Posts by Volker Dehs

    Jean-Pierre Albessard, seit 2013 Präsident der französischen Société Jules Verne, ist heute nachmittag verstorben. Seine Veröffentlichungen zu Werk und Leben Jules Vernes mögen sich in Grenzen halten, aber er war einer der angesehensten Sammler von Büchern und Dokumenten zum Thema. Die letzten jahre waren von einer schweren Krankheit überschattet, die er letztlich doch nicht hat überwinden können.

    Tja, die Bearbeitungen... Grundsätzlich fand ich an dieser Adaption ganz positiv, dass nicht rein auf Klamauk und Tschingdarassabumm (wie in den vorausgegangenen Filmen) gesetzt wurde, sondern aktuelle Fragen einbezogen wurden. Dass Fogg psychologisiert und damit schwächer dargestellt wurde, findet man witzigerweise schon in der Theater-Version von Cadol, die parallel zum Roman entstand. Naja, und schon Verne & d'Ennery haben in ihrer Theaterfassung viel Schindluder mit dem Original getrieben, um den Publikumsgeschmack zu treffen, wenn auch nicht ganz so grauslich wie bei Grant - wobei sie da dann doch grandios gescheitert sind.


    Ich habe meine Erwartungen von vornherein tief gesetzt und war am Ende doch so positiv überrascht, dass ich mir die Reihe entgegen meinem Plan bis zum Ende angeschaut habe. Nur die Robinsonaden-Episode fand ich daneben und hat mich gelangweilt, aber ich vermute war, dass das "Vorbau" war für die schon angekündigte Fortsetzung.


    Eigentlich erstaunlich, dass das Thema des Romans immer noch soviele Menschen anspricht, obwohl die magische Zahl 80 längst überholt ist...

    Schönes und wichtiges Thema, leider schlampig aufbereitet: falsche Zitat- und Musikzuordnungen (zB bezieht sich Vernes Zola-Zitat nicht auf Zola, gleich zu Beginn) und Offenbachs Mond-opéra-bouffe hat nichts mit Vernes Romanen zu tun (nur die Ausstatter des Bühnendekors hatten sich an 2 oder 3 Illustrationen der Romane bedient); es ist nicht zum Prozess gekommen, weil Verne wohl nach Ansehen des Werkes zur Einsicht gekommen ist, dass er mit seinen spontanen Anschuldigungen falsch lag. Schade, es ist schon ärgerlich, dass neue Erkenntnisse (die in Sachen Offenbach immerhin auch schon über 40 Jahre alt sind!) nicht angenommen werden.

    Hallo Andreas, der Straßenname geht nicht auf Vernes Figur zurück, sondern auf den Industriellen Charles Adolphe Strock, der 1881 seine Maschinenfabrik von Paris nach Amiens transferierte. Nähere Infos siehe hier: https://www.researchgate.net/p…_Amiens_du_Tissage_Delruy

    Kann durchaus sein, dass Verne den Namen dieser Person entlehnt hat, ohne aber einen persönlichen Zusammenhang herstellen zu wollen. Bei den ausländisch(anmutend)en Namen für seine Romane hat Verne überall genommen, wo er fand. In Amiens gibt es ja auch ein Stadtviertel (oder ein Gemeinde, das weiß ich nicht mehr) Saint-Roch.

    Die unmittelbare Quelle ist ein Brief Jules Vernes an seinen Vater, in dem er über Zwanzigtausend Meilen unter den Meeren schreibt. Allerdings findet sich die Passage nur in der Biografie von Marguerite Allotte de la Fuye (1928), das Original ist bislang noch nicht aufgetaucht. Olivier Dumas geht daher in dem zitierten Artikel davon aus, dass dieses Zitat frei erfunden worden ist, weil die Biografin, was Briefzitate angeht, sehr freizügig mit der historischen AuAuthentizität umgegangen ist - um es mal vorsichtig ausdrücken!

    Was man mit Sicherheit sagen kann, ist zweierlei:

    1. Eine Reise von Jules Verne nach Rumänien kann man ausschließen, sowohl auf der Saint-Michel, als auch 1882-83 (in diesen Jahren war er viel zu sehr mit dem Theater beschäftigt, da war keine Zeit für Ausflüge) oder sonst in seinem Leben. Pedantisch wie der Herr nun mal war, hat er in seinen noch unveröffentlichten Notizen alle Reisen zwischen 1859 und 1900 notiert; Rumänien wird nirgends erwähnt. Natürlich kann man behaupten, dass er den Aufenthalt aus durchsichtigen Gründen vertuschen wollte. Nur: diese Notizen waren niemals für die Öffentlichkeit geplant.

    2. Luise Teutsch taucht in der rumänischen Verne-Literatur seit den 1970er Jahren (soweit ich mich recht entsinne, vielleicht auch schon früher) auf und wurde als Thema immer wieder insbesondere von Ion Hobana behandelt, der alle möglichen Fakten zusammengetragen hat. Dass Verne sie in Amiens kennengelernt hat, ist möglich und auch wahrscheinlich, und zwar über eine gemeinsame Bekannte, Mme Berton, die Leiterin des Mädchengymnasiums. Dass zwischen den beiden etwas "gelaufen" ist, kann man mangels Belegen, Indizien oder gar Beweisen nicht behaupten, das ist reine Spekulation, die nur auf die Behauptungen von Luises Nachfahren zurückgeht, die das vielleicht gerne so gehabt hätten.

    Auch der Artikel scheint mir ein wenig auf Werbung für die zweifellos besuchenswerte Region ausgerichtet zu sein.

    Hallo Bernhard,

    da magst du durchaus Recht haben, die Fakten werden von Journalisten nicht immer 1:1 wiedergegeben, und das muss nicht immer böser Wille sein. Ich habe gestern abend einen Artikel aus dem Jahre 1978 wiedergefunden, von zwei Roze-Spezialisten aus Amiens, die ihn noch gekannt hatten. Sie schreiben nichts von einer Totenmaske, nur von Skizzen, die Vernes Familie autorisiert hätten.

    Das Relief bräuchte auch keine Maske, es genügen völlig die bekannten Bilder, von denen ich geschrieben hatte, die ebenfalls im Profil angefertigt wurden.

    Und für das Porträt für Denkmal und Grab hat Roze nicht auf die hypothetische Maske zurückgegriffen, sondern nachgewiesenermaßen auf die Büste, die 1882 der Skulpteur Fabio Stecchi angefertigt hatte (heute im Musée Jules Verne in Nantes).

    Stecchis Archiv soll 1944 geplündert worden sein, als die Deutschen Amiens überrannten, somit dürfte offen bleiben, ob etwaiges Material noch irgendwann wieder auftaucht. Das Relief von Andreas' Postkarte existiert noch, im Amienser Musée de Berny, wo es zusammen mit Entwürfen für das Denkmal aufbewahrt wird, das einen Jules Verne zeigt, der hoch auf einem Felsen aufs weite Meer zu blicken scheint. Der Plan wurde aufgegeben, vielleicht aus Kostengründen, vor allem aber weil unter dem Park die Bahnlinie verläuft und die Verantwortlichen zweifelten, ob der Boden die Belastung aushalten könnte. Für Interessierte hier die Literaturangabe:


    Jacques & Pierre Foucart: "Albert Roze et Jules Verne", in Visions nouvelles sur Jules Verne. Amiens: Centre de documentation JulesVerne, 1978, S. 96-99

    Jau, ich war schon auf dem Sprung, musste aber noch etwas nachprüfen. Den Artikel von 1950 habe ich selbst, habe ich aber wohl nur flüchtig gelesen ! Daraus geht eindeutig hervor, dass Roze Verne die Maske abgenommen hat, und wegen der Details, die er liefert, gibt es daran auch gar keinen Zweifel. Allerdings ist nichts über den Verbleib dieser Maske bekannt.


    Ich schrieb auch, dass ein anonymes Ölporträt vor ein paar Jahren in Paris versteigert worden ist, präziser auf der 4. Weissenberg-Auktion bei Boigirard-Antonini am 19. März 2019. Die Kataloge dieser opulenten Sammlung, und damit auch das fragliche Bild, müssten immer noch online sein.


    Im Hinterkopf hatte ich aber ein anderes (ebenfalls anonymes) Gemälde desselben Motivs, dass seit 2000 im Besitz der Stadtbibliothek von Amiens ist, allerdings habe ich davon keine Reproduktion gefunden.


    Sorry, Andreas, wegen meiner Schlaumeierei... man lernt nie aus!

    Eine kleine Korrektur: Von Jules Verne ist keine Totenmaske bekannt. Die Skulptur von Andreas' Postkarte geht auf ein anonymes Gemälde zurück (das vermutlich auch von Roze stammt), das vor ein paar Jahren in Paris auf einer der Weissenberg-Auktionen versteigert worden ist.

    Zu 1) Solch eine Liste wurde, glaube ich , mal von Dumas in seiner Biografie veröffentlicht, bleibt aber hypothetisch und unvollständig, weil die genauen Entstehungszeiten für viele Romane nicht oder nur unvollständig bekannt sind. Zugleich zieht sich der Entstehungszeitraum der Romane in seinen vielen Etappen (Planung - Skizzierung - erste Ausarbeitung - Revision - Korrektur der Druckfahnen) über mehrere Jahre hin, für einige Werke mehr, für andere weniger. In eine sukzessiv aufgebaute Listung lassen sich diese Informationen kaum integrieren, ohne unübersichtlich zu werden - selbst wenn all diese Informationen bekannt wären.


    Zu 2) Ja, zumindestens abgeschlossen, vielleicht mit ein oder zwei Ausnahmen; die Überarbeitung, vor allem aber die Korrekturarbeiten der Druckfahnen konnten sich darüber hinaus in die Länge ziehen, was bei Vernes methodischer Vorgehensweise die Regel war. "Komplett fertig" waren Vernes Werke eigentlich nie, weil er auch nach Erscheinen der verschiedenen Ausgaben in Folgeauflagen noch Korrekturen einfügte. Nicht immer, aber oft.

    Hallo miteinander,


    ich habe die Beiträge eine Zeitlang nicht verfolgt, sehe aber, dass ich persönlich angesprochen wurde, so will ich gerne meine Sicht der Dinge zu zwei Punkten darstellen.


    Zur Reihenfolge der Auflistung: Ist in der Tat Definitionssache. Einige Autoren nehmen strikt die Erscheinungdaten der Buchausgaben (egal in welchem Format). Ich finde es sinnvoll, das Datum zu übernehmen, zu dem der Text eines Buches (nicht aber seine bloße Ankündigung etwa in Anzeigen und Katalogen) zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, auch wenn er dann noch nicht vollständig vorlag; und diese Entscheidung schließt den Vorabdruck oder Lieferungshefte der großformatigen Ausgabe (bei Hetzel gab es da zwei Serien) ein.

    Also, was die Reihenfolge angeht, sind mehrere Lösungen möglich; wichtig scheint mir nur, dass der Bibliograph seine Kriterien von vornherein festlegt und erklärt und dann auch stringent durchhält.


    Zum Reihentitel: Die ersten Romane in Buchform (oder Vorabdruck) trugen noch keinen Reihentitel. Der ("Voyages extraordinaires") erschien erst in Annoncen im Februar 1866 zur Ankündigung der illustrierten Ausgaben, die zunächst in Lieferungen vertrieben wurden. Der erste Band, der vollständig in dieser Form im November vorlag, war der Hatteras; anschließend wurden die vorher erschienenen Romane im nachhinein integriert. Dieser Titel hat sich durchgesetzt, auch wenn er zunächst zusammen mit dem Titel "Voyages dans les mondes connus et inconnus" ("Reisen in bekannte und unbekannte Welten" - von Hartleben für seine illustrierte Reihe übernommen!) auftaucht. Dieser zweite Obertitel wurde schließlich für die kleinformatige Reihe von und bei Hetzel übernommen, wohl um die Reihe von der großformatigen Ausgabe abzugrenzen; was aber nicht unbedingt dazu angetan ist, Missverständnisse zu vermeiden.

    Hallo miteinander,


    bei der Übersetzung handelt es sich in der Tat um das Buch von Paumier, das seit 2005 in drei Buchausgaben und einer Zeitschriftensondernummer unter jeweils anderen Titeln erschienen ist, deren Inhalte aber so gut wie identisch sind. Die beiden Porträts auf S. 16 und 21 (der ersten Buchausgabe) zeigen nicht Jules Verne (wie auch das Original-Familienalbum der Vernes im Besitz des Jules-Verne-Museums von Nantes in seinen Bildunterschriften versehentlich ausweist), sondern seinen Schwager Léon Guillon. Darauf hatte ich den Autor wiederholt hingewiesen. In den letzten Ausgaben von 2018 wurden die Bilder unkorrigiert neu abgedruckt, woraufhin ein Mitglied der Familie Guillon-Verne im Bulletin de la Société Jules Verne Nr. 198 (2019), S. 74-75 etwas genervt eine Richtigstellung veröffentlicht hat. Mal sehen, ob das Eingang in die deutsche Ausgabe finden wird...


    Ansonsten ist das Buch sehr schön illustriert, enthält nichts Neues, aber eine Präsentation von Vernes Romanen nach geografischen Gebieten, wie schon aus dem Inhaltsverzeichnis ersichtlich ist.

    Stahlelefant, du hast Recht, was den ersten Prozess angeht, sorry, da hatte mich meine Erinnerung getäuscht.

    Nantes (ebenso wie Amiens) hält nichts böswillig zurück, alles steht der Forschung offen, und kann auch veröffentlicht werden, wenn sich die Herausgeber an die Regeln halten, d. h. die Quellen angeben und zuvor eine Genehmigung einholen, was bei kommerzieller Verwertung natürlich mit einer finanziellen Beteiligung der Besitzer verbunden ist. Ich habe in den vergangenen Jahren nur gute Erfahrungen mit beiden Institutionen gemacht und keinerlei Behinderung erfahren.


    Die Situation etwa bei der Familienkorrespondenz war komplizierter, weil sich Dumas bei seiner Veröffentlichung zum Teil auf alte Abschriften, bei den Romanen auf im kleinen Kreise zirkulierende Fotokopien bezogen hatte. Möglicherweise, aber das ist nur eine Spekulation, hatte es in Nantes Pläne zur Veröffentlichung (und kommerziellen Vermarktung) der unveröffentlichten Manuskripte gegeben, und Dumas ist dem zuvorgekommen, woraufhin es jahrelang zu Spannungen zwischen der Société Jules Verne und der Stadt Nantes gekommen ist. Die sind inzwischen glücklicherweise ausgeräumt. Das zeigt jedenfalls die Zweischneidigkeit der Aktion. Nantes und auch Amiens haben noch eine recht große Anzahl unveröffentlichter Briefe Jules Vernes, auch an die Familie. Es sind zwei oder drei Projekte unterwegs, diese zu veröffentlichen, darunter die 300 Briefe Jules Vernes an seinen Sohn Michel, die ich zusammen mit Piero Gondolo della Riva betreue. All das braucht allerdings seine Zeit, weil die Transkription der Handschriften nicht immer einfach ist und die Lektüre der Briefe nur dann sinnvoll ist, wenn bestimmte Zusammenhänge erklärt werden.

    Dumas ist in erster und zweiter Instanz schuldig gesprochen worden, er durfte in der Neuauflage seiner Biografie nicht Jules Vernes Familienkorrespondenz nachdrucken. Ob er auch ein Bußgeld bezahlen musste, weiß ich nicht. Ich erinnere mich aber, dass das Urteil Präzedenzcharakter für die Veröffentlichung posthumer Werke hatte, wenn man nicht die Erlaubnis des rechmäßigen Eigentümers einholt.

    Olivier Dumas, langjähriger Präsident der französischen Société Jules Verne, ist am 23. August 2019 in Paris gestorben. Als Lungenchirurg und Mitinhaber der berühmten Luxusmarke Hermès hatte Dumas maßgeblich an der Neugründung der Gesellschaft mitgewirkt und von 1967 bis 2012 das inzwischen im 53. Jahrgang erscheinende Bulletin de la Société Jules Verne herausgegeben, bis ihn eine Krankheit zwang, sich zurückzuziehen.


    Dumas' Einfluss auf die Jules-Verne-Forschung kann kaum überschätzt werden, obwohl und gerade weil er durchaus kontrovers beurteilt wird. Mehr als 300 Artikel zeugen von seinem Engagement. Einige Ergebnisse hat er in seiner Biografie (Jules Verne, Lyon: la manufacture, 1989; Neubearbeitung als Voyage à travers Jules Verne, Montréal/Paris: Stanké, 2000) zusammengefasst. Zwischen 1985 und 1988 gab er die Originalfassungen der von Michel Verne umgeschriebenen postumen Romane sowie einen Teil der Familienkorrespondenz heraus, womit er der Forschung neue Impulse gab, was ihm aber auch Prozesse der Stadt Nantes eintrug, die inzwischen Besitzerin der Manuskripte Jules Vernes war. Außer Frage steht sein Verdienst als Initiator der Herausgabe von Jules und Michel Vernes Korrespondenz mit den Verlegern Hetzel (5 Bände, Genf: Slatkine, 1999-2006).


    Als Mensch und Verne-Spezialist war Dumas von Beginn an umstritten, was einerseits an seinem autoritären Charakter lag, den er unbedingt in den Dienst seiner Sache - der Neubewertung Jules Vernes als Schriftsteller, nicht seiner persönlichen Interessen - stellte. Andererseits vertrat er gerade in seinen späteren Jahren oftmals Positionen, in denen die Aufwertung Jules Vernes mit der Abwertung von dessen persönlichem Umfeld (Michel, Pierre und Honorine Verne, Hetzel Vater und Sohn) einherging. Wie immer man dazu stehen mag, zu seinen Ergebnissen, Argumenten und Hypothesen wird sich auch die künftige Jules-Verne-Forschung positionieren müssen.


    Auf Deutsch erschien sein Aufsatz "Unter entwürdigender Fuchtel. Die Korrespondenz Verne-Hetzel", in V. Dehs & R. Junkerjürgen (Hg.): Jules Verne: Stimmen und Deutungen zu seinem Werk. Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Bd. 75, 2005, S. 56-67

    Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang hilfreich, auf den grundsätzlichen Unterschied zwischen den beiden Bänden hinzuweisen:

    Der Nautilus-Band enthält die ausgearbeiteten Texte der Vorträge, die auf der Tagung in Braunschweig gehalten worden sind, der Wikipedia-Band die wikipedia-Artikel, die im Umfeld dieser Tagung ergänzt, korrigiert oder neu geschrieben wurden. Letztere sind also online abrufbar, die Artikel des Nautilus-Bandes nicht.

    In der Tat befanden sich zwei Ausgaben des Romans in Jules Vernes Bibliothek (heute in der Bibliothèque municipale von Amiens), beide mit handschriftlicher Widmung von Cromie an Verne. Vernes kurzes Vorwort ist nur in der zweiten Auflage enthalten, nicht in der Erstausgabe. Das spricht dafür, dass der Verfasser Verne die Erstausgabe mit der Bitte um eine kurze Einleitung geschickt hat, was Verne dann auch tat - weshalb nur in diesem Fall, nicht aber in anderen, darüber kann man nur spekulieren.


    Stilistisch spricht viel für Vernes Urheberschaft (falls von Cromie frei erfunden, hätte dieser Verne wohl auch kaum die Zweitauflage zugesandt), insbesondere die Schlussfloskel ähnelt Vernes Vorwort zu den Zwanzigtausend Meilen unter den Meeren (für den Vorabdruck im Magasin).


    Es stimmt natürlich, dass Verne Englisch weder sprechen noch lesen konnte, aber er hatte in seiner Umgebung Bekannte und Freunde, die für ihn fremdsprachliche Texte einsehen oder ganz durchlesen konnten und derer hat er sich auch nachgewiesenermaßen bedient hat.

    Ich war auch nicht drin, habe ihn aber vor ein paar Tagen auf dem Bremer Freimarkt (vom Zug aus) gesehen. Leider hat die Zeit zum Ausprobieren gefehlt. In den Bremer Zeitungen hat er ordentlich für Aufsehen gesorgt. Was das nun direkt mit JV zu tun haben soll, ist mir nicht ersichtlich, man könnte ja auch eine Fruchtpresse oder einen Pümpel nach ihm benennen...

    Die Passage hat keine Entsprechung in der Theaterbearbeitung (auch nicht in der ersten Fassung von Verne und Cadol.) Soweit ich weiß, gibt es beide Fassungen nicht online. Keine Ahnung, wer Passepartout die Sache mit den 78 Tagen zugesteckt hat...