Posts by Poldi

    VON ASTRID LUDWIG


    Rahmen in metallischem Grau: Kleine Bullaugen und große Sprossenfenster lassen Licht in die Gartenlaube.


    Früher war Christian Hellwig Soldat und Waffenschmied, heute ist er ein gefragter Designer. Immer gleichgeblieben ist aber seine Liebe zu den Romanwelten von Jules Verne.


    Als er jung war, hat er Jules Vernes Roman „20 000 Meilen unter dem Meer“ verschlungen. Die Nautilus und Kapitän Nemo waren Christian Hellwigs Helden. Vielleicht stammt daher sein Faible für einen Einrichtungsstil, der ein bisschen an Fantasy gemischt mit Industriecharme und Elementen des Art déco erinnert. Auf jeden Fall hat Jules Vernes Unterseeboot die Liebe des Braunschweigers zu genietetem Stahl geweckt. Die Metallbauweise mit den charakteristischen Noppen ist typisch für den Schiffsbau oder historische Brücken.


    Im Buch und den Verfilmungen ist Nemos Lesezimmer mit mattgrauen Stahlträgern ausgerüstet, die im Halbrund Wände und Decke stützen und große Bücherregale unterteilen. Bullaugen gehören dazu, ovale Türen und plüschige Polstermöbel. Das Unterwasserzimmer des skurrilen Kapitäns hat Christian Hellwig in seinem Haus in Braunschweig nachgebaut. Da sitzt er, liest und legt die Füße hoch. Wenn er denn mal Zeit hat und zu Hause ist.


    Hellwig ist ein gefragter Designer. Mit seinen Werkzeugkoffern reist er um die Welt, richtet Küchen in Kalifornien ein, baut Eisdielen auf La Gomera, Häuser in Alaska oder hilft monatelang beim Ausbau eines Krankenhauses in Homs im bürgerkriegszerstörten Syrien. Der Vierundsechzigjährige nimmt die Aufträge an, die ihn reizen oder weil ihm die Auftraggeber sympathisch sind. Boote, Beachclubs, Minihäuser, „ich hab alles schon gebaut – nur noch kein Flugzeug“, scherzt er. Eine Homepage hat er nicht, die Aufträge kommen per Mundpropaganda zu ihm. „Wer was von mir will, schreibt mir eine Postkarte. Dann weiß ich, dass es ernst gemeint ist“, sagt er. Hellwig ist halt eigenwillig.



    Wer etwas von ihm will, schreibt ihm eine Postkarte: der Braunschweiger Designer Christian Hellwig. :Bild: Astrid Ludwig


    Im Süden von Frankfurt hat der Künstler nun in einem privaten Garten ein Gartenhaus errichtet, das es so in keinem Baumarkt oder von der Stange zu kaufen gibt. „Der Auftrag lautete: Es soll aussehen wie eine ausgeräumte, historische Werkstatt“, erzählt er. Hundert Tage hat er dafür gebraucht. Zu Hause in seinem Atelier in Braunschweig fertigte er die einzelnen Module vor, transportierte sie nach Frankfurt, wo er sie mit Hilfe befreundeter Helfer zusammensetzte. Und tatsächlich: Das neue Häuschen sieht aus, als hätte es immer schon dort zwischen Hortensienbüschen und Rosensträuchern gestanden.



    Bodentiefe Sprossenfenster und Türen sind in Hellwigs favorisierter grauer Metalloptik gefertigt. Doch was anmutet wie genieteter Stahl, ist in Wirklichkeit aus Holz gearbeitet und nur geschickt mit rostroten und grauen Farbschichten versehen. Aufgesetzte, halbierte Holzkugeln imitieren täuschend echt Nieten aus Metall.


    Werkstatt-Flair im Grünen: Dieses Gartenhäuschen in Neu-Isenburg bei Frankfurt gehört zu den jüngsten Projekten. :Bild: Wonge Bergmann


    Der Vierundsechzigjährige legt Wert auf die Details. Er hat selbstgetischlerte Türriegel aus Holz eingebaut, antike Schlösser und Griffe. Ein alter Sicherungskasten mit Sicherungen aus weißem Porzellan hängt gleich neben dem Eingang, und in der Außenwand zeigen gebrauchte Messinstrumente den Sauerstoffgehalt und Ölstand von Maschinen an, die gar nicht existieren. Die Holzbalken im Innern sind mit Kugeln und Leisten verziert. Alles wie gewünscht im Stil einer alten Werkstatt.


    Diese für ihn so wichtigen Einzelstücke treibt der Künstler bei seinen Streifzügen und Reisen auf, handarbeitet sie selbst oder lässt sie anfertigen. In der Überseestadt in Bremen hat Hellwig etwa die Inneneinrichtung eines großen arabischen Restaurants übernommen. Die Tische und Stühle dafür ließ er nach seinen Entwürfen in Marokko bauen, die Stoffe kamen aus Marrakesch, und die Stehlampen schmiedete er aus alten Gewehren. Der Braunschweiger war früher mal Soldat und Waffenschmied. Heute werden bei ihm Kriegswaffen zu friedlichen Beleuchtungsobjekten.


    Hellwig ist Autodidakt und Allround-Handwerker. Er hat als Goldschmied gearbeitet, malt, restauriert Gemälde, tischlert, schlossert und fertigt Tierskulpturen. Der Braunschweiger, selbst Vater von vier Töchtern, kommt aus einer interessanten Familie. Sein Vater war der Profifußballer Karl-Heinz Hellwig, der in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für Arminia Bielefeld sowie Eintracht Braunschweig unter Vertrag stand und im Kader der deutschen B-Nationalmannschaft spielte. „Meine Mutter war künstlerisch begabt und hat mir vieles beigebracht.“


    Es lebe die Niete: Was aussieht wie Stahl, ist eigentlich Holz :Bild: Wonge Bergmann


    Die meisten von Hellwigs Arbeiten und Entwürfen entstehen im Kopf. Er zeichnet ein Aufmaß, aber dann läuft vieles freihändig. Er will Unikate schaffen, kreativ sein. „Es geht um den Weg, nicht um Dollars“, betont der Gestalter. Er will von seinem Design leben können, aber nicht unbedingt ein Vermögen machen. „Ich verschenke meine Ideen nach dem Open-Source-Prinzip.“ Das bedeutet: Jeder, dem seine Entwürfe gefallen, könne sie einfach kopieren. Hellwigs Kunst inspiriert. Die Gartenhaus-Besitzerin jedenfalls ist glücklich mit ihrer neuen Werkstatt im Grünen. Sie will dort ihr eigenes kleines Malatelier einrichten.


    Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wi…om-designer-16338560.html


    Samstag, 21.09.2019: Ab 16:00 beginnt die “Kleine Nacht der Luftschiffe“, die Uhrzeit für den Vortrag steht noch nicht fest.

    Das Programm hört sich jedenfalls verlockend an.


    “Jules Vernes wundersame Tauch- und Flugmaschinen”

    Der französische Erfolgsautor hat in seinen Werken gleich eine ganze Reihe damals utopisch erscheinender Vehikel ersonnen – wundersam anmutende Tauch- und Flugmaschinen. Damit schickte er seine Helden auf phantastische Expeditionen zu Wasser und zu Land – mit Technik und Wissen meisterten sie alle Schwierigkeiten.

    Wie utopisch waren seine Tauchboote und Flugmaschinen? Und was haben Kopffüßer mit Verne und dem Steampunk zu tun? Wir werfen einen näheren Blick in die Welten des Jules Verne, seine Inspirationsquellen und seine Botschaften.


    Das Zeppelin-Museum ist in Neu-Isenburg bei Frankfurt/Main und veranstaltet jährlich die Kleine Nacht der Luftschiffe, die ein Geheimtipp unter Steampunk-Fans ist.


    Quelle: http://scienceblogs.de/meertex…ules-verne-und-steampunk/

    In 80 Tagen um die Welt


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    Jules Verne

    Sprecher: Max Urlacher

    Spieldauer: 2h:21m

    Dateigröße: ca. 114,1 MB

    Der englische Gentleman Philias Fogg wettet mit anderen Mitgliedern seines Clubs, dass er es schafft, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Gleich an diesem Abend begibt er sich mit seinem Diener Passepartout auf eine weite Reise um die Welt. Die beiden erleben allerhand Abenteuer: Sie werden vom Geheimagent Fix verfolgt, retten eine indische Witwe, fahren mit dem Schiff nach Hongkong und haben in Amerika Probleme mit einer Büffelherde und Indianern ...


    Downloadlink


    Quelle: https://www.vorleser.net/verne_80_tage/hoerbuch.html

    Porträt Okjökull ist der erste Gletscher Islands, der zu Toteis erklärt wurde. 400 weitere könnten folgen. Ein Nachruf

    Andri Snær Magnason |



    Auf einer Karte von 1901 umfasst der isländische Gletscher Okjüll 38 km2. 1978 waren es noch drei. Die beiden Luftaufnahmen entstanden 1986 (links) und 2019 (rechts)

    Foto: Nasa


    Wie eine Grabrede auf einen Gletscher schreiben, wenn man mit Gletschern, als geologische Tatsache und als Symbol für die Ewigkeit aufgewachsen ist? Wie Lebwohl sagen? Als mich Wissenschaftler von der Rice University im texanischen Houston anriefen, um mich zu bitten, den Text für eine Tafel zum Gedenken an den ersten toten Gletscher Islands zu schreiben, musste ich an eine meiner Lieblingsstellen aus Kurt Vonneguts Roman Schlachthof 5 denken:


    „Wissen Sie, was ich zu den Leuten sage, wenn ich höre, daß sie Antikriegsbücher schreiben?“


    „Nein. Was sagen Sie, Harrison Starr?“


    „Ich sage: ‚Warum schreibt ihr statt dessen nicht ein Anti-Gletscher-Buch?‘„


    Vonneguts Held meint damit natürlich, dass es immer Kriege geben wird. Er glaubt, dass es genauso einfach wäre, den Krieg für immer aus der Welt zu schaffen, wie einen Gletscher daran zu hindern, sich immer weiter auszudehnen. Aber weißt Du was, Harrison Starr? Das mit den Gletschern haben wir Menschen schon erledigt. Fast jeder Gletscher auf unserem Planeten hat aufgehört, sich auszudehnen. Die meisten schrumpfen mit alarmierender Geschwindigkeit. Der Ok ist der erste Gletscher Islands, der offiziell zu Todeis erklärt wurde.


    Der Name unseres toten Gletschers hat mehrere Schichten. Auf Isländisch ist Ok das Wort für die Stange, die traditionell zum Tragen von Wassereimern verwendet wird: Joch. Aber Joch kann auch Last bedeuten, etwas, was dich niederdrückt. Ok trug Wasser in Form von Eis. Und jetzt, da aus dem Wasser ein Ozean geworden ist, bedeutet OK auch die Last, die zukünftige Generationen zu tragen haben. Eine Last, die langsam immer größer wird.


    Folgt man Prognosen, dann werden alle 400 Gletscher auf Island in den nächsten 200 Jahren verschwinden. Snæfellsjökull, wo Jules Verne seine Reise zum Mittelpunkt der Erde begann, wird wahrscheinlich in den nächsten 30 Jahren verschwunden sein. Snæfellsjökull ist für Island, was der Fuji für Japan ist. Das Abschmelzen aller isländischen Gletscher wird den Meeresspiegel um etwa 1 cm steigen lassen. Das klingt nach wenig, aber wenn es sich weltweit wiederholt, werden die Überschwemmungen Hunderte von Millionen Menschen betreffen. Die beunruhigendste Aussicht ist aber, dass die Gletscher im Himalaya schmelzen. Sie sind das Joch, das das Wasser für eine Milliarde Menschen trägt.


    Meine Familie hat eine persönliche Beziehung zu den Gletschern. Meine Großeltern waren Gründungsmitglieder der isländischen Gletscherforschungsgesellschaft. Als mein Großvater 1955 meine Großmutter auf eine dreiwöchige Forschungsreise mitnahm, dachten einige, er sei verrückt geworden. Eine Frau auf einem Gletscher? Meine Großeltern und das Forschungsteam kartierten den Gletscher. Sie saßen drei Tage lang in einem kleinen Zelt fest. „War dir nicht kalt?“ fragte ich sie. „Kalt? Wir waren gerade erst verheiratet“, antworteten sie. Der Teil des Gletschers, auf dem sie ihr Zelt aufschlugen, hatte damals noch keinen Namen. Heute heißt es Brúðarbunga: Die Wölbung der Braut.


    Derzeit sind etwa zehn Prozent Islands mit Gletschern bedeckt. Das Eis in Vatnajökull ist bis zu 1.000 Meter dick. Man muss sich das wie drei Empire State Buildings übereinander gestappelt vorstellen – eine gewaltige Masse, die sich über den Horizont hinaus erstreckt.


    Dass etwas so Großes in Wirklichkeit sehr zerbrechlich ist, können wir kaum begreifen. Nicht, dass wir nicht an Veränderungen in der Natur gewöhnt wären: Wir haben Berge, die jünger sind als ich und riesige Krater, die später entstanden sind als die Brooklyn Bridge in New York. Es gibt hier Vulkanausbrüche, die so heftig sind, dass sie alles Menschliche winzig klein erscheinen lassen. Was macht es schon aus, was Menschen tun, fragen die Leute, wenn bei einem solchen Ausbruch Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen werden?


    2010 legte der Vulkan Eyjafjallajökull alle Flughäfen in Europa lahm. Die CO2-Emissionen lagen bei etwa 150.000 Tonnen pro Tag. Wenig, verglichen mit den fast 100 Millionen Tonnen pro Tag, für die wir Menschen verantwortlich sind. Das entspricht mehr als 600 Vulkanausbrüchen. Man muss sich Ausbrüche auf allen Kontinenten vorstellen, Tag und Nacht, das ganze Jahr über, um sich dann zu fragen: Haben wir wirklich keinen Einfluss auf das Klima?


    Manchmal bitte ich Schüler, eine einfache Rechenaufgabe zu lösen: Wer im Jahr 2000 geboren wurde, hat gute Aussichten, 90 Jahre alt zu werden. Vielleicht gibt es dann einen 20-Jährigen im Leben dieses 90-Jährigen. Ein Enkelkind vielleicht, jemand, den er seit 20 Jahren kennt und liebt. Wann wird diese Person 90 Jahre alt sein? Die Schüler rechnen: Etwa im Jahr 2160. Das ist kein abstraktes Datum. Von heute bis 2160, das ist eine Zeitspanne, die wir uns gut vorstellen können Doch wenn wir eine Vorstellung vom Jahr 2160 haben können, was sagen wir dann Wissenschaftlern, die vor einer Katastrophe im Jahr 2070 oder 2090 warnen? Wie kann das jenseits unserer Vorstellungskraft liegen, als wäre es Science Fiction?


    Auf die Kupferplatte zum Gedenken an den Ok habe ich an unsere Lieben in der Zukunft geschrieben: „Wir wissen, was passiert und was getan werden muss. Nur du weißt, ob wir es getan haben.“




    Andri Snær Magnason wurde 1973 in Reykjavik geboren. 2011 erschien von ihm Traumland – Was bleibt, wenn alles verkauft ist? bei orange press . 2016 war er Präsidentschaftskandidat in Island


    Quelle: https://www.freitag.de/autoren…itag/nichts-ist-mehr-okay

    Mondphasen, Meteorite, Brausepulverrakete & Co: Zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung gehen wir mit Jules Verne auf eine Reise ins Weltall. Was sind Sterne, Monde und Planeten? Gibt es Schwarze Löcher? Wer war der erste Mensch auf dem Mond? Und wie funktioniert überhaupt eine Rakete? Frau Dr. Barbara Kranz-Zwerder erforscht die Fragen mit euch auf spielerische Weise und mit vielen Experimenten.


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    Präsentation von und mit

    Dr. Barbara Kranz-Zwerger hat an der technischen Universität in Wien studiert. In ihren Physikshows und Forscherkursen gibt sie ihre Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik an Groß und Klein weiter. Schwerpunkt ist das Experimentieren mit Alltagsgegenständen.


    Aktion

    Datum: 29.09.2019

    Einlass: 13:00 Uhr

    Beginn: 14:00 Uhr

    Ende: 16:00 Uhr

    Eintritt: frei

    Zielgruppe: Familien


    Veranstaltungsort

    Thalia Hamburg - EEZ

    Osdorfer Landstr. 131

    22609 Hamburg


    Quelle: https://www.thalia.de/shop/hom…ltungen/showDetail/23905/

    Ich möchte noch einmal an die nächsten Jules-Verne-Stammtische erinnern:


    Göttingen: Samstag, 24. August 2019, 19.30 Uhr im Hans im Glück, im Anschluss ca. 21.00 Uhr Nautibar

    Berlin: Samstag, 31. August 2019, 18:00 Uhr im Jules Verne

    Dortmund: Samstag, 28. September 2019, 18.00 Uhr im Marples in der alten Mühle



    Hörspiel "Ein Drama in den Lüften" Jules Verne

    04.10.2019 um 18:00 Uhr


    Ein Aeronaut verdient auf Jahrmärkten sein Geld, indem er Passagiere in seinem Ballon mitnimmt. In Frankfurt entpuppt sich ein Passagier jedoch als Wahnsinniger, der einen spektakulären Tod sucht. In der Gondel beginnt nun ein Kampf ums Überleben ...


    Foto zur Veranstaltung


    Veranstaltungsort

    Hörspielkirche Prensdorf


    Veranstalter

    Freunde des Kirchturms


    Quelle: https://www.dahme.de/veranstal…3%BCften-jules-verne.html

    Quelle: http://www.hoerspielkirche-pre…3%BCften-jules-verne.html

    FESTTAG MIT "STEAMPUNK JUBILEE" IM LWL-INDUSTRIEMUSEUM


    Gruppenbild mit Steampunks und Museumsleiter Dr. Arnulf Siebeneicker am Oberwasser des Schiffshebewerks.

    Foto: LWL/Hudemannhochgeladen von Helmut Eckert


    Die Menge jubelte, als Kaiser Wilhelm II. am 11. August 1899 das Schiffshebewerk Henrichenburg einweihte. Genau 120 Jahre später, am Sonntag (11.8.) feiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Industriemuseum in Waltrop den Geburtstag des bekannten Bauwerks am Dortmund-Ems-Kanal mit einem "Steampunk Jubilee". Von 11 bis 18 Uhr erwartet die Besucher jede Menge Programm. Für Gäste im Steampunk-Outfit ist der Eintritt kostenlos; für alle anderen gilt der normale Museumseintritt.


    Das Steampunk-Programm

    Die viktorianisch-wilhelminisch inspirierte Steampunk-Bewegung übernimmt an diesem feierlichen Tag die Regie rund um das Denkmal. Auf dem gesamten Museumsgelände sind außergewöhnlich "gewandete" Persönlichkeiten zu finden, die gemeinsam ein fantasievolles Tagesprogramm gestalten.


    In der Maschinenhalle bauen Steampunk-Händler Stände mit ausgefallener Bekleidung, Schmuck und passenden Dekorationsideen auf und bieten das Passende für den Eigenbedarf oder als ausgefallene Geschenkideen an. Dort befindet sich auch das "Amt für Ätherangelegenheiten", das an diesem Wochenende eine Außenstelle in Waltrop einrichtet. Die "Beamten" dieser Szene-Organisation stellen die bei Steampunks beliebten "Zeitreisepässe" aus und verteilen "Temporalmarken".


    Das Freigelände am Oberwasser bietet viel Platz für ein Steampunk-Picknick, während die Kinder den Wasserspielplatz genießen. Am Oberwasser werden zudem historische Modellbauschiffe zu Wasser gelassen. Auf dem historischen Museumsschiff "Nixe" können sich Besucherinnen in passendem Outfit bei einem besonderen Fotoshooting von professionellen Szenefotografen ablichten lassen. Von Land aus zuzuschauen, ist selbstverständlich möglich.


    Die "Steampunk Music Machine" und die Drehorgelspieler "Lesebär und die rote Jule" sorgen für musikalische Untermalung des "retromantischen" Geschehens am Ober- und Unterwasser; Tänzerin "Galathea mit den Schellen" lässt dazu die Hüften kreisen. Aus Leipzig wird das geheimnisvolle Gefährt "Motilus" erwartet. "Am Nachmittag könnte vielleicht sogar Ihre Majestät Kaiserin Auguste Viktoria eintreffen, die anstelle ihres diesmal verhinderten Gemahls Kaiser Wilhelm II. die Schirmherrschaft bei der Prämierung der besten Gewandungen übernehmen soll", kündigen die Organisatoren an.


    Museumsattraktionen

    "Im Hafengebäude läuft unsere Sonderausstellung 'U-Boote. Krieg und Forschung in der Tiefe', die sicherlich nicht nur Jule-Verne-Fans begeistern wird", so LWL-Museumsleiter Dr. Arnulf Siebeneicker. Um 11 und 13 Uhr bietet das LWL-Industriemuseum kostenlose Führungen zum Schiffshebewerk an, außerdem ist die im Kesselhaus eingebaute Schiffsdampfmaschine in Aktion zu sehen. Junge Museumsbesucher können von 12 bis 16 Uhr im Bilderkabinett Papier-Dampfschiffe und Kapitänsmützen basteln.


    Für das gastronomische Wohl sorgen zum Anlass passende Stände mit Eis, Flammkuchen, fleischhaltigen, vegetarischen und veganen Speisen sowie Wein, Met und Apfelsaft, außerdem sind die bewährten Teams von Birgit Langers historischem Gastrobus am Unterwasser und vom Café Hafenklang am Oberwasser im Einsatz. Im Fall, dass es dieses Jahr kein Kaiserwetter gibt, ziehen die diversen Attraktionen der Veranstaltung in das Hafengebäude und den Schiffsbauch des Lastkahns Ostara um.


    Was ist Steampunk?

    Steampunk gibt es bereits seit den 1980er Jahren. Es ist eine Subkultur, in der moderne Technik mit Elementen des viktorianisch-wilhelminischen Zeitalters verknüpft werden. Aspekte wie Recycling und Upcycling werden dabei großgeschrieben; Höflichkeit und gute Umgangsformen sind ebenfalls gerne gesehen.


    Die Bewegung ist von Science-Fiction Autoren wie H. G. Wells und Jules Verne inspiriert und zeigt mithilfe von meist selbstgefertigten Kleidern, Accessoires und Geräten, wie sich die Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zukunft, also unsere Gegenwart, vorgestellt haben könnten. Allein in Europa gibt es einige tausend aktive Steampunks, die sich regelmäßig auf Festivals treffen und miteinander austauschen.


    Das Schiffshebewerk Henrichenburg

    Bei seiner Eröffnung 1899 galt das Schiffshebewerk Henrichenburg als technisches Wunder. Schiffe mit bis zu 750 Tonnen Ladefähigkeiten konnten wie in einem riesigen Fahrstuhl 14 Meter hoch- und runtergefahren werden. Das war nötig, um Kohlen über den Dortmund-Ems nach Emden oder Erz nach Dortmund zu fahren. Es war das erste Mehrschwimmer-Hebewerk der Welt und stellte mit seiner Leistungsfähigkeit alle anderen Hebewerke in den Schatten. Bis 1962 wurden hier täglich Schiffe gehoben. Mit der Eröffnung des Neuen Schiffhebewerks verlor es jedoch an Bedeutung und verfiel langsam. Als der LWL 1979 beschloss, ein Industriemuseum zu gründen, war es in einem entsprechend schlechten Zustand. Nach jahrelanger Restaurierung eröffnete das heutige Museum 1992 seine Tore.


    Ein besonderes Souvenir

    Zu den Industriemuseen des LWL gehört auch das Textilwerk Bocholt (Kreis Borken), wo auf historischen Maschinen nach wie vor Stoffe gewebt werden. Exklusiv zum 120. Geburtstag des Schiffshebewerks Henrichenburg hat das Textilwerk ein Handtuch mit Jubiläums-Inschrift produziert, das von den Grubentüchern des Bergbaus inspiriert ist. Es wird nur in kleiner Stückzahl hergestellt und kann zum Preis von 6 Euro an der Museumskasse erworben werden.


    Quelle: https://www.lokalkompass.de/sc…rk-henrichenburg_a1186737

    LEGO MOC: U-Boot Nautilaus | © Andres Lehmann


    Das LEGO U-Boot Nautilus aus 20.000 Meilen unter dem Meer von Jules Verne: 17.800 verbaute LEGO-Steine und ganz viel Kreativität.


    Die Bricks am Meer findet direkt an einem See statt, der Name „Meer“ ist dabei ob der Größe aber, nun ja, diskutabel. Bad Zwischenahn haben wir natürlich ins Herz geschlossen und waren auch bei der dritten Auflage mit großer Freude dabei.



    Abgetaucht in die Tiefen des Meeres ist die Nautilus von Dietmar im Norden ein Glück nicht, denn sie stand für alle Besucher der Ausstellung sichtbar unweit des Eingangs und die Sichtung des Modells erfreute kleine und große Besucher. Alleine die Eckdaten des MOCs sind schon imposant: Über ein halbes Jahr hat der Baumeister an dem Modell gewerkelt und insgesamt 17.800 Steine verbaut.



    Als Inspiration diente ihm das Werk 20.000 Meilen unter dem Meer von Jules Verne. Doch es bedurfte der Sichtung von Filmen und Fotos, um das Bauprojekt anzugehen. Bevor Dietmar zu den Steinen griff, erstellte er zahlreiche Skizzen, damit mit der Maßstäblichkeit alles glatt geht.





    Und wie ihm hier alles geglückt ist! Ganz wunderbar, und das obwohl es gewiss nicht einfach ist, ein so längliches Modell auch noch halboffen zu bauen, damit wir all die wunderbaren Einblicke ins Innere erhaschen können. Und die Durchmischung von alten und neuen hellgrauen Steinen geht sich hier auf: So ein U-Boot fährt nicht täglich durch die Waschanlage.


    Weitere Steampunk-Modelle

    Dietmar wird in diesem Jahr auch in Borken bei der Zusammengebaut 2019 im nordhessischen Borken dabei sein. Und so viel sei verraten: In Bad Zwischenahn war noch mehr ausgestellt, und wir haben uns auch die anderen Bauwerke im Detail zeigen lassen.



    Quelle: https://zusammengebaut.com/leg…aus-17-800-steinen-75424/

    Phileas Fogg (Henning Bormann, r.) mit seinem Diener Jean Passepartout (Hartmut Jonas).© jou


    von Sascha Jouini


    Bei der Inszenierung des Schauspiels "In 80 Tagen um die Welt" nach Jules Verne im Wetzlarer Rosengärtchen gefällt die klare Bühnengestaltung, für die Marie Labsch verantwortlich zeichnet: Ein verschachteltes, labyrinthartiges Holzgerüst samt dementsprechender Bodenmarkierung unterstreicht das kühne Vorhaben des englischen Gentlemans Phileas Fogg (Henning Bormann) und seines französischen Dieners Jean Passepartout (Hartmut Jonas), als sie sich auf Weltreise begeben, immer wieder vom rechten Weg abzukommen drohen.


    Die sehr gut besuchte Aufführung des Landestheaters Detmold zur Eröffnung des Hauptprogramms der Wetzlarer Festspiele wurde mit kräftigem Beifall bedacht. Basierend auf der Schauspielfassung von Soeren Voima des 1873 erschienenen Romans, verknüpft Regisseur Ingo Putz stimmig Elemente verschiedener Epochen. So symbolisiert ein Radio, das Fogg stets mit sich führt, in die Zukunft weisende technische Errungenschaften. Solide vorgetragene, für Auflockerung sorgende Popsong-Intermezzi spannen den Bogen in die 1980er Jahre.


    Wie pedantisch Protagonist Fogg veranlagt ist, zeigt sich schon zu Beginn, wenn er zur musikalischen Berieselung mit Stoppuhr seine Morgengymnastik macht. Henning Bormann bringt die Nüchternheit des peniblen Mannes virtuos zur Geltung. Von ganz anderer Art der naiv-verträumte Diener Passepartout. Als der sich bei ihm vorstellt, wünscht er sich eine ruhige Tätigkeit, wird indes sogleich von der Realität eingeholt: Fogg schließt mit seiner Kartenspielrunde im Londoner Club eine Wette ab um 20 000 Pfund, will mit Passepartout die Erde in 80 Tagen umrunden. An ihre Fersen heftet sich Detektiv Fix, der in Fogg einen vermeintlichen Bankräuber erkennt. Markant verleiht Heiner Junghans dem Detektiv selbstverliebte, überhebliche Züge.


    Die Reise führt zunächst von Brindisi über den Suez-Kanal nach Bombay. Besonders amüsieren bizarre Momente - voller Selbstverständlichkeit widmet sich das Ensemble etwa einem orientalischen Tanz zu westlicher Popmusik. Heikel wird es, als Passepartout in Indien einen Tempel entweiht. Der durchtriebene Richter (köstlich: Kerstin Klinder) lässt die Gruppe gegen Kaution wieder frei. Unterwegs bewahrt Passepartout die Sati-Witwe Aouda, die mit der Leiche ihres Mannes verbrannt werden soll, vor dem Tod. Jorida Sorra betont die Emanzipiertheit der cleveren Frau.


    Im Ganzen kennzeichnet die Aufführung fast überbordender Ideenreichtum. Angesichts mancher Längen würde eine textliche Straffung wie Streichung einzelner Songbeiträge nicht schaden. Trotz kleiner Abstriche überzeugt das Stück über weite Strecken. Das turbulente Abenteuer gipfelt in einer waghalsigen Segelfahrt. Schmunzeln bereitet eine schräge, ans Varieté erinnernde Wanderzirkustruppe. Sascha Jouini


    Quelle: https://www.giessener-allgemei…e-weltreise-12725078.html

    Christian Freund

    22.06.2019


    GREIZ Aufführung Greizer Gymnasiasten kann auf voller Linie überzeugen


    Die Schüler bei der Aufführung in der Aula des Gymnasiums. Foto: Christian Freund


    Foto: Christian Freund

    Die Premiere der Aufführung „In 80 Tagen um die Welt“, basierend auf dem Roman von Jules Verne, ist den Akteuren der Gruppen Darstellen und Gestalten der neunten und zehnten Klassen des Ulf-Merbold-Gymnasiums mit Bravour gelungen. Dabei überzeugte Clara Neubert als der reiche englische Gentleman Phileas Fogg, der mit anderen Mitgliedern des Londoner Reform Clubs 1872 wettete, dass es ihm gelingen werde, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Alle weiteren Darsteller standen ihr dabei in nichts nach. So zum Beispiel der neu eingestellte französische Diener Passepartout (Melanie Kühn), mit dem Fogg noch am selben Abend das Abenteuer startete. Auch Anelie Decker als Detektiv Mr. Fix konnte überzeugen. Aus den vielen Abenteuern ergaben sich von den jungen Darstellern turbulente und teils mit hintergründigem Humor gespielte Szenen zum Vergnügen der Zuschauer. Auch der Aufenthalt in Amerika mit der Fahrt über eine marode Brücke samt gefährlicher Begegnung mit einem Sioux-Häuptling wurde schauspielerisch eindrucksvoll inszeniert und mit einem Tanz von den Neuntklässlern umrahmt. Und dann war noch die turbulente Szene der Rettung von Aouda (Jenny Farr) im Dschungel, die nach ihrer Ankunft in London gestand, sich in Fogg verliebt zu haben. „Ich bin richtig stolz auf euch. Trotz vieler Ausfälle habt ihr alles sehr gut umgesetzt“, lobte Lehrerin Cornelia Schütte alle Darsteller und Helfer hinter der Bühne.


    Quelle: https://www.otz.de/regionen/gr…welt-auf-id226247315.html

    Premiere vor fast ausverkauftem Haus! Theater im Steinbruch in Emmendingen startete in die Freiluftsaison mit "In 80 Tagen um die Welt"


    Schon nach 8 Minuten war klar: Diese "80 Tage um die Welt" versprühen Spaß und Freude am Amateurtheater! Der Einstieg in das Sommerstück der Truppe vom Theater im Steinbruch wurde vom Publikum heute Abend schon nach wenigen Szenen mit Applaus begleitet - und das tat den motivierten Laienschauspielern sichtlich gut. Spielfreude pur bei einem Stück, das beste Theaterunterhaltung bietet und das jetzt in der Pause schon dickes Lob der Besucher verzeichnet.


    Theaterchef Hans-Joachim Wipfler konnte bei seiner Begrüßung den Bundestagsabgeordneten Peter Weiss und Ortsvorsteher Wilhelm Volz ebenso willkommen heißen wie die evangelische Pfarrerin Dr. Irene Leicht und den katholischen Pfarrer Herbert Rochlitz.

    Der himmlische Beistand, so Wipfler, schien geholfen zu haben, wurde doch mit Beginn der Vorstellung dem Regen Einhalt geboten!


    Auszug aus dem Inhalt:

    Abenteuerstück von Claus Martin nach dem Roman von Jules Verne


    Der exzentrische Engländer Phileas Fogg geht eine waghalsige Wette ein: Er will in 80 Tagen einmal um die Welt reisen – gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein schier unmögliches Unterfangen, für das er zudem sein gesamtes Vermögen aufs Spiel setzt. Zusammen mit seinem gerade neu eingestellten Kammerdiener Passepartout und seiner Köchin Mrs. Potts bricht er überstürzt aus London auf und zieht damit fälschlicherweise den Verdacht des übereifrigen Inspektor Fix auf sich, ein gesuchter Bankräuber zu sein. Mit der Eisenbahn, per Schiff und sogar in einem Heißluftballon entspinnt sich eine wilde Verfolgungsjagd einmal um den Globus, bei der unsere Helden sogar eine indische Prinzessin vor dem sicheren Tod retten müssen. Aber werden sie es auch schaffen, wieder rechtzeitig vor Ablauf der Frist in London zu sein?


    Jules Vernes Abenteuerroman ist ein Klassiker seines Genres und nimmt Sie im Sommer 2019 in einer kongenialen Umsetzung voller augenzwinkerndem Humor mit auf eine unglaubliche Reise, die Sie nicht so schnell vergessen werden...


    (Info: Theater im Steinbruch)


    Quelle und viele Bilder: https://www.regiotrends.de/de/…0-tagen-um-die-welt-.html

    Von Heidi Ossenberg

    Fr, 21. Juni 2019

    Emmendingen


    Das Theater im Steinbruch in Emmendingen zeigt "In 80 Tagen um die Welt".


    Gunter Hauß (links) und Michael Schäfer Foto: Juliana Bachert


    Der bekannte Abenteuerroman "Reise um die Erde in 80 Tagen" des französischen Autors Jules Verne (1828–1905), der von Samstag an auf der Freiluftbühne des Theaters im Steinbruch in Emmendingen szenisch zu sehen sein wird, beruht auf der Weltreise des Amerikaners George Francis Train. Benedikt Bachert inszeniert den Klassiker unter dem Titel "In 80 Tagen um die Welt".


    So schildert das Theater im Steinbruch die Geschichte: Der exzentrische Engländer Phileas Fogg (Michael Schäfer) geht eine waghalsige Wette ein: Er will in 80 Tagen einmal um die Welt reisen – gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein schier unmögliches Unterfangen, für das er zudem sein gesamtes Vermögen aufs Spiel setzt. Zusammen mit seinem gerade neu eingestellten Kammerdiener Passepartout (Gunter Hauß) und seiner Köchin Mrs. Potts (Silvia Gschwendtner) bricht er überstürzt aus London auf und zieht damit fälschlicherweise den Verdacht des übereifrigen Inspektors Fix (Etienne Pfundheller) auf sich, ein gesuchter Bankräuber zu sein.


    Mit der Eisenbahn, per Schiff und sogar in einem Heißluftballon entspinnt sich eine wilde Verfolgungsjagd einmal um den Globus, bei der die Helden aus der alten Welt sogar eine indische Prinzessin (Antonia Arendse) vor dem sicheren Tod retten müssen. Daraus entwickelt sich sogar eine zarte Liebesgeschichte. Aber werden die beteiligten Abenteurer es auch schaffen, wieder rechtzeitig vor Ablauf der Frist in London zu sein?


    Wie Bachert im Gespräch mit BZ-Redakteurin Sylvia-Karina Jahn sagte, ist das vielköpfige Ensemble des Amateurtheaters über die Dauer des gesamten Stücks auf der Bühne. "Die Teegesellschaft, mit der Fogg die Wette abschließt", so der Regisseur, "ist der wiederkehrende Punkt, die sind immer im Bild."


    Termine: Emmendingen, Theater im Steinbruch. Premiere: Sa, 22. Juni, 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen bis 10. August. Karten über

    http://www.theater-im-steinbruch.de


    Quelle: https://www.badische-zeitung.d…-die-welt--174433468.html

    Quirliges Treiben: In Suez werden Koffer verladen. | © Burkhard Battran


    Abendstück auf der Freilichtbühne Bökendorf


    Burkhard Battran

    30.06.2019


    Brakel-Bökendorf. Verena Becker, Vorsitzende des Trägervereins der Freilichtbühne Bökendorf, traf den Nagel auf den Kopf, als sie sagte, dass man in diesem Sommer nirgendwo klimafreundlicher und preiswerter eine Weltreise unternehmen kann als auf der Bökendorfer Freilichtbühne. Am Samstag wurde dort mit stehenden Ovationen und frenetischen Applaus die Premiere von "In 80 Tagen um die Welt" gefeiert.


    Ein echter englische Gentleman: Thomas Rüther spielt die Hauptrolle des Phileas Fogg, der sein Vermögen verwettet hat, dass es ihm gelingt, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. | © Burkhard Battran


    Im nächsten Jahr feiert die Freilichtbühne ihr 70-jähriges Bestehen. Seit 61 Jahren werden in jeder Saison zwei Stücke inszeniert, für die sich die Begriffe Kinder- und Erwachsenenstück gebildet haben. Eine Differenzierung, die sich längst überholt hat. Beide Stücke sind heute mehrgenerationentauglich und es geht nur noch um die Frage, ob man lieber am Sonntagnachmittag oder freitags oder samstags am Abend ins Theater gehen möchte. Aber auch diese Frage hat sich schon erübrigt, denn der wahre Freilichtbühnengenuss besteht darin, beide Stücke gesehen zu haben. Denn nur dann kann man diesen unvergleichlichen Aha-Effekt erleben, wie gut die von Bühnenbildner Stefan Schukat erdachten Kulissen ebenso das Berlin der 20er-Jahre wie im Kinderstück "Emil und die Detektive" auch das London der 1870er Jahre von "In 80 Tagen um die Welt" darstellen.


    Zeichen für Kulturoffenheit

    Und natürlich auch Suez, Bombay, Kalkutta, Hongkong, Yokohama, San Francisco und Liverpool, denn das sind die Stationen in diesem vorcineastischen Road Movie von Jules Verne, das der hessische Bühnenautor Claus Martin (52) mit sicherem komödiantischen Gespür zu einer amüsanten Abendunterhaltung destilliert hat. Aber Regisseurin Anke Lux setzt in ihrer abwechslungsreichen Inszenierung auch ein Zeichen für Kulturoffenheit und Reisefreiheit in einer Welt mit zunehmenden protektionistischen und fremdenfeindlichen Strömungen.


    Zu komisch: Thomas Becker-Bertau als schwießwütiger Rinderbaron mit Undercover-Polizist Frank Spiegel, der sich in Frauenkleidern getarnt hat. | © Burkhard Battran


    In der Hauptrolle des versnobten Phileasversnobten Fogg ist Freilichtbühnen-Urgestein Thomas Rüther zu sehen. Obwohl Eile ja das tragende Motiv der Geschichte ist, strahlt dieser "Fogg" eine stoische Ruhe aus. Echte Idealbesetzungen sind auch Carsten Meier als quirliger Diener "Passepartout" und Dorothea Specht als pfiffige Haushälterin.


    2015 hat Martin diese Adaption des 150 Jahre alten Abenteuerklassikers von Jules Verne veröffentlicht. Seit die Story 1956 erstmals verfilmt wurde und dort eine Ballonfahrt gemacht wird, taucht dieses Motiv in zahlreichen Rezeptionen immer wieder auf, obwohl im Original nur mit Erd- oder Wasser verbundenen Verkehrsmitteln gereist wird. Auch bei Martin gibt es dieses Flug-Motiv. Zum Glück, denn sonst käme das Publikum nicht in den Genuss des mit viel Szenenapplaus bedachten Auftritts von Antje Drewes als resolute Ballonfahrerin. Zu Publikumslieblingen avancierten auch die beiden von Frank Spiegel und Laurenz Dohmann urkomisch gespielten schrulligen Polizisten.


    Über die Story hinaus gelingen Regisseurin Anke Lux auch immer wieder schöne Massenszenen mit mehr als 50 Darstellern wie beispielsweise die Ankunft in San Francisco, die sich in einem fulminanten Square- und Line Dance auflöste und abermals mit spontanem Szenenapplaus quittiert wurde.


    "In 80 Tagen um die Welt" wird bis zum 7. September noch 16 Mal aufgeführt. Einzelheiten zu Terminen und Karten gibt es auf der Homepage der Freilichtbühne: freilichtbuehne-boekendorf.de


    Quelle: https://www.nw.de/lokal/kreis_…moedie-in-Boekendorf.html

    „Die Jangada“, ein wenig bekannter Abenteuerroman von Jules Verne, liegt wieder auf Deutsch vor


    Von Behrang Samsam


    Von der Erde zum Mond (1865), Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (1869/70) oder Reise um die Erde in 80 Tagen (1873) – diese und viele weitere Reiseromane des französischen Schriftstellers Jules Verne (1828–1905) sind Klassiker der Abenteuer- und Science-Fiction-Literatur. In hohen Auflagen gedruckt und weltweit erschienen, mehrfach verfilmt und dadurch noch weiter verbreitet, gehörte Vernes Œuvre jahrzehntelang in die Bücherregale vieler jugendlicher Leser.


    Zwar sind die bekanntesten Titel weiterhin auf Deutsch erhältlich, doch wer beabsichtigt, auch seine übrigen Werke zu lesen, muss inzwischen im (Online-)Antiquariat suchen. La Jangada. 800 lieues sur lʼAmazone (1881) ist einer der in Deutschland nur wenig bekannten Romane von Verne. 1882 auf Deutsch erschienen, hat Christian Döring von der Anderen Bibliothek die bisher einzige Übersetzung aus dem Französischen 2018 in einer, wie es heißt, „behutsam modernisierten Bearbeitung“ unter dem Titel Die Jangada. 800 Meilen auf dem Amazonas neu veröffentlicht.


    Die deutsche Neuausgabe enthält zudem sämtliche 90 Abbildungen des französischen Originals in der Auflage ab 1901 und im Anhang unter anderem Anmerkungen, die die Lektüre erleichtern. Das ist auch hilfreich, denn der Roman, ursprünglich in zwei Bänden erschienen, spielt im Amazonas-Gebiet.


    Wir befinden uns im Jahre 1852: Joam Garral ist der Besitzer einer Fazenda in der Nähe des Dorfes Iquitos im Norden Perus. Er verlässt die Gegend nie, in die er als junger Mann gekommen und in der er wohlhabend geworden ist. Als seine Tochter Minha den Mediziner Manoel Valdez zu heiraten beabsichtigt, gelingt es Garrals Ehefrau Yaquita, ihn für eine Reise ihrer Familie nach Belem zu gewinnen, das an der brasilianischen Atlantikküste liegt und wo das künftige Ehepaar leben soll. Garral entschließt sich, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Er lässt eine Jangada, ein riesiges Floß, bauen, mit dem er nicht nur seine Familie und ihre Bediensteten, sondern auch eine große Menge an Erzeugnissen seiner Fazenda für den Verkauf transportieren will. Um die Reise noch verwegener zu machen, soll die Unternehmung auch noch auf dem Amazonas stattfinden.


    Für das Floß wird nicht weniger als eine halbe Quadratmeile Wald niedergelegt. Da es an keinem Komfort für die Garrals fehlen soll, werden für sie Wohnungen auf der Jangada gebaut, die von Yaquita und Minha eingerichtet werden. Ein der Familie bekannter Geistlicher, der die jungen Leute in Belem trauen soll, erhält sogar eine Kapelle mit kleinem Glockenturm. Die Unterkünfte für das Personal, für 40 Schwarze und 40 Indianer, fallen dagegen nicht so üppig aus. Die Jangada ist eine Arche Noah, ein schwimmendes Dorf, ein Abbild der brasilianischen Gesellschaft um 1850.


    Auch wenn die Reise auf dem Amazonas anfänglich ruhig verläuft, ahnt der Leser, dass das nicht so bleiben wird. Kaimane greifen das Floß an. Und dann wird Torres, ein Mann von etwa 35 Jahren, ein Weißer brasilianischer Abstammung, an Bord genommen. Wir lernen ihn schon zu Beginn des ersten Bandes als einen Buschkäpitän kennen, der etwas im Schilde führt und es auf Joam Garral abgesehen hat. Torresʼ Anwesenheit liegt wie ein dunkler Schatten auf der Reise.


    Verne ist ein Meister darin, aus angelesenem Wissen von realen Reisenden und Naturforschern, in diesem Fall nicht zuletzt von Alexander von Humboldt, eine im wahrsten Sinn des Wortes lebendige Szenerie zu schaffen. Seine Beschreibungen der Flora und Fauna im Amazonas-Gebiet sind ein wichtiger Bestandteil der Erzählung. Doch der deskriptive Anteil im ersten Band von Jangada ist derart massiv, dass man sich fragt, ob Verne damit nicht eine gewisse Handlungsarmut kaschieren wollte. Die Aufzählung der Flüsse beispielsweise, die in den Amazonas münden, wirkt ermüdend.


    Auffällig sind auch Passagen im ersten Band, in denen der oft als technikbegeistert bezeichnete Verne eine der schlimmsten, irreversiblen Folgen der Modernisierung und Globalisierung nicht nur des Amazonas-Gebiets durch westliche Abenteurer, Eroberer und Unternehmer aufzählt: „Es scheint nun einmal Naturgesetz [!] zu sein. Die Indianer verschwinden von der Bildfläche. Vor der angelsächsischen Rasse sanken die Australier und Tasmanier ins vorzeitige Grab. Die Ansiedler des fernen Westens vernichten wider Willen [!] die Indianer Nordamerikas. Ebenso gehen in Zukunft vielleicht einmal die Araber in der französischen Kolonisation noch vollständig unter.“


    Die Figurenzeichnung entspricht dieser Aussage: Während die Weißen sprechen und Namen tragen, bleiben die Indianer und die Schwarzen stumm und ausdruckslos. Einzig die „hübsche, lustige Mulattin“ Lina, die „ihrer Herrin [Joam Garrals Tochter Minha] unendlich ergeben“ ist, hat einen Namen. Auf den heutigen Leser wirken die Figuren zu holzschnittartig. Torres, der Buschkapitän ist und Joam Garral erpressen will, weil er etwas über seine unbekannte Vergangenheit als junger Mann weiß, ist der Fiesling, „dessen Züge seine eigene Habgier widerzuspiegeln“ scheinen. Joam Garral dagegen ist ein „Märtyrer, ein Ehrenmann, dem das Gesetz eine Genugtuung schuldig“ ist.


    Die Darstellung der Frauen ist wahrscheinlich auch von Vernes eigenen Wunschvorstellungen nicht wenig beeinflusst: „Yaquita war zunächst einer Ohnmacht nahe gewesen […]. Sie zweifelte nicht im geringsten an der Schuldlosigkeit ihres Mannes, ja es kam ihr nicht einmal der Gedanke, Joam Garral deshalb zu tadeln, weil er sie unter fremdem Namen geheiratet hatte. Vor ihrer Erinnerung stand nur das lange Leben voll reinen Glückes, das ihr dieser ehrenwerte, ungerechterweise verdächtige Mann beschert hatte.“ Die Frau als Beiwerk des Mannes – so sieht sich Minha, Joam Garrals Tochter, selbst, als sie ihrem künftigen Mann gegenüber das Folgende äußert: „,Wenn ich dir so bloß gefalleʻ, antwortete das junge Mädchen, ,beneide ich keine andere um den Flatter.ʻ“


    Gegen Ende des ersten Bandes steigt die Spannung: Wir erfahren durch den Bösewicht Torres, dass Garral in Wirklichkeit Dacosta mit Nachnamen heißt und als junger Mann Beamter im Büro des Generalgouverneurs von Tijuco war, ein Ort, der heute Diamantina heißt und im Bundesstaat Minas Gerais liegt, in der unter anderem Edelsteine abgebaut werden. Im Jahr 1826 soll der junge Joam Dacosta den folgenden Coup ausgeheckt haben: Er soll sich mit mehreren Schmugglern ins Einvernehmen gesetzt und ihnen den Tag einer Absendung von Diamanten verraten haben. Bei einem kurz darauf erfolgten Überfall sollen alle Soldaten bis auf einen getötet worden sein. Dieser eine hätte sich gerettet und Bericht erstattet. Joam Dacosta wird schnell als Verdächtiger festgenommen und vor Gericht gestellt. Sein Urteil: Todesstrafe. Doch dieser kann er sich durch Flucht entziehen.


    Garral unternimmt die Floßreise daher nicht zuletzt auch deshalb, um einen Kriminalrichter namens Ribeiro, der ihn bei seinem damaligen Prozess – zufällig – verteidigt hat und mit dem er in letzter Zeit in einem Briefwechsel stand, auch persönlich von seiner Unschuld zu überzeugen. Nun stirbt Ribeiro – zufällig –, kurz bevor Garral in Manaos eintrifft. Es werden daraufhin einige Versuche unternommen, seine Unschuld zu beweisen. Welche, sollen interessierte Leser selbst entdecken.


    Die Jangada ist ein Roman, der deshalb unbekannt geblieben ist und wenig Erfolg hatte, weil er sich recht konstruiert liest und auch vorhersehbar ist. Wir Leser erahnen früh, dass alles mit einem Happy End ausgehen wird. Im zweiten Band gibt es zwar einige spannende Situationen mit damals technischen Neuerungen – etwa wenn Garrals Sohn Benito in einem Taucheranzug ein Flussbett nach Torresʼ Leiche absucht, um ein Etui zu finden, in dem sich ein Dokument befindet, das für die Aufklärung des Falles notwendig ist. Doch das reicht nicht, um den Leser dauerhaft zu packen. Die Handlung schreitet nur schleppend voran. Die Figuren stellen keine wirklichen Persönlichkeiten, sondern Typen beziehungsweise Wunschbilder dar. Ihr Pathos ist zu übertrieben und theatralisch.


    Problematisch ist darüber hinaus der Umgang in der vorliegenden Neuausgabe mit Ausdrücken wie der bereits oben erwähnten rassistischen Bezeichnung „Mulattin“. Im Gegensatz zu anderen Begriffen unterlässt es der Herausgeber Christian Döring in den Anmerkungen, diesen Ausdruck zu kontextualisieren und für (junge) Leser einzuordnen. Es wäre bei einem knapp 140 Jahren alten Roman wie der Jangada – entstanden im Zeitalter des ganz offensiven westlichen Imperialismus – mehr als hilfreich gewesen, in einem Nachwort primär die Darstellung der Nichtweißen beziehungsweise der „Eingeborenen“, wie sie in Vernes Roman auch genannt werden, kritisch zu hinterfragen. Denn es kommen auch Vergleiche der Nichtweißen mit Tieren und Kindern vor. Dass die Neuausgabe der Jangada nicht als Anlass genutzt wurde, solche erklärungsbedürftigen Stellen, ja den Roman als Ganzes auch (literatur-)historisch in jener Epoche einzubetten, lässt – bedauerlicherweise – das Buch letztlich unvollständig erscheinen.


    Jules Verne: Die Jangada. 800 Meilen auf dem Amazonas.

    AB - Die andere Bibliothek, Berlin 2018.

    429 Seiten, 42,00 EUR.

    ISBN-13: 9783847704065


    Quelle: https://literaturkritik.de/jul…rauen-amazonas,25780.html

    Bertrand Mandicos Film erzählt von der behutsamen Verwandlung der Geschlechter


    Bert Rebhandl 5. Juli 2019


    "The Wild Boys" – auf den Spuren von William S. Burroughs.

    Foto: Filmgarten


    Die Insel der Lüste liegt in einer Welt weit hinter den Horizonten der Bourgeoisie. Sie ist nur zu erreichen auf einem Boot, das eine schwimmende Strafkolonie darstellt. Fünf Jungen nehmen in Bertrand Mandicos Film The Wild Boys diese Passage. Sie haben ein schlimmes Verbrechen begangen: einen Ritualmord an ihrer Literaturlehrerin. Die Strafe für so ein Vergehen lautet: Entfernung aus der Zivilisation. Als sich im Reisegepäck noch ein Buch von Shakespeare findet, fliegt es ins Meer. Der strenge Kapitän duldet keine andere Lektüre als die Hieroglyphen, die er auf den Unterarm tätowiert hat.


    Die Jungen, die auf hoher See zu Ordnung und Disziplin erzogen werden sollen, finden allerdings das ganze Gegenteil davon. Denn The Wild Boys ist eine Fantasie über Grenzüberschreitungen aller Art. Vor zwei Jahren tauchte das eigenwillige Werk von Bertrand Mandico beim Filmfestival in Venedig auf, nun kommt es ins Kino: zu Recht, denn es stellt einen modernen Mythos dar, der perfekt in die Gegenwart passt. In eine Gegenwart, die mit der Fluidität der Geschlechter längst Ernst gemacht hat.


    US-Undergroundkino der 1960er


    Von dieser Vielfalt erzählt Mandico in einer schillernden Geschichte, die zugleich ein Abenteuer der Identität und der Form ist. Bertrand Mandico ist mit den einschlägigen Ästhetiken des queeren Kinos bestens vertraut. Er schließt an die Traditionen des US-Untergrunds aus den 1960ern an und im weiteren Sinn an einen Kanon des experimentellen Kinos, in dem die Spielarten der Identität mit transgressiven Valeurs des filmischen Materials in Verbindung traten.


    Für das Abenteuer hat der aus Toulouse stammende Experimentalfilmer Anleihen bei einem Klassiker genommen: Zwei Jahre Ferien von Jules Verne, eine Pubertäts-Gruppen-Robinsonade, die herkömmlich mit einer Rückkehr nach Hause endet. Für die stärker umstürzlerischen Ideen bezieht Mandico sich auf The Wild Boys: A Book of the Dead von William S. Burroughs, in dem eine homosexuelle Jugendbewegung die westliche Zivilisation überwinden will.


    "The Wild Boys" – der Trailer.

    FREE TRAILER ARCHIVE


    Auf dem Boot befinden die Jungen sich in der Obhut von Kapitän Séverins, einem echten Seebären, der in den Jungen zuerst einmal Unterwerfungsfantasien auslöst: Sie wollen die "Hunde des Kapitäns" werden. Als sie die Insel erreichen, geraten sie in ein Reich, in dem die Bäume Schwänze haben, aus denen man Milch nuckeln kann. Wer will, kann auch mit einem Strauch verkehren, der bereitwillig seine "Schenkel" öffnet. Eine Dame tritt auf, die sich als weibliche Gestalt des Kapitäns entpuppt: Diese Séverine (Elina Löwensohn) gibt eine Parole aus. "Profitez des plaisirs." Tatsächlich "profitieren" die Jungen immer stärker vom lasziven Klima. Sie beginnen sich zu verändern.


    Mannsbild mit weiblicher Brust


    Und damit bekommt auch eines der davor rätselhaften Motive eine Erklärung: Denn der Kapitän, dieses Mannsbild, hat eine weibliche Brust. Selbst an einem so vierschrötigen Exemplar der Gattung Mensch findet sich also delikate Anatomie. Damit ist das Vorzeichen für eine Metamorphose gesetzt. Die Jungen verändern sich, sie werden die, die sie immer schon waren, als die sie sich aber erst sehen (und zeigen) mussten.


    "Was geschieht mit uns?" Das Staunen der Jungen, die an sich körperliche Veränderungen bemerken, ist auch ein Staunen, das sich auf das Medium selbst beziehen lässt. Mandico ist offensichtlich daran gelegen, das Kino selbst fluid werden zu lassen, ungreifbar wie das Geschlecht, das er in einem pointierten Spezialeffekt als Prothese ausweist. Es wird in den Ozean geschwemmt, zurück bleiben Tomboys und ein Blondschopf, der sich der Feminisierung widersetzt. (Bert Rebhandl, 5.7.2019)


    Quelle: https://www.derstandard.de/sto…tamorphosen-auf-hoher-see

    BURGSPIELE: "In 80 Tagen um die Welt" in Güssing

    11. Juli 2019


    Das Ensemble der Burgspiele Güssing beginnt ihre Reise "In 80 Tagen um die Welt" am 24. Juli unter der Regie von Sabine James (rechts).Foto: Martin Wurglitshochgeladen von Martin Wurglits


    Autor: Martin Wurglits aus Güssing

    Ein Literaturklassiker in szenischer Form wird bei den heurigen Burgspielen Güssing auf der Festwiese zu sehen sein. Ab 24. Juli ist das Amateurensemble in einer Adaption von Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt" zu sehen. Sabine James, die künstlerische Leiterin, hat sich sowohl der Regie als auch der Texte und der Komposition der begleitenden Musikstücke angenommen.


    Jules Verne hat seinen Roman vor über 100 Jahren zu einer Zeit geschrieben, als eine Weltreise noch ein beschwerliches Abenteuer war. Es geht um den reichen Professor Fogg, der die Hälfte seines Vermögens auf die Zeitdauer seiner Weltreise wettet, in den Verdacht eines Bankraubs gerät und um die ganze Welt von einem Detektiv verfolgt wird.


    Auf der Festwiese werden Arno Schützenhofer als reiselustiger Phileas Fogg und Thomas Gabriel als sein Begleiter Passepartout zu sehen sein. Sie treten ihre Reise am Freitag, dem 24. Juli, an. Weitere Aufführungstermine sind der 2., 3., 9., 10., 14., 16. und 17. August. Alle Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr.


    Karten können unter 03322/42102
 und http://www.burgspiele.eu bestellt oder über alle Ö-Ticket-Verkaufsstellen bezogen werden.


    Quelle: https://www.meinbezirk.at/gues…elt-in-guessing_a3510285#