Ist dieser Beitrag nicht (nahezu) identisch mit dem von einer männlichen Stimme vorgetragene Text, den Poldi uns gestern kredenzt hat ? Tja, mit dem Namen des "Typen" haben beide Sprecheri ihre Probleme, und wer ist der "Typ", dessen Porträt uns da als Bild von Verne vorgesetzt wird. Inhaltlich ja ein begrüßenswerter Versuch, den "Typen" einem jungen Publikum näherzubringen, auf mich persönlich wirkt das mit den geballten Anglizismen aber reichlich anbiedernd.
Posts by Volker Dehs
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Ich glaube, da täuscht sich Poldi: Die Bibliografie (S. 186) weist die Wiener Caricaturen als Quelle aus, beim fehlenden Text ergänzt, wenn ich es richtig verstanden habe, um eine Übersetzung aus dem Englischen. Die Informationen muss man sich mühsam zusammensuchen, zudem sind sie, ebenso wie die Zitate und langen Auszüge, nicht durch direkte Quellenangaben in Fußnoten ausgewiesen, was die Lektüre unnötig erschwert.
Trotz interessanter Vergleiche Vernes mit Robida und Laßwitz macht das Buch auf mich einen ziemlich konfusen und bei den Anhängen einen fast beliebig zusammengewürfelten Eindruck. Eine Frage der Präsentation. Interessant fand ich einen Verne-Nachruf von Hermann Löns (S. 234-237), gemeinhin als "Heidedichter" abgetan, heute so gut wie unbekannt.
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...und es ist mein Lieblingstext von H.G. Wells. Ich glaube, es gibt schon mindestens eine Schwarzweiß-Verfilmung, an die ich mich aber im Gegensatz zur Erzählung nicht mehr erinnere; mal sehen wie die neue ausfällt...
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Super! So was gibt's auch auf Türkisch, allerdings unliniert, mit orangenem Cover und, darauf, dem Konterfei des Meisters. Als Titel ein Zitat:
"Hayatinda yenilik isteyen birnin seyahat etmesi, cok yerinde bir karamis." - Vermutlich eines der Zitate, die man Verne in den Mund legt.
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Kurze Ergänzung zu Bernhards Ausführung: also ich habe keine Einladungen nach Nantes und Vigo bekommen, habe auch keine Ahnung, was Amiens offiziell plant.
Die frz. Jules-Verne-Gesellschaft wird sich an einer Ausstellung beteiligen und bereitet eine öffentliche Tagung in Paris vor, darüber hinaus eine Sondernummer des Bulletins.
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Naja, das ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber die drei verschiedenen Autorinnen haben ja doch sehr unterschiedliche Lese- oder Hörerwartungen abdecken können, und ich fand auch die Unterhaltungen sehr angenehm, der Veranstalter hat da eine ungezwungene Atmosphäre herstellen können. Deshalb vielen Dank für die Initiative und die Möglichkeit, auch im Nachhinein hinein hören zu können. Das visuelle Nebenbei (so habe ich es empfunden) hat mich nicht so gepackt, weil ich auch keinen direkten Zusammenhang zum Vorgetragenen herstellen konnte.
Gefreut hat mich vor allem, Bettina Wurche zuhören zu können, die ich in ihren spontanen Kommentaren noch mitreißender fand als in den Auszügen, die sie aus ihrem Buch vorgelesen hat. Das ist eine gelungene Mischung aus Kompetenz und persönlicher Begeisterung für das Thema. Sehr bedauerlich, dass der Verlag ihres anregenden (und sehr schön aufgemachten Buches) in die Insolvenz gehen musste. Ich wünsche ihrer Veröffentlichung noch möglichst viele Abnehmeri (dies ist mein persönlicher geschlechtsneutraler Plural)!!
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In Bonn findet seit Anfang Oktober bis April 2026 in der Bundeskunsthalle eine große Ausstellung zum Thema Expedition Weltmeere statt, in der auch Jules Verne seinen Platz hat. Dazu hat ein Gespräch stattgefunden, das am 23. November gesendet wird:
Der blaue Planet - Kultur und Natur der OzeaneVom Mond wissen wir mehr als vom Meer, obgleich dreiviertel der Erdoberfläche "blau" sind, wir auf einem "blauen Planeten" leben. Die Vermessung der Ozeane…www1.wdr.de -
tja, ich frage mich (als Liebhaber klassischer Musik, der auch die aufgeführten Orgelstücke bzw. Bearbeitungen kennt), was denn das Programm mit Jules Verne zu tun haben mag... Schön war es sicher trotzdem, auch wenn ich nicht weiß, weshalb überall & immer wieder das unvermeidliche 565-Opus von Bach dabei sein muss, vermutlich nur als Appetizer fürs Publikum.
Käptn Nemo jedenfalls hat Bearbeitungen vor allem von Opernkomponisten gespielt und Eigenkompositionen, deren Noten wohl nicht überliefert sind... und auch nicht auf einer richtigen Orgel, sondern auf einer Art Harmonium.
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Neben der Tatsache, dass sowohl die Titelbilder als auch die Werbetexte (immer nach demselben Muster abgespult) Quatsch und offensichtlich KI-generiert sind, lesen sich auch die Übersetzungen entsprechend, ganz so wie beim Marquis Anselme des Tilleuls... Brave New World! Was dem lustigen Treiben die Krone aufsetzt, ist, dass von diesen Ausgaben auch (vom Englischen?) ins Französische "übersetzte" Titel existieren. Da hat wohl niemand gemerkt, dass Jules Verne ursprünglich mal ein Franzose war und seine Romane auf Französisch geschrieben hat. Der Verlagsname dieser BOD-Produkte lässt auf asiatische Provenienz schließen.
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Mit "Familienmitgliedern" scheint es Th. Ostwald zu haben, schließlich hat er mit "Julius Gerard Verne" ja auch einen Abkömmling der Vernes ins Spiel gebracht. Mir egal, wer und in welchem Verwandtschaftsgrad dieser Jemand dafür verantwortlich ist, auf das Resultat kommt es mir an, und das lässt objektiv zu wünschen übrig.
Das gilt im Übrigen auch für die Neuauflage seiner Biografie von 1978, die mich sprachlos zurücklässt. Abgesehen von einigen wenigen Aktualisierungen im Zusammenhang mit den posthumen Romanen, die noch nicht einmal widerspruchsfrei in den Gesamttext eingebaut sind, hat Ostwald weder von meinen beiden Biografien (1985 und 2005) noch von dem äußerst bereichernden Buch von Ralf Junkerjürgen (2018) profitiert. So bleibt das Buch - man kann es leider nicht anders sagen -, was es schon 1978 war: ein peinliches Plagiat der Biografie von Max Popp (auf dem Stand von 1909!!), ergänzt um langatmige Nacherzählungen (nicht etwa Inhaltsangaben) von Vernes Romanen. Mir geht es nicht um Polemik, aber wer solche Veröffentlichungen freiwillig - ohne Notwendigkeit und Folter - auf die Öffentlichkeit loslässt, muss auch mit entsprechender Kritik rechnen.
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Mein Exemplar ist nach kurzer Bestellzeit von drei Tagen heute eingetroffen. Ich kann nur abraten vom Kauf und rege an, die 10 Euro anderweitig besser anzulegen, vielleicht für einen guten Zweck zu spenden, - es sei denn, man sammelt Kuriositäten sprachlichen Unvermögens. Dass Anspielungen und Wortspiele in dieser Ausgabe nicht adäquat übersetzt werden, war zu erwarten, aber die Wort-zu-Wort-Übersetzerei erfasst nicht einmal geläufige Ausdrücke, die keine besonderen Anforderungen stellen. So heißt es beispielsweise auf S. 9:
Nun gab sich Monsieur Anselme des Tilleuls als Marquis aus, nicht mehr und nicht weniger als Marquis des alten Felsens.
Welchen "alten Felsens"? Im frz. Original heißt es: "marquis de vieille roche", und das kann man konkret mit "als Marquis von altem Adel" oder etwas freier "von echtem Schrot und Korn" übersetzen.
Schon der erste Satz übersetzt "l'âge non moins raisonnable que pubère" mit "das nicht weniger vernünftige als pubertierende Alter" (S. 5). So so, was bitte ist ein "pubertierendes Alter"? Es handelt sich um das "heiratsfähige Alter".
Auf derselben Seite: "Anselme des Tilleuls porträtierte einen blonden jungen Mann, der an Sonnenuntergänge erinnerte." Anselme porträtiert niemanden, sondern er selbst "stellt einen jungen Mann dar, dessen blondes Haar ins Rot der Sonnenuntergänge spielte" oder so ähnlich.
Vielleicht wirft man ein: Lieber eine schlechte als gar keine Übersetzung. Diese Übersetzung ist aber eine Qual und führt ständig auf falsche Fährten. Eine Inhaltsangabe, die auf die inhaltlichen und stilistischen Besonderheiten dieses literarischen Textes hinweist, ist allemal vorzuziehen und würde ein angemesseneres Bild von dem Text vermitteln. Diese peinliche Veröffentlichung hat den Charme und die sprachliche Sensibilität einer aus dem Japanischen übertragenen Gebrauchsanweisung für Rasierapparate. Zum Fremdschämen!
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nicht ganz zwei Jahre Ferien, aber immerhin...
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Habe ein solches, kann aber z.Z. leider nicht scannen.
Der Rahmen und das Schriftbild sind identisch, allerdings sind ober- und unterhalb von der Titelei noch einfache Ornamente eingefügt.
Der Buchrücken meines Exemplars weist weder Beschriftung noch Ornamentik auf.
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Ja, das war so geplant, um Zeit zu gewinnen und meiner Nachfolgerin, Mme Agnès Marcetteau-Paul (der ehemaligen Leiterin der Stadtbibliothek von Nantes und des Jules-Verne-Museums) Gelegenheit zu geben, gleichzeitig die folgende Ausgabe Nr. 210 vorzubereiten. Diese Ausgabe, mit unveröffentlichten, sehr interessanten Texten von Michel Verne (darunter einem Romanfragment, das in Le Crotoy handelt!), ist bereits beim Drucker und wird Oktober/November erscheinen.
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... und es geht weiter! Nach dem Inhalt und der Werbung (zB auf amazon) zu schließen, beglückt uns ein gewisser Bruno Corsi mit neuen Sensationen der esoterischen Archäologie (oder archäologischen Esoterik), die auf denselben Urheber bzw. Herausgeber zurückzugehen scheinen:
Jules Verne – Der geheime Atlas: Anleitung zum Entschlüsseln verborgener Logik und geheimer Quellen in Jules Vernes Werken Taschenbuch – 17. August 2025
Interessanterweise sind beide Autorennamen (Corsi und Forgione) wohl real existierenden italienischen Sportlern entlehnt, und wenn man das KI-generierte Cover-Porträt der zweiten Veröffentlichung von JV betrachtet, könnte man sich die Frage stellen, ob nicht die gesamten Texte auf diese Weise produziert wurden.
Nun denn, ich belasse es mal dabei, denn wer weiß, wieviele andere Produkte derselben Art herausgehauen werden...
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Naja, das schon - aber zu welchem Preis ?
Das Buch von Giorgio Forgione hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Die These - nein, die Behauptung - dieses Buches lautet, Verne habe nicht technische Prophezeiungen abgesondert (darin ist es immerhin unter entsprechenden Veröffentlichungen recht originell), sondern altes Wissen aus sumerischen Texten "bewahrt" und für die Neuzeit in Romanform umgesetzt, damit es nicht zensiert würde. Selbstverständlich sei er Mitglied eines Geheimbundes gewesen, geheimnisvolle Dokumente seien in Amiens und Nantes gefunden, aber unterdrückt worden , usw. usf.
All das kommt völlig ohne Quellenbelege und Bibliografie aus (um die sich ein Erich von Däniken immerhin noch bemüht hatte), strotzt vor Anachronismen, Fehlbezügen und reinen Erfindungen, die als Fakten ausgegeben werden, die - natürlich - von der offiziellen Forschung oder den involvierten Staaten der Öffentlichkeit vorenthalten wurden. Kennt man ja von den Verschwörungsschwurbeleien. Wenn der Autor sich auf Vernes Romane bezieht oder gar aus ihnen zitiert, sind die Zitate manipulativ oder erfunden und haben meist keinerlei Bezug zu den Originaltexten.
Spaßeshalber ein kleines harmloses Beispiel, das mir wegen seiner Zahlenspielerei gefällt:
"'Zwanzigtausemd Meilen unter dem Meer' umfasst in der Originalfassung exakt 144 Kapitel - eine Zahl, die dem Quadrat von 12 entspricht, einer Grundzahl babylonischer Numerologie." (S. 26)
Nun kenne ich mich nicht mit der babylonischen Numerologie aus und weiß auch nicht, auf welche "Originalfassung" des Romans sich der Verfasser bezieht, aber Vernes Doppelband umfasst leider nur 47 (24 + 23) Kapitel, die beiden Manuskripte (Originalfassungen"?) weichen nur unwesentlich davon ab.
Vielleicht als Däniken-Parodie ganz lustig, aber sonst der reinste Humbug, der Jules Verne sehr amüsiert haben würde! Mich hat's auch belustigt, aber das Geld kann man sich sparen und sollte sich lieber 3 oder 4 Eis kaufen.
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Ich möchte meine vorausgehende negative Kritik korrigieren, nachdem ich zunächst nur die erste Hälfte des Beitrags gehört hatte (ich weiß, man sollte immer das Ganze zur Grundlage seines Urteils machen... mea culpa!). Die Kommentare zur Propellerinsel und zum Karpathenschloss sind sehr viel differenzierter als das Vorausgegangene und bieten einen nachvollziehbaren Schlenker zur Aktualität. Das gilt auch für den Rest, allerdings widerstrebt mir immer noch der effektheischende Bezug zu Vernes vorgeblicher Seherei oder Prophezeiung. Das alles lässt sich historisch einfacher erklären und wurde es auch in vielen Veröffentlichungen.
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der übliche Schmus aus zutreffenden Fakten, historischen Fehlinterpretationen und reinen Erfindungen (Vernes "offizielle" Präsenz auf der Weltausstellung von 1867, bzw. seines Romans Von der Erde zum Mond). Lustig auch das Zögern der KI-Stimme zwischen dem englischen vörn und dem superdeutschen Ferne und allen Varianten dazwischen...
Hier übrigens eine deutsche Neuerscheinung, die dasselbe Niveau haben dürfte, wenn sie es nicht gar an Peinlichkeit übertrifft:
Ich habe mich zum Bestellen durchgerungen und erwarte mein Exemplar am Donnerstag und freue mich auf ein paar Stunden zum Kaputtlachen!
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Die Millowitsch-Fassung war wohl nicht die erste Bearbeitung dieser Art. Bereits 1875 (der Theaterzettel meiner Sammlung trägt den handschriftlichen Zusatz "26. Juni 1875") wurde am Wiener Automaten-Theater, "k.k. Prater, grosse Zufahrtstrasse 20", Die Reise um die Welt. Grosses Ausstattungsstück in 9 Bildern, dargestellt von 131 Automaten aufgeführt. Ohne Nennung der Autoren und wohl sehr frei nach Jules Verne. Die Hauptpersonen heißen Gustav Baron Springinsfeld und "Gustav Flinserl, sein Diener". Einige der Etappen sind identisch mit Foggs Reise, außerdem zeigt das 8. Bild Schneesturm und "Eispressungen" sowie eine Eisbärenjagd "Im Eismeere".
"Sämmtliche Automaten und Figuren, sowie die ganze mechanische Theater-Einrichtung neu angefertigt von Karl Sanonner & Sohn."
Der Zettel ist abgebildet im Bulletin de la Société Jules Verne Nr. 198, Mai 2019, S. 40.
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Gegenüber der frz. Ausgabe von 2021 scheinen die Comic-Fassungen dreier Erzählungen zu fehlen ("Pierre-Jean", "Meister Zacharius" und "Eine ideale Stadt"). Dafür ist die deutsche Ausgabe 5 Euronen teurer als das Original. Die Biografie selbst ist um Authentitzität bemüht und zitiert viele Briefstellen, was ein wenig hölzern wirkt. Insgesamt aber durchaus gelungen.