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    Ein im Ruhestand befindlicher Kapitän möchte seinen Lebensabend friedlich genießen. Das gerbte Haus verhindert jedoch genau das, bzw. ein Inventar davon, im Klappentext „unangenehme Mitbewohner“ genannt. Es handelt sich dabei um einen menschlichen Kopf. Dieser hat die unangenehme Eigenschaft pausenlos zu schreien, wenn ihm etwas nicht passt. Ansonsten gibt er nur ab und an Schreie von sich oder drückt furchtbare Schmerzen aus. Der Kapitän glaubt Schuld an den Qualen des Schädels zu sein. Er offenbart sich seinem Freund James und schon bald stellen sie fest, dass der Totenkopf mehr als nur zu schreien vermag…


    Horst Naumann und Rolf Berg – zwei hervorragende Sprecher die ein tolles Duo abgeben. Horst Neumann kenne ich aus vielen EUROPA-Produktionen der 80er-Jahre. Es ist die reinste Freude ihn nach so langer Zeit hören zu dürfen. Neumann spielt den alten Kapitän, dass es die reinste Freude ist, ihm zuzuhören. Rolf Berg als dessen Freund James ist ebenfalls eine erstklassige Besetzung. Es macht sehr viel Spaß den beiden zuzuhören. Das Hörspiel besteht überwiegend aus interessanten Gesprächen zwischen den beiden. Die übrigen Sprecher sind wie von Titania Medien gewohnt gut.


    Bei den Musiken und Geräuschen bietet Titania Medien ihr Übliches. Mir sind nur zwei Dinge aufgefallen: Erstens: Der musikalische Einstieg zu Beginn trifft nicht meinen Geschmack. Er fiel mir auch zu lang aus. Zweitens: Nachdem fantastisch das durch den Wind sich öffnende Fenster vertont wurde, überraschte mich das sehr schnelle Verschwinden der Sturmgeräusche beim Schließen des Fensters. Wenn es so windig ist, schließe ich ein Fenster nicht rasend schnell. Die Windgeräusche nehmen dann beim Schließen ein wenig ab, bis wie im Hörspiel das Fenster zu ist und nur noch verriegelt werden muss. Aber das sind pingelige Kleinigkeiten – mir ist sonst nichts aufgefallen.


    Fazit
    Bei dem Hörspiel ist das Einschlafen unmöglich. Zumindest nach jeden Schrei war ich wieder wach. Grusel gibt es nicht so viel, dafür eine grandiose Atmosphäre, herausragende Sprecher und immer wieder einen kleinen Schrecken, wenn aus dem Nichts ein Schrei ertönt. Das Hörspiel werde ich noch öfter hören.

    Kuriosenkabinette waren früher wohl eine der Attraktionen
    schlechthin, doch jedes Kabinett hat eine Hauptattraktion, ohne die
    es gar nicht in einer Stadt gastieren braucht. Die Besucher würden
    wegbleiben. Während Dr. Watson sich langweilt wird in London „die
    Affenfrau“ gestohlen für die Menschen geduldig anstehen, um einen
    Blick auf diese Sonderbarkeit zu werfen. Zum Entsetzen von Mrs Hudson
    besuchen ein Teil der Exponate des Kurioskabinetts Sherlock Holmes
    und bitten um Hilfe. Denn mit dem Verschwinden der Affenfrau steht
    die Existenz vieler kurioser Menschen auf dem Spiel.


    Dieser merkwürdig anmutende Fall enthält sehr viele Elemente von
    Doyle. Das geht so weit, dass Holmes Hilfe anfordert, die er im
    Titania Krimi-Klassiker Folge 2 „Das Zeichen der Vier“ ebenfalls
    benötigte. Positiv ist dabei insbesondere die Sprecherauswahl
    anzumerken: Es sind dieselben wie in der Krimi-Klassiker-Folge.


    Titania Medien stellt ihr Geschick bei der Besetzung der Rollen
    auch in diesem Hörspiel unter Beweis. Besonders auffällig ist
    Susanne Trempers tiefe dunkle Stimme. Ihrer Stimme ist es zu
    verdanken, dass die Vorstellung ihrer kuriosen Physis besonders
    leicht fällt. Das trifft auch auf andere Mitglieder des Kabinetts
    zu: Die Sprecher haben höhere Stimmen für kleinere Menschen, so wie
    es klischeebedingt sein muss. Auch wenn somit Klischees bedient
    werden, erleichtert es doch ungemein die Visualisierung aller Figuren
    – auch ohne Beschreibung.


    Es ist schon geradezu eintönig erneut nichts Besseres zu den
    Sprechern, der Musik und Geräuschkulisse sagen zu können als: Hier
    stimmt einfach alles. Gut gemacht!


    Fazit
    Ein gelungenes Holmes Hörspiel, bei dem mich besonders
    der Rückgriff auf einen früheren Fall gefreut hat.

    Sibyl Price hat 14 Todesfälle in nur 13 Jahren zu beklagen. Es
    waren immer Familienmitglieder. Aufgrund ihres Wirkens – der Pflege
    von Menschen – in ihrem Londoner Stadtteil wird sie „der Engel
    vom Hampstead“ genannt. Holmes Haushälterin ist eine Freundin von
    Sibyl und bittet den Meisterdetektiv darum die rätselhaften
    Todesfälle aufzuklären. Als plötzlich auch noch Mrs Hudsons
    Cousine Margery Mapleton die gleichen Symptome aufzeigt, die alle
    verstorbenen kurz vor ihrem Tod hatten, drängt die Zeit und Holmes
    versucht noch rechtzeitig den vierzehnfachen Mörder zu überführen.


    Die Sprecher sind allesamt gut aufgelegt. Tennstedt und Bierstedt
    als Holmes und Watson sind ein tolles Gespann. Es passt gut zu den
    neuen Fällen. Für die alten klassischen Doyle Geschichten bevorzuge
    ich das Maritim-Duo, das älter klingt.
    Eine Bestbesetzung ist
    nach wie vor Regina Lemnitz als Mrs Hudson, die in diesem Hörspiel
    eine große Rolle spielt. Sie wird u.a. von Holmes ausführlich
    befragt und die Einstiegsszene (eine Beerdigung) ist mit ihr. Frau
    Lemnitz spielt wunderbar – es ist einfach schön ihr zu lauschen –
    ganz so wie in den Anne Hörspielen von Titania Medien.
    Philine
    Peters-Arnolds würde ich gerne in vielen weiteren Hörspielen hören.
    Ihre Stimme begeistert mich ebenso wie Regina Lemnitz'. Beide sind
    sehr einprägsam. Peters-Arnolds spricht Mrs Hudsons Cousine.


    Wie der Inhaltsangabe entnommen werden kann, ist dieser Fall sehr
    persönlich. Man darf also davon ausgehen, dass Mrs Hudson darum
    gebeten hat, diesen Fallbericht geheim zu halten. Denn von der
    Befangenheit abgesehen ist es ein normaler Krimi, der von Mord zum
    Zweck der Bereicherung handelt. Die Handlung ist schnell in Teilen
    vorhersehbar. Typische Holmes-Elemente wie die Verschwiegenheit oder
    die langen Nachdenkphasen erfreuen den Hörer. Das lange Nachdenken
    lässt jedoch auf die Frage aufkommen, wieso der Ermittler für seine
    Schlüsse und sein Ideenkonstrukt so lange braucht. Am Ende teilt er
    seine Theorie. Der einzige Beweis ist der letzte Mordversuch. Dennoch
    sollen alle Morde angehängt werden. Ich glaube nicht, dass dies
    rechtlich möglich ist, da Leichen verwesen und somit Spuren
    vernichtet werden. Da dürfte eine Exhumierung nicht helfen. Bei
    kürzlich Verstorbenen dürften aber noch brauchbare Spuren zu finden
    sein und das meint Holmes sicherlich.


    Neben den tollen Sprechern weiß Titania Medien wie immer das
    Hörspiel mit den passenden Tönen und Geräuschen zu untermalen.
    Großartig!


    Fazit
    Die Geschichte ist erstklassig erzählt und es
    gibt typische Holmes-Elemente. Die Auflösung ist gleich zu Beginn
    beim ersten Gespräch von Holmes und Watson absehbar. Der
    Unterhaltungswert ist dennoch hoch und somit ist es zusammen mit den
    hervorragenden Sprechern, Musiken und Geräuschen ein gelungenes
    Hörspiel.

    Der junge Giovanni Guasconti (Max Felder) zieht zwecks
    Studium um und mangels finanzieller Mittel in ein preiswertes Zimmer.
    Er ist zunächst sehr unglücklich, da es ihm zu dunkel ist. Zu
    seiner Freude hat er jedoch einen Balkon mit der Aussicht auf einen
    wunderschönen Garten mit den gefährlichsten und schönsten Pflanzen
    der Erde. Der Hüter des Gartens ist Dr. Giocomo Rappaccini (Manfred
    Erdmann
    ). Der Student Giovanni verliebt sich in Rappaccinis
    Tochter Beatrice (Jacqueline Belle) – und damit nimmt das
    Unheil seinen Lauf.


    Bis dahin ist noch alles wunderbar, doch Giovannis Beobachtungen
    und die Warnungen von Professor Pietro Baglioni (Reinhard
    Glemnitz
    ) lassen Schlimmes vermuten. Was hat der gnadenlose
    Forschergeist Rappaccini mit seiner Tochter und seinem Garten
    Tödliches gemacht und warum? Wieso schützt und versteckt er seine
    Tochter vor jedem jungen Mann?


    Beim vorliegenden Hörspiel handelt es sich um eine klassische
    Liebesgeschichte, bei der jedoch etwas Grusel aufkommt und die
    Experimente nicht minder schräg sind wie in der klassischen
    Erzählung Frankensteins. Jedoch werden keine Experimente plastisch
    vorgeführt. Der Hörer folgt rein dem Studenten: Ein auf das Hören
    beschränktes Kammerspiel.


    Die wenigen Sprecher leisten eine eindrucksvolle Arbeit, die
    sofort das Gefühl eines Kammerspiels aufkommen lässt. Bis auf
    Angelika Bender
    , die Lisabetta, die Vermieterin von Giovanni,
    spricht, habe ich alles bereits oben genannt. Sie alle interagieren
    hervorragend. Aufgrund der Dialogdichte entsteht eine großartige
    Atmosphäre. Zu Beginn noch bedrückt bis heiter wird es anschließend
    immer bedrohlicher bis im Finale das Schrecklichste passiert und
    alles aufgeklärt wird. Nach der Klimax bleibt jedoch offen, wie es
    mit den Überlebenden weitergeht. Somit ist der Hörer nach dem
    Genuss des Hörspiels dazu eingeladen, noch ein wenig über das
    Hörspiel nachzudenken: Wie es wohl weitergeht und wie die
    Rappaccinis so leben konnten.


    Auf der musikalischen Seite und bei den Geräuschen erwartet und
    erhält der Hörer das typische hohe Titania Medien Niveau. Sehr gut!


    Fazit
    Rappaccinis Tochter von Nathaniel
    Hawthorne
    ist ein sehr trauriges Hörspiel im Gruselkabinett. Es
    ist ein romantisches Liebeshörspiel mit einigen gruseligen Elementen
    und lebt von den Dialogen und der traurigen Wahrheit am Ende. Ein
    tolles Kammerspiel!

    Ich hatte mich sehr auf dieses Hörspiel gefreut, da mich die vorherigen Geschichten von Robert E. Howard im Gruselkabinett begeisterten. Inzwischen hat das Gruselkabinett ein ähnliches Problem, wie viele andere Reihen / Serien. Es beschleicht einen ab und an das Gefühl, Teile bereits zu kennen, nur eine Variation / andere Zusammenstellung zu hören. Dadurch geht ein wenig der Reiz verloren. Wer sich mit Bekanntem wohlfühlt und sich darüber freut, mag da anders denken.


    Alles passiert mehr oder weniger in einer größeren Gesellschaft in Afrika, bei der es auch eine überraschend angelegte Intrige gibt. Neben Grusel wird also auch noch „normale“ Spannung geboten. Besonders prekär: Das Finale vereint sowohl die Plandurchführung des Intriganten mit den Vereitelungsversuchen als auch das Ende des titelgebenen Besessenen.
    Einer der Gäste bittet alle anderen, die Türen des Nachts zu verschließen. Wer sich nicht daran hält, wird von einem schrecklichen Wesen angegriffen. Die Eingeborenen glauben an einen menschlichen Leoparden: einem Menschen, der von einem Tiergeist besessen ist. Wer könnte besessen sein und kann der Geist vom Menschen gelöst werden, ohne ihn zu töten?


    Bei den Sprechern läuft alles hervorragend. Egal ob der intrigierende Erbe, der ein schweres Verbrechen plant und durchführt, der ominöse Jäger oder der Zwiegespaltene Besessene, der unter seinen Taten als Monster leidet. Alles wird hervorragend gespielt.


    Musikalisch gibt es ebenso wenig auszusetzen. Die Geräusche sind ebenfalls äußerst gelungen. Es gibt höchstens bei dem großen Kampf Kleinigkeiten, die besser sein könnten. Das sei hier nur erwähnt, weil es sonst nur Lob gibt. Es gibt folglich noch ein Winziges bisschen Luft nach oben.


    Fazit
    „Technisch“ auf gewohnt hohem Niveau, doch die Geschichte selbst vermochte mich nicht so zu fesseln wie beispielsweise Alexandre Dumas Werwolf (Gruselkabinett Nr. 20). Für Fans der Serie sicherlich dennoch ein Muss und insgesamt ein gutes Hörspiel, das unbesorgt gekauft werden kann.

    „Pickmans Modell“ - dieser harmlose Titel zusammen mit der Nennung des Autors H.P. Lovecraft lässt auf einen subtilen aber dafür umso größeren Grusel hoffen. Pickman ist Maler und seine Gemälde äußerst umstritten. Das wird bereits früh klar – nach dem Intro.
    Das Hörspiel beginnt mit einem Albtraum des Protagonisten Henry Thurber. Solche in medias res Einstiege sind nicht nur bei mir beliebt, auch beim Gruselkabinett. Das Besondere an diesem: Nach dem ersten Genuss des Hörspiels empfand ich den Einstieg noch unheimlicher, noch bedrohlicher. Das liegt sicherlich daran, dass nun bekannt ist, welcher Gefahr sich der Kunstliebhaber Thurber in seinem Traum aussetzt und wie grässlich die Wesen sind, die ihm begegnen könnten. Lovecrafts Wesen sind, die schrecklichsten die ich kenne. Die Spannung ist zum Reißen gespannt, wenn nur solche Wesen abgebildet oder anwesend sind – sie müssen nichts tun. Vielleicht ergibt sich der Reiz, wenn schon diverse Vorkenntnisse in der Lovecraft Literatur – am besten durch gelungene Hörbücher – vorhanden sind. Ich kann nur empfehlen, es nach dem Ende erneut zu hören.
    Protagonist Henry ist Mitglied im konservativen Kunstverein, dessen Mitglieder verstört auf Pickmans Schaffen reagieren. Es wird ihm verboten, einige Gemälde auszustellen. Es gibt Mitglieder, die sogar dessen Ausschluss fordern. Henry fasziniert das Abscheuliche und freundet sich mit Richard Pickman an. Auf dem Höhepunkt ihrer Vertrauensbasis zeigt Pickman sein Ort des Schaffes. Henry entdeckt dabei eine Fotografie mit Pickmans Modell, das ihn an den Rand des Wahnsinns treibt...


    Dietmar Wunder erstmals in einer Rolle, die nicht an James Bond oder irgendeinen obercoolen / trotteligen Typ erinnert. Eine richtige Wohltat. Somit wirkt der Auftritt frisch und die Wunder-Interpretation lässt – wen wunderts? - keine Zweifel aufkommen. Saubere Leistung!
    Dietmar Wunders alias Henry Thurbers Freund wird von Stefan Kaminski. Ebenfalls eine tolle Leistung. Nicht zu vergessen Sascha Rotermund als Pickman höchstpersönlich sowie Matti Klemm, Hans Teuscher und Friedrich Georg Beckhaus in Nebenrollen. Jeder überzeugt auf ganzer Linie. Es gibt keinen Grund zur Klage.


    Die Musik und Geräuschkulisse ist ebenfalls überaus gelungen. Besonders die Geräusche der Wesen üben einen großen Reiz auf mich aus. Die Musik passt wie immer perfekt und das letzte Musikstück reißt den Hörer ein letztes Mal mit und lässt Zeit, das gehörte Revue passieren zu lassen.


    Fazit
    Für jeden Lovecraft Fan eine gelungene Umsetzung und ein gelungener Beitrag zum Gruselkabinett. Wobei sicherlich ein Hardcorefan die gleiche Intensität oder empfundene Stimmung einer herausragenden Lesung oder des Selbstlesens vermissen wird. Denn gerade bei Lovecraft ist das Minimale das Reizvolle. Die Fantasie springt an und macht alles schlimmer. Beim Hörspiel wird durch die Geräusche und Sprecher schon viel vorgegeben.

    Dieses Meisterwerk der Gruselkabinett-Reihe betont stark das Romantische: eine wunderschöne, einsame, idyllische Umgebung dazu ein ruhiger Erzählstil sowie ein Geheimnis, das es zu lüften gilt. Unheimliche Momente sind ab und an vorhanden, Stellen zum Gruseln finde ich nicht. Das ist auch gar nicht nötig. Die Geschichte wird getragen von dem erwähnten Geheimnis, welches einige Menschen schrecklich mitnimmt. Die Neugier des Hörers wird ins Unermessliche getrieben, bis es die dramatische Auflösung gibt und das Hörspiel kurze Zeit später tragisch endet.
    Einige Hörer mögen bemängeln, dass sie im Gruselkabinett richtig unheimliche Hörspiele erwarten. Diese werden sicherlich enttäuscht. Wer kein Gruseln erwartet wird mit einem unglaublich guten Hörspiel belohnt, bei dem besonders die Sprecher Doris Gallart und Eckart Dux ein tolles Duo abgeben.


    Solveig Duda spricht eine Krankenschwester, die in einer langen Einstiegsszene vom nebeligen London in die ländliche Idylle reist, um eine Arbeitsstelle anzunehmen. Dort angekommen weiß sie nicht nicht so recht, warum sie gerufen wurde. Doch schon bald vertrauen sich ihr die Hauseigentümer Eldridge, genial von Doris Gallart und Eckard Dux gesprochen, an...
    Diese drei Sprecher sind die meiste Zeit zu hören und überaus überzeugend. Die anderen Rollen werden nicht minder gut gesprochen. Besonders gut hat mir Sophia Abtahi gefallen. Oftmals habe ich bei Kinderrollen Kleinigkeiten auszusetzen, hier jedoch nicht. Erstklassig!
    Ich freue mich jedes Mal sehr darüber, bei Titania Medien neue Stimmen zu hören. Solveig Duda ist eine tolle Sprecherin und bis dahin noch nie in einem bekannten Hörspiel beteiligt gewesen. Ähnliches gilt für diejenigen, die bisher nur bei Titania Medien oder nur sehr wenigen Hörspielen mit von der Partie waren. Dazu gehören beispielsweise Doris Gallart, Monika Barth oder Sophia Abtahi. Bei all diesen Sprechern hoffe ich auf ein Wiederhören in anderen Hörspielen.
    Titania Medien zeigt damit immer wieder, dass es noch viele großartige Stimmen / SprecherInnen / SchauspielerInnen neben den bekannten SynchronsprecherInnen gibt, die es mehr als verdient haben, bei einem Hörspiel mitzuwirken und somit gleichzeitig die Vielfalt erhöhen.


    Bei den Sprechern gibt es nichts auszusetzen. Vermisst habe ich dennoch zwei: Die Bediensteten im Haus der neuen Arbeitsstelle sind nie zu hören. Ich hätte mir gewünscht, ab und zu eine knappe Antwort auf das Rufen der Hauseigentümer zu hören. So kam mir der Aufenthalt unheimlich vor – ich hatte schon die Vermutung, die Angestellten könnten Einbildung sein oder der Krankenschwester würde alles vorgespielt und tatsächlich sind das alte Ehepaar die einzigen Bewohner. Vielleicht ist diese Interpretationsmöglichkeit gewollt. Natürlicher hätte es dennoch gewirkt, einfach zwei-drei Sätze dafür einsprechen zu lassen.


    Musikalisch und auf Geräuschebene hält Titania Medien ihr gewohntes Niveau. Etwas irritiert hat mich dennoch der Wartebereich am Anfang des Hörspiels. Dort ist es absolut still – nur als die Tür geöffnet ist, sind Außengeräusche hörbar. Meine Erfahrungen mit abgetrennten Warteräumen sind gänzlich anders: Außengeräusche waren nie unhörbar.


    Ganz begeistert hat mich das Cover. Ich mag besonders die gelungene Nachtszene mit den windverzerrten Bäumen, dem Vollmond und den Wolken am Firmament. Das violette Automobil ist modellgetreu und ein echter Hingucker. Tolle Arbeit!


    Fazit
    Nach einem fröhlichen Anfang, der aus einem „Anne“-Hörspiel hätte stammen können, entwickelt sich die Handlung schnell in eine interessante, die Neugier weckende Richtung. Der Spannungsbogen kann bis zum Ende aufrecht gehalten werden.
    Insgesamt ein sehr spannendes romantisches Hörspiel ohne nennenswerten Gruselfaktor.

    Vor genau zehn Folgen gab es bereits eine Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle im Gruselkabinett. Bereits diese hatte das alte Ägypten zum Thema. Folge 61 ist da sehr ähnlich: Smith ist ein Mann, der sehr erfolgreich im Forschen ist, doch immer wieder seinen Schwerpunkt wechselt. Letzten Endes beschäftigt er sich mit der Ägyptologie und besucht im Zuge der Recherchen für ein Buch das Musée du Louvre in Paris. Dort trifft er auf einen merkwürdigen Museumswärter, der ihn seine unglaubliche Lebensgeschichte anvertraut...


    „Die Mumie“ (Folge 51) war sehr beklemmend und unheimlich. Die Gefahr war real und nah. Dieses Hörspiel ist gänzlich anders gelagert: Es ist sehr erzählerlastig. Der Protagonist wird genauestens als komischer Vogel beschrieben. Im Anschluss wird auf seine aktuelle Situation übergeleitet – er wird auf einem seltsamen Museumswärter aufmerksam. Erschöpft von den Strapazen des Tages schläft die Hauptfigur in einem Ausstellungsraum ein. Nachts im Museum passiert Seltsames. Genau diese Schilderungen sind die einzig unheimlichen. Davor und danach wird viel erzählt. Das ist keineswegs langweilig, im Gegenteil. Es geht locker daher. Während der Erzähler berichtet passiert immer etwas. Der Hörer lauscht dem Handlungen des Protagonisten. Zusammen mit der musikalischen Untermalung und den hervorragenden Geräuschen eine wunderbare Komposition. Das Zuhören fällt in keiner Sekunde schwer, es bleibt durchweg interessant.
    Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt in der Lebensgeschichte des Museumswärters. Was der alles erlebt hat! Er hat sehr viel Wissen über das alte Ägypten und kritisiert sogar die wissenschaftlichen Werke des Hauptakteurs. Umso weniger ist mir verständlich, warum die Zentralfigur nicht nach dem Wissen des Museumswächters giert und versucht etwas mehr zu erfahren, um es in dem Buch, an dem er schreibt, verwenden zu können. Vielleicht kam der Gedanke nicht, da so viele neue Eindrücke verarbeitet werden mussten und die unglaubliche Geschichte verarbeitet. Diese Erzählung hat es in sich. Sie wird in Hörspielform präsentiert und immer wieder kurz unterbrochen, um den Hörer wissen zu lassen, welche Kommentare zwischen Erzähler und Zuhörer gewechselt werden.


    Patrick Roche spielt den kuriosen Ägyptologen absolut überzeugend. Exorbitant gut hat mir auch Christian Weygand als Museumswächter gefallen. Sein Französisch klang sehr natürlich und gut. Das hat mich beeindruckt. Weitere wichtige Rollen sprechen Tim Schwarzmaier (Freund des Museumswärters) und Annina Braunmiller (die Frau, um die es sich in dem Hörspiel dreht) sowie Tommi Piper (Erzähler). Sie alle (und auch die nicht an dieser Stelle genannten Sprecher von Nebenrollen) sind außerordentlich gut in ihren Rollen.


    Wie bereits erwähnt sind die Musikstücke und Geräusche wunderbar in das Hörspiel eingebunden und lassen es zu einem Erlebnis werden. Toll gemacht!


    Fazit
    Wieder einmal ein großartiges Hörspiel. Es geht in dieser Folge des Gruselkabinetts weniger um den titelgebenen Grusel, als vielmehr um eine traurige romantische Geschichte gespickt mit einem Hauch von Schauer. Denn im Grunde geht es um den Ring des Todes.

    Der Farmer Steve Brill ist verzweifelt: In der Einöde West-Texas macht ihm einer der heißesten Sommer zu schaffen. Die Ernte ist so gut wie ruiniert und es stellt sich die Frage, wovon das Saatgut für das nächste Jahr bezahlt werden soll. Da kommt ihm der gefürchtete Grabhügel gerade recht: Ist dort Gold von den spanischen Entdeckern versteckt und nur nicht geborgen worden wegen der Furcht der Menschen vor diesem Ort? Zusammen mit seinem Sohn öffnet er trotz aller Warnungen den Grabhügel...


    „Tauben aus der Hölle“ (52) ist die erste Folge des Gruselkabinetts, die auf einer Geschichte von Robert E. Howard beruht. Bereits diese ist wunderbar gruselig. Das vorliegende Hörspiel steht dem in nichts nach. Mir gefällt es sogar ein Stück weit besser. Das mag mitunter an dem höheren Tempo und der kürzeren Laufzeit liegen.
    Marc Gruppe hat die Vorlage wunderbar umgesetzt. Dabei ist die Vorlage keine eins-zu-eins Umsetzung. Es ist eine überaus gelungene Adaption fürs Medium Hörspiel. Bestes Beispiel ist die Einführung einer neuen Figur: Tommy, der Sohn des Protagonisten Steve Brill. Die Vorlage lebt von einem großen Anteil der Erzählertexte und wenig wörtlicher Rede. Das ist natürlich schlecht für ein Hörspiel. Mit dem Sohn ist es nun ideal gelöst: Sie können sich alles erzählen und der Sohn hat oftmals eine ähnliche Rolle wie der Hörer: Er fürchtet sich und ist auf die Aussagen seines Vaters angewiesen.
    Ich habe ein Faible für bestimmte Wesen der Nacht, sofern deren Bedrohung hintergründig ist, die Gefahr überall in der Nacht lauert und mit der Person, die sich dieser aussetzt mitgefiebert werden kann. Eben dies ist hier der Fall. Gruselkabinetthörer wissen, dass Warnungen besser Beachtung geschenkt werden sollte. Aus diesem Grund werden allerhand Vermutungen angestellt und Befürchtungen geweckt, was als Nächstes passieren könnte.


    Mehr als begeistert haben mich die Geräusche. Jedes einzelne passt. Viele rufen einen wohligen Schauer hervor, lassen einen die Luft anhalten und hoffen, dass nichts Schreckliches passiert. Hinzu kommt die wunderbar ausgesuchte Musik, die immerzu die jeweilige Situation perfekt unterstützt.


    Die Sprecher leisten wie gewohnt hervorragende Arbeit. Besonders begeistert bin ich von Patrick Schröder, der den Protagonisten Steve Brill spricht. Maximilian Belle leiht die Stimme Brills Sohn Tommy. Wenn ich anfangs genau hingehört habe, klang es für mich immer so, als ob sehr gekonnt mit guter Betonung abgelesen wird. Es fehlte das gewisse Quäntchen, um absolut echt zu wirken. Das fällt aber kaum auf und ist gut verschmerzbar. Nach einiger Zeit fällt es auch weg – oder die Geschichte hat mich zu sehr in ihren Bann gezogen.


    Fazit
    Erneut eine Folge des Gruselkabinetts, bei der ich mich wahrlich gefürchtet habe. Genau diesen Grusel habe ich seit Folge 3 „Die Familie des Vampirs“ lange nicht mehr empfunden.
    Ein Volltreffer! Ich bin schon gespannt auf weitere Geschichten des Autors im Gruselkabinett!

    Im dritten geheimen Holmes Fall von Marc Gruppe wird tatsächlich vom Auftraggeber nachgefragt, ob Dr. Watson seinen Bericht nur für interne Zwecke verfasst – er eben nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Eine überaus passende Frage (die sogleich bejaht wird) zumal der Serienuntertitel „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ lautet.
    Der Klient dieses Falles ist die Familie Tussauds, die Erben und Inhaber von „Madame Tussauds“ bis heute berühmtes Wachsfigurenkabinett. Zweifelhafte Presse ist unerwünscht. Aus diesem Grund muss sich Holmes auch beeilen, den Fall aufzuklären. Lebende Wachsfiguren, ein Bombenanschlag sowie ein Mord halten den Meisterdetektiv und seinem treuen Freund Dr. Watson auf Trab.
    Es geht durchgehend spannend daher und erstmals nähert sich Sherlock Holmes Verhalten auffällig dem des Originals von Sir Arthur Conan Doyle: scharfsinnige Folgerungen und kleinere Überraschungen für Dr. Watson.
    Eine besonders überraschende und aufregende Szene verrät dem Hörer vorweg die Lösung, wodurch das Ende an Spannung verliert. Auf die Szene würde ich nur ungern verzichten. Vielleicht hätte sie auch als Rückblende vom überführten Täter erzählt werden können. Dadurch wäre Spannung in dem Moment natürlich verloren gegangen, aber die Szene wäre weiterhin packend gewesen. Eine besser funktionierende Alternative zu finden ist nicht einfach. Insgesamt ein wenig unglücklich, aber verschmerzbar.
    Unheimliche Fälle scheinen bei dieser Sherlock Holmes Serie an der Tagesordnung zu sein. Daher fühle ich mich immer wieder an frühe Geschichten der drei ??? erinnert oder an Sonderermittler aus dem Gruselkabinett. Gruselmomente kombiniert mit Krimi und einer rationalen Auflösung sind für mich ein absolutes Plus des Hörspiels.

    Marc Gruppes Holmes ist insgesamt ein sehr untypischer, wenn man ihn mit dem Original vergleicht: charmant, einfühlsam, sehr gesprächig...

    Diese Aussage bringt die wichtigsten Änderungen von Marc Gruppe am Charakter des berühmten Sherlock Holmes auf den Punkt. Beispielsweise ist Holmes sehr schnell für neue Fälle zu begeistern. Mir gefällt Marc Gruppes Schreibstil und ich begrüße es, ihn ganz deutlich zu hören. Ein simples Nachahmen wäre für keinen der Autoren ein großes Lob: ein Nachmacher und einer, der leicht nachzumachen wäre.


    Bei kaum einem Hörspiel aus dem Hause Titania Medien gibt es Kritik für die Sprecherauswahl oder Leistung. Auch bei dieser Produktion ist jeder Sprecher bei der Sache und haucht der jeweiligen Person leben ein. Zusätzlich passen die Stimmen hervorragend zu den Charakteren. Da alle so gute Leistungen bringen und die verschiedenen Emotionen und Gefühlsänderungen herausragend mit ihrer Stimme vermitteln, verzichte ich aus Bequemlichkeit glatt auf die Sprecherliste. Jede Rolle, vom nettesten Menschen bis zum übelsten Verbrecher, ist stimmlich perfekt besetzt!


    Titania Medien gibt sich musikalisch wie bei den vorherigen Folgen keine Blöße. Alles passt sehr gut zusammen. Gemeinsam mit den atmosphärischen Geräuschen entsteht eine wahre Klangvielfalt.


    Fazit
    Ein packender Krimi mit Gruselmomenten und einer rationalen Auflösung sowie interessanten Fakten zum berühmten Wachsfigurenkabinett. Ich freue mich auf ein Wiederhören mit Gruppes Detektivteam!

    Wer nur einen Sherlock Holmes hören möchte, der sich exakt so verhält, wie zu seinen besten Zeiten bei Sir Arthur Conan Doyle, dem rate ich von diesem Hörspiel ab. Sollte jedoch Interesse an einer großartigen Detektivserie, die im 19. Jahrhundert spielt, tolle Charaktere hat und durchgehend unterhaltsam ist, bestehen, so rate ich eindringlich dazu einmal reinzuhören.


    Die Meinungen über die Sherlock Holmes-Serie von Marc Gruppe sind gespalten. Vielfach wird bemängelt, der Bezug zum Original wäre nicht stark genug. Bisweilen wird geschrieben, dass es nicht schlimm wäre, an der Aufgabe „Sherlock Holmes“ neu zu erfinden, zu scheitern.
    Besonders den letzten Punkt finde ich interessant.
    Mir gefällt es ausgesprochen gut eine neue Sherlock Holmes Hörspielserie zu haben, die sich von den großartigen Klassikern des Sir Arthur Conan Doyles absetzt. Denn an deren Brillanz heranzureichen ist meiner Meinung nach sehr schwer. Und genau dieser zwingende Vergleich wird durch eigene Akzente vermieden. Gerade die Unterschiede zum „Original“-Holmes und gleichzeitig diese Nähe reizen mich ungemein. Es bringt frischen Wind in ein angestaubtes Setting.
    Anfängliche Befürchtungen ließen sich zerstreuen. Beispielsweise stand zu Beginn die Frage im Raum, warum es eine weitere Holmes-Hörspielserie geben sollte, wenn es bereits dazu so viele gute Adaptionen auf dem Hörspielmarkt gibt. Die Verbindung zu Conan Doyles Holmes ist stets vorhanden, aber es ist nicht derselbe. Beispielsweise gab es bisher keine Situation, in denen der Hörer völlig überrascht wird, wie der Meisterdetektiv aus den kleinsten Indizien richtige Schlüsse zieht. Vielmehr kann er selbst miträtseln. Das ist eine wunderbare Abwechslung zum Hören und ständigen grübeln: „Was passiert da eigentlich?“ Wenn ich das haben will, gibt es über 50 andere Holmes-Hörspiele die ich mir jederzeit anhören kann. Natürlich habe ich nichts dagegen, solche Momente auch in dieser Serie zu hören.


    Wie bereits in der ersten Folge gibt es ein unheimliches Intro ohne Holmes und Watson. Ich mag solche „in media res“ Anfänge. Im Anschluss beginnt Dr. Watson seine Erzählung und erklärt dem Hörer, warum er mit seinem Freund aufs Land fährt: Eine unheimliche Geistergestalt wird vermutet. Das ungewöhnliche Duo ist auf der Suche nach einer natürlichen Erklärung. Dabei erleben sie allerlei Unheimliches, sodass Watson zwischenzeitlich nicht mehr sicher ist, eine natürliche Ursache finden zu können.


    Bei den Sprechern gibt es absolut keinen Grund zur Klage. Sie sind allesamt hervorragendend gecasted worden. Lutz Riedels Leistung findet am Ende des Hörspiels seinen Höhepunkt, ebenso die von Tobias Nath. Ganz großes Kino!


    Musikalisch und geräuschemäßig wird der Hörer vom typischen Titania Medien Niveau verwöhnt.


    Fazit
    Nach bisher zwei gehörten Folgen der Serie „Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ sagt mir besonders die Vielfalt zu. Die ersten beiden Abenteuer sind sehr unterschiedlich und jedes auf seine Art und Weise gute Unterhaltung.
    Exakt der Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle wird nicht geboten. Auch kein schräger Kauz wie in Guy Richies neuesten Verfilmungen. Es handelt sich um einen hervorragenden Detektiv der mit seinem guten Freund scheinbar unerklärlichen Rätseln auf den Grund geht. Auf mich wirkt dieses Hörspiel wie „Die drei ???“ für Erwachsene: ein mysteriöses Thema mit einem überraschenden Ende. Empfehlenswert!

    Marc Gruppe ist der Autor des vorliegenden Hörspiels. Grundlage ist keine Originalgeschichte von Sir Arthur Conan Doyle.


    Titania Mediens erste vertonte Sherlock Holmes-Geschichte von 2004 (Krimi-Klassiker 2 – Sherlock Holmes – Das Zeichen der Vier) ist die perfekte Folge, die vor dem Genuss der ersten Folge der neuesten Sherlock Holmes Hörspielserie gehört werden sollte. In „Das Zeichen der Vier“ lernt Dr. Watson seine künftige Frau kennen: Mary Morstans.
    Marc Gruppe knüpft genau an diesen Umstand an: Holmes und Watson leben getrennt und sehen sich kaum. Inspektor Abberline besucht den Meisterdetektiv, um ihn über seinen Freund und ehemaligen Gefährten auszufragen. Er ist spurlos verschwunden. Seine Ehefrau kennt seinen Aufenthaltsort nicht – die Ehe ist in einer Krise. Watson wurde zusammen mit einer Prostituierten gesehen, kurz bevor sie vom „Ripper“ ermordet wurde. Ist gar Holmes Freund der berüchtigte Mörder? Immerhin muss dieser über fundierte medizinische Kenntnisse verfügen…


    Die Geschichte überzeugt mich vollends, trotz anfänglicher Skepsis: Das Hörspiel startet direkt mit einer typischen „Ripper“-Szene, wie sie auch reine „Ripper“-Hörspiele enthalten. Die Ahnung, einen simplen Aufguss zu erhalten, erwies sich schnell als falsch.
    Marc Gruppe hat sehr gut typische Holmes-Elemente integriert. Als Beispiel seien seine Verkleidungskunst und sein Starrsinn genannt.
    Das Hörspiel startet mit der unterhaltsamen Suche nach Watson. Im Anschluss wird die Ripper-Geschichte mit vielen bekannten Elementen erzählt, diesmal aus der ungewöhnlichen Sicht einer typischen Sherlock Holmes-Erzählung. Ich mag die Idee, derart klassische Figuren wie den nie überführten Ripper auf der bösen Seite und dem Serien-Detektivduo auf der anderen Seite in einer Geschichte zu haben. Zumal damit eine magische Barriere überschritten wird: Holmes übernimmt widerwillig einen Fall, bei dem er nicht klassisch vorgehen kann, da die Opfer willkürlich gewählt werden. Somit kann es keine typische Auflösungsmöglichkeit geben. Für klassische Sherlock Holmes-Fans, die das bekannte Muster erwarten sicherlich eine herbe Enttäuschung. Ich schätze besonders den eingezogenen Realismus im Holmes-Universum.


    Bei den Sprechern wird wie üblich alles richtig gemacht. Bereits aus den früheren Krimi-Klassikern ist die bewährte Besetzung mit Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt als Holmes und Watson sowie Regina Lemnitz als Holmes Vermieterin zu hören. Ein geniales Trio!
    Sehr gefreut habe ich mich über den Einsatz von Marianne Groß und Eva Michaelis, die ich beide lange nicht mehr in Hörspielen gehört habe. Polonca Olszak ist mir besonders positiv aufgefallen, da ich ihre Stimme bisher nur sehr selten gehört habe (nur bei Titania Medien). Sie überzeugt in ihrer Rolle auf ganzer Linie, genau wie das restliche Sprecherensemble.


    Die Musik- und Geräuschauswahl ist gewohnt gut. Lediglich bei einem Dauerlauf bei dem sich Holmes und Watson unterhalten sind die Geräusche für meinen Geschmack zu monoton. Außerdem ist Holmes bei seiner Erzählung teilweise zu ruhig – als ob er in seinem Sessel säße und alle Zeit zum Erzählen hat. Da muss er in einer hervorragenden physischen Kondition sein.


    Fazit
    Ein gelungener Erstling, dessen Grundgeschichte altbekannt ist, jedoch viele neue Ideen enthält. Marc Gruppes Geschichte erinnert sehr gut an Sir Arthur Conan Doyles Originalgeschichten, ohne diesen zu gleichen. Das mag für manche ein Kritikpunkt sein. Ich komme jedoch auch mit einem nicht überirdisch genialen Fall klar. Der Unterhaltungsfaktor ist hoch und darauf kommt es meiner Meinung nach an.
    Ein untypisches Holmes-Hörspiel, das frischen Wind in zwei altbekannte Themen bringt.

    Der letzte Zweiteiler des Ermittler-Teams Aylmer Vance (als Geisterseher) und des Rechtsanwalts Dexter (als Medium) stellte die bisherige Solo-Karriere von Aylmer vor und wie es dazu kam, dass die beiden Männer sich zusammenschlossen. Es war bereits interessant den ersten vier Geschichten zu lauschen. Die vier neuen Abenteuer des Duos sind ebenso fesselnd, wenn nicht sogar noch intensiver. Besonders der zweite Teil übt eine besondere Faszination auf mich aus.


    Auf der ersten CD ermitteln die beiden in einem Fall mit einem Poltergeist sowie einem Vampir. Die Erzählweise ist angenehm ruhig und doch packend. So muss sich angenehmer leichter Grusel anhören, der typischerweise der Schauer-Romantik zugeordnet wird! Die Geschichten werden wie man es erwartet zu einer gewissen Zufriedenheit abgeschlossen.


    Die Lösungen der Abenteuer von Teil zwei sind weniger optimistisch. Zunächst geht es um zwei Seelen, die zueinanderfinden sollen, was jedoch den physischen Tod der Körper bedeuten könnte. Aylmer Vance ist sich nicht sicher, ob er dies letztendlich verhindern kann und ob es überhaupt richtig wäre. Im Anschluss werden die beiden wie in der ersten Abenteuersammlung auf ein altes einsames Gebäude angesetzt. Dieses Mal gibt es jedoch keinen „normalen“ Spuk: Die Bewohner werden mit furchtbaren Angstzuständen konfrontiert und was das Ermittler-Duo herausfindet, ist keineswegs schön. Die Möglichkeit zur Abhilfe dürfte dem Auftraggeber nicht zusagen…


    Sämtliche Sprecher leisten hervorragende Arbeit. Jeder überzeugt auf ganzer Linie. Die Auswahl passt bis auf eine Ausnahme immer perfekt zu den Personen, die sie sprechen. Hannes Maurers Stimme empfinde ich nicht als Idealbesetzung für den Orgelspieler Cuthbert Ford. Sie klingt für meinen Geschmack sanft für einen Mann der unheimlich aussehen soll. Bei einem Hörspiel erwarte ich aufgrund der fehlenden Bilder, dass in den Stimmen ein Stück weit auch das Aussehen transportiert wird.


    Wie üblich überzeugt die Geräusch- und Musikkulisse. Besonders gut haben mir die Effekte bei der letzten Kurzgeschichte (zweite CD) gefallen. Die spürbare Angst, die den Protagonisten zusetzt, ist derart akustisch umgesetzt worden, dass der Hörer mitfühlen kann. Erstklassig!


    Fazit
    Nach der gelungenen ersten Abenteuersammlung des Geistersehers Aylmer Vance lässt Titania Medien diesen mit seinem Medium Dexter erneut in einer ebenso guten Produktion ermitteln. Die neuen Abenteuer gefallen mir fast besser, was aber auch daran liegen kann, dass die ersten vier keine Überraschung mehr bieten.

    Dr. Dark erzählt als alter Mann von seiner ersten Tätigkeit als Arzt. Da ihm seine Ausbildung sehr mitgenommen hat, möchte er sich auf der See kurieren. Wegen Mangels an den nötigen finanziellen Mitteln, versucht er als Boardarzt anzuheuern, was ihm auch gelingt. Die Route führt durch eine Passage, die berüchtigt ist für plötzlich auftretende heftige Unwetter. Nach einem solchen Sturm sind Passagiere und Schiff stark mitgenommen. Die Sichtung eines herrenlosen Schiffes weckt jedoch schnell die Neugier. Es wird beschlossen, sich an Deck des uralt aussehenden Schiffes einmal umzusehen. Bereits bei der Annäherung gibt es Widrigkeiten und merkwürdige Beobachtungen. Schon bald stellen die Neugierigen fest, dass dieses herrenlose Schiff nicht wirklich verlassen zu sein scheint …


    William Hope Hodgsons Geschichte über die Herrenlose ist eine idyllische Geschichte, für eine stürmische Nacht. Als ob es vom Hörspiel beabsichtigt wäre, fing es bei mir an zu Blitzen und Donnern, als die Besichtigung des Schiffes anlag. Eine gute Grundvoraussetzung zum spannungsgeladenen Lauschen des Hörspiels. Der Grusel ist wie bei den meisten Folgen dieser Reihe recht zurückhaltend. Dennoch unterhält das Hörspiel gut.
    Schön finde ich die Darstellung des Schiffes, bei dem nicht alles von den verschiedenen Figuren interpretiert wird. Die Beschreibung, wie es sich präsentiert, reicht völlig. Die Auslegung ist recht offensichtlich. Eine Erklärung wäre überflüssig und daher freue ich mich besonders über das Weglassen dieser. Das machen nicht alle Hörspiele so.


    Von den Sprechern haben mir Friedrich Georg Beckhaus als alter Dr. Dark und Hans Teuscher als sympathischer Captain am besten gefallen. Sie überzeugen in jeder Sekunde. Antje von der Ahe und Almut Eggert als Reisende mit unterschiedlich starkem Abenteuerdrang sind ebenfalls überzeugend. Johannes Berenz, der den jungen Dr. Dark spricht, hört sich bei seinen Aufnahmen manchmal zu alleinstehend an. Für mich klingt es so, al ob er seinen Part alleine eingesprochen hätte und daher nicht so gut mit den Texten der anderen von der Betonung oder Lautstärke harmoniert. Bei anderen Sprechern fehlt mir manchmal etwas Gefühl in der Stimme, recht ähnlich wie bei Berenz.


    Musikalisch fährt das Hörspiel eine Linie. Besonders viel Abwechslung gibt es nicht. Dies verstärkt das Gefühl der Einsamkeit auf dem Wasser. Auf der Seite der Geräusche gibt es nur das übliche Lob: Alles ist gut!


    Fazit
    Ein sehr solides Hörspiel in der Gruselkabinettreihe.

    Dies ist bestimmt die tausendste Vertonung von Oscar Wildes Gespenst von Canterville. Da ich selbst so einige Vertonungen besitze und bereits viele Fassungen des Stoffes kenne, hat es lange gedauert, bis ich dieses Hörspiel angegangen bin. „Schon wieder das Gleiche! Das wird doch irgendwie langweilig.“ Waren jedes Mal meine Gedanken, als ich die CD betrachtete und mich für ein anderes Hörspiel entschied.
    Während der ersten Minuten war ich total begeistert von Titania Mediens Inszenierung. Diese Begeisterung hielt bis zum Ende des Hörspiels an. Ich hörte die Folge das erste Mal vor dem Einschlafen, im Dunkeln, wie es sich meiner Meinung nach für Hörspiele aus dem Gruselkabinett gehört. Danach war gar nicht so schnell an Ruhe zu denken. Meine Überraschung, eine so gelungene Hörspielfassung tatsächlich noch zu erleben, war immens.


    Die Sprecherliste ist sehr umfangreich und ich bin vollends begeistert – mit Ausnahme von Mathis Färber und Alexander Mager. Die beiden sprechen die jüngten Mitglieder der Otisfamilie, die das Schloss Canterville kauft und bezieht. Die Kritik bezieht sich nicht allein auf ihre Leistung. Auch die technische Seite und das Drehbuch tragen eine Mitschuld. Die Stimmen sind teilweise viel zu laut, aufdringlich und ein typisches „Overacting“-Gefühl setzt ein. Störend empfinde ich auch die extreme Häufung des Synchronsprechens. Das wirkt unrealistisch und fast immer aufgesetzt, erzwungen.
    Zu den übrigen Sprechern weiß ich nur Worte des Lobes. Besonders gefreut hat es mich, Eckart Dux als Lord Canterville zu hören. Eine kauzige, aber sehr wohl englische Vorstellung. Sir Simon de Canterville (das Gespenst) spricht Friedrich Georg Beckhaus absolut überzeugend. Besonders die Frustration des Gespenstes wird gelungen vermittelt. Außerdem sagen mir seine Gespensterlaute sehr zu.


    Die Inszenierung ist perfekt: Jedes Geräusch, jede Atmosphäre und jedes Musikstück ergibt eine gewaltige Symphonie. In diesem Punkt hat mich die Produktion absolut aus den Schuhen geworfen und begeistert mich nun seit drei Tagen. Sehr gelungen finde ich in dem Zusammenhang die Vertonung des Gespenstes, das erst recht spät anfängt zu sprechen. Dadurch gibt es einige wahrlich gruselige Szenen. Besonders für Hörer, die doch tatsächlich noch nicht den Inhalt der Geschichte kennen.


    Das Cover finde ich merkwürdig. Ich vermisse die im Hörspiel angesprochenen Locken des Gespenstes. Gestört hat mich seit dem ersten Blick der Effekt, der die Transparenz des Gespenstes verdeutlichen soll. Es sieht so aus, als ob an der Position der Treppenstufen einfach eine transparente Ebene, die als Füllfarbe einen weißlichen Farbton hatte, angelegt wurde. Vor allem weil die Linien so hart gezogen sind, wirkt es vielmehr wie Lichtstrahlen. Reichlich merkwürdig.


    Fazit
    Für mich eines der besten Oscar Wilde – Hörspiele. Leider hat die Produktion ein Manko: Die Otiszwillinge fallen durch unglaubwürdiges Synchronsprechen auf und wirken immer wieder aufgesetzt. Darüber hinaus gibt es nichts bei den Sprechern oder der Produktion auszusetzen. Die technische Seite ist perfekt, die Atmosphäre unglaublich schön und auch unheimlich. Die Geschichte bietet viele Stellen zum Lachen und bleibt konstant spannend bzw. interessant. Ein tolles Hörspiel!

    Marc Gruppe hat ein Hörspiel aus der Vorlage gezaubert, das keine Längen aufweist und stets gut unterhält. Der ungezogene Nils Holgerson wird von einem Wichtelmännchen verkleinert und muss sich fortan mit den Tieren, die er zuvor quälte, auseinandersetzen. Dabei lernt er, was es bedeutet sich für andere einzusetzen und zu welcher Verbundenheit das führt.


    Henri Färber ist mir in den Gruselkabinettfolgen „Verhext“ und „Der Sandmann“ nicht negativ aufgefallen. Gut gefiel mir im Sandmann seine Leistung als junger Nathanael. Nun hat er erstmals eine sehr große Rolle: die des Nils Holgerssons. Fast das halbe Hörspiel habe ich gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Er hat eine laute Stimme und eine fröhliche Art. Es fiel mir immer wieder schwer, ihm Anfang für ein schadenfrohes Kind zu halten. Oftmals empfinde ich seine Betonung als zu lax. Ich vermisse dann meistens den nötigen Ernst, den Schreckmoment (wenn Nils beispielsweise in Schwierigkeiten steckt). Ich habe das Gefühl, der Junge sprach den Nils Holgerson mit dem gleichen Lächeln wie auf dem Foto (auf der Rückseite des Hörspiels zu sehen) ein.
    Henri Färbers Leistung ist für mich der Kritikpunkt schlechthin. - Sie ist nur Mittelmaß. Zusammen mit den Sprechern der Eltern ergibt sich kein harmonisches Bild. Die Stimmen sind zu konträr. Roland Hemmo ist als Erzähler gut, doch seine ruhige Stimme verblasst hinter dem lauten Organ henri Färbers. Daher ebenfalls keine Idealbesetzung. Die übrigen Tier- und Menschenfiguren sind herausragend besetzt und die Buchbearbeitung überzeugt mich ebenfalls.


    Bei den Musikstücken gibt es nicht viel Neues. Es werden klassische Stücke abgespielt und welche, die bereits aus der Hörspielserie Anne bekannt sind. Natürlich passt der Einsatz jedes Mal. Überraschungen bleiben aus.


    Auf der Seite der Geräusche läuft alles wie geschmiert. Titania Medien hat es geschafft einen eigenen Standard zu definieren wie EUROPA mitte der Achtziger.


    Fazit
    Dieses Titania Special gehört zu den schwächeren. Die Geschichte ist hervorragend umgesetzt und die Sprecher sämtlicher Tiere allerliebst und trefflich zu dem Charakter gewählt. Leider weiß Henri Färber als Protagonist nicht zu überzeugen. Seine Leistung ist arg mittelmäßig. Von Titania Medien ist man Besseres gewöhnt. Gegen Ende hin gefällt mir die Darbietung besser.

    Das Gruselkabinett weiß immer wieder zu überraschen. Bei dem Titel und dem Cover glaubte ich zwar an einen eher gruseligen Inhalt, dass ich mich jedoch so fürchten würde, hätte ich nie gedacht.Marc Gruppe hat die Kurzgeschichte „Lot No. 249“ des Sherlock Holmes Autors Sir Arthur Conan Doyle zu einem packenden Hörspiel umgeschrieben. Alles Unheimliche geht von der Mumie, die als Exponat 249 versteigert wurde, aus.
    Abercrombie Smith wird vor einem Mitbewohner gewarnt und schon ist sicher: Merkwürdiges passiert in dem Campusgebäude und weiterem Umfeld. Bewohner werden brutal angegriffen und vermögen sich alleine kaum gegen einen schier übermächtigen Gegner zu wehren. Als Smith der Ursache auf den Grund geht, wird auch er zur Zielscheibe und schreibt seine Erlebnisse auf. Genau an dieser Stelle beginnt das Hörspiel und der Hörer erfährt rasch, was in der Vergangenheit passiert ist. Im Anschluss folgt das Finale mit einem überraschend knappen Ende.


    Die Sprecher sind allesamt herausragend gewählt. Das Hörspiel startet mit einem Erzählteil. Dies schreckte mich zunächst ab. Ich wollte kurze knackige Unterhaltung ohne eine lange Einleitung, da ich am Abend des ersten Hörversuchs ungeduldig und aufgebracht war. Ich hörte das Hörspiel deshalb erst später und stellte verblüfft fest, wie kurz die Erzählereinführung geworden ist und wie schnell es zur Sache geht. Diese erzählertypische Einführung kam mir anfangs etwas hölzern vor, bei erneutem Hören beschlich mich dieses Gefühl nicht. Bene Gutjan leistet als Abercrombie Smith gute Arbeit.
    Hannes Maurer gefällt mir als unheimlicher Edward Bellingham sehr gut. Stets hat er etwas unheimliches, bedrohliches in der Stimme. Dies fördert sehr die Fantasie und so entsteht alleine durch die Gedanken noch viel mehr Schrecken, als im Hörspiel ohnehin (zunächst) angedeutet wird.


    Uli Krohm vermag es der Mumie Laute zu geben, die ich nicht für möglich gehalten hätte: absolut unheimliche, ich lag stocksteif im Bett. Dies geht einher mit der teilweise schaurigen und immer passenden Geräuschkulisse. Die Musikstücke sind nicht minder gelungen ausgewählt. Sie haben „Gabriel Burns“-Charakter, diese einschneidenden, überraschenden Elemente, welche die Spannung ins Maßlose treiben oder an der rechten Stelle ein wenig dabei helfen, die Verspannungen des lauschenden Körpers zu lösen.


    Fazit
    Ein schauriges Hörspiel, das unbedingt im Dunkeln bei voller Aufmerksamkeit gehört werden sollte. Die Schrecken sind hervorragend inszeniert und die packende Geschichte kommt meiner Meinung nach in einer solchen Atmosphäre am besten zum Tragen.

    Tauben aus der Hölle. Der Titel klingt schon verlockend mysteriös. Die Geschichte handelt von den Freunden Griswell und John, die auf ihrer Tour durch die Südstaaten ein unbewohntes Herrenhaus entdecken, welches sie als Unterschlupf für die Nacht nutzen wollen. Ehe sie das Haus betreten, bemerken sie unzählige Tauben, die aus diesem herausflattern und durch den Sonnenuntergang ein rötlich gefärbtes Gefieder aufweisen. Alsbald folgt für den Hörer die Information: Man sagt sich es seien Tauben aus der Hölle – besonders wegen der rötlichen Einfärbung. Doch nicht dies ist die Gefahr im verlassenen Gebäude. Themen sind: ein merkwürdiges Pfeifen, gefährliche Schlangen, ein unheimliches gelbes Gesicht und eine Familiengeschichte, über die nicht gerne gesprochen wird – noch weniger über die Rache einer Sklavin.


    Wie gewohnt beweist Titania Medien großes Geschick bei der Auswahl der passenden Sprecher zu den jeweiligen Figuren. Michael Schwarzmaier passt stimmlich hervorragend in die Rolle eines Sheriffs. Wer würde zu ihm nicht Vertrauen fassen? Tim Schwarzmaier spielt hervorragend den Grisell, der viel Schreckliches durchmacht. Die übrigen Sprecher sind ebenso überzeugend, nur ich Sprechanteil ist geringer.


    Die Musikstücke und Geräusche passen stets und sind mitverantwortlich für die schaurigen Atmosphären. Bei diesem Hörspiel darf wieder richtig gegruselt werden.


    Fazit
    Der Hörer erfährt nach und nach mehr über das schaurige Geheimnis des alten Herrenhauses und ehe es vollends gelüftet wird, gibt es sehr viele gruselige Szenen. Tauben haben damit jedoch nicht viel zu tun. Nichtsdestotrotz ist deren Auftritt, besonders der erste, unheimlich.
    Kurzum: Das Gruselkabinett macht seinem Namen alle Ehre!

    Aylmer Vance – Abenteuer eines Geisterseher ist ein Zweiteiler im Gruselkabinett. Auf der ersten CD treffen Aylmer und Dexter aufeinander. Dexter interessiert sich für Aylmers Geistergeschichten und zwei schöne romantische werden erzählt. Des Weiteren wird der Hörer informiert über die Art des Zusammentreffens und dass es einen Grund für Aylmers Anwesenheit in einer abgeschiedenen Gegend gibt…


    Der zweite Teil fährt direkt am Ende des ersten, den man auch sehr gut als Einzelhörspiel hören kann, fort. Zunächst wird eine weitere versprochene Geschichte dem guten Dexter erzählt. Direkt im Anschluss zieht Aylmer Dexter in seinen aktuellen Fall hinein – als Assistenten. Von den Erzählungen geht es über zum aktuellen Geschehen. Aylmer verrät den Grund seines Aufenthalts in der Abgeschiedenheit. Am Ende des Abenteuers beschließt Dexter, fortan als Aylmers Assistent zu arbeiten. Die neuen Abenteuer, die sie nach diesem ersten als Duo erleben werden, gibt es ab Herbst 2011 zu hören. Ich bin schon sehr gespannt!


    Lange Zeit habe ich kein romantisches Hörspiel gehört. Ich bin von dieser Produktion ganz begeistert. Die Erzählweise ist sehr schön: Nicht zu schnell, nicht zu langsam und die Dialoge sind weder zu altbacken gestelzt, noch zu modern. Das Hörspiel hinterlässt einen sehr ausgewogen Eindruck. Der Wechsel der Erzähler ist ebenfalls äußerst gelungen. An zwei, drei Stellen fand ich es etwas merkwürdig, wie eine Figur mit sich selbst spricht, um den Hörer etwas mitzuteilen. Den Teil hätte ich dem Erzähler überlassen, was sowieso die sprechende Person war. (Oder habe ich die Zugehörigkeit falsch gedeutet?) Dies ist eine Kleinigkeit. Da ich nichts anderes zu kritisieren habe, musste ich dies einfach anmerken. Solch perfekte Unterhaltung ist ansonsten zu unheimlich.


    Wie gewohnt setzt Titania Medien auf sehr schöne Musikstücke und ausgezeichnete Geräusche. Das ist inzwischen wie bei früheren EUROPA-Werken: Man kennt und liebt es so.


    Die Sprecher haben mich ausnahmslos in ihren Bann gezogen. Ich wusste gar nicht, wie viele grandiose Stimmen es gibt. Ekkehardt Belle war mir bisher gar nicht bekannt. Seine Stimmer erinnert mich sehr an die von Horst Stark als Kommissar Reynolds bei den drei ???. Hans-Georg Panczak war mir bisher ebenso unbekannt (obschon ich seine Stimme bei Star Wars gehört habe). Die beiden Sprecher der Protagonisten leisten Hervorragendes. Für die übrige Sprechercrew gilt Selbiges: Ich bin sehr angetan von der Auswahl der Stimmen zu den jeweiligen Rollen. Hier passt einfach alles.


    Fazit
    Dieser Zweiteiler überzeugt auf ganzer Linie: Er passt sehr gut in die Romantikreihe „Gruselkabinett“. Wer allerdings Grusel zwingend erwartet und nicht zart besaitet ist, wird vielleicht enttäuscht sein. Der Unterhaltungsfaktor ist sehr hoch und das Lauschen ein Hochgenuss. Nicht nur wegen der Sprecher, Musik- und Geräuschkulisse.