Posts by Nemuri

    Als "Herausgeber" der WELTBILD-Buchreihe "Illustrierte Abenteuer-Klassiker" möchte ich mich nach jahrelanger Abstinenz vom Forum einmal zu Wort melden.


    1. Einführungsband: Leider war es wegen schon erteiltem Auftrag an die Druckerei für die 2. Auflage nach Abschluss der Testphase im letzten Jahr nicht mehr möglich, die notwendigen Berichtigungen (Druckfehler, inhaltliche Fehler) vorzunehmen; das soll bei einer 3. Auflage passieren.


    2. Die Reihe ist vom Verlag praktisch als populäre Lesereihe angelegt worden und nicht vordergründig für bibliophil interessierte Sammler gedacht. Aus diesem Grund kommen nicht nur Originaltexte, sondern auch Bearbeitungen vor (z. B. Coopers "Lederstrumpf").


    3. Bezugnehmend auf den "Lederstrumpf" hatte ich die seltene Ausgabe "Lederstrumpf-Erzählungen. Bilder und Szenen aus dem fernen Westen. Nach James Fenimore Cooper der reiferen Jugend erzählt von A. Hummel", Leipzig, J. M. Gebhardt's Verlag (Leopold Gebhardt) mit insgesamt 56 Illustrationen von Fritz Bergen favorisiert. Aus Gründen des Umfangs (Original 810 Seiten, umgerechnet auf Weltbild-Format ca. 1100 Seiten, wozu für die Weltbild-Ausgabe noch 56 Seiten für die Illustrationen hinzugerechnet werden müssen) wurde diese Ausgabe (wie auch die 605 Seiten starken "Coopers Lederstrumpf-Erzählungen von Franz Hoffmann", Stuttgart, Schmidt & Spring, und "J. F. Coopers Lederstrumpf-Erzählungen" von Paul Moritz, Stuttgart, Thienemann, mit 655 Seiten) abgelehnt. Man entschied sich für die Oskar-Höcker-Bearbeitung aus dem Verlag Effenberger, Stuttgart (bzw. Loewe), und ordnete ihr anstatt der dort vorhandenen Illustrationen von Offterdinger und Zweigle die von Fritz Bergen aus der Gebhardt-Ausgabe zu.


    4. Als ich dieser Tage das eBay-Angebot der Fehlbindung von "Cäsar Cascabel" entdeckte, traf mich selbst fast der Schlag. Da ich im Nachherein noch den "Cäsar Cascabel" für das Leipziger SF-Archiv besorgt hatte (entpuppte sich auch als Fehlbindung), vermutete ich, dass diese Fehlbindung bei einer eventuellen Nachauflage passiert sein könnte und meldete das sofort dem Verlag. Dort ist man der Sache nachgegangen und der verantwortliche Produktmanager teilte mir mit: "Den Ergebnissen meiner Nachforschungen zufolge, dürfte die Sache allerdings nicht ganz so schlimm sein. Von Cäsar Cascabel haben wir bislang keine zweite Auflage gedruckt, da der Band bislang nur an die guten Kunden ging (Doppelbezieher mit zwei Bänden pro Monat) und nicht an alle Besteller. Die Fachleute aus der Produktion gehen davon aus, dass es sich (erfahrungsgemäß) um einige wenige Exemplare handelt, bei denen die Bogensortiermaschine beim Binden irgendwie falsch gegriffen hat, da ja parallel der Lederstrumpf gedruckt wurde, allerdings in höherer Auflage." Für den "Cäsar Cascabel" wurde als Grundlage die Bucherstausgabe bei Hermann Meidinger, Berlin, 1891, genommen. Da in dem Buch, obwohl angegeben, keine 85 Illustrationen von George Roux enthalten sind, sondern nur 84 (ich habe x Mal gezählt, es wurde nicht besser), wurde in die Weltbild-Ausgabe das Frontispiz aus der französischen Hetzel-Ausgabe übernommen und koloriert - so stimmt die Anzahl 85 wieder. Möglicherweise wurde das originale Frontispiz aus der Hetzel-Ausgabe im Verlag Meidinger einfach vergessen, da ja die übrigen Illustrationen aus der Hetzel-Ausgabe alle vorhanden sind.


    5. Mein ursprüngliches Reihenkonzept sah etwas anders aus als es nun realisiert wurde/wird. Da der Internetauftritt der Buchreihe noch aktualisiert werden soll, sind dort noch keine weiterführenden Informationen zu finden. Es sieht aber jetzt wie folgt aus (Bandnummern sind vom Verlag vergeben und entsprechen nicht der Reihenfolge der Auslieferung):


    001 Die Schatzinsel - Robert Louis Stevenson
    002 Die drei Musketiere - Alexandre Dumas
    003 Die Lederstrumpf Erzählungen – James Fenimore Cooper
    004 Der Herr der Lüfte – Robert Kraft
    005 Der Waldläufer (nach G. Ferry) - Karl May
    006 Der Eisenkönig - Anton Ohorn
    007 Löwen – und Pantherjagden – Jules Gerard/ Charles Laurent Bombonnel
    008 Der Fährmann am Kanadian – Balduin Möllhausen
    009 Wolfsblut – Jack London
    010 Die Gespenstergondel – Gustave Toudouze
    011 Im Lande des ewigen Eises – Emilio Salgari
    012 Ein Wiedersehen in Australien – Sophie Wörishöffer
    013 Die Abenteuer des Cyrano de Bergerac – Louis Gallet
    014 Robinson Crusoe – Daniel Defoe
    015 Cäsar Cascabel – Jule Verne
    016 Costal, der Indianer - Gabriel Ferry
    017 Abenteuer des Kapitän Mago – Leon Cahun
    018 Das unerforschte Land - Henry Rider Haggard
    019 Die Trapper von Arkansas – Gustave Aimard (nach der Zeitschriftenfassung von 1859, nicht die dreibändige Kollmann-Buchausgabe von 1859, weil zu umfangreich)
    020 Die Dünenfee – Paul Feval
    021 Im afrikanischen Busch – Thomas Mayne Reid
    022 Unter schwarzer Flagge – Pierre Mael
    023 Durch den dunklen Weltteil – Henry Morton Stanley
    024 Atala und Rene – Francois Rene de Chauteaubriand
    025 Das Dschungelbuch – Rudyard Kipling


    Alle Bücher enthalten entweder die in den Originalausgaben enthaltenen Illustrationen bzw. wurden/werden mit den von mir herangeschafften meist französischen Originalillustrationen versehen (z. B. Fevals "Dünenfee" oder Aimards "Trapper"). Man glaubt gar nicht, was es in Frankreich für interessante, reich illustrierte Bücher gab - dagegen waren viele deutsche Abenteuerausgaben äußerst mickrig (oder gar nicht) illustriert.


    Leider wird die Reihe aus verschiedenen Gründen nun doch nicht die im Einführungsband erwähnten und von mir auch vorgeschlagenen Autoren Carl Falkenhorst (verschiedene Titel zur Auswahl) oder auch Pierre Alexis de Ponson du Terrail (z. B. "Die Straße in der Herberge der rothen Kinder" mit alten französischen Originalillustrationen oder auch einen der "Rocambole"-Romane samt französischen Originalillustrationen) bzw. den zwar nicht erwähnten, aber weitaus seltener als Sophie Wörishöffer auftauchenden August Niemann mit seinem "Flibustierbuch" usw. enthalten. Gern hätte ich Armands "Semona oder Schwarzes Blut" in der Reihe gehabt (den Text hatte ich schon vor reichlich 30 Jahren entdeckt, doch als ich jetzt die Abbildungen noch einmal besorgen wollte, waren sie in der Bibliothek nur mit 600dpi scanbar - viel zu wenig für den Verlag, der eine Auflösung von 24.000 echten dpi, also keine "Hausgebrauch"-dpi, für den Kolorateur benötigt). Das nur nebenbei.


    Als aktuelle Bände sind jetzt im April Gerard/Bombonnel und der Aimard erschienen.







    Noch etwas in anderer Sache: Wen es interessiert, in der österreichischen Zeitschrift "Wiener Bilder" erschien vom 02.10.1898 bis zum 10.09.1899 ein Abdruck vom Julius Verne, "Dr. Antekirtt, der österreichische Monte Christo" (anderer Titel für "Mathias Sandorf") in 47 Fortsetzungen (einschließlich "Schluß"). Die Ankündigung des Abdrucks erfolgte am 25.09.1899 (3. Jahrgang, Nr. 39, Seite 2). Der Zeitschriftenabdruck (Wochenzeitschrift) war mit 19 originalen französischen Illustrationen versehen.




    Viele Grüße aus Dresden

    Hallo zusammen,
    ich habe schon seit Jahren die Idee "Le Chemnin de France" und "L'Epave du Cynthia" für mich privat zu übersetzen, das ganze dann in Form zu bringen samt allen möglichen originalen Abbildungen und daraus passende Bücher als Ergänzung für die berühmteste deutschsprachige illustrierte Verne-Ausgabe binden zu lassen. So weit, so gut, ist bloß schlecht, wenn man der französischen Sprache nicht mächtig ist. Also besorgte ich mir diverse Übersetzungsprogramme (Kaufprogramme) --- und gab schließlich auf. Grund: Egal welches Programm ich nutzte, keins brachte ein vernünftiges Ergebnis zustande, vermutlich weil die modernen Programme mit der altfranzösischen Sprache/Ausdrucksweise in den Hetzel-EAs nicht klarkommen. Die Nacharbeit ist einfach zu gewaltig. Also kann die Bücher eigentlich nur ein professioneller Übersetzer ins Deutsche bringen. Da warte ich nun ab, was passieren wird. Eine illustrierte Ausgabe im Hartleben-Format wäre natürlich der Hammer, aber wenn es eine andere Ausgabe wird, wäre ich auch froh, Hauptsache der Text steht erst einmal zu Verfügung. Der Rest findet sich dann von selbst.