Posts by Andreas

    Verblüfft musste ich im September diesen Jahres bei einem Besuch in Le Crotoy feststellen, dass man zwar Jules Vernes damaliges Domizil noch immer nicht besuchen kann, dass der Meister aber einen eigenen Parkplatz hat. Ich staunte nicht schlecht, als dieser mir im Navigationsgerät unter dem Stichwort JULES VERNE angeboten wurde. Er liegt in der Rue Jules Verne, ungefähr fünfzig Meter von Haus LA SOLITUDE entfernt.



    Da man von der Gemeinde offenbar vom Bekanntheitsgrad Vernes profitieren wollte, hat man bei der EInfahrt zum Parkplatz eine auffällige Wandmalerei zum Thema Verne in Crotoy geschaffen. Das Motiv ist nicht zufällig, denn schließlich hatte Jules vor Ort, auf seinem damals noch kleinem Boot St. Michel (später St. Michel I genannt) das Manuskript zu 20.000 Meilen unter den Meeren geschrieben. Lassen wir das Motiv auf uns wirken:



    Attraktiv umgesetzt - freute ich mich im ersten Augenblick. Dann kam mir aber die Frage auf: Aber wieso im Stile der bildlichen Umsetzung der amerikanischen Designer der Walt Disney Studios der 1954er Verfilmung von Richard Fleischer? Die Buch-Nautilus sah völlig anders aus. Warum hat man nicht eine Kombination des legendären Unterwasserausflugs (siehe unten links) mit der von Riou geschaffenen Nautilus vorgenommen? Nun ja, die Urheberrechtsschützer von Disney werden bestimmt keinen Ausflug nach Le Crotoy machen ...


    ... letzte Woche haben wir am ersten Seifenkisten-Rennen teilgenommen. UND: Wir haben mit unserer STEAMPUNK-SEIFENKISTE den 3. Platz in der Fahrzeugklasse der "Spaßfahrzeuge" erreicht. Man beachte u.a. auch den Heckpropeller, der aber, wie auch die anderen Details, nur Zierrat war. Auf jeden Fall hatten alle viel Spaß!


    Ein schöner Beitrag. Er versucht die Welt des Steampunkt dem unbedarften TV-Zuschauer nahezubringen. Der Interviewte war gut vorbereitet, die Fragen der Reporterin waren dageben nur Stichpunktgeber, viel Hintergrund hatte sie sich nicht angelesen.

    So professionel wie der Steampunk-Monteur des Beitrages ist, bin ich noch noch nicht. Ich beginne erst damit. Dazu gehört mein Radio, was aber rein technisch gesehen eine alte Hülle mit Fantasieanbauten ist (u.a. Abflusssiebe auf Heizungsrohren für die Wiedergabe). Im Herzen ist ein MP3-Player verbaut. Ich habe Titel alter Schellackplatten digitalisiert und mit zusätzlichen Kratzgeräuschen versehen. Aus dem Blechkörper kommend ist es ein ganz eigentümlicher "Musikgenuss".


    Im August wollen wir mit Freunden an einem Seifenkistenkistenrennen teilnehmen (Pilot wird ein Junge sein). Aber wir rüsten das Fahrzeug zur Zeit steampunkmäßig aus. Wir werden schlecht im Windkanal liegen - aber das Fahrzeug wird garantiert auffallen!

    Die CORONA-Einschränkungen haben auch beim Zeitreisefestival zugeschlagen, nicht 2021, aber:

    Das nächste Steampunk-Zeitreisefestival STEAMROSE wird in Forst im Sept. 2022 stattfinden


    Jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Die Künstler für die Bühnenauftritte werden vertraglich gebunden, die Akteure mit ihren Spezialfahrzeugen für die Straßenpräsenz werden koordiniert und für die Öffentlichkeitsarbeit werden erste Fotosessions und Filmaufnahmen vorbereitet.


    Dazu wurden in einer alten Industriebrache mit morbiden Charme mit Genehmigung der Stadtverwaltung Aufnahmen gemacht. Natürlich erst, nachdem die gesamte Mannschaft dieses EInsatzes in einem für uns gebundenen Testzentrum für "negativ" befunden wurde. So konnten sich dann alle mit Zertifikat in der Hand ohne Probleme in dieser Location einfinden.


    Gezeigt wurden die ausstaffierten Zeitreisenden die sich in ihren Fantasiekostümen präsentierten, die neuesten Bastelarbeiten zum Thema, verschiedene Aktionen und JULES VERNE war auch wieder dabei. Ich hatte mit meiner Frau JV-typische DInge präsentiert (Bücher, Poster und diverse Dekorationsobjekte) . DIes lockte die Interessenten zu stöbern ein und mit dann zu umfangreichen Gesprächen. Dabei wurden dann entsprechende "Werbeaufnahmen" gemacht.


    Hier meine Verne-Ecke:


    Wir hatten allerlei Kisten und Koffer dabei, was aber meine Frau zu der Bemerkung veranlasste: "... man hat es seinem Verne-Zimmer nicht angesehen, dass was rausgeräumt wurde." Auf jeden Fall hatten wir alle richtig Spaß bei der Sache - und darum geht es ja ...

    Für die nächste Ausgabe der PM HISTORY (6/2021, erscheint im Mai 21) ist ein Beitrag über den Fotografen NADAR angekündigt. DIesen kennen wir ja als Freund von Verne und als Diskussionspartner im Dialog "Leichter als Luft oder schwerer als Luft" als Basis von Fluggeräten ...


    Falls jemand daran Interesse hat, dazu meine Vorankündigung.

    Um die bisher gezeigten Puzzlestücke zusammenzufügen, habe ich auf Basis einer Luftaufnahme aus den 70er Jahren mal die Gesamtsituation erläuternd dargestellt. Die Zimmer des Verne-Hauses zeigen in Richtung Hafen und der Blick aus den Fenstern war damals, zu Zeiten Jules Vernes, noch nicht von anderen Gebäuden eingeengt oder versperrt. Nur eine kleine, flachgebaute Werft, mehr ein Schiffsbauplatz, befand sich zwischen Vernes Haus und dem Kai. Um die Dimensionen zu erkennen, bitte ich das Bild unten mit meinen Beschriftungen zu betrachten. Aus Richtung Wasser konnte ich heutzutage das Haus Vernes nur zur Hälfte erkennen, da es durch einen Straßenzug eingeengt wird.

    Genau an der Ecke zum Hafen, dort wo im Bild unten das Gebäude mit der seeseitigen Überdachung zu sehen ist, ist seit vielen Jahren stetig ein Restaurant. So wie unten zu sehen existiert es nicht mehr, es wurde in den 80er/90er Jahren modernisiert. Es sieht bedeutend steriler aus.

    Und der "Hafen": So wie es Bernhard ergänzt hat: es ist eben mehr ein Anlegeplatz ....


    ... nur mal so als Einwurf: Wieso soll die Familie den Skulpteur Roze gerufen haben um eine Skizze zu machen, wo doch der Fotograf Douard viel exaktere Fotos schoss? Den Gipsabdruck als Auftrag zu nehmen erschien mir plausibel. Nicht um später eine Skulptur davon zu machen, sondern weil es einfach zu den Sterbe-Ritualen gehörte.

    Hier die Maske, die Victor Hugo 1885 genommen wurde (was damals bei vielen üblich war):

    Hallo "Schlaumeierei". Hier geht es um einen freien Gedankenaustausch. Da kann man jederzeit Dinge hinterfragen oder andere Gesichtspunkte und Meinungen haben. Ich finde es immer wieder toll, wenn Anregungen, Hinweise und Ergänzungen aus allen Richtungen kommen. So wie vor kurzem auch im PAWLAK-Threat. Wir packen unsere Informationen zusammen und jeder hat was davon. In diesem Sinne: Wieder ein kleiner neuer Puzzlestein.

    Dann haben wir mal einen neuen Fakt in Verne-Historie gefunden. Denn ich habe eine Zeitschrift mit einen Artikel, in dem der Skulpteur interviewt wurde. Es ist die Zeitschrift NORD FRANCE vom 14. Okt. 1950. Dort ist dieser Beitrag drin:



    ... und im Text sagt es der Skulpteur anders: Er sei in das Zimmer des Toten gerufen worden um die Maske des Verstorbenen abzunehmen. So habe ich zumindest den Text des Interviews von Roze übersetzt. Hier noch mal der Ausschnitt, die Aussage ist in der rechten Spalte:


    Und die Geschichte der Postkarte nach dem Gemälde habe ich auch definitiv gelesen. Im Zuge seiner Arbeiten hat Roze ein Halbrelief geschaffen, für das er die Maske als Basis nahm. Aber dazu muss ich noch ein bisschen nachgraben, denn wo ich die Aussage her habe, ist mir nicht gleich präsent.


    Sollten wir die Aussagen Rozes anzweifeln?

    ... das Bild ist eine amerikanische Nach-Colorierung. Aus dieser "Feder" gibt es mehrere Motive. Sie haben sich alte Zeitungsbilder genommen und diese (aus meiner Sicht) gefühlvoll "modernisiert". Das o.g. Bild ist von Douard fotografiert worden und kam dann in die Zeitschrift L'ILLUSTRATION.


    Ich habe noch von Douard das nachfolgende Motiv, welches nicht in den Zeitschriften zu sehen war:

    ... bald ist es wieder soweit: Am Mittwoch dem 24. März haben wir wieder den Todestag von Jules Verne.


    Anlässlich dieses Tages hier von mir das Bild einer Skulptur, die der Künstler Albert Roze am Sterbebett dem Toten als Maske abnahm und die er dann in ein erhabenes Relief 1909 verwendete.

    Als aufmerksamer Leser mehrerer populärwiss. Zeitschriften bin ich unter anderem auf diesem Artikel aufmerksam geworden (der ist auch in der aktellen Ausgabe von HÖRZU-WISSEN 3/4-2021 drin):

    https://www.spektrum.de/video/…er-dem-mittelmeer/1772706


    Zitat: "Ein Tauchgang der Superlative: Laurent Ballesta, Meeresbiologe, Taucher und preisgekrönter Unterwasserfotograf, begibt sich im Juli 2019 mit seinem Team auf eine spektakuläre, 28 Tage lange Mission auf dem Meeresboden zwischen Marseille und Nizza. Die Tiefen des Mittelmeers wurden noch nie so genau untersucht und auf so faszinierende Art und Weise fotografiert."


    Das fand ich ja schon so interessant. Aber ein Detailbild fand ich besonders toll: Eine Aufnahme der Tauchcrew die sich in der Feizeit mit Lesen beschäftigte:


    Na, habt ihr es auch gleich gesehen? Mitten auf dem Tisch liegt eine Ausgabe von "20.000 Meilen unter den Meeren". Na wenn das nicht unterhaltend und auch gleichzeitig motivierend ist...

    :DD