende Tanzszene des Paares in St. Petersburg ist hierzlande nicht zu sehen. Erklärung des ZDF damals: Ein solcher Operettenschluss passe nicht zu der Geschichte.


    Zwei Jahre später noch einmal ein Höhepunkt "Die Abenteuer des David Balfour" nach Robert Louis Stevenson lassen die Herzen der Zuschauer höher schlagen, zumal sich zwischen den Hauptdarstellern Ekkehardt Belle und Aude Laundry tatsächlich eine langjährige Beziehung ergibt. Markant die Titelmelodie, die wohl die bekannteste aller Vierteiler ist.



    1979 kann die Verne-Verfilmung "Mathias Sandorf" nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen. Sie ist die letzte Adaption klassischer Abenteuerliteratur. Vier weitere Mehrteiler sollten bis 1983 noch folgen. Der letzte, "Der Mann von Suez", schildert den Bau des Kanals am Roten Meer. Die Reihe versandet in der Wüste Ägyptens.


    Epische Breite und Stoffdurchdringung sind nicht mehr so gefragt. Spätere Verfilmungen von "Kurier des Zaren" (1999) mit Hardy Krüger jr., "Die Schatzinsel" (2007) mit Tobias Moretti oder "Der Seewolf" (2008 mit Thomas Kretschmann und 2009 mit Sebastian Koch) beschränken sich daher (mit bescheidenem Erfolg) auf zwei Teile. Das Flair der alten Weihnachtsvierteiler will 2016 auch noch einmal RTL hervorrufen. Doch die "Winnetou"-Verfilmung in drei Teilen scheitert beinahe kläglich.


    Quelle: https://www.giessener-allgemei…vierteltakt-13068630.html

    Die NEUE Klangfeder-CD ist da! „Jules Vernes Abenteuer“


    18 Songs zum Mitreisen, von Pop über Rock, Balladen, klassische, sphärische Ausflüge und Texte mit Botschaft, limitiert auf 888 Stück. (Infos siehe weiter im Text)


    Zwei der Songs wurden bereits 2018 produziert und gewannen beim Deutschen Rock-Pop Preis erste und zweite Preise, u.a. den 1. Platz für den besten Alternativ-Song des Jahres.


    Jules Vernes Abenteuer ist ein Konzeptalbum. Es geht um 3 Männer um die 50, die sich am letzten Schultag ihres Lebens versprechen, sich in 30 Jahren wieder zu treffen und gemeinsam um die Welt zu reisen.

    Mit Hilfe eines magischen Buches "Jules Vernes Abenteuer" tauchen sie dabei in die großen Geschichten des genialen Fantasy-Autors ein.


    75 Minuten Spielzeit, ein besonderes Booklet im Buchformat mit 36 Schmuckseiten nimmt euch mit auf die abenteuerliche Reise.


    Es wird in einer Erstauflage nur 888 CDs geben, limitiert, nummeriert. Ab dem 11.10. könnt ihr das Album schon online bei uns bestellen, gerne auch signiert. Es kostet 19,90 € zzgl. 2,– € Verpackung und Versand. CD Abholung gerne auch bei eine unserer Shows.


    Einfach eine kurze Mail an udo.langer@klangfeder.de


    Ab dem 27.10. ist die CD zudem dann im ausgesuchten Fachhandel erhältlich. Mehr zu den Händlern demnächst hier.


    Parallel gibt es multimediale Live-Shows "Jules Vernes Abenteuer" ab Oktober 2019.


    Weitere Infos zur neuen CD und den Shows auch unter unserer Rubrik "Aktuelles" hier auf

    unserer Homepage oder unter facebook/klangfeder



    Quelle: http://musik.klangfeder.de/de/jules-vernes-abenteuer.html#!/




    KLANGFEDER „Jules Vernes Abenteuer“ Die neue CD

    Von Mathias H. Walther

    13. Oktober 2019


    Burgkunstadter Komponist Udo Langer auf Jules Vernes Spuren


    Das Team des Musikprojekts „Jules Vernes Abenteuer“ mit Udo Langer (Mitte). Foto: Mathias H. Walther

    Von einem Werk, für das man sich 75 Minuten seines Lebens Zeit nehmen sollte, spricht Eroc, einer der begehrtesten Musikproduzenten, Toningenieure und Soundbastler, den die Republik zu bieten hat. Gemeint ist das neueste Musikspektakel aus der Klangfeder des Burgkunstadters Udo Langer. „Jules Vernes Abenteuer“, eine Erzählung, die drei Schulfreunde nach 30 Jahren gemeinsam in die Welt des visionären Literaten eintauchen lässt – herausgefordert von Aufgaben, die letztendlich zum Weg zu sich selbst führen.


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    Geschafft: Udo Langer mit der neuen CD. Foto: Mathias H. Walther


    Die jetzt vorliegende CD ist mehr als nur ein Tonträger, mehr als eine Dokumentation kreativen Schaffens. Udo Langer lädt bereits im ersten der 19 Musiktitel – „Kommen Sie mit“ – dazu ein, „dieses uferlose Beben in Sekunden traumerfüllt“ zu erleben. Eingespielt von der Crew um Langer – er frönt dem Klavierspiel und spielt so ziemlich alles, das Tasten hat – ist eine Produktion von Pop über Klassik bis hin zum Rock entstanden. Und wie es sich für ein echtes Abenteuer gehört, von einem „Felsenbauer“ aus dem Fichtelgebirge gesponsert.


    „Ich fahr nach 30 Jahren durch die Gassen meiner Heimatstadt, wo sind all die kleinen Läden hin? Leerstand, wie es amtlich heißt, Leerstand überall.“

    Aus Udo Langers Song „Gestern war heute Morgen“


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    Magisches Leuchten, sphärische Klänge: Szenenbild aus Udo Langes neuem Werk "Jules Vernes Abenteuer" Foto: Mathias H. Walther


    Andi Herold (Drums), Marco Hofmann (Gitarre) und Gerald Klimke (Bass), alle aus Burgkunstadt oder Altenkunstadt, haben Ohrwürmer geschaffen, die von der Ballade bis zum Instrumentalepos reichen. Ergänzt wird das Team technisch durch Daniel Baier, Daniel Petterich und Roland Saar (alle aus Burgkunstadt) sowie nicht zuletzt durch Markus Häggberg, dem durch das Geschehen führenden Erzähler Monsieur Fiction sowie brillanten Gastsängern. So etwa Marko Schiefer aus Berlin, der zu den größten Soulstimmen am deutschen Soul, Rock & Pop-Himmel zählt. Leidenschaftlich intoniert das gefragte Joe Cocker-Double mit seinem außergewöhnlichen, groovigen Organ auf Udo Langers neuem Album den Song „Schöne Helena“. Oder die Schweizerin Susan Schell, die in „Mutter Erde“ zu überzeugen weiß und zum Nachdenken anregt: „Wenn schon bald das Meer verdreckt zu sterben scheint, und das Land verdorrt, ertrinkt mein Himmel weint, ist es vorbei, fang ich neu an ... irgendwann ... ich hab‘ doch Zeit...“


    Überhaupt: Langer hat kein schmusiges Märchen abgeliefert, sich aber auch nicht auf die romantisch verklärte „Gutmensch“-Seite verirrt. Eindrucksvoll durch ein 36-seitiges Booklet zur CD unterstrichen, ist Langer wohl der Mahner – aber auch derjenige, der mit seiner Erzählung versöhnliche Töne findet. Und seinen Botschaften eine klangvoll überzeugende musikalische Basis gibt. Es ist kein Retro-Gedudel, wenn die Protagonisten der Story sich nach 30 Jahren wieder treffen und beschließen, gemeinsam auf den Spuren Jules Vernes zu reisen. „Ich fahr nach 30 Jahren durch die Gassen meiner Heimatstadt, wo sind all die kleinen Läden hin? Leerstand, wie es amtlich heißt, Leerstand überall“, so legt Langer im Song „Gestern war heute Morgen“ auch den Finger in die Wunde, der kommunalen kleinen Welt allerorten.


    Faszinierende Klangwelten und berührende Botschaften

    Auch wenn sich die Hauptdarsteller der Story – drei Männer um die 50, die sich wie zur Schulzeit bei Rosinenschnecken und Kakao treffen, um ihre Reise zu sich selbst zu starten – durch ein magisches Buch durch die Welt Jules Vernes treiben lassen, sind ihre Erlebnisse zwar abenteuerlich, schräg und visionär – aber dennoch immer hautnah am Puls der Zeit. Das gilt für die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ebenso wie für die „80 Tage um die Welt“ oder die „Die 500 Millionen der Begum“. Und immer von faszinierenden Klangerlebnissen untermalt. Insbesondere bei den Instrumentalstücken wird das einfühlsame und fantasievolle Können Udo Langers deutlich. Etwa bei „Namaste“, wenn er durch das Trompeten der Elefanten überdeutlich werden lässt, dass man sich gerade im indischen Dschungel befindet.


    Das Plakat zum Klangspektakel. Foto: Mathias H. Walther


    Endstation – wie treffend. Udo Langer bringt es auf den Punkt: „Endstation, am Abend deiner Tage stellt sich für dich die Frage, wofür das ganze Tun? Reflektion, im Sprung wird sich erweisen, das Licht bringt dich zum Reisen.“


    Wobei der Weg in Richtung Endstation den Menschen freilich nicht nur in liebens- oder lebenswerte Gefilde bringt. Etwa beim Zwischenstopp in der „Stahlstadt“ in Vernes „Die 500 Millionen der Begum“. Hier ist es ein Instrumentalstück, mit dem Udo Langer apokalyptisch bedrückend Endzeitstimmung aufkommen lässt. Freilich nicht ohne um eine Auflösung bemüht zu sein, wenn in „Komm, meine Seele“ Friede die Gehörgänge des Zuhörers umschmeichelt.


    „Klangfeder“ spacig, aber nicht spaßig.

    Und wenn Langer bei der imaginären, musikalischen Reise zum Mond – und darüber hinaus in die Ferne des Universums („Ich bin jetzt schwebend, staunend bei mir, in dieser Schwerelosigkeit, Stille trennt mich von zuhause, verrückt die wahre Wirklichkeit.“) – sein Publikum „Liebe, laut oder leise“ erfahren lässt, das ist die Fiktion, doch wieder haarscharf an der Realität. Man könnte sagen schwebend, frei – ohne abgehoben zu wirken. In dieser Sequenz ist Klangfeder spacig – aber nicht spaßig.


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    Der Komponist Udo Langer in seinem Musikstudio in Burgkunstadt. Foto: Mathias H. Walther


    Udo Langer, der auch für sein neues Werk – teilweise bereits vor zwei Jahren entstanden – mit einem 1. und einem 2. Platz beim Deutschen Rock & Pop-Preis 2018 ausgezeichnet wurde, ist ein Singer-Songwriter, der in der Tradition der Märchenerzähler zuhause ist. Das neue Album hat er in den Klangfeder-Studios Burgkunstadt vom vergangenen Juni bis August eingespielt. Live vorgestellt wird das Musikspektakel multimedial am 25. und 26. Oktober jeweils um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) im „Saal München“ bei Regens-Wagner in Burgkunstadt. Tickets gibt es im Büromarkt Schulze in Burgkunstadt. Und am 8. November, 19.30 Uhr, im Kaisersaal von Kloster Banz. Tickets bei der Kultur-Initiative (KIS) Bad Staffelstein.


    Die neue CD ist seit 11. Oktober auf dem Markt – in einer limitierten und nummerierten Auflage von 888 Stück. Mehr Informationen unter http://www.klangfeder.de.


    Quelle: https://www.obermain.de/lokal/…t-weismain/art2415,785103

    Von IN-StadtMagazine (SK) -13. Oktober 20190


    Im Marples treffen sich die Anhänger Jules Vernes: Zwei jährliche Magazine, Aufkleber, sogar eigene Buchveröffentlichung – die Fans des Steampunk-Schutzpatrons sind definitiv mit ganzem Herzen bei der Sache. (Foto: IN-StadtMagazine)


    Der Brite hat bekanntlich ein Herz für Exzentrik. Nur folgerichtig also, dass sich in Huckardes englischem Pub „Marples“ mittlerweile die exotisch-schrägen Stammtische quasi die Klinke in die Hand geben. Steampunk- wie Sherlock-Holmes-Enthusiasten versammeln sich schon seit einiger Zeit immer mal wieder in Huckardes Alter Mühle; erweitert wird das Spektrum nun seit Juni durch den ersten „Jules-Verne-Stammtisch“ Nordrhein-Westfalens. Der französische Autor gilt vielen bekanntlich nicht nur als Erfinder des literarischen Science-Fiction-Genres, sondern kann in jüngster Zeit auch als eine Art Schutzpatron der Steampunks gesehen werden.


    Den deutschen Jules-Verne-Club indes gibt es schon seit der Jahrtausendwende. Ist die Mitgliederzahl aktuell auch überschaubar, stecken die aktivsten Fans des Schriftstellers doch umso mehr Herzblut in ihr Hobby: So wird nicht nur zweimal jährlich bundesweit das Magazin „Nautilus“ mit Geschichten, Infos und Freizeittipps zum Thema vertrieben, sondern der Verein brachte erst kürzlich eine in Eigenregie organisierte Übersetzung eines bislang in Deutsch unveröffentlichten Werks Jules Vernes heraus.


    Sich auf Stammtischen auszutauschen, ist allerdings noch ein recht junges Projekt, aktuell gibt es ähnliche Initiativen außerdem noch in Göttingen und Berlin. Zum besonderen Anlass reiste Vereinschef Bernhard Krauth Ende September höchstpersönlich in Huckarde an. Dass seinem Fanclub einmal der Gesprächsstoff ausgehen könnte, steht aus seiner Sicht übrigens überhaupt nicht zu befürchten, denn zum einen hat der bereits 1905 verstorbene französische Kult-Autor zu Lebzeiten stolze 64 Romane auf den Markt gebracht, und zum anderen rissen weder das öffentliche Interesse noch der Nachschub an neuen Verfilmungen, Hörspielen und Graphic Novels jemals wirklich ab.


    Bereits für schmale 12 € Jahresbeitrag ist jeder mit von der Partie, nichtsdestotrotz stehen die Stammtisch-Treffen ausnahmslos allen offen, die Spaß an Geselligkeit haben und/oder neugierig auf Jules Vernes Fantasiewelten sind.


    Zusammenkommen möchte man in Huckarde künftig etwa alle drei Monate, das nächste Mal geht die Nautilus am 25. Januar 2020 an der Roßbachstraße vor Anker.


    Quelle: https://www.in-stadtmagazine.d…der-science-fiction-77478

    Am Freitag, 25.Oktober 2019 ab 19:30 Uhr

    Von der Erde zum Mond


    Musikalisch-literarische Bühnenshow nach dem Roman von Jules Verne

    Rufus Beck – Sprecher

    Jason Weaver – Leitung


    Eine Kooperation mit dem Göttinger Literaturherbst und gefördert durch die AKB STIFTUNG.


    Tickets auf reservix oder an der Abendkasse.


    Seit mehr als 150 Jahren gibt es das Göttinger Symphonie Orchester, das zu einer unverzichtbaren Größe im Kulturleben der Stadt Göttingen, der Region und des Landes Niedersachsen geworden ist. Darüber hinaus ist das Orchester seit einigen Jahren mit einer Konzertreihe auch in der PS.Halle in Einbeck zu Gast.


    Seit der Spielzeit 2018/2019 leitet der international tätige Australier Dr. Nicholas Milton als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter das Orchester, das Musiker/innen aus 24

    Nationen umfasst. Seine mitreißende Inspiration und die herausragende Leistung des Orchesters machen das Göttinger Symphonie Orchester zu einem der renommiertesten Klangkörper Deutschlands.


    Quelle: https://www.ps-speicher.de/appointments.php?index=1&id=490

    14. Oktober 2019


    Nantes – Umwelthauptstadt Europas 2013 und Heimatort von Jules Verne


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    Luftaufnahme von Nantes


    Die Großstadt Nantes befindet sich im Westen Frankreichs und liegt in der östlichen Bretagne an der Loire. Diese Beachtung verdienende Stadt gehört zu dem Départment Loire-Atlantique und ist gleichzeitig die Hauptortschaft der Region Pays de la Loire. Nantes zeichnet sich vor allem durch seine angenehme Atmosphäre und seine hohe Lebensqualität aus. Seit längerer Zeit schreibt die sehenswerte Metropole das Thema Umweltbewusstsein groß. Eifrig bestrebt dieser Ort, nachhaltig und lebenswert zu sein, und sieht seine Aufgabe darin, in dieser Hinsicht beispiellos voranzugehen. Aus diesem Grund wurde Nantes als erste französische Stadt als grüne Hauptstadt Europas 2013 ausgezeichnet. Einen weiteren Ehrentitel verleiht die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa Nantes im Jahr 2017. In diesem Jahr erlangte diese bemerkenswerte Stadt die Betitelung - Reformationsstadt Europas.


    Um Frankreichs ideenreichsten Schriftsteller Jules Verne respektvoll zu würdigen, eröffnete die Stadt Nantes das Musée Jules Verne de Nantes (Jules Verne Museum). Jules Verne wurde 1828 als Sohn eines Anwalts auf der Insel Feydeau in Nantes geboren. Während seiner Kindheit lebte der Mann der Feder mit seiner Familie im Gebäude des 2. Quai Jean-Bart. Von dort hatte er das lebhafte Geschehen im Hafen unaufhörlich im Blick. Seine bedeutendsten Werke sind „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, „20.000 Meilen unter dem Meer“ und „ Reise um die Erde in 80 Tagen“. Weltweit geachtet zählt Jules Verne zu den Schöpfern der Science-Fiction-Literatur.

    Das Jules Verne Museum ist ein fantastischer Ort, um das Leben und Werk des weltbekannten Schriftstellers näher kennenzulernen. Es beherbergt sowohl Auszüge von seinen Werken und Illustrationen sowie Manuskripte, Bücher, Dokumente Plakate, Videos und Spiele. Freies Besichtigen des Museums ist für Schul- und Freizeitzentren kostenlos. Für eine Führung reservieren Sie bitte vorab. Es gibt spezielle Tarife für Schulgruppen von 12 bis 25 Personen.


    Gehen Sie mit uns auf Klassenfahrt nach Nantes und wandeln Sie auf den den Spuren von Jules Verne.


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    Bestaunen Sie die lebendigen 'Maschinen' wie hier den großen Elefanten - Le Grand Élephant - welcher auch Wasser speien kann.


    Hundertprozentig unverwechselbar ist die künstlerische Parkattraktion mit mechanischen Riesentieren Les Machines de l'Île, ein komplett neues Projekt von François Delarozière und Pierre Orefice. Bestaunen Sie, wie neugierige Maschinen die Insel Nantes besiedeln, in Verbindung an Jules Vernes "erfundene Welten". Verschiedene Entdeckungstouren sind im Programm. Hinsichtlich Gruppen-Reservierungen kontaktieren Sie den Vergnügungspark bitte nicht weniger als 20 Tage vor dem tatsächlichen Hingehen.


    Nantes – eine facettenreiche Weltstadt, die jedermann beeindruckt

    Als historische Hauptstadt der Bretagne hat Nantes seinen zahlreichen Gästen viele schöne Ecken umringt von Moderne und Geschichte anzubieten. Betrachten Sie während Ihres Stadtrundgangs den allseits beliebten Place Royale. Dieser ist sinnvollerweise für den Verkehr gesperrt. Mitten auf diesem Platz befindet sich ein hübsch anzusehender Brunnen. Erbaut im Jahre 1865, verkörpert er die Stadt Nantes.

    Ein wahres Meisterwerk der Baukunst ist die gotische Kathedrale von Nantes, namens Cathédrale St-Pierre-et-St-Paul. Ihre Konstruktion begann im Jahr 1434 und sie gilt als eines der größten Bauwerke der Renaissance.

    Versäumen Sie auf keinen Fall, das sehenswürdige Stadtviertel Graslin eingehend zu begutachten, das seinen Namen dem Finanzbeamten Jean-Jacques Graslin verdankt. Schlendern Sie in aller Seelenruhe die Geschäftsstraße Rue Crébillon entlang. Durchqueren Sie zusätzlich den reizvollen Place Graslin sowie den anschaulichen Place du Commerce. Darüber hinaus finden Sie in diesem Stadtviertel die historische Händlergalerie Passage Pommeraye aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde im Jahr 1843 errichtet. Gelegen in der Rue Santeuil erstreckt sich diese großartige Passage, die seit 1976 unter Denkmalschutz steht, über drei Etagen.


    Zum krönenden Abschluss des ereignisreichen Tages statten Sie dem gigantischen Wolkenkratzer Tour Bretagne mit 144 m Höhe einen Besuch ab. An jenem Ort angekommen, fahren Sie per Lift in die Bar „The Nest“ auf der 32. Etage. Bei einem leckeren Getränk genießen Sie entspannt den prächtigen Rundumblick auf die Metropole.


    Nantes - die wundervollen grünen Oasen inmitten des Großstadtlebens

    Wer sich zwischen Kunst und Kultur nach einer Ruhepause im Grünen sehnt, sucht am besten den Japanischen Garten auf der Île de Versailles auf. Auf einer Fläche von 1,7 Hektar lädt Sie diese unnachahmlich phänomenale Grünanlage zum Verweilen ein.

    Entspannen Sie mitten unter japanischen Landschaften mit seinen fremdländischen Pflanzen wie Zypressen, Kamelien, Rhododendren, Bambus und dem japanischen Kirschbaum. Umgeben von leise rauschenden Wasserfällen, bildhübschen Steingärten und Teichen ist Erholung garantiert.

    Gehen Sie unter allen Umständen in dem Herz der Insel, dem Teegarten das „Maison de l’Erdre vorbei. Entdecken Sie hier das Leben der Pflanzen und Fische des Japanischen Gartens, mitsamt 20 verschiedenen Fischarten in Aquarien.

    Aufschlussreich ist obendrein ein ausgedehnter Aufenthalt im Botanischen Garten der Stadt Nantes, benannt Jardin des Plantes. Erfreuen Sie sich an einzigartiger Natur auf sieben Hektar Grün im Mittelpunkt des Stadtzentrums. Jardin des Plantes wird nicht umsonst als Jardin Remarquable tituliert. Er gilt als einer der vier größten Botanischen Gärten Frankreichs. Über alle Maßen interessant ist die beispielhafte Kakteen-Sammlung im Gewächshaus der Trockengebiete.

    Gruppenführungen für 10-20 Personen sind im Angebot. Bitte buchen Sie diese im Voraus. Hinzukommend stellt der Botanische Garten, eine eigenständige Audio-Führung als kostenlose Download-Anwendung bereit.


    Aristokratie und Geschichte im Schloss Nantes und eine Dosis Zoologie

    Wandeln Sie auf den Spuren der Herzöge der Bretagne, indem Sie in deren ehemaligen Wohnsitz Château des Ducs de Bretagne vorbeischauen. Lassen Sie die angsteinflößende Festung mit ihren breiten sowie tiefen Gräben sowie die typisch bretonischen Türme auf sich wirken. Informative Einblicke in die Historie der Stadt Nantes erhalten Sie im Geschichtsmuseum des Schlosses, dem Musée d'Histoire de Nantes. Durchleben Sie auf einer Reise in sieben Sequenzen die wissenswerte Vergangenheit der Stadt Nantes.

    Unterschiedliche Führungen sind verfügbar. Buchen Sie Ihre gewünschte Tour bequem online.


    Unzählige der vielen Gäste von Nantes unternehmen mit Vergnügen auch einen Streifzug in das gefragte Naturkundemuseum der Metropole. 1799 gründete François-René Dubuisson das erste Kabinett der Naturgeschichte und im Jahr 1810 erfolgte das Einweihen des Naturkundemuseums. Seither erweiterten die Verantwortlichen dieses Museum fortlaufend. Heute umfasst es neben anderem folgende Sammlungen: Zoologie von Tieren aus aller Welt. Mineralien, Fossilien, Gesteine und eine große Anzahl an Samen sowie Früchten aus dem Fachgebiet Botanik.


    Von Nantes können Sie auch einen Ausflug mit dem Naviboot auf der Loire unternehmen. Innerhalb von zehn Minuten gelangen Sie zu dem einstigen Fischerdörfchen Trentemoult, das durch seine Ausflugslokale populär wurde, sogenannte Guinguettes. Lernen Sie so die einheimische Küche und Gastfreundschaft der Franzosen kennen.


    Quelle: https://www.schulfahrt.de/blog…10/14/nantes-jules-verne/

    Sommerliche Temperaturen sorgten für einen entspannten Sonntag. Vereine nutzten die Gelegenheit, um für das Ehrenamt zu werben.

    Von Jochen Werner


    Bestens gelaunte Weinprinzessinnen an der Spitze des kleinen Umzugs zur Nachkerb, der laut Oberbürgermeister Feser „wärmsten seit Menschengedenken.“ (Foto: Jochen Werner)



    BÜDESHEIM - „In Bingen lässt sich ein herrlicher Sonntag mit viel Abwechslung erleben.“ Oberbürgermeister Thomas Feser freute sich zur Eröffnung der 34. Büdesheimer Nachkerb zusammen mit Michael Porr und dem Gewerbeverein Büdesheim aktiv darüber, dass das Event einmal mehr verwöhnt wurde. War der 33. Nachkerbesonntag vor zwölf Monaten schon der wärmste seit „Menschengedenken“, so toppte die Auflage des Jahres 2019 alles Vorstellbare, ließ die Besucher auf der Flaniermeile umherschlendern wie sonst eher in mediterranen Gefilden.


    Traumhaftes Wetter, strahlender Sonnenschein. Hochbetrieb und lange Schlangen vor der Eisdiele, die traditionell an ihrem letzten Öffnungstag des Jahres alle Eistöpfe leerte. Überall gut gelaunte Menschen aus Büdesheim und der Umgebung. Die Nachkerb ist ein Ereignis an sich, das auch ohne spektakuläre Momente auskommt. Der Losverkauf für den Glockenturm der katholischen Kirche St. Aureus und Justina lief gut an. Zu einem Highlight wurde der Flohmarkt im Innenhof des Hauses der hundert Fenster mit seinem traumhaften Ambiente, das nun wirklich eher an die Provence in Südfrankreich erinnerte als an einen rheinhessischen Herbsttag.


    Kurz nach 13 Uhr, nach der offiziellen Begrüßung vor Kraus-Optik an der Ecke Saarland-/Keppsmühlstraße, setzte sich der Zug in Bewegung, mit den Binger Weinmajestäten, Schwätzerchen Vanessa Gundlach und ihren Prinzessinnen Sarah Wendel-Eckes sowie Vanessa Litzius, der Katholischen Kirchenmusik Büdesheim und der städtischen Hautevolée, unterstützt von Vertretern von Büdesheim aktiv. Diesmal führte der Weg an nur zwei Weinständen vorbei. „Wegen der Weinlesezeit müssen wir leider auf einen verzichten“, erklärte Porr. Dafür war wieder Roman Aladar da, der laut Michael und Heike den „weltbesten Kaffee“ ausschenkte.


    Der TuS hatte ein attraktives Schnupperangebot zusammengestellt, mit einem Turnparcours für Kinder, einem Einblick in die Kunst der Selbstverteidigung und einer Vorführung über allgemeine Fitness für die Generation 50 plus. Abschließend wurde beim Badminton zum Mitmachen eingeladen. Vorstandsmitglied Heinz-Jürgen Rothe zeigte auf dem LuDoGe-Platz zudem auf die neue Sportkollektion des größten Binger Sportvereins hin, die ab jetzt bestellt werden kann, und bedeutete, dass ab sofort auch der Vorverkauf für die Fassenachtskampagne läuft, mit Blinker für den Nachtumzug und Eintrittskarten für die Sitzungen. Ein paar Schritte weiter lief der nächste Vorverkauf. Die Theatergruppe „Vorhang auf“ war fast in voller Stärke gekommen, um auf ihre diesjährigen Aufführungen hinzuweisen. Diesmal geht es am ersten Adventswochenende im Binger Kulturzentrum mit Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“, eine Woche später steht für Kinder „Der gestiefelte Kater“ auf dem Programm.


    Zum Zentrum des offenen Sonntags hat sich längst der neugestaltete Rathausplatz entwickelt. Im Innern erinnert der Heimatverein Byrtze mit einer Fotoausstellung an die Kerbejahrgänge der Vergangenheit, im Hof zeigte die Feuerwehr, was sie hat. Zum aktuellen Fuhrpark kam als Eyecatcher natürlich auch der noch voll funktionstüchtige Spritzenwagen von 1872 dazu.

    Bei aller guten Laune wies Peter Jost, stellvertretender Binger Wehrleiter, auf ein Problem hin: Die Büdesheimer Kameraden würden sich über weitere Mitstreiter freuen. Da blieben am Ende für die Besucher als offene Fragen nur die nach einem Gläschen vom Weingut Bernhard Grünewald oder einem Federweißen von Kollege Peter Ewen. Musikalische Unterhaltung und jede Menge Informationen gab es wie immer gratis dazu.


    Quelle: https://www.allgemeine-zeitung…heimer-nachkerb_20528132#

    Der Festspielverein Hirschau unterhält sein Publikum 2020 mit der legendären Abenteuerkomödie „In 80 Tagen um die Welt“.

    Von Werner Schulz



    Sie nennen es eine „verrückte Idee“ – die Bühnenaufführung des Erfolgsromans von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“ im Hirschauer Mälzerei-Theater. Von vorne nach hinten: Stellv. Vorsitzender Alfred Härtl, Regisseur Dieter Held, Ideengeber Roland Fritsch, Ideengeber Ludwig Koller und Festspielvereinsvorsitzender Hans Drexler. Foto: Werner Schulz


    HIRSCHAU.Seit 2005 bereichert der Festspielverein Hirschaus Kulturszene alle zwei Jahre mit den Stückl-Festspielen, heuer vom 19. Juli bis 3. August mit dem Volksstück „Die Erbschaft“. 2020 wollen die Bühnenakteure nun „In 80 Tagen um die Welt“.


    Das Schauspielerensemble unterbricht damit nicht nur den bisherigen Zwei-Jahres-Turnus der Aufführungen. Erstmals steht kein bayerisches Volksstück mit eingearbeiteten Hirschauer Stückln auf dem Spielplan, sondern eine Abenteuer-Komödie mit vielen skurrilen Figuren, deren Grundlage mit Jules Vernes gleichnamigem Roman ein spannendes Stück Weltliteratur ist. Daher werden die Vorstellungen nicht unter dem Begriff „Hirschauer Stückl-Festspiele“ firmieren.


    In der Ankündigung wird es heißen: „Der Festspielverein präsentiert im Hirschauer Mälzerei-Theater das Freilichtspiel „In 80 Tagen um die Welt“. Stückl-Festspiele gibt es turnusgemäß wieder vom 16. bis 31. Juli 2021. Gespielt wird dann das Volksstück „Die Pfingstorgel“ aus der Feder von Johannes Lippl.


    Nicht nur der Festspielvereins-Vorsitzende, Altbürgermeister Hans Drexler erachtete es als „verrückte Idee“, 2020 auf der Freilichtbühne im Schlosshof eine Bühnenfassung des erfolgreichsten Werkes von Jules Verne aufzuführen. Genauso sahen es die Ideengeber. Und die heißen Roland Fritsch, Ludwig Koller und Evi Fritsch. Die zwei Herren standen bei der „Erbschaft“ als Geschäftsmann Buche bzw. Liebhaber Sebastian auf der Bühne. Im Vorfeld hatten sie überaus engagiert am Kulissenbau mitgearbeitet. Roland Fritsch: „Genau dabei sind Ludwig und ich auf die verrückte Idee gekommen.“


    Die „verrückte Idee“ wird real

    Zunächst hatten sie an ein paar Einakter wie z. B. das „Königlich Bayerische Amtsgericht“ gedacht. Auch ein ganzes Stück, z. B. ein Krimi, war im Gespräch. Aber nichts passte recht mit der Requisite, den Klamotten und schon gar nicht mit den Kulissen zusammen. Also musste etwas ganz anderes sein – aber was? Die zündende Idee, so Roland Fritsch, ist dann von seiner Frau Evi gekommen. „In 80 Tagen um die Welt“ – es muss ja eh alles neu gemacht werden, also warum nicht gleich richtig?“, meinte sie.


    In der Zwischenzeit haben die Vorbereitungen für die „verrückte Idee“ konkrete Formen angenommen. Das Orga-Team steht zum größten Teil. Regie führt Dieter Held, unterstützt von Co-Regisseurin Saskia Krügelstein. Sie ist für die musikalische Gestaltung zuständig, Roland Fritsch für die Inszenierung. Den Bühnenbau übernehmen Erhard Ackermann, Ludwig Koller und Roland Fritsch, die Bühnentechnik Alfred Härtl, Holger Schwandner und Stefan Lindner, die Pyrotechnik Roland Fritsch und Ludwig Koller. Um die Kleidung und Ausstattung kümmern sich Evi Fritsch und Sepp Strobl, um die Requisite Sabine Wopperer, um das Catering Erwin Zach und um die Werbung Alfred Härtl, Ludwig Koller, Markus Dietrich und Melissa Bosser. Einige wenige Positionen sind noch zu besetzen.


    Offen ist noch, nach welchem Textbuch das Stück aufgeführt wird. Zur Auswahl stehen die Texte von Claus Martin (Cantus-Verlag), Christina Stauber und Evelyne Brader (Paulus-Verlag) und von Susanne Heydenreich und Katharina Scholl (Henschel-Verlag). Stattfinden werden die sieben Vorstellungen (davon zwei an Sonntagnachmittagen) in der Zeit vom 12. bis 21. Juni 2020.


    Gentleman auf Abenteuerreise

    Der am 30. Januar 1873 erschienene Roman von Jule Vernes basiert auf einer wahren Begebenheit. Vorbild war die Weltreise des Amerikaners George Francis Train im Jahr 1870. Im London um 1880 wird die Bank of England um 55 000 Pfund bestohlen. Im exklusiven Reformclub diskutieren die edlen Herren beim Kartenspiel, ob der Bankräuber wohl schnell gefasst werde. Die Chance sei gering, meinen die einen, da die Erde groß sei. Ganz anderer Meinung ist da der exzentrische Gentleman Phileas Fogg. Um zu beweisen, dass die Erde klein ist, wettet er um 20 000 Pfund, dass es ihm mit Hilfe der modernen Verkehrsmittel gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. 20 000 Pfund sind die Hälfte seines Vermögens. Die andere Hälfte benötigt Fogg für die Durchführung der Weltreise. Falls er die Wette verliert, wird er finanziell ruiniert sein.


    In Begleitung seines französischen Dieners Passepartout bricht Fogg sofort auf. Wegen der überstürzten Abreise gerät er in den Verdacht, der gesuchte Bankräuber zu sein, und Fix, ein eifriger Detektiv von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen. Die Wette hält Fix für ein Täuschungsmanöver. Das Londoner Volk wird vom Wettfieber gepackt und hofft, dass Mr. Foggs Reise gelingt. Gespannt verfolgen sie alle Reiseberichte, die bis nach London dringen. Unterwegs erleben Fogg und Passepartout eine Vielzahl von Abenteuern, ob in Suez, Kalkutta, Bombay, Yokohama, San Francisco oder New York.


    Zur Einstimmung


    Film:

    Am Donnerstag, 3. Oktober, lädt der Festspielverein um 19 Uhr in die Alte Mälzerei zur Einstimmung auf das Stück zu einem Filmabend „In 80 Tagen um die Welt“ ein.



    Seminar:

    Außerdem findet am Wochenende vom 22. bis 24. November für alle, die Interesse an dem Stück haben, im Herbert-Kießling-Wanderheim in Ödpielmannsberg bei Moosbach ein Workshop statt.


    Quelle: https://www.mittelbayerische.d…rne-20847-art1836810.html

    VON ASTRID LUDWIG


    Rahmen in metallischem Grau: Kleine Bullaugen und große Sprossenfenster lassen Licht in die Gartenlaube.


    Früher war Christian Hellwig Soldat und Waffenschmied, heute ist er ein gefragter Designer. Immer gleichgeblieben ist aber seine Liebe zu den Romanwelten von Jules Verne.


    Als er jung war, hat er Jules Vernes Roman „20 000 Meilen unter dem Meer“ verschlungen. Die Nautilus und Kapitän Nemo waren Christian Hellwigs Helden. Vielleicht stammt daher sein Faible für einen Einrichtungsstil, der ein bisschen an Fantasy gemischt mit Industriecharme und Elementen des Art déco erinnert. Auf jeden Fall hat Jules Vernes Unterseeboot die Liebe des Braunschweigers zu genietetem Stahl geweckt. Die Metallbauweise mit den charakteristischen Noppen ist typisch für den Schiffsbau oder historische Brücken.


    Im Buch und den Verfilmungen ist Nemos Lesezimmer mit mattgrauen Stahlträgern ausgerüstet, die im Halbrund Wände und Decke stützen und große Bücherregale unterteilen. Bullaugen gehören dazu, ovale Türen und plüschige Polstermöbel. Das Unterwasserzimmer des skurrilen Kapitäns hat Christian Hellwig in seinem Haus in Braunschweig nachgebaut. Da sitzt er, liest und legt die Füße hoch. Wenn er denn mal Zeit hat und zu Hause ist.


    Hellwig ist ein gefragter Designer. Mit seinen Werkzeugkoffern reist er um die Welt, richtet Küchen in Kalifornien ein, baut Eisdielen auf La Gomera, Häuser in Alaska oder hilft monatelang beim Ausbau eines Krankenhauses in Homs im bürgerkriegszerstörten Syrien. Der Vierundsechzigjährige nimmt die Aufträge an, die ihn reizen oder weil ihm die Auftraggeber sympathisch sind. Boote, Beachclubs, Minihäuser, „ich hab alles schon gebaut – nur noch kein Flugzeug“, scherzt er. Eine Homepage hat er nicht, die Aufträge kommen per Mundpropaganda zu ihm. „Wer was von mir will, schreibt mir eine Postkarte. Dann weiß ich, dass es ernst gemeint ist“, sagt er. Hellwig ist halt eigenwillig.



    Wer etwas von ihm will, schreibt ihm eine Postkarte: der Braunschweiger Designer Christian Hellwig. :Bild: Astrid Ludwig


    Im Süden von Frankfurt hat der Künstler nun in einem privaten Garten ein Gartenhaus errichtet, das es so in keinem Baumarkt oder von der Stange zu kaufen gibt. „Der Auftrag lautete: Es soll aussehen wie eine ausgeräumte, historische Werkstatt“, erzählt er. Hundert Tage hat er dafür gebraucht. Zu Hause in seinem Atelier in Braunschweig fertigte er die einzelnen Module vor, transportierte sie nach Frankfurt, wo er sie mit Hilfe befreundeter Helfer zusammensetzte. Und tatsächlich: Das neue Häuschen sieht aus, als hätte es immer schon dort zwischen Hortensienbüschen und Rosensträuchern gestanden.



    Bodentiefe Sprossenfenster und Türen sind in Hellwigs favorisierter grauer Metalloptik gefertigt. Doch was anmutet wie genieteter Stahl, ist in Wirklichkeit aus Holz gearbeitet und nur geschickt mit rostroten und grauen Farbschichten versehen. Aufgesetzte, halbierte Holzkugeln imitieren täuschend echt Nieten aus Metall.


    Werkstatt-Flair im Grünen: Dieses Gartenhäuschen in Neu-Isenburg bei Frankfurt gehört zu den jüngsten Projekten. :Bild: Wonge Bergmann


    Der Vierundsechzigjährige legt Wert auf die Details. Er hat selbstgetischlerte Türriegel aus Holz eingebaut, antike Schlösser und Griffe. Ein alter Sicherungskasten mit Sicherungen aus weißem Porzellan hängt gleich neben dem Eingang, und in der Außenwand zeigen gebrauchte Messinstrumente den Sauerstoffgehalt und Ölstand von Maschinen an, die gar nicht existieren. Die Holzbalken im Innern sind mit Kugeln und Leisten verziert. Alles wie gewünscht im Stil einer alten Werkstatt.


    Diese für ihn so wichtigen Einzelstücke treibt der Künstler bei seinen Streifzügen und Reisen auf, handarbeitet sie selbst oder lässt sie anfertigen. In der Überseestadt in Bremen hat Hellwig etwa die Inneneinrichtung eines großen arabischen Restaurants übernommen. Die Tische und Stühle dafür ließ er nach seinen Entwürfen in Marokko bauen, die Stoffe kamen aus Marrakesch, und die Stehlampen schmiedete er aus alten Gewehren. Der Braunschweiger war früher mal Soldat und Waffenschmied. Heute werden bei ihm Kriegswaffen zu friedlichen Beleuchtungsobjekten.


    Hellwig ist Autodidakt und Allround-Handwerker. Er hat als Goldschmied gearbeitet, malt, restauriert Gemälde, tischlert, schlossert und fertigt Tierskulpturen. Der Braunschweiger, selbst Vater von vier Töchtern, kommt aus einer interessanten Familie. Sein Vater war der Profifußballer Karl-Heinz Hellwig, der in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für Arminia Bielefeld sowie Eintracht Braunschweig unter Vertrag stand und im Kader der deutschen B-Nationalmannschaft spielte. „Meine Mutter war künstlerisch begabt und hat mir vieles beigebracht.“


    Es lebe die Niete: Was aussieht wie Stahl, ist eigentlich Holz :Bild: Wonge Bergmann


    Die meisten von Hellwigs Arbeiten und Entwürfen entstehen im Kopf. Er zeichnet ein Aufmaß, aber dann läuft vieles freihändig. Er will Unikate schaffen, kreativ sein. „Es geht um den Weg, nicht um Dollars“, betont der Gestalter. Er will von seinem Design leben können, aber nicht unbedingt ein Vermögen machen. „Ich verschenke meine Ideen nach dem Open-Source-Prinzip.“ Das bedeutet: Jeder, dem seine Entwürfe gefallen, könne sie einfach kopieren. Hellwigs Kunst inspiriert. Die Gartenhaus-Besitzerin jedenfalls ist glücklich mit ihrer neuen Werkstatt im Grünen. Sie will dort ihr eigenes kleines Malatelier einrichten.


    Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wi…om-designer-16338560.html