Todesfracht (Dark Watch)

  • Klappentext:



    Eine Gruppe besorgter Großreeder ersucht Juan Cabrillo und seine Crew von der Oregon um Hilfe: In letzter Zeit gehen auf den Meeren Asiens immer häufiger gigantische Frachter und ihre gesamten Besatzungen spurlos verschwunden. Schon bald weisen alle Spuren auf eine unglaubliche globale Verschwörung hin, die nur ein einziges Ziel kennt – die absolute Vorherrschaft im internationalen Sklavenhandel. Und die Hoffnung vieler Unschuldiger ruht allein auf den Schultern Juan Cabrillos. Denn der ist fest entschlossen, diesem schmutzigen Geschäft ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben …

    :P


    Lobo





    Glück ist das einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt[SCHILD=random]der beste Lobo der Welt [/SCHILD]

  • Eine Kundenrezensionen aus Amazone.de


    Wer Wert legt auf gute Unterhaltung gepaart mit Abenteuer, Spannung, ein wenig Humor und einem nicht allzu hohen Anspruch - der ist bei den Büchern von Clive Cussler genau richtig. So ist es auch bei dem neusten Werk Cusslers "Todesfracht" bietet alles, was das Leserherz begehrt.


    Es geht in diesem Buch um das mysteriöse Verschwinden von Supertankern in Asien und schnell wird klar, dass sich Bösewichter die Vorherrschaft im Sklavenhandel erobern wollen. Dabei gehen sie - wie für die Bösen in den Cussler-Romanen üblich - natürlich über Leichen.


    Wie immer versteht es Clive Cussler eine abenteuerliche und sicher nicht wirklich realitätsnahe Story spannend und augenzwinkernd dazubieten. Die Stärke ihrer Romane und damit auch von "Todesfracht" liegt eindeutig in der fachlichen Kompetenz bezüglich allem, was mit Meeresforschung, Technik und Historie zu tun hat. Sie verweben Fiktion und historische Fakten zu einer herrlich unterhaltsamen Story. Ihre Hauptperson Juan Cabrillo ist mehr als nur ein Indiana Jones Verschnitt, der sich bei seinen uneigennützigen und gefährlichen Aktionen unendlich viele Verletzungen einhandelt, die er problemlos wegsteckt...sind immer gut drauf, humorvoll und selbstironisch - man muss den neuen Helden einfach mögen. Die Bösen sind wie immer grundtief böse und ziehen - wie immer - letztendlich auch hier komischerweise den Kürzeren.


    Eigentlich weiß man immer bei den Cussler-Romanen, was passiert (im Groben), weiß wie es ausgeht,... und trotzdem ist das Lesen das reinste Vergnügen, kurzweilig, spannend und unterhaltsam - ein Kauf, der sich eindeutig lohnt!

    :P


    Lobo





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  • Da freue ich mich darauf :)

  • Habe das Buch jetzt auch. Muss aber erst noch ein anderes zu ende Lesen

    :P


    Lobo





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  • Ich habe das Buch auch gut gefunden. Es ist sicherlich das beste Buch aus den Oregon-Files. Gute Idee und Umsetzung. Auf jeden Fall lesen!



    Leseprobe


    [spoil]Der betagte Dassault Falcon Executive Jet sank majestätisch vom Himmel herab und setzte auf dem Sunan International Airfield, zwanzig Kilometer nördlich von Pjöngjang, auf. Die MiG, die ihn seit seinem Eintritt in den nordkoreanischen Luftraum fast auf Tuchfühlung begleitet hatte, schwenkte ab - was lediglich an den Flammensäulen aus ihren Düsen zu erkennen war, die durch die Nacht schnitten. Ein Lastwagen erschien, um die Falcon zu ihrem Abstellplatz zu geleiten. Auf seiner Ladefläche war ein Maschinengewehrschütze postiert, der nichts anderes tat, als die Cockpitfenster ständig im Visier zu behalten. Das Flugzeug rollte zu einer freien Betonfläche am Ende des Flughafengebäudes, und noch bevor seine Räder mit Bremsklötzen fixiert waren, hatte eine Schwadron bis an die Zähne bewaffneter Soldaten einen Halbkreis um die Maschine gebildet - die AK-47er im Anschlag und bereit, auf die geringste Provokation zu reagieren. Und all das, obwohl die Passagiere an Bord offiziell eingeladene Würdenträger und wichtige Kunden des abgeschiedenen kommunistischen Landes waren.


    Wenige Minuten nachdem die Strahltriebwerke ausgelaufen und verstummt waren, öffnete sich die Kabinentür. Zwei der Wächter, die am nächsten standen, nahmen erwartungsvoll Haltung an. Dann wurde die Kabinentür heruntergeklappt, und die auf der Innenseite integrierte Treppe kam zum Vorschein. Ein Mann in olivgrüner Uniform mit einer flachen Mütze auf dem Kopf erschien in der Türöffnung. Seine scharf geschnittenen Gesichtszüge signalisierten unbeugsame Härte. Dazu passten seine fast schwarzen Augen und die gekrümmte Nase, die an den Schnabel eines Raubvogels erinnerte. Die Haut hatte die Farbe dünnen Tees. Er strich sich mit einem Finger über seinen dichten schwarzen Schnurrbart und musterte den Ring, den die Soldaten bildeten, mit gleichgültigem Blick, ehe er lässigen Schritts die Treppe hinunterging. Ihm folgten zwei Männer mit ähnlich scharf geschnittenen Gesichtern. Einer trug einen traditionellen orientalischen Mantel und ein Kopftuch, der andere einen eleganten Anzug.


    Drei nordkoreanische Offiziere marschierten durch den Kordon und näherten sich der Flugzeugtreppe. Der höchstrangige Offizier grüsste militärisch und wartete, dass ein anderer Mann, ein Dolmetscher, seine Worte ins Arabische übersetzte.


    »General Kim Dong Il heisst Sie, Colonel Hourani, in der Demokratischen Volksrepublik Korea willkommen und hofft, dass Sie einen angenehmen Flug von Damaskus hierher hatten.«


    Colonel Hasni Hourani, der stellvertretende Chef der strategischen Raketenstreitmacht Syriens, deutete zum Zeichen des Danks eine Verneigung an. »Richten Sie dem General unseren Dank aus, dass er uns um diese späte Stunde persönlich empfängt. Teilen Sie ihm mit, dass unser Flug tatsächlich sehr angenehm war, da uns der Kurs über Afghanistan führte, wo wir den Inhalt der Flugzeugtoilette über den amerikanischen Invasoren abladen konnten.«


    Die Koreaner brachen in lautes Gelächter aus, sobald der Dolmetscher die Worte übersetzt hatte. Dann fuhr Hourani fort, indem er sich gezielt an den Dolmetscher wandte: »Ich bin beeindruckt, wie gut Sie sich in unserer Sprache ausdrücken können, aber ich denke, unsere Verhandlungen würden um einiges glatter verlaufen, wenn wir Englisch sprächen.« Hourani schaltete also auf diese Sprache um. »Soweit ich weiss, General Kim, beherrschen wir beide die Sprache unseres gemeinsamen Feindes.«


    Der General blinzelte. »Ja, ich meine, es verschafft mir gegenüber den Imperialisten einen Vorteil, ihre Sitten und Gebräuche besser zu kennen, als sie anzunehmen«, erwiderte er. »Ich spreche auch ein wenig Japanisch«, fügte er hinzu, um sein Gegenüber zu beeindrucken.


    »Und ich etwas Hebräisch«, erwiderte Hourani schnell und bewies, dass auch er die Kunst beherrschte, seinem jeweiligen Gesprächspartner stets um eine Nasenlänge voraus zu sein.


    »Es scheint, als verträten wir nicht nur die Interessen unserer Länder, sondern als hätten wir auch noch ein gemeinsames Anliegen.«


    »Die Vernichtung Amerikas.«


    »Die Vernichtung Amerikas«, echote General Kim und erkannte im glühenden Blick des Arabers, dass auch in dessen Brust das Feuer des Hasses brannte.


    »Viel zu lange schon üben sie ihren Einfluss in allen Winkeln der Erde aus. Sie zerstören den Planeten, indem sie zuerst ihre Soldaten vorschicken und danach die Menschen mit ihrer Dekadenz vergiften.«


    »Sie haben an den Grenzen Ihres wie auch meines Landes Truppen stationiert. Aber sie wagen es nicht, mein Land anzugreifen, weil sie wissen, dass die Vergeltung schnell und tödlich erfolgen würde.«


    »Und bald«, sagte Hourani mit einem öligen Grinsen, »werden sie auch unsere Vergeltung fürchten. Mit Ihrer Hilfe, natürlich.«


    Kims Lächeln entsprach ganz dem des Syrers. Diese beiden Männer, durch einen halben Erdball voneinander getrennt, waren Brüder im Geiste und von einem glühenden Hass gegen alles Westliche erfüllt. Jahre der Indoktrinierung hatten sie Stück für Stück geformt, und von diesem Hass waren sie geprägt. Es machte keinen Unterschied aus, dass der eine nach den übertrieben streng ausgelegten Prinzipien einer ehrbaren Religion lebte und der andere von einem unerschütterlichen Glauben an die Unfehlbarkeit des Staates geleitet wurde. Die Folgen waren die gleichen. Sie berauschten sich an Barbarei und fanden im Chaos Inspiration.


    »Wir haben Vorbereitungen getroffen, um Ihre Delegation zur Marinebasis Much'on in der Nähe von Wosan an der Ostküste zu bringen«, erklärte General Kim seinem Besucher Hasni Hourani. »Benötigen Ihre Piloten in Pjöngjang ein Quartier?«


    »Das ist sehr grosszügig, General.« Hourani strich sich wieder über den Schnurrbart. »Aber das Flugzeug wird in Damaskus dringend gebraucht. Einer der Piloten hat während des Fluges hierher die meiste Zeit geschlafen, daher kann er nach Syrien zurückfliegen. Wenn Sie arrangieren könnten, dass die Maschine gleich wieder aufgetankt wird, sähe ich es am liebsten, sie würden umgehend starten.«


    »Wie Sie wünschen.« General Kim sprach mit einem Untergebenen, der den Befehl sofort an den Chef des Wachtrupps weiterleitete. Während Houranis beide Assistenten die letzten Gepäckstücke ausluden, erschien ein Tankwagen, und Arbeiter begannen, den Tankschlauch auszurollen.


    Der Wagen, der zu ihrer Weiterfahrt bereitstand, war eine Limousine aus chinesischer Produktion mit mindestens dreihunderttausend zurückgelegten Kilometern auf dem Buckel. Die Sitze waren derart durchgesessen, dass sie den kleinwüchsigen nordkoreanischen General beinahe verschluckten, das Innere aber stank nach kaltem Zigarettenrauch und in Essig eingelegtem Kohl. Die Autobahn durch das Kumgang-Gebirge, die Pjöngjang mit Wosan verband, war eine der besten des Landes, dennoch beanspruchte sie die Federung der Limousine fast bis zum Zusammenbruch, als der Wagen sich durch die engen Serpentinen quälte und an tiefen Schluchten entlangtastete. Die Autobahn verfügte nur über wenige Leitplanken, die Scheinwerfer des Wagens leuchteten zudem nicht stärker als schwache Taschenlampen. Ohne den fahlen Schein des Mondes wäre die Fahrt unmöglich gewesen.


    »Vor zwei Jahren«, erzählte Kim, während der Wagen sie höher hinauf ins Gebirge brachte, das sich wie ein Stachelkamm über die gesamte Länge des Landes erstreckte, »erteilten wir einer Firma im Süden die Erlaubnis, Touristenausflüge in dieses Gebirge zu veranstalten. Die Berge hier werden von vielen als heilig betrachtet. Wir verlangten, die Firma solle die Strassen und Wege wie auch die Restaurants und die Hotels bauen. Sie musste sogar ihre eigenen Hafenanlagen schaffen, wo dann später ihre Ausflugsschiffe anlegten. Eine Zeit lang gab es viele Leute, die die angebotene Reise buchen wollten, aber die Firma musste fünfhundert Dollar pro Passagier verlangen, um ihre Investitionen hereinzubekommen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Nostalgiker nicht allzu zahlreich waren, also brach das Geschäft sehr bald ein - vor allem nachdem wir entlang der Reiserouten Wachen aufstellten und die Touristen, so gut wir konnten, drangsalierten.


    Jetzt kommen keine Touristen mehr hierher, aber die Firma zahlt uns immer noch die Milliarde Dollar, die sie unserer Regierung damals garantiert hat.«


    Dies rief bei Colonel Hourani, dem einzigen Syrer, der die englische Sprache beherrschte, ein Lächeln hervor.


    »Das Beste an der ganzen Sache ist«, fuhr Kim fort, »dass ihr Hotel in eine Kaserne umgewandelt wurde und in ihrem Hafen eine Korvette der Najin-Klasse stationiert ist.«


    Diesmal reagierte Hourani mit schallendem Gelächter.


    Zwei Stunden nach Verlassen des Flugplatzes liess die Limousine das Kumgang-Gebirge hinter sich, überquerte die Küstenebene, bog nach Norden ab und erreichte den äusseren Zaun der Marinebasis Munch'on.


    Wächter salutierten, als die Limousine durchs Tor fuhr. Danach rollte der Wagen im Schritttempo durch die Anlage und fuhr an mehreren Respekt einflössenden Wartungsgebäuden und an einem fast einen Kilometer langen Kai vorbei. Vier schlanke Schnellboote lagen an ihm, und ein einzelner Zerstörer ankerte in dem etwa vier Quadratkilometer grossen Hafenbecken. Weisser Qualm kräuselte sich aus seinen Schornsteinen in den nächtlichen Himmel. Der Fahrer umrundete einen auf Schienen fahrenden Ladekran und parkte vor einem rund einhundertdreissig Meter langen Frachtschiff am Ende des Kais.


    »Die Asia Star«, verkündete General Kim.


    Colonel Hourani blickte auf seine Uhr. Es war ein Uhr morgens. »Und wann legen wir ab?«


    »Die Gezeiten sind hier in der Yonghungman Bay nur sehr mässig, deshalb können Sie jederzeit abreisen. Das Schiff ist beladen, aufgetankt und mit genügend Proviant ausgestattet.«


    Hourani wandte sich an einen seiner Männer und fragte auf Arabisch: »Was denken Sie?« Er hörte sich die ausführliche Antwort an, nickte mehrmals und richtete seinen Blick dann wieder auf den General, der ihm in der Limousine gegenübersass. »Assad Muhammad ist unser technischer Experte für die Nodong-1-Rakete. Er würde gern einen Blick auf sie werfen, ehe wir aufbrechen.« [/spoil]