Posts by Andreas

    Um die bisher gezeigten Puzzlestücke zusammenzufügen, habe ich auf Basis einer Luftaufnahme aus den 70er Jahren mal die Gesamtsituation erläuternd dargestellt. Die Zimmer des Verne-Hauses zeigen in Richtung Hafen und der Blick aus den Fenstern war damals, zu Zeiten Jules Vernes, noch nicht von anderen Gebäuden eingeengt oder versperrt. Nur eine kleine, flachgebaute Werft, mehr ein Schiffsbauplatz, befand sich zwischen Vernes Haus und dem Kai. Um die Dimensionen zu erkennen, bitte ich das Bild unten mit meinen Beschriftungen zu betrachten. Aus Richtung Wasser konnte ich heutzutage das Haus Vernes nur zur Hälfte erkennen, da es durch einen Straßenzug eingeengt wird.

    Genau an der Ecke zum Hafen, dort wo im Bild unten das Gebäude mit der seeseitigen Überdachung zu sehen ist, ist seit vielen Jahren stetig ein Restaurant. So wie unten zu sehen existiert es nicht mehr, es wurde in den 80er/90er Jahren modernisiert. Es sieht bedeutend steriler aus.

    Und der "Hafen": So wie es Bernhard ergänzt hat: es ist eben mehr ein Anlegeplatz ....


    ... nur mal so als Einwurf: Wieso soll die Familie den Skulpteur Roze gerufen haben um eine Skizze zu machen, wo doch der Fotograf Douard viel exaktere Fotos schoss? Den Gipsabdruck als Auftrag zu nehmen erschien mir plausibel. Nicht um später eine Skulptur davon zu machen, sondern weil es einfach zu den Sterbe-Ritualen gehörte.

    Hier die Maske, die Victor Hugo 1885 genommen wurde (was damals bei vielen üblich war):

    Hallo "Schlaumeierei". Hier geht es um einen freien Gedankenaustausch. Da kann man jederzeit Dinge hinterfragen oder andere Gesichtspunkte und Meinungen haben. Ich finde es immer wieder toll, wenn Anregungen, Hinweise und Ergänzungen aus allen Richtungen kommen. So wie vor kurzem auch im PAWLAK-Threat. Wir packen unsere Informationen zusammen und jeder hat was davon. In diesem Sinne: Wieder ein kleiner neuer Puzzlestein.

    Dann haben wir mal einen neuen Fakt in Verne-Historie gefunden. Denn ich habe eine Zeitschrift mit einen Artikel, in dem der Skulpteur interviewt wurde. Es ist die Zeitschrift NORD FRANCE vom 14. Okt. 1950. Dort ist dieser Beitrag drin:



    ... und im Text sagt es der Skulpteur anders: Er sei in das Zimmer des Toten gerufen worden um die Maske des Verstorbenen abzunehmen. So habe ich zumindest den Text des Interviews von Roze übersetzt. Hier noch mal der Ausschnitt, die Aussage ist in der rechten Spalte:


    Und die Geschichte der Postkarte nach dem Gemälde habe ich auch definitiv gelesen. Im Zuge seiner Arbeiten hat Roze ein Halbrelief geschaffen, für das er die Maske als Basis nahm. Aber dazu muss ich noch ein bisschen nachgraben, denn wo ich die Aussage her habe, ist mir nicht gleich präsent.


    Sollten wir die Aussagen Rozes anzweifeln?

    ... das Bild ist eine amerikanische Nach-Colorierung. Aus dieser "Feder" gibt es mehrere Motive. Sie haben sich alte Zeitungsbilder genommen und diese (aus meiner Sicht) gefühlvoll "modernisiert". Das o.g. Bild ist von Douard fotografiert worden und kam dann in die Zeitschrift L'ILLUSTRATION.


    Ich habe noch von Douard das nachfolgende Motiv, welches nicht in den Zeitschriften zu sehen war:

    ... bald ist es wieder soweit: Am Mittwoch dem 24. März haben wir wieder den Todestag von Jules Verne.


    Anlässlich dieses Tages hier von mir das Bild einer Skulptur, die der Künstler Albert Roze am Sterbebett dem Toten als Maske abnahm und die er dann in ein erhabenes Relief 1909 verwendete.

    Als aufmerksamer Leser mehrerer populärwiss. Zeitschriften bin ich unter anderem auf diesem Artikel aufmerksam geworden (der ist auch in der aktellen Ausgabe von HÖRZU-WISSEN 3/4-2021 drin):

    https://www.spektrum.de/video/…er-dem-mittelmeer/1772706


    Zitat: "Ein Tauchgang der Superlative: Laurent Ballesta, Meeresbiologe, Taucher und preisgekrönter Unterwasserfotograf, begibt sich im Juli 2019 mit seinem Team auf eine spektakuläre, 28 Tage lange Mission auf dem Meeresboden zwischen Marseille und Nizza. Die Tiefen des Mittelmeers wurden noch nie so genau untersucht und auf so faszinierende Art und Weise fotografiert."


    Das fand ich ja schon so interessant. Aber ein Detailbild fand ich besonders toll: Eine Aufnahme der Tauchcrew die sich in der Feizeit mit Lesen beschäftigte:


    Na, habt ihr es auch gleich gesehen? Mitten auf dem Tisch liegt eine Ausgabe von "20.000 Meilen unter den Meeren". Na wenn das nicht unterhaltend und auch gleichzeitig motivierend ist...

    :DD

    DIese Funktion habe ich auch schon benutzt um alten Familienbildern etwas Leben einzuhauchen. Sie wird von MyHeritage angeboten. Für Standardnutzer sind zehn oder fünfzehn Animationen frei, dann wird die Funktion blockiert, wenn man nicht auf eine Kaufversion von MyHeritage mit Jahresabo Upgradet. Erst habe ich mich geärgert warum diese Begrenzung da ist, dann habe ich mir aber gesagt, es es nur wenige Anwendungen gibt bei denen es Sinn macht. Meist will man ja die alten Bilder haptisch betrachten oder in eine Chronik eingebunden sehen. Weniger am PC mit einer animierten Bewegung.


    Die Idee die Garmt hatte, nämlich unseren Meister Verne zu animieren, ist eine gute Anwendung und in unserem Forum auch gut platziert. Dafür: :prima:

    Der deutsche Band orientiert sich an der 2018er Ausgabe aus Frankreich. Dort gibt es gar kein Vorwort (!) und der Textteil endet auch schon mit Seite 216. Und noch etwas: Meine franz. 2018er Ausgabe von Edition Glenat der Prisma Media Group ist in der Größe 1:1 mit der jetzt vorliegenden dt. Ausgabe identisch.

    Es ist kein Buch für Literiaturwissenschaftler, es ist ein Buch für Freunde des Werkes von Jules Verne. Also sollten wir die Messlatte nicht zu hoch ansetzen und einfach Spaß haben.

    :]

    Es freut mich, dass es euch auch gefällt. Hier jetzt eine ähnliche Situation von der Seeseite her. Es zeigt den Hafen bei Flut. Spätestens an dieser Stelle merkt man, das Hafen in einem Fischerstädtchen relativ zu sehen ist. Wie schon weiter oben erwähnt: Von Vernes damaligen Haus bis zu diesem Strandabschnitt sind es vielleicht 15 bis 20 Minuten bequem zu laufen.

    ... und heute kam das Buch. Ich wurde nicht enttäuscht. Hier meine Einschätzung:


    Um es gleich vorab zu sagen: Es ist keine neue Jules-Verne-Biografie. Denn der biografische Teil nimmt nur rund vierzig Seiten ein, dann widmet sich der Autor der Frage, wie Jules Verne die Welt sah. Eigentlich mehr, wie er sie dem Leser bekannt machte. Wir gehen gemeinsam auf eine Weltreise und die Romane Vernes machen uns mit den Regionen der Erde vertraut. Reich bebildert und mit Karten der Reiserouten seiner Helden. Diese Herangehensweise ist für den Leser im deutschsprachigen Raum eine neue Art des Lesevergnügens, denn diese Art von Publikation über und mit Verne kenne ich bis dato nur vom französischen Büchermarkt.


    Durch die vielen Illustrationen, bestehend aus Karten, alten Stichen der Romane und Fotografien des 19. Jahrhunderts, ist das Buch ausgewogen zwischen Text und Bebilderung. Es lädt nicht nur zum Lesen, sondern auch zum „nur mal“ Betrachten ein. Auch wer bereits einmal komplett die Lesereise angetreten hat, der wird sich gern und wiederholt nochmals von diesen Impressionen zum Träumen anregen lassen.


    Eine klare Empfehlung für die Anschaffung dieses Buches.


    Ein kleiner Nachtrag: Ich kannte bereits die originale Vorlage aus Frankreich. Da waren dem Autor kleine Schnitzer bei der Auswahl der Bilder unterlaufen. Dankeswerterweise hat man diese in der hier vorliegenden Ausgabe bereinigt. Da brauchen die o.g. Enten nicht wieder vorbeikommen.

    Ich hatte ja schon den Schiffbauplatz angesprochen. Man darf sich diese Stelle nicht als Werft vorstellen. Die Boote, denn meist waren es gar keine Schiffe, wurden an das Ufer geslipt und dort außerhalb des Wassers kalfatert oder eben durch Kleinreparaturen wieder fit gemacht. Kleinere Neubauten wurden hier auch auf Kiel gelegt. Das fand unmittelbar an der "Strandpromenade" statt, wie unten die Aufnahme zeigt.


    Jules Vernes Boot SAINT MICHEL (später mit dem Zusatz I. versehen) war ja nicht sehr groß. Eine Beschreibung gab 1909 Max Popp: "

    Wünschen Sie die Bekanntschaft dem >Saint-Michel< zu machen? .... Das ist eine Jacht von 8 bis 10 Tonnen, getakelt wie die Fischerboote in der Bucht der Somme: Vorn ein Loch für die Mannschaft, hinten ein Zimmer für den Kapitän und seine Gäste, wenn man eine Kabine 4 ½ Fuß Höhe, 6 Fuß Breite >Zimmer< nennen darf; rechts und links zwei Gestelle an die Bordwand gelehnt, die dank ihrer Seegrasmatratzen zwei Betten von zweifelhafter Weichheit repräsentieren. Hinter der Treppe oder vielmehr der Stiege, die von der Brücke des fraglichen Zimmer hinabführt, ein breiter Schrank mit der Schiffsbibliothek, d. h. Mit dem Gezeiten-Kalender, einigen Seekarten, drei oder vier dicken Wörter- und Reisebüchern...."


    Hier eine Aufnahme des Schiffbauplatzes um 1900, so ähnlich wird es aber Jahrzehnte vorher dort auch schon ausgesehen haben.

    Ich dachte ich höre nicht richtig: Im Brandenburgischen Regionalradio wurde berichtet, dass der historische Eisbrecher Professor Otto Lidenbrock eine Havarie hat. Dazu zuerst vertiefend die Meldung:

    Feuer im Schiff: Historischer Eisbrecher brennt


    Aufregung am Brandenburger Heinrich-Heine-Ufer: Am Dienstagnachmittag brach auf einem historischen Eisbrecher ein Feuer aus. Der Hilfsdiesel der am Steg vertäuten „Professor Otto Lidenbrock“ ging gegen 15.30 Uhr in Flammen auf. Schnell zogen Qualmwolken über das Areal am Schiffsanleger.


    Hier der ganze Artikel: https://www.maz-online.de/Loka…rischer-Eisbrecher-brennt


    Und ist der Name nur zufällig mit dem Hauptakteur der Reise zum Mittelpunkt der Erde? Die Antwort fand ich hier:


    Gebaut wurde der Eisbrecher Tümmler 1904 in der Schiffswerft der Gebrüder Wiemann in Brandenburg an der Havel. Neu getauft wurde das Schiff am 19. Dezember 2015 auf den Namen Professor Otto Lidenbrock an der Kaimauer der ehemaligen Werft, jetzt Heimatort des Vereins „Historischer Hafen Brandenburg an der Havel.“

    Das neue Leben der Tümmler fängt beim Namen an. Seit der Übernahme heißt der Schlepper Prof. Otto Lidenbrock. Ein langer Name für ein kleines Schiff, doch dahinter steckt Programm. Die Hanse Crew Berlin hat sich bei Jules Verne bedient. Professor Otto Lidenbrock ist die eigenwillige Hauptfigur im Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. So weit muss es die frühere Tümmler nicht schaffen, aber abenteuerlich soll es in Zukunft durchaus zugehen.


    Der komplette Artikel mit Bildmaterial: https://www.maz-online.de/Loka…t-Kurs-auf-neue-Abenteuer


    Dass es allerdings so abenteuerlich wird, hätten sich die neuen Eigner bestimmt nicht träumen lassen ....

    :{