Posts by Poldi

    Rufus Beck ist immer noch unterwegs mit "Die Reise zum Mond"


    Ein Spruch sagt: Was in der Phantasie vorstellbar ist, das ist auch machbar. In »Von der Erde zum Mond« veröffentlichte der französische Autor Jules Verne 1865 eine fiktive Geschichte um eine erste Mondmission.
    Spannend dabei: Viele Details der ersten tatsächlichen Mond­mission knapp 100 Jahre später hat Vernein seinem Buch vor­ hergesehen. Rufus Beck haucht der Geschichte in seiner unter­ haltsamen Lesung in Herzogen­aurach neues Leben ein.
    Dabei schlüpft der erfolgreiche Schauspieler und Sprecher
    als Erzähler in die verschiede­nen Rollen rund um die haar­ sträubenden und zugleich überraschend realitätsnahen Ereignisse mit Kanonenclubprä­ sident Barbicane, Kapitän Nicoll und Michel Ardan. So erfahren wir, wie ein absurd scheinender Plan, der aus Langeweile ent­steht, in einer tatsächlichen Mondreise gipfelt. Ein Redner­ pult und musikalische Unter­malung: Mehr braucht Rufus Beck nicht, um uns mit auf »Die Reise zum Mond« zu nehmen.


    EVENT-DATUM: Samstag, den 28. September 2019, Beginn: 20:00 Uhr
    EVENT-ORT: Evangelische Kirche, von-Seckendorff-Straße 1,91074 Herzogenaurach
    SONSTIGE TICKET-INFO: Veranstalter: Stadt Herzogenaurach
    TICKETPREISE: von 21,00 EUR bis 23,00 EUR und Ermäßigungen


    Quelle: https://www.adticket.de/Die-Re…che/28-09-2019_20-00.html

    Jules Verne: Enttäuschung und posthume Werke


    Während seiner zweiten literarischen Periode, die von 1886 bis zu seinem Tod im Jahr 1905 währte, änderte sich der Ton in seinen Werken. Jules Verne begann, sich von seiner Identität zu entfernen, und seine Texten waren von nun an nicht mehr von wissenschaftlichen Fortschritten, Abenteuern und Erkundungen, wie in den vorherigen Werken, geprägt.


    In dieser Epoche näherte er sich dem Thema der Gefahren der Technologie, die von Wissenschaftlern voller Arroganz vorangetrieben wurde. Er nahm gewissermaßen einen pessimistischen Ton an und zeigte die Konsequenzen bestimmter Fortschritte auf.


    Bemerkenswerte Beispiele für diesen Wandel sind: Der Kauf des Nordpols (1889), Eine schwimmende Stadt (1895), Vor der Flagge des Vaterlands (1896) und Der Herr der Welt (1904). Dieser Wandel trat gleichzeitig mit den verschiedenen Widrigkeiten auf, denen er im Laufe seines Lebens begegnete. Verne war tief betroffen vom Tod seiner Mutter und seines Mentors Hetzel.


    Vernes Tod leitete die dritte literarische Periode ein. Sie erstreckte sich von 1905 bis 1919 erstreckte und umfasst jene Zeit, in der bislang unbekannte Werke posthum veröffentlicht wurden. Diese Werke wurden zu einem großen Teil von seinem Sohn Michel Verne bearbeitet. Unter diesen posthumen Titeln finden wir zum Beispiel: Der Goldvulkan (1906), Das Reisebüro Thompson & Co. (1907), Der Pilot von der Donau (1908) und Die Schiffbrüchigen des Jonathan (1909).


    Das Problem hierbei war, dass Vernes Arbeit zu diesem Zeitpunkt bereits gut bekannt war. Als Ergebnis wurde von Kritikern festgestellt, dass diese posthumen Werke in großem Ausmaß verändert worden waren. Vernes Sohn hatte viele der Markenzeichen seines Vaters beseitigt, was sich als wenig vorteilhaft erwies.


    Verne: Skizze eines U-Bootes


    Verne – Vorläufer der Literatur und der Wissenschaft


    Jules Verne entwickelte sich zu einem weltbekannten Autor. Wie wir bereits erwähnt haben, gilt er bisweilen als Vater der modernen Science-Fiction. Für seine Verdienste in der Bildung und Wissenschaft wurde er in Frankreich sogar mit der Ehrenlegion (Orden Nacional de la Legión de Honor) ausgezeichnet.


    „Alles, was unmöglich ist, muss noch erreicht werden.“

    Jules Verne


    Die Popularität von Vernes Werken wird durch die Tatsache belegt, dass er einer der am meisten übersetzten Autoren der Welt ist. Sein Einfluss ist so groß, dass seine Werke es nicht nur ins Theater geschafft haben, sondern sogar mehrfach auch auf die große Leinwand.


    Vernes Ruhm überdauerte bis in die heutige Zeit und es ist immer noch unglaublich, wie dieser Mann Erfindungen hervorsagen konnte, die erst Jahrzehnte später entwickelt werden sollten. Die Details, die Reisen, die Unendlichkeit des Fortschritts machten seine Arbeit zu einer einzigartigen Produktion.


    Vernes Erbe überschreitet die Grenzen der Literatur und des Kinos; sie reicht bis in die Welt der Wissenschaft und der Technologie hinein. Generationen von Wissenschaftlern, Erfindern und Forschern bestätigen die Inspiration, die sie durch seine Arbeit erhalten haben. Verne und seine außergewöhnlichen Reisen werden uns weiterhin daran erinnern, dass das „was sich ein Mann vorstellen kann, ein anderer eines Tages erreichen wird“.


    Quelle: https://gedankenwelt.de/jules-verne-die-reise-seines-lebens/


    Ein Leben voller außergewöhnlicher Reisen


    Die erste literarische Periode von Jules Verne umfasst die Jahre 1862 bis 1882. Im September 1862 traf er auf den Redakteur Pierre-Jules Hetzel, der die erste der Außergewöhnlichen Reisen, Fünf Wochen im Ballon, herausgeben sollte. Diese wurden im Magazin Le Magasin d’education et de récréation als Serie veröffentlicht, aber der Roman wurde zu einem internationalen Verkaufserfolg.


    Aufgrund dieses Erfolgs bot Hetzel Verne einen langfristigen Vertrag an. Verne sollte noch viele weitere Science-Fiction-Werke produzieren. Nun konnte sich Verne endlich dem widmen, das er am besten konnte und so wurde er zum Vollzeitautor.


    Die Beziehung zwischen Verne und Hetzel war so fruchtbar, dass sie vier Jahrzehnte lang andauerte, in denen Verne jene Werke verfasste, die Außergewöhnlichen Reisen ausmachen. Hier war eine der produktivsten und erfolgreichsten Beziehungen der neuen Literatur geschaffen worden.


    Im Rahmen dieser Arbeit hat Verne das Genre des Reisebuchs neu erfunden und trug wesentlich zur Entwicklung anderer Genres, wie Abenteuer und Science Fiction, bei. Eine einzigartige Eigenschaft der Außergewöhnlichen Reisen ist, dass sie sorgfältig dokumentiert und durch wissenschaftliche und geografische Daten unterstützt wurden.


    „Jetzt kennen wir die meisten Dinge, die auf dieser Welt gemessen werden können; mit Ausnahme der Grenzen des menschlichen Ehrgeizes!“

    Jules Verne


    In den Außergewöhnlichen Reisen sind auch diese berühmten Werke enthalten: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864), Von der Erde zum Mond (1865), Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (1870), In 80 Tagen um die Welt (1872) und Die geheimnisvolle Insel (1874).


    Bis zum Jahr 1886 hatte Verne weltweiten Ruhm erlangt, ebenso wie ein kleines Vermögen. In dieser Zeit kaufte er sich mehrere Yachten und segelte in verschiedene europäische Länder. Ebenso arbeitete er auch an der Adaptation einiger seiner Romane für das Theater mit.


    Fantasievolle Zeichnung: Verne über das Meer

    Wer hat noch nicht von Jules Verne gehört? Es ist faszinierend, in die wundervollen Abenteuer von Verne einzutauchen, doch vor allem ist es unglaublich, wie ein Mann des 19. Jahrhunderts spätere Entdeckungen und Erfindungen voraussagen konnte. Jules Verne war seiner Zeit ohne Zweifel weit voraus, und es gelang ihm, Ingenieurswesen, Wissenschaft und Literatur zu einem Ganzen zu vereinen.


    Als U-Boote noch reine Fantasie waren und Elektromotoren undenkbar, entwickelte Verne seine Nautilus, ein ausgetüfteltes U-Boot. Der französische Schriftsteller kümmerte sich darum, die Details seiner Erfindungen in seiner Arbeit festzuhalten und dem Leser genauestens zu erklären, wie diese funktionierten. Verne ging es um Plausibilität, aber auch um den technischen Fortschritt.


    So wird er manchmal als der Vater der Science-Fiction bezeichnet; doch in Wirklichkeit wendete er in seinen Werken echte Wissenschaft an und erfand das Genre des Reisebuchs neu. Verne ist ein wichtiges Puzzlestück, wenn es um die Literatur geht, aber auch ein Revolutionär im wissenschaftlichen Bereich.


    Jules Verne: die frühen Jahre
    Jules Gabriel Verne wurde 1828 im französischen Nantes als Sohn einer bürgerlichen Familie geboren. Seine Kindheit verlief ruhig und angenehm, denn sein Vater war ein gut positionierter Rechtsanwalt. Schon in jungen Jahren entwickelte er sich zu einem Reiseliebhaber.


    Eine Legende, von der angenommen wird, dass sie zumindest im Kern wahr sei, besagt, dass der noch junge Verne versucht habe, aus seinem Elternhaus zu fliehen, um sich als Kabinenjunge auf einem Boot nach Indien anzumelden. Sein Vater habe ihn rechtzeitig entdeckt und ihm das Versprechen abgenommen, dass er von nun an nur noch in seiner Fantasie reisen würde.


    Also beschäftigte sich Verne in seiner Fantasie damit, zu reisen und als Ergebnis dieser Unternehmungen sollten in der Zukunft einige der symbolträchtigsten Werke der Science Fiction geboren werden. Im Jahr 1848 zog er zur Blütezeit der Revolution nach Paris um, um Jura zu studieren. Sein Vater bezahlte für sein Studium, überließ ihm jedoch ein sehr enges Budget.


    Verne war schon immer davon überzeugt gewesen, dass es wichtiger sei, den Geist zu nähren, als den Körper. Aus diesem Grund gab er sein Geld für den Kauf von Büchern aus und ernährte sich eine lange Zeit lang nur von Milch und Brot.


    „Was für ein großartiges Buch könnte man mit all dem schreiben, was man weiß. Doch ein noch viel besseres könnte man mit all jenem schreiben, das man nicht weiß!“

    Jules Verne


    Verne war ein Mann, der sich aufgrund seiner Lebensumstände keiner besonders guten Gesundheit erfreute. Trotz seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten war der junge Verne in diesen Jahren aber glücklich. Es war nämlich zu jner Zeit, als er sich in Paris in literarischen Kreisen aufhielt und auf Alejandro Dumas traf, zu dem er eine enge Freundschaft aufbaute. Die Einflüsse von Dumas und Victor Hugo sollten die literarische Berufung von Verne prägen.


    Das Familienleben von Jules Verne
    Im Jahr 1850 schloss Jules Verne sein Jurastudium ab. Gegen den Willen seiens Vaters entschloss sich Verne jedoch dafür, sich der Literatur zu widmen. Ein paar Jahre später, 1856, lernte er Honorine de Vyane kennen, die er im darauf folgenden Jahr heiratete. Trotz der schlechten Beziehung zu seinem Vater überreichte ihm dieser 50.000 Franken als Geschenk für seine Hochzeit.


    Verne ließ sich als Börsenmakler in Paris nieder, doch es ging nicht recht voran mit seiner Karriere. Verne war für andere Dinge bestimmt. Auch fand er nicht die emotionale Stabilität, die er nach seiner Hochzeit erwartet hatte. Er verzweifelte an seiner Frau und begann, ihr aus dem Weg zu gehen, wann immer er konnte. So ging er auf unbestimmte Zeit auf Reisen.


    Im Jahr 1861 wurde sein einziger Sohn, Michel Verne, geboren, der ein sehr schwieriger Junge war. Verne selbst war es, der ihn zunächst in eine Erziehungsanstalt und später in eine Irrenanstalt bringen sollte. Diese Entscheidung war der Ursprung einer hasserfüllten Beziehung zwischen Vater und Sohn.


    Im Alter von 58 Jahren wurde Verne angeschossen, weshalb er nicht mehr richtig gehen konnte. Von dieser Verletzung konnte er sich nie wieder erholen. Der Schuss wurde von seinem jungen Neffen Gaston abgegeben. Wie es zu dieser Situation gekommen war, konnte nie ganz geklärt werden, da es den Anschein erweckt, dass die Beziehung zwischen den beiden nicht schlecht gewesen sei. Gaston wurde danach ebenfalls in eine Anstalt gebracht.

    Auf dem Mond: Der Pilot der Mondlandefähre Edwin „Buzz“ Aldrin posiert für ein Foto, das Neil Armstrong aufnahm, zu sehen in der Ausstellug „Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber“ im Naturkundemuseum Münster. Foto: nasa


    Münster – Echtes Mondgestein, ein Trainingsschuh der Astronauten und echter Mondstaub sind in der Ausstellung „Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber“ zu sehen. Wie hat dieses eruptive Ereignis auf Menschen gewirkt, fragt die Schau vom Museumsamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Es geht ab Karfreitag im Naturkundemuseum, wo 123 Objekte, sechs Medienstationen und über 100 Fotografien zu sehen sind, nicht nur um Fortschrittsoptimismus, sondern auch um die kleinen Dinge.


    Denn der Mondstaub brachte den Handstaubsauger auf den Weg. Der gefährliche Staub vom Mond musste von den Astronauten-Anzügen herunter, bevor es zurückging. So entwickelte die Nasa ein Gerät mit Akku, wie es ganz ähnlich später in unserem Alltag Verwendung fand.


    Außerdem entkräftet der Mondstaub der Apollo-11-Mission hartnäckige Verwörungstheorien, wonach die Nasa nur TV-Bilder gesendet habe, aber gar nicht auf dem Himmelkörper gewesen sei. Neil Armstrong – nur eine Fake News? „Nein“, weiß Kurator Felix Banzhaf vom Museumsamt, Mondstaub habe kleine Krater auf jedem Körnchen und scharfe Kanten. „Sand und Staub von der Erde sind immer rundgeschliffen“, sagt Banzhaf, der auch an die Triangulation (Kreuzpeilung) erinnert, die seinerzeit von der Sternwarte in Bochum vorgenommen wurde. Die Wissenschafter um Heinz Kaminski konnten aus dem Funkverkehr zwischen Housten/Texas und Apollo-11/Mond (in der Distanz zu Bochum) nachweisen, dass die Sendesignale tatsächlich vom Planeten stammten.


    Gibt es auch eine Verbindung zu Westfalen in Sachen Mondlandung? Hierzulande seien die Menschen ähnlich begeistert gewesen, wie andernorts in Deutschland, sagt Jan Ole Kriegs, Direktor des Naturkundemuseums. Es gibt also keine ethnologische Besonderheit, wonach Westfalen 1969 besonders somnambul waren. Aber für Ladbergen, nordöstlich von Münster, hatte Neil Armstrong, erster Mensch auf dem Mond, eine Nachricht. Sein Urgroßvater kam aus Ladbergen und war 1864 über Bremerhaven ausgewandert. Er wollte nicht zu den Preußen, die Krieg mit Dänemark führten. Und so standen Verwandte vom Kötterhof am 13.10. 1969 auf dem Rollfeld in Köln, um Neil Armstrong zu herzen, der auf Promotiontour in Europa war. Eine herrliche Geschichte, die den WDR zu einem TV-Bericht veranlasste – zu sehen in einer der Medienstationen der Ausstellung.


    Es gibt zahllose Storys um die Mondlandung vom 20. Juli 1969, als um 22.20 Uhr der Mondlander aufsetzte und gegen 4 Uhr Neil Armstrong ausstieg. Wer die TV-Bilder damals gesehen hat, wird sie nicht vergessen! Der WDR sendete 28 Stunden lang.


    Nicht nur die Begeisterung wird in Münster thematisiert. Die Ausstellung ist ausgesprochen vielfältig und ausgewogen. Der Raketenantrieb wird nicht als Ingenieurskunst gefeiert, sondern als Kriegstechnik eingeordnet. In Münster sind die Spitze einer V2 (aus Blech) und ein Sauerstoffzerstäuber dieser NS-Waffe zu sehen. Darunter liegt ein KZ-Anzug, den Zwangsarbeiter in Mittelbau-Dora getragen haben, wo die V2 im Zweiten Weltkrieg produziert wurde. Wernher von Braun hatte die V2 entwickelt. Dass seine dreistufige Saturn-V-Rakete nicht nur Atom-Sprengköpfe transportierte, sondern auch Menschen ins All bringen sollte, war die Reaktion der USA auf den Sputnik-Satelliten, den die UdSSR 1957 in eine Erdumlaufbahn gebracht hatten. John F. Kennedys Rede 1962 „We chose to go to the moon“ („Wir beschließen, zum Mond zu gehen“) forcierte den Wettlauf. Ein Video dazu macht Zeitgeschichte spürbar. Wirklich packend.


    Wie intensiv der Mond die Fantasie beschäftigte, wird mit Publikationen von Jules Verne, Heinrich Heine („Der Mond ist aufgegangen“, 1827) und H. G. Wells („Die ersten Menschen im Mond“, 50er Jahre) belegt. Und die Reihe „Perry Rhodan“ lebte in den 70er Jahren vom Zukunftsoptimismus, der im „Sommer 1969“ anhob.

    In Münster sind herrliche Beispiele aus privaten Sammlungen zu sehen. Sogar Musik von Frank Sinatra („Fly My to The Moon“, 1969), Elton John („Rocket Man“, 1972) und Friedel Hensch sind auf der Hörstation gespeichert. Der Schlager „Der Mond von Wanne-Eickel“ (1962) erlebte im Sommer 1969 sein Comeback. Auf den dummen Spruch „Wir sind Mond“ ist aber niemand gekommen.


    Die Ausstellung

    Eine detail- und abwechslungsreiche Schau zur Faszination um einen Himmelskörper.


    Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber im Naturkundemuseum Münster. 19. 4. – 23. 6.; di-so 9 – 18 Uhr; Begleitbuch 14,50 Euro; Tel. 0251/591 6050; http://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de;


    Die Wanderausstellung geht nach Bergkamen 30.6.–25.8., Lüdenscheid 1.9.–27.10., Bielefeld 3.11.–26.1. 2020, Lippstadt 2.2. –29.3. 2020, Dortmund 5.3.–28.6. 2020, Minden 4.7.– 27.9. 2020 und Iserlohn 4.10.–29.11. 2020


    Quelle: https://www.wa.de/kultur/mondl…um-muenster-12202020.html

    VON MARKUS SCHAIBLE


    Eine wirkliche Queen of Sand: Mit ihren vergänglichen Kunstwerken zieht Irina Titova die Zuschauer ihrer Show zu jeder Sekunde in ihren Bann. Foto: Strohfeldt


    Sie lächelt viel, aber das Reden überlässt sie anderen: Irina Titova kommt ohne ein einziges Wort aus bei ihrer Show in der Stadthalle – und doch zieht sie das Publikum zu jedem Augenblick in ihren Bann.


    Langen – Eine von unten angeleuchtete Glasplatte und Sand, mehr braucht sie dazu nicht. Denn Titova ist die „Queen of Sand“ – dass sie diesen Titel zurecht trägt, zeigt sie in jeder Sekunde. Ihre Kunst ist flüchtig, ständig in Bewegung und permanenter Veränderung ausgesetzt. Von oben per Kamera auf die Leinwand übertragen, werden die Zuschauer in der nahezu ausverkauften Stadthalle Zeugen des Entstehens, der Veränderungen und der Zerstörung der Bilder, eine gleichzeitig packende als auch beruhigende Erfahrung.


    „In 80 Bildern um die Welt“ heißt die Show, die sich an der berühmten Geschichte von Jules Verne orientiert. Synchronsprecher Joachim Kerzel (der unter anderem Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Sir Anthony Hopkins und Robert de Niro seine Stimme lieh) hat eine Variante von Katrin Wiegand und Katrin Edtmeier aus Sicht des Dieners Jean Passepartout aufgenommen – zu seinen Worten kreiert die junge Russin die passenden Sandbilder, um die Reise um die Erde zu visualisieren. In atemberaubender Geschwindigkeit streut und formt sie das staubfeine Material auf die Glasscheibe; sie wischt, sie kratzt, sie schiebt die Körner in richtige Form. Die braune Farbe des Materials passt dabei perfekt zu der fast 150 Jahre alten Erzählung, die Sandbilder wirken fast wie vergilbte Fotografien und sind dabei extrem plastisch.


    Dabei sind die Kunstwerke ständiger Transformation unterworfen. Da wird ein Scotland-Yard-Agent durch Entfernen eines Teils des Sandes zum ägyptischen Pharao; da sitzen zwei Männer eben noch auf Kamelen und im nächsten Moment durch geschicktes Verwischen in einem Boot.


    Immer wieder brandet Applaus auf, wenn Titova mit überraschendem Verändern ihren Sandbildern ein völlig anderes Aussehen verpasst – was dem Langener Publikum in der Halbzeitpause das Lob des Produktionsleiters einbringt, „die besten Klatscher in Europa“ zu sein. Er nutzt die Gelegenheit, um einen Jungen aus dem Publikum auf die Bühne zu holen, damit dieser zeigt, dass das Bild auf der Glasplatte tatsächlich das auf der Leinwand zu sehende (und nicht etwa eine Computeranimation) ist – was Louis auch mit einem Smiley beweist.


    Ob es nun tatsächlich 80 Bilder sind, die Irina Titova in der Show entwirft, tut nichts zu Sache, denn Mitzählen ist das allerletzte, an das die Zuschauer denken. Vielmehr kommen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. Figuren, Gesichter, Transportmittel, Tiere oder Weltwunder, mit bewundernswerter Präzision führt Titova die Besucher rund um die Welt. Und das ganze mit einem gewissen Augenzwinkern und historisch nicht immer ganz korrekt; so entstanden Eiffelturm oder Freiheitsstatue erst Jahre nach Vernes Geschichte. Doch was tut das zur Sache, wenn man Zeuge wird, wie große Kunstwerke entstehen – und im nächsten Moment wieder verschwunden sind?


    Quelle: https://www.op-online.de/regio…e-weltreise-12190914.html

    Junges Theater reist zum Geburtstag um die Welt


    Hoch die Gläser: Noch ahnen Diener (Moritz Kremson) und Haushälterin (Fenja Mühlena) nichts von der folgenreichen Wette ihres Herrn.

    Foto: Marc R. Hofmann


    Sieben Vorstellungen mit Musik und Tanz im Waldreitersaal in Großhansdorf geplant. Vorverkauf hat jetzt begonnen.


    Hoisdorf. In diesem Jahr feiert das Junge Theater Hoisdorf sein 20-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum führt das Ensemble den Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ als Musiktheaterstück auf. Premiere ist Freitag, 10. Mai, im Großhansdorfer Waldreitersaal (20 Uhr). Weitere sechs Aufführungen sind geplant.


    Leiter des Jungen Theaters ist Michael Görmer. Er ist seit 2002 dabei, kam über seinen Sohn Jan-Christof dazu und kümmerte sich anfangs um das Bühnenlicht. Sein Sohn ist zwar nicht mehr in der Gruppe aktiv, Michael Görmer dafür umso mehr. Wie gut sein Verhältnis zu den jungen Darstellern ist – derzeit sind 21 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren aktiv –, zeigt sich bei den Proben im Haus der Vereine in Siek. Die Begrüßung fällt herzlich aus, der Umgangston ist entspannt. Das Ensemble hat sich auf Musiktheater spezialisiert. Das Genre ist anspruchsvoll, es geht nicht nur um schauspielerisches Können, sondern auch Gesangs- und Tanzdarbietungen.


    Stück überrascht auch Kenner des Stoffs
    Diese Kombination dürfte dem Stoff von Autor Jules Verne neuen Glanz verleihen und auch diejenigen Zuschauer überraschen, die mit dem Inhalt des Romans vertraut sind. Darin geht es um die Wette des exzentrischen Londoner Gentleman Phileas Fogg, dass er unter Begleitung seines französischen Dieners Passepartout eine Reise um die Erde in 80 Tagen schaffen kann. Dummerweise bringt ihn sein Vorhaben in den Verdacht, ein gesuchter Bankräuber zu sein und Scotland Yard auf den Plan. Ein rasanter Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

    Bei den Proben haben Moritz Kremson in der Rolle des Passepartout und Fenja Mühlena als Haushälterin Mrs. Potts sichtlich Spaß in einer Szene, bei der Schnapsflasche und zwei Gläser eine Rolle spielen. Auf die Frage der Haushälterin „Passepartout, trinken Sie ein Gläschen mit mir?“ meldet dieser Bedenken an, es könne ja sein, dass Mister Fogg einmal früher nach Hause komme. Und tatsächlich: Fogg trifft früher ein als gedacht, denn er will keine Zeit verlieren und die Weltreise umgehend antreten.


    Bühnenbild wechselt durch aufklappbare Kulissen
    Dass das Stück von 1873 im Original kaum Rollen für Frauen vorsieht, stört den Theaterleiter nicht. Kurzerhand besetzte er männliche Rollen mit weiblichen Darstellern. „Starallüren kriege ich in den Griff“, sagt er. Zur künstlerischen Freiheit gehöre, dass manches anders inszeniert werde als in der Vorlage. Der Grund: „Weil es uns so besser gefällt.“ Eine andere Herausforderung sei der Bau der Kulissen gewesen. „Da kommen Schiffe und ein Elefant vor. Wir haben extra fürs Stück ein System entwickelt, das durch Um- und Aufklappen einen Wechsel der Bühnenbilder ermöglicht.“

    Im März begeisterte die Gruppe mit einer Eigenproduktion beim ersten Kinder- und Jugendtheater-Festival Schleswig-Holstein. Der Leiter stolz: „Wir waren die Einzigen mit Musik und Tanz.“ Denn hier fühlt sich das Junge Theater ganz in seinem Element.


    Quelle: https://www.abendblatt.de/regi…burtstag-um-die-Welt.html

    ONETZ: Worin lag und liegt der Erfolg von Jules Vernes Büchern?

    Verne ist nichts Geringeres gelungen, als eine eigene Gattung zu entwickeln: den wissenschaftlichen Roman. Darin werden wissenschaftliche Erkenntnisse inszeniert und naturwissenschaftliches Wissen im Rahmen einer spannenden Handlung verbreitet. Das hat bis heute Konjunktur, wenn man etwa an den Erfolg von Michael Crichtons „Jurassic Park“ oder Frank Schätzings „Der Schwarm“ denkt, die sich in diese Tradition einschreiben. Nun setzt sich Innovation bekanntlich nicht von allein durch. Es bedarf auch einer guten Infrastruktur, um sie bekanntzumachen. Verne hatte das große Glück, mit einem der bedeutendsten französischen Verleger des 19. Jahrhunderts zusammenarbeiten zu können: Pierre-Jules Hetzel.


    ONETZ: Wodurch zeichnete sich Hetzels Geschick aus?

    Hetzel hat das Potenzial des wissenschaftlichen Romans für sein republikanisches Bildungsideal erkannt und sehr klug vermarktet. Schon nach wenigen Titeln wurden sie zu einer Reihe ernannt – die „Außergewöhnlichen Reisen“ – die Vernes Programm einen festen Rahmen gab. Weiterhin entwickelte Hetzel eine Verwertungskette aus Vorpublikationen in Zeitungen, günstigen Taschenbuchausgaben und prächtig illustrierten großformatigen Ausgaben, die zum Weihnachtsgeschäft erschienen. Dabei entstanden wahre Schätze der Buchkunst des 19. Jahrhunderts, die heute antiquarisch immer noch sehr begehrt sind.
    Was viele vielleicht nicht wissen: Jules Verne hat auch Theaterstücke geschrieben ...
    Aus seinen erfolgreichsten Romanen machte Verne anschließend noch Theaterversionen, die sich im Falle von „In achtzig Tagen um die Welt“ zu wahren Massenspektakeln entwickelten, bei denen sogar ein echter Elefant auf der Bühne gezeigt wurde. Sie gehören zu den größten Theatererfolgen ihres Jahrhunderts und wurden im 20. Jahrhundert vom Kino abgelöst. Auch die siebte Kunst entdeckte früh das Werk Jules Vernes, das unzählige Male verfilmt wurde. Vernes Präsenz auf der Leinwand und später auf dem Fernsehbildschirm hat seine Popularität auch im 20. Jahrhundert nie abreißen lassen.


    ONETZ: Verne hat ja ein unglaubliches Œuvre hinterlassen. Sind alle Bücher ins Deutsche übersetzt? Und gibt es noch unentdeckte Schätze darunter?

    Verne war ein beeindruckend disziplinierter und fleißiger Autor mit sprudelnden Ideen. Nach den ersten Erfolgen wurden seine Texte zügig ins Deutsche übersetzt. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Romane der „Außergewöhnlichen Reisen“ schon zu Lebzeiten Vernes übertragen worden. In den letzten zehn Jahren hat der deutsche Jules-Verne-Club die letzten Schätze gehoben, die noch nicht übersetzt waren. So bleiben nur noch frühe Werke übrig – Theaterstücke, Gedichte, Romanfragmente. Allerdings sind sie in Frankreich mittlerweile in Buchform erschienen und damit gut zugänglich.
    Einen besonderen Fall bilden die posthum erschienenen Romane Vernes, die von seinem Sohn Michel zum Teil stark überarbeitet und verändert wurden. Ende des 20. Jahrhunderts hat die französische Jules-Verne-Gesellschaft auch die Originalmanuskripte dieser Romane veröffentlicht. Diese wurden bisher nicht ins Deutsche übersetzt.


    ONETZ: Wie sind die von seinem Sohn Michael Verne mehr oder weniger stark überarbeiteten und posthum veröffentlichten Romane einzuschätzen?

    Das hängst stark vom Einzelfall ab, d.h. vor allem davon, wie weit Verne das Manuskript abgeschlossen hatte. Michel Verne sprach die Überarbeitungen in der Regel mit Louis-Jules Hetzel ab, der den Verlag von seinem Vater übernommen hatte. Die Spannbreite reicht dabei von geringfügigen Änderungen bis zum weitgehenden Umschreiben des Romans.
    Michel war durchaus literarisch begabt, aber auch sehr unstet, was keine gute Voraussetzung für die Herausforderungen an die Geduld ist, die man als Romanautor benötigt. Er hat einige interessante kürzere Texte hinterlassen, darunter Gedichte und Zeitungsartikel, zwei Formen die ihm sicherlich lagen, auch wenn er sie nicht konsequent weiter verfolgt hat. Letztlich hat Michel vom Oeuvre seines Vaters gelebt, und zwar nicht nur als Herausgeber und Bearbeiter, sondern auch als Filmproduzent und Regisseur. Er gehörte zu den Pionieren, die Filme nach den Texten seines Vaters gedreht haben. Leider sind die meisten davon verloren gegangen.


    ONETZ: Sein Roman „Der Pilot von der Donau“ von 1901 wurde erst 1908 posthum veröffentlicht. Es geht um Piraten, die den Fluss unsicher machen. War Verne vielleicht einmal in der Oberpfalz?

    Dieser Roman stellt einen interessanten Fall dar. Vernes Originalmanuskript trägt übrigens den Titel „Le beau Danube jaune“, was sich mit „An der schönen gelben Donau“ übersetzen lässt und viel besser klingt. Er gehört zu den Romanen, in die Sohn Michel Verne relativ stark eingegriffen hat. Darin wird die Geschichte eines Anglers erzählt, der mit seinem Boot die ganze Donau hinunterfährt. Tatsächlich macht er auch in Regensburg und später in Passau Halt. Beiden Städten wird jeweils ein ganzes Kapitel gewidmet, das schöne touristische Ansichtskarten liefert.


    ONETZ: Sie haben sich immer wieder intensiv mit Abenteuerromanen des 19. Jahrhunderts beschäftigt. Wie wichtig war diese Literaturgattung für die damalige Zeit, und würden uns im 21. Jahrhundert solche Romane wieder guttun?

    Die Produktion an Unterhaltungs- und Abenteuerromanen im 19. Jahrhundert ist unüberschaubar. Sie haben die populäre Kultur und eine moderne Mythologie des Reisens, der Geschichte und des Forschens geschaffen, die uns bis heute begleitet und die die klassischen Mythen abgelöst hat. Gerade im Falle Vernes ist dies überdeutlich. Darin liegt eine ihrer wichtigsten kulturhistorischen Bedeutungen.
    Die Begeisterung am Abenteuer ist bis heute gleich geblieben, auch wenn sich die Formate verändert haben. Anstatt Romane zu lesen, spielen viele heute Adventure-Games, die ähnlich episodisch aufgebaut sind wie die Literatur, aber eben interaktiv funktionieren und daraus ihren Reiz ziehen. Diese Entwicklung wird sich mit dem 3 D-Brillen noch weiter verstärken. Was die Abenteuerliteratur jedoch allein zu bieten hat, sind die intensive Erfahrung von Sprache und die Anregung der visuellen Fantasie. Insofern ist es heute noch immer sehr spannend und entspannend, Romane eines Jules Verne, Alexandre Dumas oder Karl May zu lesen.


    Quelle: https://www.onetz.de/deutschla…ules-verne-id2698162.html

    Ralf Junkerjürgen hat eine neue Biografie über Jules Verne geschrieben. Im Interview erzählt er, was ihn an diesem Menschen besonders fasziniert und klärt, ob Verne einst in der Oberpfalz gewesen ist.


    Jules VerneBild: Felix Tournachon


    von Stefan Voit


    In Frankreich zählt Jules Verne zu den vielgelesenen Autoren, seine Werke sind immer noch Schullektüre. Aber auch in Deutschland erfreuen sich seine Klassiker nach wie vor großer Beliebtheit. Die Kulturredaktion hat sich mit Ralf Junkerjürgen (49), seit 2007 Professor für romanische Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg, unterhalten. Er hat eine Biografie über den französischen Autor geschrieben.


    ONETZ: Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Jules-Verne-Geschichte?

    Ralf Junkerjürgen: Wie die meisten Kinder und Jugendlichen in den 1970er Jahren entdeckte ich Jules Verne über das Fernsehen. Während der Feiertage wurde am späten Nachmittag eine Verfilmung von Vernes erstem Roman, „Fünf Wochen im Ballon“, und wenig später eine weitere von „In achtzig Tagen um die Welt“ gezeigt, die mich begeisterten und die Fantasie in exotische Welten führten. Die Romane habe ich erst sehr viel später gelesen.


    ONETZ: Was hat Sie daran besonders fasziniert?

    Neben den bunten Abenteuern und der spannenden Handlung faszinierte mich die Vorstellung, eine Reise im Ballon zu machen. Die Gondel schien mir ein gemütlicher Ort zu sein, in dem man sich in die Welt und in Abenteuer begeben konnte, ohne sich ihr unmittelbar aussetzen zu müssen. Der Ballon erschien mir so reizvoll wie Kindern ein Baumhaus, wo sie außerhalb der Reichweite der Erwachsenen sind, zugleich aber einen Blick von oben genießen, der die Welt kleiner und überschaubarer macht.


    ONETZ: Es gibt etliche Biografien über Jules Verne. Worauf haben Sie bei Ihrem Buch den Schwerpunkt gelegt?

    Mir war es wichtig, Jules Verne aus einer kulturhistorischen Perspektive zu betrachten. Seine Bedeutung ist im Gegensatz zu einigen anderen Abenteuerautoren des 19. Jahrhunderts in den letzten zwei Jahrzehnten stetig angewachsen. Ich führe dies darauf zurück, dass er in vielerlei Hinsicht modern geblieben ist. Damit meine ich nicht allein die Rolle der Technik in seinem Werk, sondern auch die Art und Weise, wie die Welt verstanden wird: vernunftgeleitet, gestaltend, forschend und pragmatisch. Natürlich steht daneben auch so einiges, was veraltet ist, wie zum Beispiel der Glaube an die zivilisatorische Überlegenheit der Europäer.
    Einen besonderen Schwerpunkt bildete für mich auch das konfliktive Verhältnis zwischen Verne und seinem Sohn Michel, der es als Sohn eines der bekanntesten Schriftsteller offenbar nicht geschafft hat, sich eine eigene stabile Identität aufzubauen. Michel ist sein Leben lang unstet geblieben, und in frühen Jahren war er so aufbrausend und problematisch, dass Verne zu dem härtesten Mittel griff, welches das Gesetz jener Zeit erlaubte: Er ließ ihn in eine Erziehungsanstalt einsperren. Gefruchtet hat dies alles jedoch nichts. Verne hat seinen Sohn bis ans Lebensende finanziell unterstützen müssen und litt schwer unter dessen Eskapaden wie Ehebruch und uneheliche Kinder. Für den streng katholisch erzogenen Verne waren dies familiäre Katastrophen, die sein Leben überschatteten.


    ONETZ: War es leicht, an Quellen, Bücher, Briefe zu kommen?

    Die Jules-Verne-Forschung hat sich in den letzten zwanzig Jahren vorbildlich entwickelt. Die bedeutende Korrespondenz Vernes mit seinem Verleger Hetzel wurde in mehreren Bänden herausgegeben, und in der berühmten Pléiade-Ausgabe, die umfangreich kommentiert ist, sind erstmals eine Reihe von Romanen Vernes erschienen. Weiterhin hat die französische Nationalbibliothek eine große Menge an Originalausgaben eingescannt, die man online einsehen kann. Die Bibliothek von Nantes wiederum bietet zahlreiche Romanmanuskripte im Netz an. Um die bisher unveröffentlichte Korrespondenz von Verne mit seinem Sohn Michel und weitere Dokumente einzusehen, habe ich einige Wochen in der Bibliothek von Amiens verbracht, die Vernes Nachlass aufbewahrt.


    ONETZ: Jules Verne wird ja immer wieder gerne als „Vater der Science-Fiction“ bezeichnet. War er das wirklich, oder war er nur immer auf dem neuesten Stand der technischen Entwicklungen und Wissenschaften und hat dies in seinen Romanen ungesetzt?

    Jules Verne hat mit Science-Fiction, wie wir sie heute verstehen, nicht viel zu tun. Er inszeniert zwar Technik, orientiert sich jedoch weitgehend an den Möglichkeiten seiner Zeit und bleibt immer im Rahmen des physikalisch Möglichen. Dies unterscheidet ihn deutlich von H. G. Wells, mit dem er gegen Ende des Jahrhunderts häufig verglichen wurde. Für Wells jedoch spielte die Physik keine große Rolle, er wollte mit seinen Romanen zur Zeitreise, zu Mondflügen und Kriegen gegen Außerirdische eher die Fantasie anregen.
    Jules Verne war selbst kein Wissenschaftler, sondern hatte Jura studiert. Daher hat er sich in jedes Thema zunächst eingearbeitet und fleißig einführende Literatur studiert und Spezialisten zurate gezogen. Er war in dieser Hinsicht sehr gewissenhaft, weil er wusste, dass die Qualität seiner Romane auch von der Qualität seiner Recherchen abhing. Der Erfolg hat ihm recht gegeben. Zwar ist einiges, was er beschreibt, heute wissenschaftlich natürlich überholt – vor allem bei seinen kühnsten wissenschaftlichen Romanen, der „Reise zum Mond“ und der „Reise um den Mond“. Dennoch waren seine Texte in der Lage, die spätere Wissenschaft zu inspirieren. So hat Hermann Oberth, ein Pionier in der Entwicklung des Raketenantriebs, in der Jugend Jules Verne gelesen und daraus wichtige Ideen für seine eigene Forschung gezogen.

    Mit Jules Verne zum Mond



    In einem allgemeinverständlichen Vortrag geht Prof. Dr. Sowada auf physikalische Hintergründe von Jules Vernes Ideen ein und stellt die Beziehung her zur Raumfahrt im 20. und 21. Jahrhundert. Thomas Schröder rundet das Programm ab mit Mitteln moderner Planetariumstechnik und einem musikbegleiteten Sonnenuntergang.

    Jules Verne, der Vater der Science Fiction, hat in vielen seiner Romane Abenteuerlust mit wissenschaftlich-technischen Visionen verknüpft. Bei vielen Menschen hat er damit Begeisterung für die Naturwissenschaften geweckt. In einer seiner bekanntesten Erzählungen schildert er die Reise „Von der Erde zum Mond“, die einige Ähnlichkeiten mit der Reise von Apollo 11 vor 50 Jahren aufweist. Doch wer in der Schule im Physik-Unterricht aufgepasst hat, kann einige von Jules Verne beschriebene Ereignisse als Unmöglichkeit entlarven.

    Datum: Samstag, 11. Mai 2019 (18:30 Uhr)

    Ort: Mediendom-Kuppel

    Eintritt: 7,00 € (ermäßigt 5,00€)

    Dauer: 60 Minuten

    FSK 0 ・Altersempfehlung ab 10 Jahren


    Quelle: https://www.fh-kiel.de/index.php?id=23061&id=23061

    In die Tiefe des offenen Atlantiks

    Wir steigen zuletzt nun in die größte Tiefe des Ozeaneums ab – in die Tiefe des offenen Atlantiks. Getrennt nur durch eine 22 Tonnen schwere, gekrümmte Panzerglasscheibe sitzen wir vor der Meeresweite auf einer Bank in der Dunkelheit und blicken ins kristallene Azurblau der irisierenden Meereswelt. Hier ist die oberste Liga der Knorpelfische im Schwarm vereint: Adlerrochen, Kuhrochen, Stachelrochen, Zebrarochen. Hinzu kommen Brassen, Drückerfische, Zackenbarsche, Nagelrochen, ein Sandtigerhai und ein Ammenhai – wie ein choreografiertes Wasserballett.

    Manfred Niekisch: „Ein Blick in das große Atlantikbecken, das ist nun wirklich etwas ganz Besonderes. Und da sollte man nicht, sondern da muss man sich hinsetzen und einfach mal gucken.

    Faszinierend wie die Fische in einem Schwarm sich koordiniert bewegen. Das ist wirkliche Schwarmintelligenz, die allerdings dadurch gesteigert wird, dass in dem Becken auch Haie sind. Denn Beutefische, wenn die keinen Hai sehen, dann würden die nicht unbedingt einen großen Schwarm bilden. Aber ein Schwarm bietet Sicherheit und sie formieren sich zum Schwarm, wenn ein solcher – in Anführungszeichen Feind – in der Nähe ist. Nun kann sich´s ein Aquarium natürlich nicht leisten, die Fische die ausgestellt sind auch zu verfüttern, die Haie die jagen da nicht ihre eigene Beute.


    Waale und ein Orka in einer Halle des Ozeaneums in Stralsund (imago/ Schöning)

    Aber dieses funkelnde Licht, die glitzernden Fischkörper und dann die verschiedenen Rochen. Wer kann schon mal so viele Rochen auf einmal sehen, wenn nicht im Aquarium. Die vielen verschiedenen Fischarten, die Haie, das ist an sich schon ein wunderschönes Bild. Und dann liegt da auf dem Meeresboden noch das Skelett, das zerfallene Skelett eines Pottwals, das natürlich auch zum Leben im Meer gehört. Denn das Meer ist nicht nur lebendig, sondern da sterben auch Tiere und deren Überreste liegen dann da eben.“

    Staunend und fast ein wenig selbstversunken schaut man hier wie in ein Diorama voller magisch eingefangenen Augenblicken des Meeres. Überwältigend in ihrer schwebenden Ruhe: Die Mondfische, die grauen Eminenzen der Tiefsee, mit ihren gedrungenen Körpern, den winzigen Augen und kleinen Mäulchen, mit ihren zarten propellerartigen Flossen dahinsegelnd über dem Walskelett erscheinen sie wie Wesen aus einer anderen Galaxie. Das ist vielleicht der wundersamste eingefangene Augenblick dieser Reise.

    In der „Halle der Riesen“

    Noch einen Tauchgang haben wir vor uns – in die Tiefe der großen unerforschten Stille. Im Ozeaneum heißt sie „Halle der Riesen“, wo die geheimen Gesänge der Wale zu hören sind. Wir liegen jetzt vielleicht in einem Algenbett, wenn es das in dieser Tiefe noch gibt. Aber das wissen wir nicht. Noch kein U-Boot, kein Sonar und schon gar kein Mensch ist je in diese Tiefe vorgedrungen.

    Die Sänger dieser geheimnisvollen Verständigung durch die Meere hindurch schweben als Modelle lebensgroß nachgebaut über uns im ozeanischen Raum. Er ist dunkel bis Schwarz. Minimal nur das Licht, das wir brauchen, um auf einer der untermeerischen Liegeflächen zu ruhen und zu lauschen. Da zeigt der Blauwal, das größte Lebewesen, das je auf diesem Planeten gelebt hat, seine Ausmaße. Wir haben Buckelwal und Kalb, wir haben einen abtauchenden Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar. Und wir nähern uns noch einmal der Fantasie von Jules Verne an.

    Manfred Niekisch: „Riesenkalmare, das sind nun wirklich beängstigend große Tiere, nicht so groß, dass sie ein Schiff verschlingen könnten wie man das früher dachte. Aber die werden doch mehrere Meter lang, haben sehr lange Fangarme und acht kürzere Arme. Und von denen weiß man fast nichts. Ab und zu wird mal ein totes Tier angespült, aber unter Wasser gibt es fast keine Beobachtungen.

    Und einiges was man über diese Riesenkalmare weiß, hat man nur indirekt ablesen können an den Pottwalen. Die Pottwale sind nämlich die einzigen Tiere, die mit diesen Kalmaren fertig werden und sie sogar aufessen. Und dann hat man im Magen von Pottwalen Augen gefunden von Kalmaren; Augen so groß wie Suppenteller. Und riesige Abdrücke auch auf der Haut der Pottwale von den Saugnäpfen der Arme. Daraus kann man dann schließen wie groß und wie gewaltig diese Tiere sind.“

    Dass in dem Buch von Jules Verne „20.000 Meilen unter dem Meer“ ein U-Boot verwechselt wird mit Kalmaren, ein U-Boot, das auch Lichtblitze aussendet, das ist nun ganz plausibel. Denn auch diese Kalmare können Lichtblitze aussenden, um ihre Beute – man weiß nicht genau, ob zu orten oder auch irgendwie zu fangen, sie anzulocken mit dem Licht – man weiß es nicht. Sie bombardieren ihre Beute zuweilen mit Lichtblitzen. Eine Welt, die wir gerade erst mal im Ansatz zu erforschen, beginnen.

    Jules Verne und die Zerstörung der Meere

    Jetzt ist es an der Zeit, das Geheimnis um das U-Boot Nautilus und Kapitän Nemo zu lüften. Tatsächlich ist Jules Vernes Epoche geprägt von der Kolonialisierung der Welt und der Entdeckung der Meere als Expansionsraum. Der Walfang erreicht zu jener Zeit ein vorindustrielles Stadium und dezimiert die Populationen bis nahe an die Ausrottung.

    Anfangs des Romans erreichen Nachrichten die Welt von einem in den Meeren gesichteten Seeungeheuer, das ähnlich einem Wal nur ungeheuerlich viel größer sei. Es versenke Schiffe und sende dabei Blitze und phosphoreszierende Schweife aus. Walfänger aber berichten von der Erscheinung eines Riesenkalmars ungeheuren Ausmaßes, der Schiffe in die Tiefe ziehe. Das ruft den Naturwissenschaftler Professor Aronnax auf den Plan, der das Ungeheuer eher für einen Narwal hält. Er begibt sich an Bord einer gerüsteten Fregatte, um das vermeintliche Meeresungeheuer zu jagen und zu studieren.

    Doch die Fregatte wird bald selbst von einem Ungetüm gejagt und zum Kentern gebracht. Aronnax und seine beiden Begleiter werden ins aufgewühlte Meer gespült und stranden auf einem Wal ganz anderer Machart. Nämlich auf der aus Eisen und modernster Mechanik bestehenden Nautilus. Ihr Kapitän hat als selbst ernannter Meeresbiologe und Naturschützer der Menschenwelt den Rücken gekehrt und tritt mit dem Unterseeboot in Gestalt eines Meeresgeschöpfes auch Rachefeldzüge an.

    Beide Männer aber – den Naturwissenschaftler Aronnax und den Technologen Nemo – verbindet etwas viel Größeres. Das ist die Liebe zu den Meeresgeschöpfen und ihrer stillen Welt. Der Roman endet mit den Worten des Erzählers Aronnax:

    „‘Wer hat je die Tiefen ergründen können?‘ Nur zwei Menschen hatten jetzt das Recht, auf diese vor sechstausend Jahren im Buch der Prediger gestellte Frage zu antworten: Kapitän Nemo und ich.“

    Und wir verbringen noch lange Zeit unter den Walen in der „Halle der Riesen“ – oder sollten wir sagen, im Inneren des Wals – und lauschen ihren Gesängen.


    Quelle: https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=446888

    Vom Wattenmeer bis zum Tauchgang in den Tiefen des offenen Atlantiks – das Ozeaneum in Stralsund macht Unterwasserlebenswelten auf vielfältige Weise erlebbar. Gleichzeitig ist es mehr als nur ein Naturkundemuseum: Auch die Ausbeutung und Zerstörung der Meere wird eindrücklich thematisiert.

    Von Jule Reiner


    Spaziergang durch die faszinierende Unterwasserwelt des Atlantiks (imago/Volker Hohlfeld)


    Von Ferne muten sie an wie geblähte weiße Segel, diese vier über die Hafeninsel von Stralsund ragenden Kuben des Ozeaneums. Man könnte meinen, dass sie sich lautlos hinter den backsteingotischen Speicherhäusern und den Landepiers vorbeischieben – auf große Fahrt in die Nordmeere. Am langen Pier vorne liegt die Klassikerin der Dreimastbarken, die wunderschöne ‚Gorch Fock’, und wirkt vor der futuristischen Konstruktion des besten Meeresmuseums Europas fast filigran. Doch beide sind sie hochelegant.

    Der Name Ozeaneum ist eine Zusammenziehung von Ozean und Mus-eum – abgeleitet aus den griechischen Worten ‚Okéanos’ und ‚Museíon’. Ein Museum also, das auf eine Sammlung mit musischem Charakter hinweist, verbunden mit dem urgewaltigen Ozean der Welt. Als leidenschaftliche Sammlerin von Meeresmuseen, wo immer ich sie unterwegs in der Welt besuchen konnte, stand es auf meiner Wunschliste schon seit seiner Eröffnung vor zehn Jahren ganz oben an. Und jetzt begleitet mich mein Freund, Professor Manfred Niekisch, selbst Biologe und ehemaliger Direktor des Frankfurter Zoos, auf diese besondere Reise unter den Meeren.

    „Und plötzlich taucht man ein in die Unterwasserwelt“

    Manfred Niekisch: „Das Faszinierende an dem Ozeaneum ist ja schon die Architektur, hinter der sich einiges verbirgt, was man von außen gar nicht ahnen kann. Das macht auf jeden Fall schon neugierig und dann kommt man da rein und wird zunächst konfrontiert mit ein paar Skeletten von riesigen Meereslebewesen, die da über einer langen Rolltreppe hängen. Und plötzlich taucht man ein in die Unterwasserwelt. Das ist nun wirklich faszinierend, weil man nicht den Eindruck hat, ich gehe jetzt in eine Halle wo viele Aquarien sind, sondern man hat wirklich über weite Strecken den Eindruck, ich bin unter Wasser und gucke ohne nass zu werden, was sich da so tut.

    Ja, und wenn man sich eingesehen hat und dann auch schnell erkennt, was die Unterschiede bei diesen riesigen Skeletten sind, etwa zwischen einem Bartenwal, der eben keine Zähne hat und einem Zahnwal, nämlich einem Pottwal, dann ist das schon sehr sehr faszinierend. Man sieht das Skelett eines Orcas und dann wieder ein Blick, sozusagen in das Innere des Wals. Da ist ausgestellt unter Glas das Lungensystem und das Herz eines Finnwals.

    Das hat nun wieder einen ganz starken Regionalbezug. Denn der ist irgendwann mal im Stralsunder Bodden gestrandet. Also, er ist sozusagen in unmittelbarer Nähe des Ozeaneums damals an Land gespült worden und man hat sein unglaublich beeindruckendes Lungensystem und Herz ausgestellt. Das Spannende dabei ist nicht nur die Größe dieser beiden Systeme, sondern auch wenn man sich anschaut, wie die gebaut sind. Denn die müssen ja riesige Druckunterschiede aushalten, wenn der Wal auftaucht oder wieder abtaucht. Das ist einfach faszinierend, ohne dass man jetzt überfrachtet wird durch Informationen, die man dann doch nicht so liest, weil nämlich die Organe viel spannender sind.“

    Der „eingefangene Augenblick“

    Auf der überlangen und recht steilen Rolltreppe wird man über die Walskelette hinweg in die Höhe der Halle getragen. Und von dort oben sehen die Skelette aus als seien sie von lichtgekräuselten Wellenkronen umspült. Und wir tauchen ein in die Ausstellung der Weltmeere. Ein hinreißendes Aquarium empfängt uns und lockt in ein schwärmerisches Bild: In fluoreszierender Beleuchtung eine Elegie von kleinen Ukeleien. Sie gehören zu den karpfenartigen Fischen, nur 15 Zentimeter klein, ihre Schuppen wie von reinstem Silber mit zartgrünen Stromungen auf dem Rücken. Anglern dienen sie als gute Köderfische. Und für die Manufaktur von künstlichen Perlen liefern ihre silbrigen Schuppen die wertvolle Perlenessenz.


    „Wie geblähte weiße Segel“: Blick auf das Ozeanum, davor die Gorch Fock (imago/Westend61)

    Dieses anmutige Bild erinnert mich an eines, das ich den „eingefangenen Augenblick“ nenne. Ich fand ihn zum ersten Mal in einer Disneyfilmproduktion der 60er Jahre bei einer Sonntagsmatinee im Jugendkino. Gespielt wurde „20.000 Meilen unter dem Meer“, die fantastische Abenteuerreise dreier Schiffbrüchiger, die an Bord des Unterseebootes Nautilus unter dem Kommando, oder man müsste sagen unter der Regie des geheimnisumwobenen Kapitäns Nemo als Gefangene aufgenommen werden. Unter ihnen der Wissenschaftler Professor Aronnax, hinter dem sich natürlich der Autor Jules Verne des gleichnamigen Romans verbirgt. Erschienen ist das futuristische Werk 1870 und wurde ein Weltklassiker.

    Und hören wir daraus nur einmal wie sich der eingefangene Augenblick liest, wenn sich Professor Aronnax mit Kapitän Nemo und seinen Tauchern auf Expedition durch einen untermeerischen Garten Eden begib:

    „Die Sonnenstrahlen trafen in schrägem Winkel auf das Wasser. Da das Licht wie durch ein Prisma gebrochen wurde, zeigten sich die Ränder von Blumen, Felsen, Pflänzchen, Muscheln und Polypen im Gewand der sieben Regenbogenfarben. Es war ein reines Wunder, das ich vor mir sah, eine Augenweide, eine vollendete Mischung, ein wahres Kaleidoskop von grünen, gelben, orangefarbenen, violetten, indigoblauen und blauen Farbtönen, mit einem Wort: die gesamte Palette eines leidenschaftlichen Malers.

    Wie sehr wäre mir daran gelegen gewesen, Kapitän Nemo und seine Gefährten an meiner Faszination teilhaben zu lassen, ihnen meine Begeisterung zu bekunden! Doch in Ermangelung dieser Möglichkeit sprach ich mit mir selbst, rief in die Kupferkugel hinein, die meinen Kopf bedeckte, und vergeudete vielleicht mehr Sauerstoff als empfehlenswert war, um Worte von mir zu geben, die doch niemand hören konnte außer mir selbst!“

    Tauchgang im Wattenmeer

    Unser Tauchgang beginnt im Wattenmeerbecken der Nordsee, wo wir in eine herrliche zarte Komposition aus roten Algen und weißem Kies blicken. Knurrhahn, Seezunge, Haarbutt, Rotzunge und Petermännchen besiedeln den Lebensraum, der hier erscheint wie ein kühles von Künstlerhand inszeniertes Bild, da die Plattfische sich unbeweglich in den feinen Kies einschmiegen. Angehaltene Zeit der frühen Lebensformen.

    In der offenen Nordsee zieht indessen ein Schwarm von Kabeljau elegante Bahnen. Lang gezogene kräftige Körper haben sie, weit vorgezogene Oberkiefer und merkwürdige Hautlappen, die Barteln, am Unterkiefer. Die sehr großen Exemplare zeigen runzlige Köpfe wie von Denkfalten gefurcht.

    Manfred Niekisch: „Das ist ein ganz mächtiger Fisch mit einem ausgesprochen kräftigen Körper. Er sieht auch irgendwie urtümlich aus mit diesen Barteln am Unterkiefer. Und den in einem Schwarm zu sehen und sich vorzustellen, was das für eine interessante Biologie ist, die man überhaupt nicht erahnen kann, wenn man ihn mal auf dem Teller hat, – einfach faszinierend.“

    Inzwischen ist Jules Vernes Professor Aronnax auf seiner Meereswanderung aus den durchleuchteten Fluten immer tiefer in ein ozeanisches Gebirgstal gewandert. Und nun ruhend in einem Algenbeet begegnet ihm der alte Schrecken der Meere, der sich bis weit ins 17. Jahrhundert erhalten hatte. Wo fester Boden aufhörte, lauerten in der Fantasie der Menschen schreckliche Gefahren: Seeungeheuer, Chimären, Stürme als Ausdruck göttlichen Zorns – all das verhieß Reisen ohne Wiederkehr. Erst mit dem Aufkommen des romantischen Ideals im 18. Jahrhundert begannen Dichter und Maler Westeuropas das Schreckliche der Küsten in Erhabenheit zu verwandeln.



    Blick auf das Schwarmfischbecken im Ozeaneum von Stralsund (imago/BildFunkMV)

    Jules Vernes Werk vereint diesen alten Schrecken mit romantischer Utopie und der realistischen Wissenschaft seiner Zeit des 19. Jahrhunderts. Ich trage das Buch mit vielen Lesezeichen gespickt durch das Ozeaneum:

    „Unter einem dichten Geflecht von Braunalgen liegend, hob ich den Kopf und entdeckte riesige, massive Leiber, die, laute Geräusche verursachend, an uns vorüberzogen und dabei phosphoreszierend schimmerten.

    Mir stockte das Blut in den Adern, als ich erkannte, dass zwei furchterregende Blauhaie mit gewaltigem Schwanz und kalten, glasartigen Augen über uns kreisten. Aus den Löchern, die um ihre Mäuler herum angeordnet waren, sonderten sie eine phosphoreszierende Substanz ab. Ihre Mäuler ähnelten riesigen Fangeisen, mit denen sie einen Menschen ohne weiteres zermalmen konnten.

    Was mich betraf, so betrachtete ich ihren silbrig glänzenden Bauch und ihren scheußlichen, von messerscharfen Zähnen starrenden Rachen gänzlich unwissenschaftlich und eher mit den Augen eines potenziellen Opfers als von der Warte eines Naturforschers aus.“

    Nächste Ausstrahlung:


    Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

    Fr 19.04., 13:10 - 14:50, SAT.1 und So 21.04., 10:20 - 11:55, SAT.1Familienabenteuer, USA 2008, 76/95 Min.

    Familienabenteuer. Sehr frei nach Jules Verne: Brendan Fraser entdeckt eine vergessene Welt.

    Eine Ausgabe des titelgebenden Verne-Romans, versehen mit verschlüsselten Notizen, weckt die Neugierde des Geologen Trevor (Fraser): Ist die hier beschriebene Welt im Erdinnern doch kein Fantasieprodukt? Auf Island gerät Trevor mit seinem kleinen Neffen (Josh Hutcherson) und einer sexy Bergführerin (Anita Briem) in eine Höhle und von dort in eine prähistorische Welt voller surrealer Lebewesen und Landschaften…
    Trickprofi Eric Brevig („Die Insel“) drehte sein Regiedebüt in 3 D. Besonders in der „flachen“ Version wirken die Schauwerte zwar streckenweise recht ansehnlich, aber nicht allzu innovativ. Vor allem in Sachen Charme kein Vergleich mit dem fast fünfzig Jahre älteren James-Mason-Klassiker.


    „Auf zum Mittelpunkt der Erde. Was Arne vollbracht hat, muss nachvollzogen werden!“ So beginnt eine der ungewöhnlichsten Expeditionen der Abenteuerliteratur. Der Bühnenhörspieler Wolfgang Rosen und sein Kollege Markus Hesterkamp präsentieren am Donnerstag, 11. April, in Form eines Live-Hörspiels das bekannte Werk des französischen Schriftstellers Jules Verne „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ im Foyer des Eupener Jünglingshauses (Neustraße 86). Die Art und Weise, wie die zwei Akteure den alten Verne-Klassiker in einer gemütlichen Atmosphäre darbieten, wird für zahlreiche Spannungsmomente sorgen. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von neun Euro sind erhältlich im Büro von KultKom (Kirchstraße 15) oder an der Abendkasse. (red)


    Quelle: https://www.grenzecho.net/1181…der-erde-im-junglingshaus

    Foto: Jennifer Rohrbacher


    Vertonte Gedichte von Fontane & Abenteuer von Jules Verne


    Konzert-Tipp der Woche:

    Am Freitag, den 12. April präsentiert das Bandprojekt des Club der toten Dichter um 19.30 Uhr sein taufrisches, neues Fontane-Programm im König Albert Theater Bad Elster. Der Club der toten Dichter um Mastermind Reinhard Repke geht anlässlich des 200. Geburtstages des großen Dichters im Fontanejahr 2019 mit klangvollen Neuvertonungen des berühmten poetischen Realisten auf Tour. Die Sängerin und Songwriterin Katharina Franck (Ex-Rainbirds) wird dabei der Lyrik Fontanes neues Leben einhauchen und der Poesie des Dichters im Theaterambiente Bad Elsters neue Töne verleihen.

    Vor einigen Jahren waren Franck und Repke schon mit Rilke sehr erfolgreich in ganz Deutschland unterwegs. Nun treffen sie sich wieder, zwischen all den Seen des Ruppiner Landes, um erneut miteinander zu arbeiten. Katharina Franck ist Sängerin durch und durch. Ihr Selbstverständnis als Musikerin beschreibt Fontanes Gedicht »Auch ein Herzenstrost« in den ersten Zeilen: »Mein Freund, du frägst, warum ich singe? Das ist mir eine Frage, das; Ich singe, nun, ich singe, singe - Mir macht einmal das Singen Spaß«. Das berühmte Gedicht »John Maynard« wird genauso dabei sein, wie auch der »Herr von Ribbeck«, das beliebteste Gedicht der Deutschen. Im 13. Jahr des Bestehens widmet sich der Club nun dem großen Romancier und Lyriker Theodor Fontane. Nach Heine, Busch, Rilke, Schiller und Bukowski der sechste Dichter der auf CD veröffentlicht wird. Mit einer wunderbar eingespielten Band wird es eine ausgiebige Tournee geben. In bisher rund 350 Konzerten hat sich der CdtD so ein treues Publikum in ganz Deutschland erspielt. Reich-Ranicki liebte Fontane, Günter Grass war Bewunderer und für Thomas Mann war er sogar ein »Sänger«. Fontane hätte sich sicher darüber gefreut, aber dennoch erwidert: »Nur kein Gegrübel, Was es sei; Wohl oder übel - Der Scherz ist frei.«


    Theater-Tipp der Woche:

    Am Sonntag, den 14. April wird um 19.00 Uhr die packende Abenteuergeschichte der Weltumrundung in 80 Tagen nach Jules Verne in einer wirklich berauschenden Inszenierung des Theater Random Acts of Beauty aus Freiburg i. Br. auf die Bühne des König Albert Theaters Bad Elster gebracht. »Um die Welt in 80 Tagen« - in einer unkonventionellen Mischung aus Absurdität, Gedankenschmaus, auflockernden und flotten Charakteren präsentiert das Freiburger Theaterensemble die Vielfalt der Kulturen aus Jules Vernes berühmter Romanvorlage. Der britische Gentlemen Phileas Fogg und sein französischer Diener Passepartout entdecken in knapp zwei Stunden nicht nur die ganze Welt, sondern auch den ganzen Reichtum theatraler Ausdrucksformen: Schauspieler treffen auf Vollmasken, Commedia dell‘arte-Figuren werden mit Schattenspiel konfrontiert, Kasperlepuppen entdecken Videoinstallationen - Diese retro-futuristische, abenteuerliche und unterhaltsam-ironische Reise müssen Sie erleben! Der reiche britische Gentleman Phileas Fogg wettet 20.000 Pfund, dass er es schaffen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Noch am selben Abend der Wette, dem 2. Oktober 1872 begibt sich der unerschrockene Fogg mit seinem französischen Diener Jean Passepartout auf die abenteuerliche Reise. Unterwegs wird die bildhübsche indische Prinzessin Aouda vor dem Scheiterhaufen gerettet und ist von nun an Teil der Reisegruppe. Doch dann treten völlig unerwartete Zwischenfälle auf. Als die illustre Reisegruppe in London eintrifft, wurde die Wette um fünf Minuten verloren, doch haben die drei Abenteurer ein wesentliches Detail in ihren Reiseberechnungen nicht bedacht! Der Klassiker der Abenteuerliteratur bietet eine temporeiche Jagd rund um die Welt und eine romantische Liebesgeschichte - als die Züge noch pünktlich und indische Prinzessinnen auf englische Gentlemen abfuhren.


    Quelle: https://www.freiepresse.de/kul…ad-elster-artikel10484903

    Gewagte Aussage, ohne das Hörspiel gehört zu haben. Ich habe das hier schon vor mir liegen und gebe meinen Kommentar, nachdem ich es gehört habe ;) Auf der CD-Hülle ist noch zu lesen, dass Leo den jungen Jules Verne im Jahr 1846 trifft.

    Marples in der alten Mühle
    Roßbachstraße 34, 44369 Dortmund, ☎ 023170020071


    Melange im Marples
    Eintritt: 45,50 Euro p.P. (inkl. 3-Gänge-Menü)

    Veranstaltungsort und Vorverkauf: Marples in der alten Mühle


    Das saisonale Menü ist auch als vegane Variante erhältlich und wird auf dieser Seite vor der Veranstaltung bekanntgegeben.
    Plätze können ab sofort vorgemerkt werden.



    „20.000 Meilen unter den Meeren“ – nach Jules Verne
    Live-Hörspiel mit Martin Bross


    „Wo war ich? – Ich mußte es unbedingt wissen und wollte mir schon den Helm vom Kopf reißen, als Kapitän Nemo auf mich zu trat und einen Kreidestein aufhob. In einen schwarzen Basaltfelsen ritzte er nur dieses einzige Wort: Atlantis.“
    Die abenteuerliche Reise des Kapitän Nemo durch die Weltmeere unter dem Titel „20.000 Meilen unter den Meeren“ ist einer der berühmtesten Romane des französischen Schriftstellers Jules Verne (1825-1905), der als Erfinder der Science-Fiction gilt. Und natürlich erinnert man sich angesichts des Titels auch gern an die 1954 entstandene Verfilmung von Walt Disney.
    Martin Bross hat den ca. 600 Seiten der Vorlage nicht nur die bekannten, sondern auch ein paar von den Filmemachern unterschlagene Szenen entnommen und daraus einen spannenden Abend mit überraschenden Licht- und Toneffekten gestaltet. Steigen sie ein in die Nautilus und lassen Sie sich entführen in eine geheimnisvolle und unbekannte Welt 20.000 Meilen unter den Meeren.
    Martin Bross lebt als freier Schauspieler, Sprecher und Autor in Bonn. Er war bereits an diversen Bühnen engagiert, u.a. in Heidelberg, Mainz, Wiesbaden, Mannheim, Bonn, Hamburg und Mülheim. Zudem spielte er in verschiedenen Fernseh-, und Kinoproduktionen mit. Als Sprecher in Hörspielen und Features arbeitet er für den WDR und andere Rundfunkanstalten.


    Quelle: https://www.ruhrlink.de/termin.php?id=359608311247654

    WISSEN – ABENTEUER – BEGEISTERTE KINDER – DAS HÖRSPIEL FÜR SCHLAUE KIDS


    Ohne Geschrei, ohne Schimpfwörter dafür mit viel Spaß und kindgerechter Allgemeinbildung. Mit den dt. Stimmen von Hollywoodstars. Pädagogisch wertvoll.

    Historische Figuren: Leo reist zu Thomas Edison und Jules Verne.

    Verpackungsinhalt: eine Audio CD, einen mp3 Downloadcode für unterwegs, ein HörspielQuiz im Inlay, weitere historische Informationen zu den handelnden Personen


    Altersempfehlung für das Hörspiel:
    Für alle wissbegierigen Kinder von 6 – 99 Jahre.


    Kurzinhalt:
    Leo reist nach Paris in das Jahr 1881. Hier trifft er auf einen aufgeregten Thomas Edison.
    Heute sollen 1000 Glühlampen die Straßen hell erleuchten. Doch etwas funktioniert nicht.
    Kann Leo die Situation retten? Weiter geht es zu Jules Verne zu einem Abenteuer im Heißluftballon.


    Kritik:
    “Story-Inhalt: 9 von 10 Punkte. Das Hörspiel bringt Wissen in die Kinderzimmer, weckt Neugierde und Interesse an Geschichte und bedeutenden Persönlichkeiten … ohne Langeweile aufkommen zu lassen.”

    der-hoerspiegel.de


    Quelle: https://abenteuermaschine.de/w…-fuer-schlaue-kids-leo-7/

    Leider zu spät:


    Veröffentlicht: 30/03/2019 von Stadt Offenbach



    Henning Bormann (Phileas Fogg), Jorida Sorra (Mrs Aouda)¸ Landestheater Detmold/ Birgit Hupfeld


    Eine Wette: Die Welt umrunden in nur 80 Tagen. Was heute ohne große Probleme möglich ist, war 1873 noch eine riesige Herausforderung. Das war das Jahr der Veröffentlichung des Abenteuerromans von Jules Verne über den exzentrischen Engländer Phileas Fogg, der mit dieser Wette nicht nur sein gesamtes Vermögen aufs Spiel setzt, sondern auf der Reise allerlei Widrigkeiten begegnen muss. Schließlich gibt es immer wieder Menschen, die um jeden Preis verhindern wollen, dass er die Wette gewinnt. Das Landestheater Detmold bringt das abenteuerliche Stück am 1. April um 19.30 Uhr in der Theateressenz auf die Bühne des Capitol Theaters.


    Thomas Gottschalk hätte in Anbetracht dieser Außenwette vermutlich ziemlich verdutzt geschaut: „Wetten, dass ich es schaffe, in nur 80 Tagen mit 20.000 Pfund und der Hilfe moderner Verkehrsmittel einmal um die ganze Welt zu reisen?“ Solch utopische Vorhaben können doch nur zu später Stunde in Kombination mit Rausch und Glücksspiel entstehen: Der exzentrische Mr. Fogg ist ein chronisch gelangweilter Upper-Class-Brite und sitzt wie üblich beim Whistspiel in einem Londoner Club. Dort erzählt man sich von einem Einbrecher, der es fertig gebracht hatte, 55.000 Pfund zu erbeuten. Doch wird vermutet, dass er ziemlich schwer zu fassen sein würde – schließlich sei die Welt dafür zu groß. Solche Behauptungen kann Phileas Fogg natürlich nicht einfach so stehen lassen und bricht sofort zusammen mit seinem Diener Passepartout zur Weltumrundung auf. Die überstürzte Abreise lockt sofort Scotland Yards Fahnder auf den Plan, aber die sind zwischenzeitlich Foggs kleinstes Problem…


    Karten für die rasante Weltreise am 1. April um 19.30 Uhr mit der Theateressenz im Capitol Theater in der Kaiserstraße 106, 63065 Offenbach am Main, gibt es zum Preis von 20 Euro im OF-Infocenter, Salzgässchen 1, sowie unter http://www.frankfurtticket.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen (inkl. Gebühren und RMV Ticket). Schüler*innen und Student*innen zahlen 10 Euro, im Klassenverband kosten die Karten 6 Euro.


    http://www.familien-blickpunkt.de


    Quelle: https://www.familien-blickpunk…ol-theater-offenbach.html