Drehbuch Alexandria-Komplott

  • Ich habe im Netz ein Drehbuch zu "Das Alexandria Komplott" gefunden und wollte es euch nicht vorenthalten.
    Gefällt mir sehr gut.


    Autor : mcV

    Ein Clive Cussler / Dirk Pitt Adventure
    \"Das Alexandria Komplott\"


    Von dem typischen Computersound begleitet, wird im unteren Drittel des Screens eingeblendet:
    FLUGHAFEN HEATHROW, LONDON
    Totale auf die Menschentrauben im Wartebereich von Gate 14. Kranschwenk der Kamera von der Terminaldecke auf eine Gruppe Korrespondenten und Fernsehteams, welche abgetrennt in einem VIP-Bereich ihre Aufmerksamkeit einer südländischen Frau schenken. Sie ist hochgewachsen, attraktiv mit glattem schwarzen Haar, braunem Gesicht und der Mittelpunkt eines geräuschvollen Auftritts. Ein Gewirr aus Mikrofonen und Scheinwerfern neugieriger Reporter umzingelt sie. Die Credits starten. Die Kamera wandert weiter in Hüfthöhe durch die Menschenmenge und erfasst vier goldene Streifen auf dem Ärmel eines dunkelblauen Jackets. Ein Mann in Pilotenuniform. Sie folgt ihm, während er sich durch die Menge schlängelt und den Ziehharmonikaschlauch der Bordrampe erreicht. Dort angekommen, wird er von zwei Sicherheitsbeamten aufgehalten. Nachdem er seinen Ausweis vorgezeigt hat, wird sein Körper von einem Metalldetektor abgetastet und seine Tasche geöffnet. Sie wechseln noch ein paar Worte, bevor er an Bord des Flugzeugs gelangt. Der Pilot wirft einen flüchtigen Blick auf einen der vielen Bordfernseher. Das Interview der rassigen Frau aus Gate 14 flimmert auf dem Bildschirm. Ihr Name wird neben dem CNN Logo eingeblendet: Hala Kamil, Generalsekretärin der Vereinten Nationen. [Schnitt]


    Hala Kamil wird im Terminal immer noch von den Reportern belagert. „...das Ausmaß der Aufruhr in meinem Heimatland hält sich in Grenzen. Selbst wenn Achmed Yazid einen Teil der Bevölkerung auf seine Seite gebracht hat, so ist doch immer noch Nadav Hasan unser rechtmäßig gewählter Präsident. Ich bin Moslem und ich bin Ägypterin. Und ja, ich kehre auch dann in mein Heimatland zurück, wenn Yazid die Regierung stürzen sollte und mir die Todesstrafe droht!\" Einer der Deligierten flüstert ihr etwas ins Ohr. „Es tut mir leid, mein Flug nach New York startet in wenigen Augenblicken. Das war die letzte Frage. Ich muss nun gehen. Vielen Dank.\" Mit ihren Bediensteten und den Sicherheitsbeamten verlässt Hala Kamil die Fernsehteams in Richtung der Gangway. [Schnitt]


    Im Cockpit der Boeing 720-B, der Mann in Pilotenuniform schließt die Tür hinter sich ab und schaltet die Kabinenbeleuchtung aus. Er kniet sich hinter die Sitze und zückt eine Taschenlampe. Mit einem geübten Handgriff öffnet er die Falltür zum Elektronikabteil des Cockpits. Der Mann steigt die kleine Leiter hinunter ins Dunkel. Das Murmeln der Flugbegleiter und Rumpeln des Gepäcks sind zu hören. Er zieht seine Tasche nach, knipst die kleine Stablampe an, blickt auf die Uhr und verstaut einen Fallschirm. An der Zugangstür für das Wartungspersonal bringt er einen Miniatursender an, welchen er unter seiner Pilotenmütze transportiert hat.
    Wenige Sekunden später nimmt er auf seinem Pilotensitz Platz und blickt die Passagierliste durch. Unter ihnen befinden sich Hala Kamil mit ihrem Troß und eine umfangreiche Delegation der UNESCO. Er blickt sich um, der 1. und 2. Offizier des Fliegers betreten das Cockpit und begrüßen ihren Flugkaptän. Danach checken sie gemeinsam die Funktionen der hellerleuchteten Armaturen und gehen die Flugvorbereitung durch.
    Aus der Perspektive des Lichter schwenkenden Fluglotzen und dem lauten Turbinenantrieb im Gehör, sieht man den Flug 106 der Vereinten Nationen von der Rollbahn abheben und im Nachthimmel verschwinden. [Umblende]


    Der gleiche Sound untermalt die Einblendung:
    ARDECAPLE-FJORD, NORDKÜSTE GRÖNLANDS
    Schneeverwirbelungen, angetrieben durch stürmische Winde, peitschen der Außenwand einer gläsernenen Aluminiumkonstruktion, ähnlich einem Gewächshaus, entgegen. Ein Unterschlupf für Archäologen aus Colorado und deren Fundstätte, eine uralte Siedlung in der Menschen zwischen 200 und 400 n. Chr. gelebt haben. Professorin Lily Sharp, kniet auf dem Boden vor einer Hütte, in dem überdachten Dorf. Sie legt behutsam, mit Pinsel und Schaufel ausgestattet, Knochen, steinerne Kochtöpfe und kleine Skulpturen frei. Mit dem heulenden Sturm im Hintergrund setzt sie ihre Grabung fort, bis ihre Schaufel auf ein Felsstück trifft. Sie geht dem metallischen Klingen auf den Grund und gräbt mit Handschuhen weiter. Eine ihrer kastanienroten Strähnen fällt in ihr Gesicht als sie sich aufrichtet, während ihre blaugrünen Augen skeptische Neugierde verraten. Die Kamera folgt ihrem Blick und erfasst ein Artefackt. Eine sehr alte Münze mit abgestoßenem Rand. Dichte Atemwolken umgeben sie, während sie zu sich selbst spricht. „Das kann nicht sein. Als würde man eine Jungfrau in einem Bordell entdecken...Unmöglich! Die Einwohner hier kannten keine Währung...\" Schnitt vor die Fundstätte. Lily tastet sich schneeblind, mit einem Seil als Führung, zur Unterkunft des restlichen Archäologenteams. [Schnitt]


    Der Mann in Pilotenuniform kehrt aus der Passagierkabine zurück ins Cockpit. Während die beiden Co-Piloten damit beschäftigt sind, den Treibstoffverbrauch zu berechnen, türmt sich seine Gestalt hinter ihnen auf. Er zückt eine Spritze aus der Uniformtasche und zieht diese auf. Dann, wie vom Gleichgewicht beeinträchtigt, taumelt er ein paar Schritte zur Seite, hält sich am Ärmel des 2. Offiziers fest und bohrt die Nadel in seinen Körper. Dieser scheint den Nadelpieks nicht wahrzunehmen und lacht ihm müde entgegen. Gefolgt von einem Kopfschütteln und zuckenden Gliedmaßen, rollen seine Augäpfel nach hinten weg. Der 1. Offizier bemerkt das Spielchen und es beginnt eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen den beiden. Der große stämmige Co-Pilot drückt den Attentäter, mit seinen Pranken an dessen Hals, gegen die Cockpittür. Jener bringt flink eine zweite Spritze hervor und rammt diese seitlich in den Bauch seines Kontrahenten. Im Kabinentrakt, übertönt vom Düsenantrieb, nehmen die Flugbegleiter den dumpfen Knall nicht war. Die beiden Leichen auf den Sitzen verstaut, wendet sich der Attentäter wieder den Flugzeuginstrumenten zu. Er bringt die Maschine langsam vom Kurs London-New York in Richtung Arktis ab. Die Maschine wird in luftiger Höhe nocheinmal von einer Außenansicht gezeigt. [Umblende]


    360° Rotationsaufnahme eines Polarschiffes aus der Luft, umringt von der Dunkelheit des Meeres und der Nacht. Einige Eisschollen blitzen im Mondlicht auf. Einblendung \"NUMA - Forschungsschiff\". Schnitt ins Innere. Dirk Pitt räkelt sich lässig in einem Drehstuhl, zahlreiche Messinstrumente und Monitore im Visier. Ein amüsantes Lächeln ziert sein tiefgebräuntes, 3 Tage-Bart Gesicht. „Sie Dir das hier mal an.\" Die Stimme von der anderen Seite des Raumes gehört zu Al Giordino. Ein kleiner Mann mit einer unbeschreiblich verwuselten Frisur und einem ähnlich aberwitzigen Lächeln. Pitt stemmt seinen Fuß gegen den Tisch und stößt sich ab. Die Rollen des Stuhles befördern ihn quer durch den Raum zu Giordino und dem Bildschirm vor ihm. „Sieht aus wie ein Krater.\" analysiert Pitt mit einem Blick auf die computervergößerte Abtastung des Meeresboden. Plötzlich blinken die LED-Leuchten eines weiteren Instruments wie wild auf. Giordino wird steif. „Wir haben ein Zielobjekt.\" Pitt betätigt ein Funksprechgerät. „Brücke? Wir haben hier eine Störung in der Anlage. Bleiben sie vorerst auf Kurs des Suchabschnitts, bis wir die Reparatur beendet haben. Dann wenden sie wieder.\" Er lässt vom Funkgerät ab und kneift Giordino ein Auge zu. „Man weiß nie, wie weit die Russen ihre Lauscher ausgefahren haben. Hole Sandecker her, Al.\" Die Sonarabbildung des Gegenstandes wird auf einen hochauflösenden Monitor übertragen. Pitt benutzt einen Joystick, um ein Fadenkreuz auf die Umrisse zu steuern. Giordino kommt mit dem Admiral im Schlepptau wieder in die Kajüte gestürzt. Ihr vollbärtiger Vorgesetzter scheint regelrecht außer sich. „Gott im Himmel...Wir haben es gefunden, tatsächlich aufgespürt.\" Pitt drückt einen Knopf und das Objekt auf dem Bildschirm vergößert sich. „Japp, ein russisches U-Boot der Alphaklasse.\" Giordino wirft schmunzelnd ein. „Die Russkis waren so nah dran und haben das Wrack nicht gefunden. Technik von Vorgestern halt.\" - „Das Packeis war dichter, als sie ihre Suche durchführten...\", gibt Pitt zurück. „...Die ungewöhnlich hohe Eisenkonzentration unterhalb des Kraters könnte das Magnetprofil verzerrt haben.\" Admiral Sandecker setzt eine ernstere Mine auf „Wird nicht leicht sein, sie hinters Licht zu führen. Seit wir den Hafen verließen sind uns zwei ihrer Schiffe gefolgt.\" Pitt lächelt triumphierend. „Ich habe per Funk schon eine Reparatur vorgetäuscht. Wir lassen das U-Boot erstmal Links liegen. Alle paar Meilen suchen wir jedes Planquadrat zweimal ab. So untermauern wir die List.\" Alle drei Grinsen. Zuversicht weicht der vorigen Skepsis in Sandeckers Gesicht. „Mmh...Das könnten sie schlucken. Machen wir uns an die Arbeit, Gentlemen.\" [Umblende]


    Ohrenbetäubender Turbinenlärm. Die Unterseite der Boeing ist zu sehen. Die Nottür unter dem Cockpit wird abgesprengt und flattert im Sog des gewaltigen Luftstroms knapp an der Kameraeinstellung vorbei. Ihr folgt der Mann in Pilotenuniform, der sich kerzengerade aus der Öffnung fallen lässt und ebenfalls vom Sog erfasst wird. Das Flugzeug donnert davon während wir den Fall des Mannes einige Sekunden begleiten. Schnitt auf einen blinkenden Lichterkranz am Boden, umgeben von einem halben Dutzend Männer. Sie blicken empor und der am Fallschirm baumelnde Mann setzt zur Landung an. Der als Suleiman Aziz Ammar angesprochene Pilot streift die Überreste des Fallschirms ab und zieht eine silikonartige Maske von seinem Gesicht. Er blickt auf seine Uhr und danach zum Himmel, um diesen mit einem Nachtsichtgerät abzusuchen. „ 3...2...1\" zählt Ammar herunter, doch nichts geschiet. Close-Up auf sein verblüffttes Gesicht dann [Schnitt] auf ein entsetztes Gesicht. Ein Stewart sitzt im Cockpit, die Tür im Hintergrund aufgebrochen. Er reißt wie wild am Steuerknüppel, um dem Autopiloten zu trotzen. Außenperspektive von der Tragfläche der Boing, die geradewegs auf einen Gletscher zu steuert. Gefolgt von einer Seitenansicht aus der Ferne. Mann sieht den Gletscher und eine Linie beleuchteter Fenster die langsam an Höhe gewinnt. [Schnitt]


    Wellen brechen am Bug des Forschungsschiffes. Die Kamera gleitet seitlich entlang des Eisbrechers. Zwischen rostigen Schweißnähten fängt sie den Schriftzug \"Polar Explorer\" ein und wandert durch ein Bullauge. Pitt, Giordino und Sandecker sitzen vor dem ausgedruckten Unterwasserbild des gesunkenen U-Bootes. „Was zum Teufel ist denn das?\", Giordinos Augen haben sich wieder einem der Monitore zugewandt. „Sieht aus wie ein Krug, oder sowas.\" - „Eher wie eine Urne...\", berichtigt Sandecker. „Da, noch eine...und noch eine.\" Alle drei Augenpaare verfolgen die vorbeiziehende Unterwasserlandschaft auf dem Bildschirm. „Das sind Terrakotta-Gefäße, Amphoren, wie sie Römer und Griechen für Wein benutzten...\", fachsimpelt Pitt gefolgt von einem ungläubigen Blick „...Was haben die hier zu suchen? Im Mittelmeer, ja. Aber vor der Küste Grönlands? Ich glaube wir sind noch einem zweiten Schiffswrack auf der Spur, von dem die Geschichtsbücher behaupten, dass es sich an dieser Stelle überhaupt nicht befinden dürfe.\" Sie werden durch ein lautes Donnern unterbrochen. [Schnitt] auf das Deck der Polar Explorer. Die drei starren in den Nachthimmel, um den Ursprung dieses ohrenbetäubenden Geräusches auszumachen. Aus der Dunkelheit schießt die Boeing 720-B knapp über die Brücke des Forschungsschiffs, um weiter im Sinkflug auf eine riesige Eisscholle zu zu steuern.
    [Schnitt] auf das Archäologenteam um Prof. Lily Sharp. Ebenfalls aufgeschreckt durch die enorme Geräuschkulisse, verfolgen auch sie den drohenden Absturz des Fliegers. [Schnitt]


    Die abschmierende Boeing schafft es gerade noch die Öffnung des Ardencaple-Fjords zu überfliegen. Das Eis rast in atemberaubender Geschwindigkeit unter den Tragflächen hinweg, während diese die kleineren Eisberge streifen und damit ein quietschendes Geräusch verursachen. Die Unterseite nähert sich bedrohlich nah der Eisdecke, abgebrochene Tragflächenteile schleudern zischend umher. Der entgültig bevorstehnde Aufprall wird in schnellen Schnitten aus verschiedenen Pespektiven gezeigt. Das Flugzeug setzt mit einem Knall auf, ein Gänsehautgeräusch kratzenden Metalls folgt. Kurzer Schnitt ins Innere, die Köpfe der Insassen werden hin und hergeschleudert während die Bordbeleuchtung aufflackert. Mit einem Schweif aus widerspenstigen Metallteilen schlittert die Boeing über die Eisfläche, der innenliegende Backbordmotor wird aus seiner Verankerung gerissen. Anschließend kracht das Flugzeug in eine Ansammlung aus Packeis und bohrt sich quetschend hinein. Der Bug wird gestaucht und pflügt sich nach und nach durchs Eis, die dünnen Alumminiumplatten pressen sich ins Cockpit. Schließlich erstirbt die letzte Bewegung und das zerknitterte, völlig zertrümmerte Flugzeug kommt zum Stillstand. Kameraschwenk zur Seite, das Wrack liegt etwa Zehn Meter vor einer großen gezackten Felswand in Nähe der eisigen Küste. Die letzten Quietschgeräusche erstummen, es folgt Totenstille. [Umblende]


    Giordino am Steuer eines Helikopters, während Dirk Pitt mit einem Suchscheinwerfer die Schleifspur des Flugzeugs verfolgt. Plötzlich tauchen unter ihm zwei Schneemobile auf. Eines von ihnen weicht einem Eisfelsen aus, und überschlägt sich dabei. „Geh runter, Al!\", ruft Pitt. „Was?\" - „Vertrau mir.\", fügt er noch hinzu und Giordino landet, lässt die Rotorblätter jedoch weiterhin kreisen. Pitt steigt aus, duckend schreitet er in Richtung des verunglückten Schneemobils. Er findet einen regungslosen Körper, nimmt ihn auf und streift die Fellüberzogene Mütze vom Kopf. Lily Sharp, mit blutverschmierter Stirn, kommt zum Vorschein. Lily sieht benommen in Pitts blitzend grüne Augen. „Was?...Wo bin ich? Wer sind sie?\" Er richtet sie behutsam auf. „Mein Name ist Dirk Pitt. Sie sind mit dem Schneemobil gestürzt.\", er tastet sie ab und fährt mit erleichtertem Ton fort. „Es ist offenbar nichts gebrochen. Haben sie Schmerzen?\" - „Nein, es geht schon wieder. Mir ist zu kalt, als das mir etwas weh tun könnte.\" Pitt besorgt hastig eine Wolldecke vom Schneemobil und bedeckt sie. „Das ist besser, Danke. Mein Name ist Lily Sharp. Ich gehöre zu einem Archäologenteam, das mit Ausgrabungen an einem Eskimodorf, etwa einen Kilometer südlich von hier, beschäftigt ist. Wir waren auf dem Weg zum Flugzeug, um zu helfen...\" Pitt nickt und unterbricht sie. „Hören sie, Miss Sharp. Wir dürfen keine Zeit verlieren...\" In diesem Moment taucht auch das zweite Schneemobil mit Lilys Kollegen wieder auf. „...in ihrem Zustand ist es besser ihre Leute bringen sie zurück zum Lager. Ich kümmere mich um die Bergung des Flugzeuges, wir haben Sanitäter an Bord des Helikopters.\" Dirk übergibt Lily in die Obhut ihrer Kollegen. „Ach eins noch...würden sie, wenn sie nicht zu beschäftigt sind, morgen mit mir zu Abendessen?\" Lily lächelt Pitt etwas schmerzverzerrt hinterher, während dieser zum Helikopter zurückkehrt. [Schnitt]


    Dirk Pitt robt auf der Flugzeugtragfläche, die eine Brückenfunktion über das gerissene Eisplateau übernimmt, einer Fensterreihe entgegen. Im Hintergrund Al Giordino und das Team aus Bergungsspezialisten, welches seine Ausrüstung vorbereitet. Pitt schaut durch das am wenigsten vereiste Fenster. Das Licht des Helikopters spiegelt sich im Plexiglas und er schirmt seine Augen mit den Händen ab. „Ist irgenwas zu sehen? Ein Lebenszeichen?\", hört man Giordino. „Bis jetzt noch nicht.\", antwortet sein Partner und presst sein Gesicht ganz dicht an die Scheibe. Er schreckt plötzlich schockartig zurück, als das groteske Gesicht einer Frau, verzerrt durch die feinen Haarrisse im Glas, erscheint. Sie hat eine Schnittwunde über dem Auge. Er fängt sich wieder. „Können sie mich verstehen? Versuchen sie den Notausstieg zu öffnen.\" Pitt blickt sich zu seinen Helfern um. „Hier ist jemand. Hier ist eine Frau.\" Als er sich wieder umdreht, ist die Frau verschwunden. Angetrieben, von der Tatsache, Überlebende gefunden zu haben, starten Giordino und der Rest, ihre Bergungsaktion. Sie schweißen die Metallhülle der Boeing an der Tragfläche auf und Pitt betritt mit einer Taschenlampe das Flugzeugwrack. Giordino folgt ihm. Der Score wird düster. Die beiden Lichtkegel der Taschenlampen schweifen durch die Reihen. Ein unheimlicher Anblick von unzähligen Leichen quer durch das Innere verteilt, keine Spur von der Frau. „Wo ist sie hin? Hier sind überall Leichen, nichts als Leichen. Niemand scheint überlebt zu haben.\" Giordino watet durch die halb mit eiskaltem Wasser, halb mit Toten gefüllte Passagierkabine, in Richtung Cockpit. Pitt bahnt sich murmelnd seinen Weg zum Heck. „Sie war ängstlich. Wahrscheinlich hat sie sich irgendwo versteckt.\" Er erreicht die Bordtoilette, versucht sie zu öffnen. Ein Schluchzen ist zu hören. „Hallo? Hallo, sind sie da drin? Keine Angst. Ich will ihnen helfen. Hallo?\" Das Schluchzen wird lauter, ansonsten keine Reaktion. Dirk holt Schwung und bricht die Tür auf. Zwei ängstliche Frauen blicken ihm unsicher entgegen. Eine Stewardess und die Frau vom Fenster, Hala Kamil. [Schnitt] vor das Flugzeugwrack. Die Überlebenden, beide Frauen und der Steward aus dem Cockpit sitzen unter Woldecken begraben auf der Laderampe des Helikopters. Der Schock scheint verflogen. Sie werden vom Sanitäter mit erster Hilfe versorgt, während Giordino die genauen Koordinaten des Absturzes an die Polar Explorer durchgibt. Pitt beschäftigt sich derweil mit Hala Kamil, der Erleichterung anzumerken ist. „Es tut mir leid. Ich dachte, sie wären ein Terrorist. Deshalb habe ich mich versteckt.\" Pitt schaut sie beleidigt an. „Sehe ich etwa aus wie ein Terrorist? Mein Name ist Pitt. Ich bin von der NUMA. Der National Underwater & Marine Agency.\" Hala steuert sofort entgegen. „Ich wollte sie nicht beleidigen Mr. Pitt. Entschuldigen sie.\" Dirks allgegenwärtiger Charme bleibt auch vor Hala nicht verborgen. „Wenn das so ist. Entschuldigung akzeptiert. Und zwar in Form eines Abendessens.\", grinst er sie an. Sie lächelt zurück. „Einverstanden, Mr. Pitt. Ich würde mich freuen.\" - „Ich mich ebenfalls, Miss Kamil.\" - „Was? Woher wissen sie...\" [Schnitt]


    Al Giordino setzt den Helikopter behutsam neben das Archäologenlager auf. Er spricht laut, um die Motorengeräusche zu übertönen. „Wie machst du das nur immer, Dirk? Zwei Abendessen in kürzester Zeit ergattert?\" Pitt schmunzelt seinen Freund an. „Weiß nicht. Schätze die Ladies haben Hunger...\" Giordino verdreht die Augen. „...Die Verabredung mit Hala Kamil wird jedoch warten müssen, jetzt wo die Airforce sie nach Washington bringt.\" Sein Partner nickt. „Bin auch mal gespannt, was die Jungs über Absturzursache und den falschen Piloten rausfinden.\" Pitt verlässt den Helikopter mit schützenden Armen vor dem Gesicht, während die Rotorblätter den umliegenden Schnee aufwirbeln. [Schnitt] ins Innere der Ausgrabungsstätte. Lily Sharp ist damit beschäftigt Erde von einem kleinen Vorsprung loszukratzen. „Sind sie fertig?\" Sie wirbelt herum, eher erstaunt als entsetzt und erkennt Pitts Gesicht, nachdem er sein Haupt von der Fellkaputze des Parkas befreit hat. Erneut fasziniert von seinen grünen Augen antwortet sie, „Fertig wozu?\" - „Na, zum Ausgehen.\" Er streift seinen rechten Handschuh ab und reicht ihr die Hand. „Ich bin leider noch zu angeschlagen, um mit ihnen auszugehen.\" Dirk beäugt das große Pflaster am Haaransatz auf ihrer Stirn. „Aha. Aber fit genug zum Arbeiten sind sie schon?\" Beide beginnen zu lachen. „Das Abendessen habe ich für einen Scherz gehalten. Ich dachte eigentlich, ich würde sie nicht wiedersehen, Mr. Pitt.\" - „Die Neugierde sie näher kennenzulernen treibt mich her. Das, und die Frage, wonach sie hier graben?\", funkelt er sie an. „Nach einem Eskimodorf, besiedelt zwischen 100 und 400 n. Chr.\", gibt Lily Aufschluss. \"Sie haben nicht zufällig etwas Ungewöhnliches gefunden?...\", hakt Pitt weiter nach und ihre Augen weiten sich misstrauisch. „...Griechischen oder Römischen Ursprungs?\" Nun hat er ihre Neugierde entfacht. „Eine Münze, römisches Reich. Genauer Byzantinisches.\"
    [Ausblende]


    [Aufblende]
    Die Polar Explorer bricht sich ihren Weg durch die Eisschollen in der Nähe der Flugzeugabturzstelle. Pitt, Giordino, Prof. Sharp und ihr Archäologenteameam befinden sich vor den Monitoren und Messgeräten in der Forschungskajüte im Bauch des Schiffes. Das Seitensonar zeichnet Teile des versunkenen Jets, ein altes Fischerboot, Treibgut und Abfall auf. Als sich in einer kleinen Felsspalte inmitten riesiger Unterwasserfelsen ein ungewöhnliches Objekt erkennen lässt. Nur ein Ende ragt ins Wasser, der Rest ist unter einer dicken Eisschicht verborgen. „Bringt den Fisch herum. Kurs eins-fünf-null Grad.\", benachrichtigt Pitt die Kommandobrücke. Das Schiff wendet langsam um 90°. Giordino betrachtet den Monitor genauer. „Zu wenig zu erkennen, als dass man es identifizieren könnte.\" - „Man muss die Phantasie schon ziemlich anstrengen, da der größte Teil vom Eis verdeckt ist, aber dann deutet es auf ein altes Holzschiff hin. Hier, seht...\" Pitt verfolgt mit dem Zeigefinger die Linien auf dem Bildschirm. „dieser halbkreisförmige Umriss, der in hohem Bogen zusammenläuft, das könnte das Heck sein.\" Lily Sharp stimmt ihm lächelnd zu. „Ja. Hoch und graziös. Typisch für ein Handelsschiff des vierten Jahrhunderts.\" Giordino sichtlich angenervt, vom Knistern zwischen Sharp und Pitt. „Sie sind die Expertin...dann müssen wir der Sache wohl auf den Grund gehen...\", sein Blick wandert zu Pitt. „Du oder ich?\" - „Ich.\" [Umblende]


    ALEXANDRIA , ÄGYPTEN
    Suleiman Aziz Ammar mit Sonnenbrille, gänzlich in weiß gekleidet, mit Anzug und Lederhandschuhen. Er tupft sich mit einem Taschentuch die hohe Stirn ab und begibt sich auf den Weg zu dem Torbogen einer Villa. Vier, in sandfarbenen Kampfanzügen gekleidete Wachen erwarten ihn. Durchsuchen gründlich seine Kleidung und leuchten ihn mit einem Metalldetektor ab. Den kleinen Hügel empor zur Villa wird er von den Elitekämpfern begleitet. In ein kleines, kahles Zimmer geführt, setzt er sich auf einen hölzernen Stuhl, gegenüber von einem riesigen persischen Wandteppich. Wortlos ziehen die Wachen ab und schließen die Tür. Ammar nimmt die Sonnenbrille ab und wartet. Eine ganze Weile sitzt er da und schaut auf die Uhr. Dann plötzlich gleitet der Wandteppich zur Seite. Eine spindeldürre Gestalt mit weißem Turban auf dem Kopf betritt durch einen schmalen Bogengang das Zimmer. Achmed Yazid. „Ah mein Freund...schön das sie da sind.\", begrüßt Yazid sein Gegenüber mit einem heuchlerischen Ton. Ammar hebt den Blick, lächelt und geht auf das Spiel ein. „Es ist mir eine Ehre, in ihrer Nähe zu weilen, Achmed Yazid.\" Yazid geht im Raum umher und zwingt Ammar, sich auf dem Stuhl zu drehen, um ihm folgen zu können. „Jede Woche bringt eine weitere Bedrohung von Präsident Hasans schwacher Autorität mit sich. Allein die Loyalität des Militärs bewahrt ihn vor dem Sturz. Er muss aus dem Verkehr gezogen werden. Es ist meine Bestimmung dieses Land zu führen.\" Yazid steht nun mit dem Rücken zu Ammar und beäugt den Wandteppich „Hala Kamil benutzt ihre Position in der UN, um die Stimmung in aller Welt gegen mich aufzuhetzen. Deshalb Ammar, sollte an ihr ein Exempel statuiert werden...\" Yazid lässt vom Teppich ab und wendet sich Ammar zu. „...doch sie haben versagt.\" Ammar senkt den Kopf zu Boden. „Vor nicht einmal einer Stunde wurde in New York bekannt, dass alle Passagiere umgekommen sind!...Alle, bis auf zwei Besatzungsmitglieder und Hala Kamil. Sie haben mir versichert, das Flugzeug würde im Meer verschinden.\" Ammar blickt langsam wieder hoch. „Der Plan war sorgfältig ausgearbeitet.\" Yazids Augen mustern ihn kalt. „Ich sollte sie exekutieren lassen!\" - „Das wäre ein ziemliche Verschwendung. Ich bin immer noch der beste Attentäter im Nahen Osten, den man für Geld kaufen kann. Es gibt keinerlei Beweise, die mich mit dem Unglück in Verbindung bringen - oder mich mit ihnen...Ich werde die Sache zu Ende bringen.\" Yazid begibt sich zum Wandteppich, zieht ihn mit der linken Hand beiseite und blickt Ammar nocheinmal über die Schulter hinweg an. „Meine Männer übernehmen Hala Kamil. Sie bleiben vorerst mein Gast. Aber die Gelegenheit wird kommen, um sich zu rehabilitieren.\" Achmed Yazid verschwindet und der Wandteppich fällt hinter ihm zu. [Schnitt]


    Auf Deck der Polar Explorer. Das Team der NUMA bereitet sich gerade auf den Tauchgang zum Wrack vor. Giordino schnallt, dem in ein Neoprenanzug gehüllten, Pitt eine Sauerstofflasche um und checkt die Funkverbindung. Als Admiral Sandecker auftaucht und sie bei den routinemäßigen Checks unterbicht. „Ende der Tauchaktion, Leute. Ich werde nach Washington zitiert und die Polar Explorer hat den Befehl wieder in See zu stechen. Uns bleibt keine Zeit mehr für längere Ausgrabungsversuche.\" Pitt setzt missmutig sein Tauchermaske ab. „Was? Wir haben doch noch nicht mal angefangen. Admiral, wenn ich den positiven Beweis liefern würde, dass es sich um ein römisches Schiff aus dem vierten Jahrhundert handelt, wäre es dann möglich, North Atlantic Command zu überzeugen, uns hier noch einen Tag vor Anker liegen zu lassen?\" Sandeckers Augen blitzen misstrauisch. „Was brütest du schon wieder aus?\" Pitt schmunzelt. „Einverstanden?\" Der Admiral schüttelt mit dem Kopf. „Ich riskiere wieder einmal meinen Job...\", angesteckt von Pitt, beginnt er aber ebenfalls zu schmunzeln. „...Aber nur, wenn Du ohne den Schatten eines Zweifels beweisen kannst, das es sich um ein tausend Jahre altes Wrack handelt.\" - „Gemacht.\" Während Pitt triumphierend strahlt verlässt Sandecker immer noch kopfschüttelnd und vor sich hin murmelnd das Team. Schnell wird die Arbeit wieder aufgenommen. Es wird ein Loch in die Meterdicke Eisscholle neben der Polar Explorer gebohrt, und das Team um Pitt nähert sich auf einer an seilwinden herabgelassenen Plattform dem Loch. Während Dirk einen Gürtel mit Bleigewichten umlegt versucht er gleichzeitig Lily Sharps Crash-Kurs in altertümlichen Schiffsbau zu folgen. „Für die früheren Handelsschiffe wurden Zypressen zur Verplankung verwendet. Für den Kiel benutzten sie meist Eichenholz.\" - „Ich kann eine Holzart nicht von der anderen unterscheiden. Wie stehts mit dem Ruder?\" - „Heckruder sind erst 800 Jahre später in Gebrauch gekommen. Halte dich an den Rumpf. Bei vielen Schiffen war der Rumpf mit Bleiplatten verkleidet, könnte auch Kupfer oder Eisen sein...und Dirk, pass auf dich auf.\" Giordino unterbricht die zwei absichtlich. „Willst Du Reservesauerstoff haben?\" Während Pitt verneint, zurrt Al die Gummis an den Seiten des Tauchanzugs fest, setzt ihm die Tauchmaske auf und schaltet die Sauerstoffzufuhr ein. Nachdem er eine Hilfsleine um die Hüfte seines Partners gebunden hat nimmt er einen Kopfhörer mit angeschlossenem Mikrofon. „Kannst Du mich gut hören?\" Mit ausgestrecktem Daumen signalisiert Pitt, dass alles Okay ist und nach einer Umarmung mit Lily setzt er zum Sprung ins eisige Wasser an. [Schnitt] unter Wasser. Stille. Himmelblaues, kristallklares Wasser in seiner reinsten Form. Die Sonnenstrahlen dringen kaleidoskopartig durch das Eis, welches uneben mit kleinen Stalaktiten übersäht ist. Plötzlich sprudelt es auf, als Pitts Körper ins Wasser dringt. Tausende kleine Luftbläschen breiten sich wolkenartig um ihn aus, und begeben sich zur Oberfläche. Langsam sinkt er nach unten und einige Krustentiere kreuzen seinen Weg. Er überprüft seinen Kompass und setzt seine Schwimmflossen in Bewegung. „Sag was.\", ertönt Al Giordinos Stimme durch die Lautsprecher in der Tauchermaske. „Ich bin auf dem Grund. Alle Systeme arbeiten normal. Ich kann es sehen, es liegt etwa zehn Meter nördlich. Gebt mir etwas Leine.\" Das Heck des Schiffes gewinnt an Größe, während Pitt darauf zu schwimmt. Mit seinen behandschuhten Fingern säubert er Teile des Hecks und befreit es von einem dicken Algenteppich. „Informiere Lily. Wir haben hier einen hölzernen Rumpf ohne Heckruder.\" -“Bestätigt.\" Dirk zückt ein Messer, welches an seinem Bein befestigt ist und stochert an der Unterseite des Rumpfes. Die Spitze legt weiches Metall frei. „Ein bleibeschlagener Boden.\", verkündet er. „Lily will wissen, ob sich Spuren von Schnitzereien auffinden lassen.\" Vorsichtig wischt er weiteren Bewuchs ab und wartet bis die grüne Wolke aus Algen abtreibt. „Hier ist eine Hartholzplatte eingelassen. Ich kann Buchstaben und ein Gesicht erkennen. Ein Lockenkopf mit Bart.\" - „Was steht da geschrieben?\" - „Tut mir leid, ich kann griechisch nicht übersetzen.\" In Giordinos Stimme klingt Verwunderung. „Was? Kein Latein?...Warte mal, Du hast die Grabräuber hier oben völlig aus dem Häuschen gebracht.\" Die Schnitzerei ist im schimmernden Licht, das durch das Eis hindurchfiltert, nur undeutlich zu sehen. Pitt nähert sich, bis seine Tauchermaske beinahe die Holzplatte berührt. „Einige hier glauben, du leidest an Haluzinationen, weil das Wasser so kalt ist. Lily fragt, ob du die Buchstaben beschreiben kannst.\" Pitt beschreibt über Funk das Aussehen der griechischen Buchstaben. [Schnitt] auf die Plattform mit den Archäologen. Lily notiert die Beschreibung auf einem Blatt Papier. Es folgt eine Nahaufnahme jedes einzelnen Buchstaben. S - E - R - A - P - I - S. Sie brütet über ihrer Notiz. Dann verwandelt sich der nachdenkliche Ausdruck auf ihrem Gesicht langsam in Verblüffung. [Schnitt] unter Wasser. Pitt schwimmt an der Steuerbordseite des Schiffes entlang und entdeckt eine Stelle wo sich die Planken verworfen haben. Der Abschnitt ist durch das Eis eingedrückt worden. Er sieht sich den Abstand zwischen den zerborstenen Planken an, aber die Lücke ist zu schmal für ihn. Er greift nach der obersten Planke, stemmt einen Fuß mit Schwimmflosse gegen das Schiff und zieht. Das gut erhaltene Holz biegt sich langsam, lässt sich jedoch nicht lösen. Als er gerade aufgeben will löst sich ein Zapfen aus der Holzverippung. Das Holz gibt nach und durch den Schwung prallt Dirk wie in Zeitlupe nach hinten gegen einen großen Felsen. „Ich habe hier ein Leck ihm Rumpf entdeckt\", teilt er seinem Team mit. Giordino antwortet wieder über Funk. „Sei vorsichtig, wenn du reingehst.\" Den Kopf einziehend und die Schultern schmal machend, paddelt Pitt vorsichtig mit den Flossen in die geheimnissvolle Schwärze. Er sinkt auf die Knie, der Score erstummt und man hört seinen Herzschlag. Eine Weile vergeht, bis sich seine Augen und die Kamera an die verschwommene Düsterheit gewöhnen. Das Bild wird nun wieder heller. Man erkennt Terracotta-Gefäße, Krüge und Teller ordentlich in Regalen aufgereiht. Luftbläschen, durch seine Atmung verurscht, steigen wieder empor. Er blickt nach oben, richtet sich auf und sein Kopf überragt den Wasserspiegel. „Ich bin in der Kombüse des Schiffes...\", teilt er der gespannten Gesellschaft über dem Eis mit. „...Der obere Teil im Schiff ist Trocken. Ich benutze jetzt die Kamera.\" Er holt eine Unterwasserkamera hervor, welche Bestandteil seiner Ausrüstung ist. Pitt verbringt die nächste Zeit damit, das Innere zu filmen und dabei zu kommentieren. „Komm jetzt besser rauf, du bist schon sehr lange da unten. Wir haben genug Beweise für die Regierung.\", erklingt wieder die Stimme Giordinos. „Warte noch ein paar Minuten, Al.\", und Pitt setzt sein Suche fort. Er hat eine Luke im vorderen Schott entdeckt und begibt sich neugierig darauf zu. Er öffnet sie und klettert vorsichtig die Sprossen der Leiter hoch. Ein paar halb im Eis vergrabene Trümmerstücke eröffnen sich dem Bild, das sich auftürmende Eis hat die Kajüte nahezu volständig eingedrückt. Pitt schwenkt den Lichtstrahl der Kamera umher und erstarrt im selben Moment. Close-Up auf seine weit aufgerissenenen Augen hinter der Maske. [Schnitt] auf die Plattform, Giordino mit dem Mikro in der Hand. „Hallo? Hallo, Dirk?...Bist du noch da? Antworte verdammt nochmal!\" [Schnitt] unter Wasser. Die Kamera wandert von der Frontansicht Pitts um 180° hinter seinen Rücken und langsam erkennt man, was er sieht. Acht Leichen, durch das Eis beinahe vollkommen konserviert, sitzen um einen kleinen Eisenofen in der Nähe des Bugs. Die Kajüte gleicht einer eisigen Gruft. Jeder ist von einer Eisschicht bedeckt, wie in durchsichtigem Plastik verpackt. Pitts anfänglicher Schock lässt nach und er untersucht die Leichen genauer während er den kleinen brabbelnden Giordino im Ohr ignoriert. Seine Konzentration gilt einem der Seefahrer, den der Tod beim Schreiben ereilt hat. Dieser ist über einen Stapel aus Wachstafeln gebeugt. Vorsichtig, als habe Pitt Angst den Toten aus seinem langen Schlaf zu wecken, löst er dessen Hände von den Wachstabletts und schiebt sie behutsam in den geöffneten Taucheranzug. [Schnitt]


    Nahaufnahme eines schwarzen Telefons. Es klingelt. Unterstaatssekretär der Vereinigten Staaten Julius Schiller nimmt den Hörer ab. Eine Stimme meldet sich zu Wort. „Ist die Leitung sicher?\" - „Einen Moment...\", Schiller betätigt einen Knopf am Telefon und schaltet auf elektronischen Scramblerbetrieb um. „...OK, sprechen sie.\" - „Hala Kamil. Der Austausch ist problemlos über die Bühne gegangen.\" Schiller erkundigt sich, „Dann befindet sich ihre Doppelgängerin jetzt im Hospital?\" - „Ja, unter strenger Abschirmung. Miss Kamil ist an Bord der Airforce Maschine geblieben, die sie von Grönland hergebracht hat. Nach dem Auftanken ist der Jet weiter zum Luftwaffenstützpunkt nach Buckley Field, in der Nähe von Denver, geflogen. Von dort aus wurde Miss Kamil mit dem Hubschrauber nach Breckenridge gebracht. In das Chalet von Senator Pitt. Abgesehen von ein paar Schrammen ist sie unverserrt.\" - „Wie hat sie ihren Zwangsurlaub aufgenommen?\", fragt Schiller nach. „ Sie steht derzeit noch unter Beruhigungsmitteln und hat noch nichts dazu gesagt. Aber sie wird einverstanden sein, dass wir sie, bis zur Ansprache vor der UN-Vollversammlung, verstecken.\" - „Es ist von äußerster Wichtigkeit sie bis dahin zu beschützen. Sie wird Achmed Yazid bei ihrer Ansprache mit einer vernichtenden Anklage konfrontieren, die ihn als religiösen Scharlatan demaskiert. Yazid wird alle Hebel in Bewegung setzen, um sie auszuschalten. Also vermasseln sie es nicht!\" - „Beruhigen sie sich. Es weiss nur ein kleiner Kreis bescheid und Hala Kamil wird erstklassig bewacht.\" - „Das will ich hoffen.\" Schiller legt den Hörer auf. Die Kamera wandert seitlich von Zimmer zu Zimmer durch die Wände, man sieht die Querschnitte, zuerst von den Innenwänden und schließlich von der Aussenwand. Sie wandert weiter von Schillers Haus über die Straße und fängt einen beigen Lieferwagen ein. Auch dieser wird mit einer Querschittsansicht durchquert. Innen befinden sich drei Gestalten mit Kopfhörern und Abhörinstrumenten. [Schnitt]


    Totale auf die Polar Explorer. Die Serapis wird mit einer Kranvorrichtung des Schiffes gehoben. [Schnitt] ins Innere des Schiffes. Pitt, Giordino und Lily Sharp brüten vor den Wachstafeln aus dem Wrack. Lily, beschäftigt die Inschriften der Wachstafeln auf Papier zu pausen, flüstert vor sich hin. „Serapis - ich wusste, dass ich den Namen schonmal irgendwo gehört habe...\" Lilys Augen weiten sich, als hätte sie einen Geist gesehen, als sie die ersten Worte der Tafeln übersetzt. „..Ihr habt wahrscheinlich den archäologischen Fund des Jahrhunderts geborgen!\" Pitt wird unruhig. „Nun sag schon, was hat es mit dem Schiff und den Wachstafeln auf sich!\" - „Sagt euch die Stadt Alexandria etwas?\" Pitt antwortet als erster. „Ja, die Stadt an der Küste Ägyptens, benannt nach dem damaligen Herrscher Makedoniens.\" - „Richtig. Als Alexander starb, wurde sein Reich unter seinen Generälen aufgeteilt. Einer von ihnen Ptolemäus bekam Ägypten. In Andenken an seinen gestorbenen König baute er ein Mausoleum für seinen Leichnam. Danach errichtete er eine prächtige Stadt um diese Grabstätte, die an Prunk und Schönheit ihres Gleichen suchte. Er nannte sie Alexandria.\" Giordino in ungeduldiger Erwartung. „Was hat das alles mit der Serapis zu tun?\" - „Einen Moment Geduld bitte. Buchstäblich aus dem Nichts wurden dort ungehäure Schätze zusammengetragen. Seine Nachfolger, Kleopatra und alle späteren, setzten sein Werk fort und sammelten Manuskripte, Kunstobjekte und Schriftrollen. Bis diese Ansammlung schließlich zum umfassendsten Zentrum von Kunst, Wissenschaft und Literatur wurde, die je existiert hat.\" - „Die große Bibliothek von Alexandria!\", stößt Pitt mit blitzenden Augen aus. Lily fährt, von unbändiger Neugierde der zwei Männer begleitet, fort. „Den Geschichtsbüchern nach ist dieses Weltwunder der Antike von Kaiser Theodosius etwa 391n.Chr. volkommen verbrannt worden. Die frühen Meisterwerke, deren Sammlung Jahrhunderte benötigte, waren damit für alle Zeiten verloren!\" - „Was für ein Verlust.\", fügt Pitt missmutig hinzu während Lily zustimmend nickt. „Aber... unter Historikern hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass die wertvollsten Stücke kurz vorher mit einer Flotte in Sicherheit gebracht wurden.\" - „Ein Gerücht?\", fragt Giordino nach. „Bis heute! Doch wenn das, was ich gerade auf den Tafeln gelesen habe, stimmt, dann war die Serapis eines der Schiffe, das die Sammlung in Sicherheit gebracht hat.\" Pitt und Giordino im Gleichklang. „Unglaublich!\" - „In der Tat. Diese Wachstafeln hier, sind so eine Art altertümliches Logbuch, der Kapitän der Serapis hat Hinweise darauf gegeben, wo seine Reise hinging... Mein verstorbener Vater war auch Professor, Zeit seines Lebens hat er sich mit der Geschichte Alexandrias beschäftigt. Deshalb kam mir die Serapis auch so bekannt vor. Für die restliche Übersetzung würde ich gerne seine Aufzeichnungen zur Hilfe nehmen.\" Pitt und Giordino grinsen sich an, ehe Pitt fragt, „Na schön, wohin geht die Reise?\" - „In mein Elternhaus, nach Denver!\" [Umblende]


    Ein langer Tisch, einer Tafel ähnlich, teilt den Screen längsseits in zwei Hälften. Am Tisch sitzen einige der führenden Militärs Ägyptens, der Revolutionsrat Yazids und Suleiman Aziz Ammar. Alle lauschen gemeinsam den Worten ihres Anführers, der vor der Tafel in dem abgedunkelten Raum auf und ab geht. „Ihr alle müsst euch gefragt haben, warum ich dieses Treffen einberufen habe. Deshalb will ich keine Zeit verlieren.\" Yazid geht auf die Wand zu und drückt auf einen Knopf. Langsam senkt sich eine große farbige Landkarte auf den Boden herab. Die Karte zeigt einen vergrößerten Ausschnitt der südamerikanischen Küste. Punta del Este, eine Küstenstadt vor Uruguay ist rot umrandet. „Freunde, unserem Staatstreich steht nichts mehr im Wege. Wir können auf einen Schlag Präsident Hasan und seine Bande korrupter Diebe loswerden...\" Ein Raunen geht durch die Menge während Yazid fortfährt. „...In sechs Tagen wird der Weltwirtschaftsgipfel in der abgelegenen Stadt Punta del Este stattfinden. Es wird erwartet, dass Hasan an den Gesprächen teilnimmt...\" Er begibt sich auf den Rand der Karte zu, wo die Großaufnahme eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes angeheftet ist. „Hasan wird während der Tagung an Bord des gecharterten Luxusliners Lady Flamborough residieren.\" Yazid hält einen Moment inne und lässt seinen Blick durch die Gesichter streifen. „Wir werden dieses Schiff kapern!\" Gemurmel macht sich unter den Anwesenden breit. „Ich erkenne die Ungläubigkeit an euren Augen. Der Fehler bei Hala Kamils Attentat wird sich nicht wiederholen. Wir wissen, wo sie sich versteckt. Meine Leute warten nur noch auf den richtigen Augenblick um zu zuschlagen.\" Sein Gesicht nimmt den Ausdruck tiefen Ernstes an. Ein Chor aus ungläubigen Fragen überhäuft ihn und er wirft Ammar einen prüfenden Blick zu. Ammar blickt in die fragenden Gesichter und lässt danach das Foto des Schiffes nicht mehr aus den Augen. Seine Stimme klingt ruhig und selbstsicher. „Ja, ich werde die Lady Flamborough mit meinen Männern kapern, entführen und verschwinden lassen.\" [Schnitt]


    BRECKENRIDGE, COLORADO
    Generalsekretär Julius Schiller betritt das Chalet in dem Hala Kamil untergebracht ist. Sie empfängt ihn herzlich und scheint erfreut ein bekanntes Gesicht wieder zu sehen. Sie setzen sich und Schiller öffnet seinen schwarzen Aktenkoffer. „Mein Besuch ist absolut inoffiziell, Hala.\", lässt Schiller verlauten. „Verstehe. Ich hatte auch nicht erwartet sie hier zu sehen, Julius.\", antwortet Hala während sie an ihrem warmen Tee nippt. Schiller zieht eine Aktenmappe aus dem Koffer und reicht sie hinüber. „Da ist etwas eingetreten, was Ägypten betrifft. Sie sollten über die jüngsten Ereignisse informiert sein...\" Sie blättert die Mappe durch und ihre Gesichtszüge spannen sich. „...Die Entdeckung des Schiffes wird heute bekanntgegeben. Aber wir halten alle Hinweise, die sich auf die Bibliothek von Alexandria beziehen, zurück.\", er lehnt sich zurück und trinkt seinerseits einen Schluck Tee. Hala klappt die Mappe zu, ihr prüfender Blick trifft Schiller und wandert dann gedankenverloren aus dem Fenster. Der Generalsekretär steht auf und läuft durch den Raum. „Die Operation die Bibliothek zu finden läuft. Wir haben nur sie eingeweiht. Präsident Hasans Position ist zu gefährdet. Sollten die Bücher gefunden werden, hätten ihre Informationen zu weitreichende Konsequenzen. Sie dürfen auf keinen Fall in falsche Hände geraten.\" - „Wird der Fund jedoch an Präsident Hasan übergeben, so würde das seine Position innerhalb Ägyptens wieder festigen.\", endet Hala Kamil provokant. Die Kamera verlässt das schneebedeckte Chalet durch ein Fenster, fängt die zahlreichen Männer vom Secret Service ein, die Rund um die Skihütte platziert sind. Die Kamerfahrt geht weiter über eine Schlucht hinweg, zu einem Bergpass. Ein schwarzer SUV, ein Geländewagen mit getönten Scheiben, und Skiern auf dem Dach parkt an einem Felsvorsprung. Ein Mann mit Schneeanzug beobachtet die Gegend mit einem Fernglas.[Schnitt] in die Fernglasperspektive. Man sieht Schillers Regierungsfahrzeug aus der Einfahrt des Chalets fahren. Das Fernglas verfolgt das Auto, bis es hinter Bäumen verschwindet und widmet sich ruckartig wieder den Securities. [Schnitt]


    Dirk Pitt, Al Giordino und Lily Sharp erreichen per Flugzeug Denver, Colorado. Das Team fährt mit dem Taxi in eine umliegende Autowerkstatt, um einen Oldtimer aus Pitts Besitz abzuholen. Die Mechaniker der Werkstatt wurden beauftragt, das historische Automobil vollständig zu restaurieren und so wieder in den ursprünglichen Zustand und Glanz der 30er Jahre herzustellen. Der Cord L-29, mit elegantem, fast fünf Meter langem Chassis, hat eine burgunderrot lackierte Karosserie. Die Motorhaube allein, nimmt fast die Hälfte des Wagens ein, gefolgt vom nicht überdachtem Fahrersitz, der für den Chauffeur bestimmt ist. Die hintere Kabine der Fahrgäste ist mit einem weissen Stoffüberzug abgedeckt, über den Trittbrettern glänzen polierte Zierleisten und zwei Ersatzreifen vor den Vordertüren. Pitt setzt die vier Weißwandreifen in Bewegung. Er strahlt wie ein Schuljunge über beide Ohren, als er das Stück Geschichte auf die Straße bringt und hätte zu Capones´ Zeiten wahrscheinlich mächtig Eindruck geschindet. Giordino und Sharp lassen sich auf den Rücksitzen vom leidenschaftlich schwärmenden Pitt befördern und so setzen die Reise zu ihrem Elternhaus fort. [Schnitt]


    Das Arbeitszimmer von Lily´s verstorbenem Vater, in dunklem rustikalem Holz gehalten. Lily zündet den vertäfelten Kamin an, begibt sich zur gegenüberliegenden Bücherregal und sucht einige Schriftstücke zusammen, breitet sie neben den Wachstafeln auf dem Schreibtisch aus. Das Brennholz beginnt zu knistern und die zum Ambiente noch fehlenden Zigarren bietet sie ihren Freunden an. Al bedient sich vergnügt und die drei machen sich über die Aufzeichnungen her. Lily´s Augenpaar wandert konzentriert von Links nach Rechts, sie vergleicht die Pausen der Wachstafeln mit den Zeilen ihres Vaters. „Der Kapitän der Serapis erwähnt den Auftraggeber der Reise. Ein Mann Namens Julius Venator. Laut Vaters Aufzeichnungen war Venator der Verwalter der großen Bibliothek. Weiter steht hier, dass sowohl die Fracht als auch das Reiseziel allen, bis auf Venator unbekannt war. Ein sicheres Indiz für den Wert der Ladung, oder?\" Pitt nickt. „Steht da was zum Kurs, den die Serapis eingeschlagen hat?\" Lily überspringt ein paar Seiten und blättert vor. „Nein, nur dass die Reise 58 Tage von Spanien bis zum Ziel dauerte, und der Wind von achterbn blies. Mehr nicht. Es war ihm untersagt den Kurs aufzuzeichnen. Dann macht das Logbuch einen riesigen Sprung...Der nächste Eintrag stammt vom Tag der Zielankunft. Er beschreibt, wie die Truppe römischer Söldner die Fracht abludt und zu einem Berg transportierte. Ein wenig später wurden sie von einer Horde dunkelheutiger Barbaren angegriffen, ihm war unbekannt, ob die Ladung rechtzeitig in Sicherheit war. Nur er und die Besatzung der Serapis konnten fliehen. Sie stachen in See und wurden in unbekanntes Gewässer abgetrieben.\", erläutert Lily unter den neugierigen Blicken der beiden Männer. „Kein Anhaltspunkt, keine Beschreibung zum Zielort?\", fragt Giordino und zieht kräftig an der Zigarre. Lily blättert weiter. „Nicht direkt. In diesem Absatz steht etwas von einem Fluß jenseits des Berges, wo in dem die Ladung versteckt wurde und das ein Großteil der Vegitation aus Pinien bestand. Wartet mal...\", fast hat Lily die vorletzte Seite übersehen, die eine gezackte Linie beinhaltet. „Die Linie hier stellt die Küstenregion des Zielortes da, erstaunlich detaillert.\" Pitts leuchtend grüne Augen blitzen hoffnungsvoll auf. „Ich habe eine Idee. Lily, bitte fasse alle signifikanten Beschreibungen und die Karte zusammen. Habt ihr ein Faxgerät hier?\", fragt er mit ruhiger zuversichtlicher Stimme.
    Der nächste Morgen. Lily und Al sitzen bereits wartend im Oldtimer, als Pitt zu ihnen stößt und berichtet. „Ich habe mit Sandecker telefoniert. Karte und Daten sind in den Großrechner des NUMA-Hauptquartiers eingespeist. Unter Berücksichtigung des steigenden Meerespiegels in den vergangenen Jahrhunderten, sucht der Computer sämtliche Küsten und Landstriche der Welt ab, um eine Übereinstimmung zu finden. Es wird dauern, aber es ist unsere einzige Möglichkeit.\" - „Und was machen wir bis dahin?\", fragt Lily. „Den Oldtimer dahin zurück bringen, wo er hingehört. Zur Ferienhütte meiner Eltern.\", antwortet Pitt, kneift ein Auge zu und tritt aufs Gas. Giordino zieht sein Basecap tief ins Gesicht und legt sich dösend auf die Rückbank. So fahren sie dahin. [Schnitt]


    Der schwarze Geländewagen parkt mit zwei weiteren in sicherem Abstand zum Chalet in einem Waldstück. Der Mann mit dem Fernglas, hinter Zweigen versteckt, sondiert das Chalet und die Umgebung. [Schnitt] in die Fernglasperspektive. Man sieht die Skihütte, aus einem der beiden Kamine steigt Rauch auf. Gleichzeitig strömt Dampf aus der Öffnung der Heizungsventilatoren. Das Fernglas wandert weiter und fängt zwei Wachposten ein, die den ausgetretenen Pfad, der zur Straße führt, entlanglaufen. Noch ein kurzer Blick zu dem Lieferwagen, der oberhalb der Zufahrt am Hang parkt. Zwei andere Wachposten steigen aus. Ein Wachwechsel steht bevor. [Schnitt] auf den Mann mit Fernglas, der dieses nun gegen eine Maschinenpistole tauscht. Er mobilisiert mit einer Handbewegung seine Leute. Unzählige bewaffnete Araber steigen aus den Geländewagen aus.
    Die Wachen auf dem Pfad stocken, blicken in den Schnee und entdecken Fußspuren. Nun geht alles ganz schnell. Per Funk versucht einer der beiden Alarm auszulösen. Doch seine Worte werden vom lauten Krachen einer Garbe aus dem Schnellfeuergewehr des Anführers abgeschnitten. Er stanzt mit zehn Kugeln ein Muster in die Brust des Wachpostens. Weitere zwanzig pfeifen durch die Bäume hinter ihm. Ein Araber schmeißt Handgranaten in die Richtung des Lieferwagens, während ein anderer die Seitenwände des Fahrzeugs durchsiebt. Eine der Handgranaten kracht durch die Windschutzscheibe und die Karosserie beult sich nach außen, ehe sie in einen Feuerball gehüllt, explodiert. Wie im Wahn setzen die Attentäter ihre Attacke unkontrolliert fort und bemerken die beiden Agenten, welche hinter Bäumen Deckung finden, nicht. Ein gezieltes Feuer aus ihren Uzis streckt drei der Araber schnell nieder. Die Tür des Chalets öffnet sich, zwei Secret Service Männer treten heraus und nehmen strategische Positionen ein, um ihren Kollegen Feuerschutz zugeben. Sie sprühen zischende Salven in das Waldstück, während die Wachposten ihren Rückzug, vom Pfad zur Hütte, Seite an Seite antreten. Die Araber rücken langsam vor. Der Anführer, in Schussposition hinter einem moosbewachsenem Felsen, liefert sich ein weiteres Feuergefecht. Er streckt eine Wache mit Schüssen in den Rücken nieder. Der verbleibende Rest stolpert die Stufen hinauf und entwischt durch die Vordertür. Die Attentäter feuern aus allen Rohren und die Tür des Chalets schlägt genau in dem Moment zu, als drei Dutzend Schüsse und eine Handgranate sie in Kleinholz verwandelt. Ihre taktischen Defizite machen die Attentäter durch zahlenmäßige Überlegenhait wett.
    Die Kamera schwenkt zur anderen Seite der Skihütte, wo sich weitere Araber nähern. Sie finden Schutz am Sockel der Mauer vor der Hütte. Einer von ihnen wirft eine Handgranate gegen das große Schiebefenster. [Schnitt] ins innere der Hütte. Ein Agent schiebt Hala Kamil zum Schutz in einen kalten Kamin, um sich dann selbst in Sicherheit zu bringen. Die Granate reißt in einer wahren Glaskaskade die große Fensterfront in tausend Stücke. Nur noch zwei Wachen sind unverletzt, alle anderen liegen als blutüberströmte Bündel zwischen zerfetzten Einrichtungsgegenständen. Der Munitionsvorrat ist fast aufgebraucht. Dennoch versuchen sie mit allen Mitteln, die Araber auf Distanz zu halten, bis Verstärkung eintrifft. Kurze Außenansicht, wie sich das Netz aus Attentätern weiter zusammen zieht. Die Agenten kippen Tische zur Seite, um sie als Deckung zu nutzen, als eine Granate im Vorratsraum explodiert und eine Dose Lackverdünner entzündet. Die Hütte beginnt zu brennen, die Schießerei lässt nach. Sirenen sind aus der Ferne zu hören. In einem letzten Kommando läßt einer der Agenten Hala auf Händen und Knien zu einem niedrigen Fenster kriechen. Dann nickt er seinem Partner zu und sie flüchten vor den Flammen selbstmörderisch in Richtung der Attentäter.
    Totale von Außen. Schießwütig nehmen sie drei weitere Gegner mit in den Tod, bevor die Verstärkung eintrifft und die Bande vom Hang aus mit gezielten Kugelhageln bearbeitet.
    Auf der anderen Seite der lichterloh brennenden Hütte, schleicht sich Hala einen Abhang hinunter. Der Anführer und eine Handvoll Männer verfolgt sie durch den Schnee. [Schnitt]


    Majestätisch rollt der Cord, von Breckenridge kommend, den Bergpass hinauf. Die Sonne spiegelt sich im fleckenlosen Chrom und dem neuen Lack. Die Skifahrer auf dem Weg zum Lift winken dem Oldtimer zu. Die Idylle findet ein jähes Ende als eine Verkettung von Donnerschlägen zu hören ist. „Wer brennt denn so früh ein Feuerwerk ab?\", wundert sich Lily laut. „Das ist kein Feuerwerk!\", erwidert Pitt und horcht auf das scharfe Bellen des Gewehrfeuers, das von den Berghängen des Tales zurückgeworfen wird. „Kommt aus dem Wald da oben vor uns.\" Lily deutet mit dem Finger in die Richtung. Die Lachfalten um Dirks Augen verschwinden, er beschleunigt und klopft gegen das Trennfenster zur Fahrgastkabine. Giordino wacht auf und kurbelt das Glas herunter. „Du hast mich gerade in dem Moment geweckt, als die Orgie anfing...\", beklagt er sich gähnend. „Hör doch mal!\" Al hält sich die Hand ans Ohr. „Sind die Russen gelandet?\" Lily sieht zum Waldstück. „Schaut da, der Wald brennt.\" Pitt sieht den schwarzen Rauch der plötzlich über den Baumwipfeln hängt und fängt wie wild an zu fluchen. „Das ist nicht der Wald, das ist das Ferienhaus meiner Eltern, was da brennt! Lily geh auf den Rücksitz und halte den Kopf unten. Al worauf wartest du noch...komm nach vorn!\" Giodino reizt seinen Freund. „Nenn mir einen guten Grund, warum ich neben dir da vorn auf dem Präsentierteller sitzen sollte?\" Pitt blickt sich kurz um. „Da sind natürlich noch die Fünfzig Dollar, die ich mir in Panama von dir geborgt habe.\" - „Plus Zinsen?\" - „Plus Zinsen!\" Al klettert durch das Trennfenster und tauscht mit Lily die Plätze. Er setzt seine Baseballmütze wieder auf, um seine widerspenstige Haarpracht zu bändigen. [Schnitt]


    Das historische Automobl erreicht die Lichtung vor der Einfahrt zur Skihütte. Fassungslos starren die drei Insassen auf den wirbelnden Rauch und lauschen dem Rattern der automatischen Waffen. Pitt blickt wieder auf die Straße und in einiger Entfernung befindet sich ein von Kugeln durchsiebter Streifenwagen, der die Zufahrt blockiert. Plötzlich huscht eine Gestalt auf die Straße und voll auf den Cord zu. Pitt steigt auf die Bremse, wirbelt das Steuer herum, stellt den Wagen quer und lässt mit ihn mit der Breitseite die Straße entlangrutschen. Der Wagen kommt zum Stillstand und die Fahrerseite ist kaum noch einen Meter von einer angeschlagenen Hala Kamil entfernt. „Sie!\", haucht Hala. „Sind sie es wirklich?\" Pitt starrt sie verblüfft an. „Miss Kamil?\" Während Pitt und Giordino ihr ins Auto helfen, bedankt sie sich unzählige Male und lässt sich völlig außer Atem in die Polster der Rücksitze gleiten. [Schnitt]


    Sie rasen die Bergpässe zurück nach Breckenridge, um Hala, die von dem Angriff der Araber berichtet, in ein Krankenhaus zu bringen. Da türmen sich zwei der schwarzen Geländewagen im Rückspiegel auf. Die Kamera zeigt den Rückspiegel im Großformat, der kurz darauf blitzartig von einer Kugel durchschlagen wird. „Runter auf den Boden!\", schreit Dirk den beiden Frauen zu. Diese pressen sich sofort mit ihren Köpfen auf die Sitzpolster. Hala blickt Lily mit glasigen Augen an und beginnt heftig zu zittern. Lily zwingt sich zu einem tapferen Lächeln und legt den Arm um Hala. „Keine Panik...\", ermuntert sie ihre Leidensgenossin. „...wenn wir erst einen Ort erreichen, sind wir in Sicherheit.\" Die Schockwirkung ist Hala anzumerken. „Nein! Wir werden nirgendwo in Sicherheit sein!\"
    Al blickt nach hinten um die Situation einzuschätzen und Pitt greift nach dem Ganghebel, der aus dem Armaturenbrett ragt, schaltet einen Gang runter und tritt das Gaspedal bis auf das Bodenblech durch.
    Totale auf den Bergpass. Der Abstand der Verfolgerfahrzeuge verringert sich. Frontansicht des ersten Geländewagens. Der Beifahrer lehnt sich durchs Fenster, lädt seine MP durch und zielt auf die Gejagten. Heckansicht des Oldtimers. Fünf Kugeln schlagen, von einem Pfeifen begleitet, nacheinander in einer Diagonalen ein und wölben das dünne Blech des Kofferraums nach innen.
    Kameraeinstellung auf dem Trittbrett der Fahrerseite. Eine weitere Kugel trifft den Ersatzreifen, der zischend zusammenfällt. Der Asphalt zieht rasant unter dem Trittbrett vorbei. Die Vorderreifen schlagen, durch Pitts Lenkbewegungen, hin und her. Die Chromfelgen rotieren so schnell, wie es der siebzig Jahre alte Wagen zulässt. Für kurze Zeit erstummen die Schüsse, jedoch holen die Araber weiter auf. Pitt wendet sich seinem Partner zu, ohne die Straße aus den Augen zu lassen. „Was würde ich für eine Panzerfaust geben.\" Al bückt sich und tastet auf dem Boden rum. „Das erinnert mich an etwas. Heute morgen habe ich zufällig was unter dem Sitz verstaut.\" Pitts´s Augen zieren einen Moment lang Hoffnung. Giordino erhebt sich wieder und voller Stolz hält er einen Schraubenschlüssel hoch. Sein Freund lässt die Schultern hängen, rollt mit den Augen, während Al seinen Kopf fragend zur Seite neigt. Der Oldtimer rast, für seine Verhältnisse, die Serpentinen entlang. Die bulligen SUV´s schließen nun bedrohlich nah auf und sind nur noch vier Autolängen entfernt. „Für Plan eins wird´s reichen...\", brummt Pitt. Giordino nickt verstehend. Frontansicht des Geländewagens, der Beifahrer legt seine Waffe wieder an. Heckansicht des Cord. Pitt ist bemüht den Wagen ruhig zu halten, Al´s Kopf ragt über das Dach hinaus. Er hebt den Arm und schleudert den Schraubenschlüssel in hohem Bogen durch die Luft. Das Wurfgeschoss tickt auf die Motorhaube und durchschlägt anschließend die Windschutzscheibe des Verfolgers. Der Fahrer bremst und reißt das Steuer rum. Der Wagen hinter ihm weicht nach rechts aus, aber streift noch das Heck. Der getroffene SUV schleudert zweimal um die eigene Achse und kommt auf der gegenüberliegenden Fahrbahn quietschend zum Stillstand. Das andere Fahrzeug schießt über den aufgeschütteten Schnee am Rand des Berpasses hinaus und fliegt in Slow Motion den Berghang hinunter. Während des Fluges drehen sich die Reifen weiter und die Achsen hängen durch, bevor der Wagen von einigen Baumkronen gebremst wird. Nach dem krachenden Aufprall rollt er überschlagenderweise fünzig Meter den Hang hinunter und mäht kleine Bäume nieder bis seine Spur in einem Feuerball endet.
    Al nimmt wieder Platz und lächelt triumphierend. „Fireball Giordino hat die gegnerische Mannschaft aus dem Feld geworfen!\" Der Oldtimer rauscht die Straße entlang aus dem Bild. [Schnitt]


    Die letzte Serpentine in Gipfelnähe. Der alte Cord müht sich mit der Steigung sichtlich ab. Dann geschieht es, weißer Dampf dringt aus dem Verschluss des Kühlers aus. Die Nadel des Temperaturmessers bis zum Anschlag im roten Bereich. „Wir haben den Motor zu sehr beansprucht.\", stöhnt Pitt. Sie tuckern nun mehr als sie fahren. „Was machen wir, wenn die Straße zu Ende ist?“, erkundigt sich Giordino. „Wir fahren mit dem Sessellift ins Tal und verschwinden in der Menschenmenge.\", erläuert Pitt und fummelt an den Instrumenten des Armaturenbretts herum. Al schaut nach den Frauen, die wieder eine aufrechte Sitzposition eingenommen haben. „Runter! Unsere Freunde sind wieder da!\", schreit er sie an, als er den hartnäckigen schwarzen Verfolger ohne Windschutzscheibe sieht. Die Köpfe der Frauen finden sich press auf den Sitzen wieder, als ein Regen aus Glassplittern auf sie niederprasselt. „Seid ihr verletzt?\", fragt Dirk nach und quält den Oldtimer gerade noch über die höchste Stelle der Straße. Ein Schluchzen ist zu hören. Pitt lenkt scharf nach links. „Zeit für Plan zwei!\" - „Plan zwei? Habe ich die Lagebesprechung verpasst?\", fragt Giordino verdutzt nach und reißt die Augen auf. Protestierend klappert der Wagen vor Überanstrengung und Überhitzung und wird von seinem Fahrer auf eine Leine mit orangenen Fähnchen zugesteuert. Dicht auf den Fersen verfolgen die Araber fluchend ihren Weg auf die gesperrte Skipiste. „Festhalten! Jetzt gehts los.\", schreit Pitt und kauert sich hinters Lenkrad. Die Worte sind kaum ausgesprochen, als Projektile in den Cord einschlagen. Der Beifahrer schiebt die Maschinenpistole durch die Öffnung der zerborstenen Windschutzscheibe. Ein Feuerstoß reißt die linke Wagenseite auf, der nächste durchschlägt das Dach, zerfetzt die Lederbespannung und zertrümmert das darunterliegende Karroserieblech. Sie schlittern unter heftigem Beschuss unkontrolliert die steile Piste hinunter. Die Tachonadel passiert die sechzig Meilenmarkierung. Die Attentäter lassen jegliche Vorsicht vermissen und kleben mit durchdrehenden Hinterreifen an der Stoßstange von Pitts Wagen. Dieser holpert über die festgefahrene Schneedecke wie ein Güterzug und gewinnt ein irsinniges Maß an Tempo. Ein Windstoß erfasst Giordinos Baseballmütze und schleudert sie über den Verfolgerwagen. „Hey mein Cap! Das war mein Cap...schon wieder.\", beklagt er sich wütend und wird wie die anderen Insassen durchgeschüttelt. Totale wie die beiden Fahrzeuge hunderte von Metern an massiven Felsvorsprüngen vorbeigleiten und Baumreihen streifen. Sie steuern geradewegs auf eine schmale Senke zu, an dessen Ende eine Skischanze mit der weißgepuderten Berglandschaft verschmilzt. „Unsere einzige Chance!\", analysiert Pitt und lenkt die Kühlerfigur sachte auf den Schanzenstart zu. „Um Gottes willen, du willst doch nicht...\" Al´s Griff um die Halteschlaufen der Tür wird noch fester. Eine weitere Salve perforiert den Kotflügel und den linken Vorderreifen ihres Wagens. Pitt hält auf die Startrampe zu, verdeckt mit der ausladenden Karosserie und dem rauchenden Schweif aus den seitlichen Luftschlitzen, dem Verfolger die Sicht. „Plan drei!\", schreit er unterstützt von einem wahnwitzigen Blick und Giordino sendet ein Stoßgebet zum Himmel. Dirk mobilisiert die letzten Kräfte des Oldies, die Drehzahl erhöht sich, ein letzter schriller Pfeifton des Kühlers ist zu hören. Der platte Reifen löst sich von der Felgenkante und diese beisst sich in die vereiste Oberfläche der Piste. Im letzten Moment zieht er das Steuer herum und verpaßt knapp die Rampe, die zum Absprungteller führt. Der schwarze Geländewagen schießt über die Startlinie gefolgt von den Blicken der Gejagten. Close-Up auf die entsetzten Gesichter der Araber. Das Auto hebt ab, fliegt in Zeitlupe, mit dem Tal im Hintergrund, durch die Luft und setzt bei der hundert Meter Marke mit dem kreischenden Geräusch zerreißenden Metalls auf. Anschließend segelt es unausweichlich auf eine Baumreihe zu. Es wickelt sich mit ungeheurer Wucht um einen dicken Baumstamm, bis sich Heck und Stoßstange, einem Hufeisen gleich, wiedertreffen. Glas und Metallteile rieseln wie Konfetti durch die Umgebung bevor die letzten Geräusche erstummen.
    [Ausblende]


    UN-VOLLVERSAMMLUNG, NEW YORK:
    Hala Kamil sitzt neben Julius Schiller auf einer Stuhlreihe hinter der Sprecherkanzel. Sie hat zahlreiche Schnittwunden, Bandagen und Pflaster zieren ihren sonst so schönen Körper. Sie lauscht Schiller, der ihr ins Ohr flüstert. „Hala, der Präsident bedauert die mangelhaften Sicherheitsbedingungen. Sie mussten in den vergangenen Tagen viel durchmachen. Ich bewundere ihr Durchhaltevermögen. Wie sehen ihre weiteren Pläne nach der Versammlung aus?\" Hala´s Blick schweift durch die Zuschauerreihen aus politischen Schwergewichten bevor sie antwortet. „Die Ägyptische Botschaft hat mir eine Nachricht von Präsident Hasan übermittelt. Er wünscht ein Zusammentreffen mit mir in Uruguay, anläßlich der bevorstehenden Wirtschaftsgespräche in Punta del Este.\" Sie lässt von Schiller ab, geht der Aufforderung nach und humpelt, jegliche Hilfe ablehnend, zum Rednerpult vor den UN-Deligierten. Sie würgt den donnernden Applaus ab und startet einen leidenschaftlichen Apell für ihr Land und den Präsidenten, der die Zuhörerschaft in ihren Bann zieht. Es folgt eine scharfe Attacke gegen Achmed Yazid, den sie direkt der Anschläge auf ihr Leben beschuldigt. Festentschlossen verkündet sie, dass keine Drohungen oder Anschläge imstande wären, sie aus der Position als Generalsekretärin zu vertreiben. Als Antwort erhält sie eine stehende Ovation, die zu einem Orkan aus Beifall wird, als sie das Pult verlässt. [Schnitt]


    NUMA - HAUPTQUARTIER, WASHINGTON D.C.
    Admiral Sandecker in Front eines Konferenztisches. Die drei angeschlagenen Retter Hala Kamils folgen bemüht seinen Worten. „Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die gute...Die Regierung ist wegen der Serapis völlig aus dem Häuschen. Sie lenkt von dem russischen U-Boot ab. Was besseres hätte nicht passieren können. Unsere Geheimdienstfritzen wollen mit der Bergung ein halbes Jahr warten.\" - „Aha, verstehe...bis Eis über die Sache gewachsen ist.\", wird er von Giordino unterbrochen. Sein Vorgesetzter wirft ihm einen bösen Blick zu, ehe er weiter spricht. „Die schlechte ist, ich habe eure Aufzeichnungen in den Großrechner eingeben lassen, leider ohne Erfolg. Alle Versuche das Versteck der Bibliothek durch die Küstenbeschreibung auf den Wachstafeln zu finden, ist bis jetzt ist fehlgeschlagen. Wir haben Skandinavien und Russland überprüft, der Vegetationshinweis hat Island ausgeschlossen, dort wachsen keine Pinien.\" Er dimmt das Licht des Raumes und ein Flatscreen an der Wand zeigt die überprüften Küstenteile. Dirk streicht sich über seine Wangen, sein Dreitagebart ist mittlerweile ein Zehntagebart. Sandecker verschränkt die Arme über seinen Bauch und wirft Pitt über seine Lesebrille hinweg einen Blick zu. „Diesen Ausdruck in deinen Augen kenne ich. Dich beschäftigt doch igendetwas.\" Dirk rutscht auf seinem Stuhl herum. „Vielleicht haben wir die Sache falsch angepackt? Der Kapitän hat uns doch den Hinweis auf die Barbaren gegeben. Sie waren dunkelhäutig...\" Li

  • Lily schreckt auf. „Du meinst die Flotte hat Afrika angesteuert?\" Die Neugierde der Anwesenden konzentriert sich nun auf Dirk, der zum Screen geht und einen Scheinwerfer in die Hand nimmt. „Lilys Vater nach, war Julius Venator ein gebildeter Mann und seiner Zeit weit voraus...und dieser Mann hatte die wohl größte Kartographiesammlung der damaligen Zeit zur Verfügung.\" Pitt macht eine strategische Pause. „Er ließ seine Schiffe mit der vierfachen Menge des normalen Proviantes beladen, weil er vorhatte, die Artefackte dort zu verstecken, wo keiner seiner Gegner auch nur im entferntesten gesucht hätte...\" Giordino unterbricht ihn. „Gut. Aber wohin ging die Reise? Nach Norden oder Süden?\" Pitt richtet den Scheinwerfer auf den Linken Rand der Karte. „Keins von Beiden. Nach Westen. Außerhalb der Welt, die seine Zeitgenossen kannten...Nach Amerika.\" Seine Feststellung wird mit verblüffter Ungläubigkeit von Lily aufgenommen. „Es gibt keinerlei Beweise, die eine Konaktaufnahme zu Amerika in vorkolumbianischer Zeit stützen. Kein Archäologe, der sich selbst Ernst nimmt, würde dir Recht geben.\", erklärt sie wütend. Sandecker jedoch unterstützt Pitts These. „Vielleicht hat Dirk Recht. In der Kultur der Mayas gibt es zu viele Hinweise auf europäischen Einfluss, als das man sie ignorieren könnte. Möglicherweise war das Amerika der Antike gar nicht so isoliert, wie wir immer angenommen haben...\" Unter Lily´s Protest setzen die Männer von der NUMA ihre Spurensuche fort. [Schnitt]


    PUNTA DEL ESTE, KÜSTE URUGUAYS
    In einer Panoramaaufnahme gleitet die Kamera an der Küste entlang. Es wimmelt nur so von südamerikanischen Sicherheitskräften in dem kleinen, beschaulichen Hafenstädtchen. Die Sonne steht knapp über den Bergen. Schwenk auf die Bucht vor dem winzigen Hafen, die mit Yachten überfüllt ist. Zoom auf den Luxusliner Lady Flamborough, der einen halben Kilometer vor der Küste ankert. Der Zusammenschnitt folgender Szenen wird mit bedrohlich ruhiger Musik begleitet. Die Dämmerung bricht herein, ein kleines Zollboot dockt an das Kreuzfahrtschiff an. Die Zollbeamten betreten die Kapitänsbrücke und überwältigen Kapitän, 1.Offizier und Zahlmeister. Der Rest der Besatzung bemerkt den Austausch der Führungskräfte des Schiffes nicht. Mittelpunkt und Drahtzieher der Kaperung, Suleiman Aziz Ammar. Ein weiteres Mal nimmt er eine andere Identität an. Täuschend echt verkörpert er, durch die Gesichtsprothese und die Uniform unterstützt, den Kapitän der Lady Flamborough. Mit dem Überraschungsmoment auf ihrer Seite, schalten seine Helfer die Wachen beinahe lautlos nacheinander aus. Die Staatsgäste, darunter Julius Schiller, Hala Kamil und Präsident Hasan, werden unter Bewachung im Speisesaal des Schiffes zusammengepfercht. Die echten Zollbeamten verlassen nach Ammars Täuschung das Schiff in Richtung Küste. Einer Kettenreaktion gleich, schalten die übrigen Yachten ihre Bordbeleuchtung ein und starten ein Lichtermeer vor der Küste. Die Lichter der Lady Flamborough bleiben aus. Ein weiteres unbeleuchtetes Boot stößt aus der Dunkelheit zum Luxusliner. Ammars Komplizen beladen den Frachtraum mit Luftkompressoren, Farbfässern, Pinseln, riesigen Plastikrollen und Fieberglasplatten. So geräuschlos wie möglich lichten die Araber den Anker und gleiten mit leichter Fahrt unbemerkt davon. Der Screen wird schwarz, dann langsam wieder heller. Der nächste Morgen. Die Kameraeinstellung ist die Selbe. Statt der Lady Flamborough ist nun ein Patrouillenboot der Küstenwache an dieser Stelle. Eine Sirene erklingt. [Schnitt]


    Admiral Sandecker weckt Pitt leise und behutsam. Giordino und Prof. Sharp lässt er weiter auf den Sofas im Aufenthaltsraum des NUMA - Hauptquartiers schlummern. Verschlafen meldet sich Dirk. „Haben wir was gefunden? Einen...\", er fragt nicht weiter. Dirk erkennt an dem ernsten Ausdruck auf Sandeckers Gesicht, dass es Schwierigkeiten gibt. „Ich habe so eben eine beunruhigende Nachricht aus dem Weißen Haus erhalten.\", beginnt Sandecker. „Die Lady Flamborough wurde gekapert und ist spurlos verschwunden. Man geht davon aus, dass sie gesunken ist.\" Pitt reibt sich den Schlaf aus den Augen. „Tragisch. Aber was hat das mit der NUMA zu tun?\" Der Admiral tauscht den sonst so rauhen Ton gegen eine sanfte Stimme. „Hala Kamil war an Bord.\" - „Verdammt!\" - „Ebenfalls Julius Schiller und Präsident Hasan. Der Regierung sind die Hände gebunden, im Südantlantik sind keine Schiffe der Vereinigten Staaten im Einsatz.\" Pitt erhebt sich fragend vom Sofa. „Wie stehts mit uns?\" Einen Moment lang blickt der Admiral nachdenklich zur Seite. Dann geht er zielstrebig auf Pitts Frage ein. „Die Sounder befindet sich vor der Küste Brasiliens. Du und Al, ihr geht von Montevideo aus an Bord. Professor Sharp und ich suchen weiter nach der Bibliothek.\" [Umblende]


    Im Gleitflug steuert die Kamera auf die Sounder zu. Fängt das Forschungsschiff und die schäumenden Wellen des Atlantischen Ozeans ein und passiert dann die Fensterfront der Schiffsbrücke. Die zwei Männer der NUMA haben das Satellitenbild ihres Seesat auf dem Tisch ausgebreitet. Großaufnahme des Bildes. Die Aufnahme hat nicht die Qualität eines militärischen Aufklärungssat, sondern zeigt lediglich Wellengang, Wind und Wirbelentwicklungen auf dem Meer. Schiffe sind nur als Punkte zu erkennen, deshalb schiebt Pitt zur Sondierung eine Vergrößerungslinse über das Bild. Wir verfolgen den Weg der Linse in seiner Hand. Er stoppt an einer winzigen Sektion des Fotomosaik und blickt durch den schwarzen Monokel. „Ich erkenne drei Schiffe. Hier auf dem offenen Meer vor Kap Horn.\", analysiert Pitt. Kurzer Schnitt in die Monokelansicht. Man erkennt drei Punkte, mit geübtem Auge Schiffsumrisse in einer Diagonalen. Er erhebt sich wieder und schiebt Giordino den Monokel zu, der ebenfalls hindurchblickt. „Vielleicht unsere einzige Spur. Al, lass die Schiffe identifizieren.\" - „Aye Sir, wird erledigt.\", erwidert sein Partner und macht sich auf zum Funkgerät. Pitt breitet eine zusätzliche Karte aus und zeichnet Linien mit Lineal und Bleistift. Al kehrt mit einer seltsamen Mischung aus Missmut und Zuversicht im Gesicht zurück. „Wir hatten wirklich Glück, dass der Seesat die Sounder unterstützt hat. Beim größten Schiff handelt es sich um einen chilenischen Erzfrachter mit Südkurs, die Gabo Gallegos. Das Schiff rechts außen mit Nordkurs, ist ein mexikanisches Containerschiff, die General Bravo. Name, Kurs und Herkunft des mittleren Schiffes sind nicht bekannt.\" Dirk mustert Giordino und erwidert, „Das könnte die Lady Flamborough sein. Was ist los? Du siehst aus, als hättest Du einen Geist gesehen.\" - „Ein Fischerboot hat sich über Funk gemeldet. Sie haben Wrackteile gefunden...\" [Schnitt]


    Draufsicht. Wrackteile treiben langsam im Takt der Wellen. Kameraschwenk um 45°. Die Sounder schifft durch das Feld aus Metallteilen. Schnitt ins Innere. Das Team der NUMA versammelt um die Monitore des Sonars. Ein dunkles Objekt zeichnet sich auf dem Grund des Festlandsockels ab. Die Sounder stoppt die Fahrt und der Matrose, welcher das Sonar bedient, verringert die Abtastweite. Das schattenhafte Bild eines Schiffes nimmt sichtbar Gestalt an. Pitts Kopf senkt sich zu Boden. Al klopft ihm auf die Schulter und befehligt einem Mitarbeiter die an Bord befindliche Unterwassersonde zu Wasser zu lassen. Kurze Aussenansicht, wie die Sonde von einem Kabelbaum rollend ins Meer gleitet. Giordino hat an einem Computer Stellung bezogen. Der immer noch betroffene Pitt neben ihm. Giordino benutzt zwei Joysticks, um die Sonde zu manövrieren, und beide blicken auf den Monitor. Behände steuert Al auf Meeresgrund zu, an riesigen Felsen vorbei. Der Tiefenmesser zeigt 850m weiter sinkend. Bei 970m verlangsamt er den Abstieg durch eine leichte Bewegung seines Steuerknüppels und gibt mehr Schub auf die Horizontaltriebwerke.
    „Objekt rechts voraus im Schlick.\", bekundet Giordino mit konzentrierten Augen. Pitt schreckt aus seinen Gedanken auf, seine leerer Gesichtsausdruck verschwindet. „Ein Faß. Zwei weitere auf der linken Seite. Fahr mal näher ran... da steht irgendwas spanisches drauf. Die sind über die ganze Gegend verstreut.\" Giordino steuert die Sonde bis auf wenige Zentimeter heran. „Hier tritt Flüssigkeit aus. Öl?\" - „Mmh...Rostbraun. Eher Ölfarbe. Da - neben dem Faß liegt noch eine Plastikrolle. Hier siehts aus, wie auf einer Müllkippe. Nimm das Plastik mal mit dem Greifarm auf.\" Giordino nickt und hebt die Rolle mit dem Roboterglied behutsam auf. Einen Moment lang wird der Monitor schwarz, bis sie wieder klares Wasser erreichen. Er hält sein ferngelenktes Unterwasser-Sichtgerät in der sanften Bodenströmung ruhig. Wie ein Geisterbild taucht das Schiff aus der Finsternis auf. Durch die Wasserverzerrung wirkt es auf dem Bildschirm überwältigend. „Wir haben Sichtkontakt...aber das ist kein Kreuzfahrtschiff.\", erkennt Giordino. Er legt die Sonde in eine enge Kurve und gleitet an der Seite des Schiffes vorbei. Nur einen Meter vor der Namensplatte bleibt er stehen, in roten Buchstaben zu erkennen: GENERAL BRAVO. Ihre fassungslosen Blicke kreuzen sich. [Schnitt]


    Die Kamera fliegt auf ein dampfendes Containerschiff zu. Es schaukelt im Wellengang und die rostigen Schlieren am Rumpf ragen aus dem Wasser. Je näher die Kamera kommt, desto mehr enttarnt sich die Maskerade. Aus Holz fabrizierte Container sind mit Farbe angepinselt. Die eleganten Aufbauten, Fenster und das Promenadendeck sind hinter verklebten Fiberglasplatten verschwunden. Aber die modernen geschwungenen Linien der Brücke des Luxusliners sind hinter Holzlatten und Segeltüchern, mit angemalten Bullaugen, mehr als nur zu erahnen. Schnitt ins Innere. Hala Kamil und Julius Schiller zusammen in einer Suite eingesperrt. Die Kleidung der beiden ist zerschlissen und mit Farbe beschmiert. Sie scheinen körperlich angeschlagen und erschöpft. Hala liegt auf dem Bett und übt sich an ihren zerzausten Haaren in Schadensbegrenzung, während Schiller unruhig durch den Raum stiefelt. [Schnitt]


    Im NUMA-Hauptquartier. Lily Sharp beobachtet, mit einer Hand den Kopf stützend, den am Monitor abwärtsscrollenden Vergleich der Küstenregionen. Sie setzt gerade zu einem Schluck Kaffee an, als der Computer eine Übereinstimmung zur antiken Beschreibung signalisiert. Wild fuchtelt sie mit ihren Aufzeichnungen herum, um anschließend mit einem Telefon Admiral Sandecker zu benachrichtigen. [Schnitt]


    Giordino und Pitt brüten wieder über den Seekarten und Satellitenaufnahmen des Südatlantiks. „Die Bastarde haben uns reingelegt.\", beschwert sich Al lautstark. „Aber wenigstens wissen wir, dass die Lady Flamborough nicht gesunken ist. Die gerissenen Mistkerle haben die Identität der General Bravo angenommen. Beide Schiffe haben sich in der Nacht getroffen. Die Besatzung des Containerschiffs, wahrscheinlich ihre Komplizen, sind übergesiedelt und haben ihren Kahn versenkt...\", erklärt Pitt während er die Bilder durchsucht. „Gut...aber wohin fahren sie?\", fragt Al seinem Blick über die Meeresbilder folgend. „Ich habe da so eine Vermutung. Um nicht aufzufallen, behalten sie den ursprünglichen Kurs der General Bravo weiter bei...\", antwortet Dirk und blättert die Bilder chronologisch durch. „...siehst Du? Vor 10 Stunden, vor 8 Stunden... Wir müssen nur das nächste Satbild abwarten.\", er geht einer imaginären Linie nach. Bei den letzten drei Aufnahmen ist das Meer durch eine Wolkendecke verdeckt. Giordino nickt zustimmend und bewegt sich auf das Druckergerät zu. Ein Vibrieren setzt ein und das Gerät spuckt langsam das nächste Bild aus. Giordino zieht es raus und hält es an die Reihe in Pitts Händen. Großaufnahme des Bildes. Die Wolkendecke ist verschwunden, das Schiff ebenfalls. Al schleudert sein neues Basecap durch den Raum „So ein Scheißdreck! Wir waren ihnen gerade auf der Spur...\" Sein Partner antwortet nur mit einem schelmischen Grinsen. [Schnitt] auf Deck der Sounder. Es ist achtern mit der Plastikfolie vom Meeresgrund bespannt. So festgezurrt, dass die wehende Brise sie nicht aufbauscht. „Also gut. Nehmen wir mal an, unsere Entführer haben sich mit der Lady Flamborough auf den Weg in die Antarktis gemacht.\", ruft Pitt der gespannten Besatzung inklusive Giordino zu und nickt einem Matrosen. Dieser zielt mit einem Wasserschlauch auf die Plane und ein feiner Sprühregen ergießt sich über sie. Gleichmäßig bedeckt der Wasserfilm die Plastikbahn. Nach kurzer Zeit verwandelt die kalte Seeluft das Wasser in Eis. Giordino starrt wie versteinert auf die Veränderung. „Ein Eisberg...\", murmelt er verärgert. „Die Hunde haben das Schiff in einen Eisberg verwandelt.\" [Schnitt] unter Deck. Pitt wird vom Stewart ans Telefon gerufen. Lily´s Stimme erklingt aus dem Off. „Wir haben es! Wir haben es.\" ruft sie begeistert ins Telefon. „Langsam, Lily. Eins nach dem anderen. Also hat der Computer die Landzunge gefunden?\", beruhigt Dirk sie. „Keine Landzunge. Es ist eine Insel. Venator hat eine Insel angesteuert. Hast du eine Karte da?\", berichtigt Lily ihn, während Pitt sich zum ausgebreiteten Kartenmaterial begibt. „Hast du sie? Gut, dann lege deinen Finger auf Punta del Este.\" - „Die Überreste der Bibliothek befinden sich in Südamerika?\" - „Warts ab. Fahre mit dem Finger südlich die Küste entlang...\" Während Lily den Weg weist begleitet die Kamera Pitts Finger auf dem Weg durch Südamerika. „...Du erreichst Argentinien, am San Jorge-Golf vorbei und passierst Santa Cruz. Jetzt müsstest Du mit deinem Finger auf die Magellanstraße stoßen, durchquere sie...\" Dirks Zeigefinger gleitet durch die Meerenge, die am südlichsten Zipfel Argentiniens ihren Anfang nimmt und in Chile endet. „...an Punta Arenas vorbei bis zu den Ausläufern der Insel Santa Ines vor dem Festland. Stopp!\" In Pitts Augen spiegelt sich unbändige Freude wieder „Wir haben es!\" - „Bingo. Die Serapis hat den weiten Weg bis nach Chile auf sich genommen, um die Bücher zu retten.\", verkündet Lily stolz. Pitt wirkt plötzlich abwesend. Er starrt weiterhin auf die Insel Santa Ines und lässt den Hörer aus der Hand gleiten, murmelt leise, „Dieser Bastard.\" Eine Weile vergeht, bevor er sich wieder fängt und antwortet. „Lily, verständige den Admiral. Er soll ein Special Forces Team mobilisieren. Flieg´mit ihnen nach Punta Arenas. Dort holen wir euch an Bord.\", und hängt auf. Die Sounder macht volle Fahrt Richtung Chile. [Schnitt]


    Die Suite auf der Lady Flamborough. Die Fiberglasplatten und das eisbedeckte Plastik schließen den größten Teil des Tageslichtes aus. Das fade Licht genügt gerade, um Hala und Schiller auf dem Bett zu erkennen. Aneinander geschmiegt unter einem jämmerlichen Laken, ihre Atem hängen wie Dunstwolken über den Köpfen, bevor er kondensiert und an den Wänden gefriert. [Schnitt]


    Die Sounder im Hafen von Punta Arenas. Mit Giordinos Unterstützung erleutert Pitt der gespannten Gesellschaft vor ihm, bestehend aus dem Special Forces Team, deren Einsatzleiter und Lily Sharp, den Werdegang der Verfolgungsjagd mit der Lady Flamborough. Er erwähnt den Trick der Verwandlung in die General Bravo und der gerissenen Tarnung als Eisberg und versetzt die Menge ins Staunen. „Meine erste Vermutung war, dass die Entführer den Kurs am Kap Horn vorbei in Richtung Antarktis ändern und im ewigen Eis unterzutauchen. Um auf einer Infrarotaufnahme vollständig zu verschwinden, müssten sie alle Maschinen und Generatoren ausschalten. Aber die Temperaturen dort sind zu mörderisch. Keiner würde das länger als eine Stunde überleben. \" Lily unterbricht ihn in seinem Monolog. „Wozu dann die Tarnung als Eisberg? Wohin sind sie?\" - „Du Lily, hast mich auf den Standort gebracht. Kein Eisberg, sondern ein Gletscher. Noch genauer... das weggebrochene Eismassiv eines Gletschers. Und dieser Gletscher befindet sich auf Santa Ines. Sie sind ihren Kurs zurückgelaufen.\" Um die Anwesenden entgültig zu überzeugen, zückt Pitt das angeforderte Infrarot Bild der Inselgruppe westlich von Feuerland. Er reicht die Vergrößerungslinse durch die Reihen. Giordino blickt an besagter Stelle auf die Karte. „Wenn Mutter Natur keine Eisberge mit spitzem Bug und rundem Heck erschaffen hat, dann haben wir unsere Geisterlady gefunden.\" Die Special Forces ziehen sich zur Operationsbesprechung zurück. Man einigt sich darauf, das Team der NUMA nicht unmittelbar am Kampfgeschehen teilnehmen zu lassen, sondern zwei Kilometer vor dem Gletscher an einer Bergmine abzusetzen. Die Sounder lichtet den Anker und sticht in See. [Schnitt]


    Drei schwarze Schlauchboote, angetrieben durch paddelnde Elitesoldaten, bahnen sich ihren Weg durch das Küstengewässer vor der Insel Santa Ines. Pitt, Giordino, Sharp und zwei weitere NUMA-Freiwillige werden in einer Bucht abgesetzt und die Boote verschwinden wieder in der Dunkelheit. Die Gruppe besteigt, vom Frostnebel der See begleitet, den Berg in Richtung Eisenmine. [Schnitt]


    Auf der Brücke der Lady Flamborough. Die Kamera verfolgt den verkleideten Ammar. Er begibt sich auf das von der Eisplane verhüllte Oberdeck an einigen Wachen vorbei und betritt die Kommunikationskajüte. Seine rechte Hand, ein Mann namens Ibn, sitzt vor einer Teletypemaschine, um die neuesten Meldungen der Nachrichtenagenturen aufzuzeichnen. Bei Ammars Ankunft erhebt er sich prompt, nickt diesem zu und zieht eine lange Papierfahne aus der Maschine vor ihm. „Die Internationalen Medien sehen die Lady Flamborough immer noch als verloren an.\", teilt er seinem Oberhaupt mit. „Gut, alles nach Plan. Was gibt es neues aus Ägypten?\", erkundigt sich Ammar. „Zur Machtübernahme noch nichts.\" Ibn´s Mine wird ernst. „Aber Yazid hat der Welt mitgeteilt, dass Mannschaft und Passagiere noch leben und er persönlich wegen der Freilassung mit den Terroristen verhandeln will!\" Ammars Augen werden scharf, sein nachdenklicher Gesichtsausdruck spricht Bände. Er wirft seinem Untergebenen den kalten Blick zu, der eigentlich Achmed Yazid gilt. „Bei Allah, dieser Verräter hat uns auf die Schlachtbank geführt. Er hat uns verkauft...\", murmelt er kopfschüttelnd. „...Deshalb sollten wir die Geiseln noch nicht töten. Yazid will den Retter spielen, Ansehen gewinnen und eine heuchlerische Machtübernahme auf friedliche Weise inszenieren.\", zischt er nun wütend. Ibn senkt den Kopf. „Er hat uns benutzt und nun will er uns ausschalten...seine Männer von der General Bravo warten wohl nur noch auf den Befehl.\" Ammar nickt schweigend. [Schnitt] in die Kabine von Schiller und Kamil. Die Tür öffnet nach innen. Der Anführer und sein Gehilfe betreten den Raum. Hala starrt die MP´s in ihren Händen an und beginnt zu zittern. Schiller nimmt sie schützend in die Arme. Mit drohender aber ruhiger Stimme startet Ammar. „Sie beide und Präsident Hasan kommen mit mir.\" Schiller springt auf, stellt sich zwischen Hala und den Südländer. „Was haben sie mit uns vor?\" Seine Magengegend bekommt Ibn´s Gewehrkolben zu spüren und er sinkt zurück aufs Bett. Ammar mustert die bleichen, erschöpften Gesichter. „Wir werden eine kleine Bootsfahrt und später eine kleine Bahnreise unternehmen. Meine Männer werden ihnen Decken geben, damit sie sich vor der feuchten Kälte schützen können.\" [Schnitt]


    Der Lichtkegel einer Taschenlampe leuchtet Felsbrocken und Sträucher an. Schwenk auf Pitt & Co, Wind und Schneegestöber vom Gipfel lassen nach, der Himmel klart auf. Die Gruppe entledigt sich ihrer Schneebrillen und beschreitet einen schmalen unbefestigten Pfad. Dieser führt zu den Gleisen einer Schmalspurbahn. Giordino entdeckt sie als erster, dreht sich und öffnet den Mund. Doch Pitts Hand schnellt hervor und hält diesen zu. „Psst, Ruhe. Sperrt mal eure Ohren auf!\" Er knipst die Taschenlampe aus und deutet auf die Richtung der Gleise, aus der Geräusche zu hören sind. Schnitt auf ein dämmrig beleuchtetes Gelände. Zwei Lagerhallen, eine Gesteinsmühle, ein Bergwerk und die Gleise bilden die Eisenmine. Schwenk auf ein Waldstück, abseits des Lichtes. Pitt und die anderen verstecken sich im Unterholz. Dirk schleicht allein voran, inspiziert behutsam das Gelände und kehrt mit einem kurzen Lagebericht zurück. „In der Mühle steht ein riesiger Helikopter, in einer der Lagerhallen wird Proviant gelagert und in der anderen sitzen etwa zwanzig Mann beim Essen. Die Mine scheint die Nachschubabteilung der Terroristen zu sein.\" Er nickt seinem Partner Giordino zu. „Al!\" Giordino öffnet die Reißverschlüsse der beiden Seesäcke und reicht schusssichere Westen herum, während Dirk Maschinengewehre mit Schalldämpfern austeilt. Lily und die NUMA-Leute schauen verwundert über die plötzliche Ansammlung an Artellerie. Al grinst. „Hab sie mir von den Special Forces ausgeborgt...für Notfälle.\" Dirk lädt die Waffe für Lily durch. „Du weißt wie man damit umgeht?...\", sie nickt. „...Bleib hier in Deckung, bis ich dir ein Zeichen gebe. Wir müssen die Mistkerle hier beschäftigen, damit sie nicht zum Schiff stoßen können. In der Gesteinsmühle habe ich nur drei Mann gesehen, die den Helikopter bewachen.\", erklärt Pitt nüchtern. „Wird ne heikle Angelegenheit, wenn der Rest aus der Lagerhalle uns bemerkt. Aber wenn wir uns in der Mühle verschanzen, haben wir eine Chance. Diese Idioten werden nicht auf ihre einzige Fluchtmöglichkeit ballern.\", fügt Al hinzu. Die Gruppe hockt im Kreis zusammen, Pitts schaut durch die angespannten Gesichter und nickt auffordernd. Die vier schleichen los. Sie pirschen sich lautlos von hinten an die Gesteinsmühle heran. Eine schmale Öffnung, an der ein Transportfließband vom Bergwerk ins Innere führt, bietet den Eingang. Nacheinander robben sie durch den Schlitz. Das alte Gebäude ist enorm weitläufig, bestückt mit massiven Tankbehältern. Antriebsriemen, Strom- und Wasserleitungen hängen wie Tentakel an den Wänden. Inmitten der riesige Hubschrauber, zum transportieren einer zahlreichen Besatzung. Ein Generator, der die baumelnde Lampenreihe unter der Decke antreibt, übertönt ihre Schritte. Langsam schiebt sich Pitt durch die Mühle, das Gewehr schussbereit, ein NUMA-Helfer zu seiner Rechten. Giordino deckt die linke Flanke und schleicht um den Heli. Der Vierte bildet die Nachhut. Ein Wachposten, mit dem Rücken zur Gruppe, wird mit einem Schlag auf den Hinterkopf außer Gefecht gesetzt.
    Zwei weitere stehen auf einer Plattform, beschäftigt durch eine Klappe in den Motor des Helikopters zu spähen. Pitt duckt sich unter den vorderen Teil das Fluggefährtes hindurch und verpasst dem Gestell der Plattform einen heftigen Sroß. Die beiden Mechaniker purzeln durch die Luft und schlagen mit voller Wucht auf den harten Boden auf. Giordino sitzt mittlerweile gemütlich in einem Segeltuchstuhl. Neben ihm vier grimmig dreinblickende Gefangene, allesamt in ihren Schlafsäcken, die Reißverschlüsse bis zum Kinn hochgezogen. „Gute Arbeit Leute. Al, leg du die Eisenbahn lahm.\" Pitt winkt Lily Sharp herbei, während die anderen greifbares, wie Tische, Stühle und Metallboxen zu einer kleinen Festung stapeln. Giordino begibt sich nach draußen und schlängelt sich durch die unbeleuchteten Stellen bis zum Güterzug. Er betritt das Führerhaus der alten Dampflok öffnet die Feuerklappe, zündet und kippt eine Schaufel Kohlen hinein. Geübt dreht er an einigen Ventilen und Hebeln, die Lok pfeift laut und setzt sich in Bewegung. Schnitt auf die Lagerhalle mit den Arabern. Nach und nach, zunächst langsam, verlassen fünf von ihnen die Herberge. Als sie Giordino im Führerhaus bemerken, hagelt es Schüsse, und zehn weitere, bis an die Zähne bewaffnet, folgen. Die Projektile schlagen Funken beim Aufprall auf das gußeiserne Äußere der Lok, die Fahrt aufgenommen hat. Als er an der Gesteinsmühle vorbeifährt springt Al waghalsig ab. Nach zwei Überschlägen auf dem staubigen Boden, nimmt er die Beine in die Hand. Der Zug und damit die Deckung fährt davon.Schüsse wirbeln den Staub neben ihm auf. Er schlägt einige Haken, bevor der letzte Schuss neben ihm im Rolltor der Mühle einschlägt. [Schnitt]


    Ammar, die drei Geiseln und etwa zwanzig Mann von der agyptischen Kapermannschaft auf einer Anhöhe jenseits des Gletschers. Der Anführer sondiert die Küste mit einem Fernglas. [Schnitt] in die Fernglasperspektive. Im faden Mondlicht erkennt man die Boote der schwarzgekleideten Spezialkräfte neben der Lady Flamborough. Mit Seilen entern sie den eisgetarnten Luxusliner. Das Stoßfeuer der MP´s blitzt zeitweise unter der Plastikplane auf. Die Besatzung der General Bravo, Yazids Männer werden ausgeschaltet. Ruckartig schwenkt das Fernglas zum Eisplateau auf dem Gletscher. Man sieht Ibn, Ammars Helfer, mit hastigen Bewegungen an der Eisoberfläche herum hantieren. Plötzlich sinkt das Fernglas herunter. Ohrenbetäubender Lärm. Kameraeinstellung auf die Gruppe, welche sich umblickt. Die Dampflok schießt mit hoher Geschwindigkeit und einer Rauchwolke an ihnen vorbei und raßt auf den Beladungspier am Fjord zu. Ibn kehrt in dem Moment zurück, als der Erzwagen aus den Schienen springt und hinaus über die Planken schnellt. Mit lautem Zischen und einer Dampffontäne versinkt der Zug schließlich im Wasser. Sichtlich irritiert nickt Ammar seinem Helfer zu. „Alles vorbereitet? Dann los.\" Der Angesprochene zückt ein Schaltkästchen und betätigt einen roten Knopf. Eine gedämpft donnernde Explosion auf dem Eisplateau, emporschießender Schneesstaub, gefolgt von dominoeffektartig auftauchenden Rissen. Kameraschwenk auf das Heck der Lady Flamborough. Das Kielwasser beginnt zu sprudeln. Schwenk zurück auf das Eisplateau. Vibrieren, gefolgt von einem lauten Knacken, das die vordere Gletschermasse vom restlichen Plateau abspaltet. Das riesige Eismassiv fällt. Schnitt unter Wasser auf die rotierende Schiffschraube des Luxusliners. Knapp im Hintergrund taucht die wuchtige Eisplatte zischend und sprudelnd ins Wasser. Totale auf das Gewässer. Brodelnd türmt sich eine drei Meter hohe Welle auf, die das Schiff wie einen Korken tanzen lässt. [Schnitt]


    Halbtotale auf die Gesteinsmühle. Die Araber, planlos in verschiedenen Stellungen in Front des Gebäudes. Sie feuern nur vereinzelt hinein, um den Helikopter nicht zu zerstören. Nähernde Terroristen werden sofort mit heftigen Salven aus dem Inneren niedergestreckt. Einige leblose Körper zieren das Gelände. Schnitt ins Innere. Kugeln zischen über Pitts Deckung hinweg. Er legt den Arm über Lily und antwortet den Terroristen mit einem ganzen Magazin seines Maschinengewehrs. „Schlechte Neuigkeiten...\", erklärt Giordino und springt von einer Leiter in Pitts Stellung. „...Ich habe weitere Männer gesehen, die über die Gleise angerannt kommen.\" Dirk wirft seinem Partner einen mißtrauischen Blick zu. „Wie viele?\" - „Bei fünfzehn habe ich aufgehört zu zählen...\", antwortet Giordino murmelnd. „Drei Geiseln und drei Bewacher folgen der Verstärkung. Eine Frau war dabei.\" - „Hala Kamil, Gott sei Dank. Was ist mit den Special Forces?\" Al schüttelt müde den Kopf. „Verdammt. Die Araber werden verhandeln wollen. Befinden sich die Geiseln inmitten der Entführer?\", fragt Dirk mit blitzenden Augen. „Hey, Hey... langsam verstehe ich, was du willst. Ich soll das sichere Ford-Giordino verlassen, die beiden Wachen umlegen und sie bewachen bis die Special Forces auftauchen...auf gar keinen Fall!\", verneint Giordino wild gestikulierend. „Al, wir haben keine andere Möglichkeit. Du bist der kleinste und schnellste. Wenn überhaupt, dann kommst du hier unentdeckt raus.\", versucht ihn sein Partner zu überzeugen. Giordino gibt sich schließlich mit einem Achselzucken geschlagen und streift sich, mit einem angewiderten Gesichtsausdruck, die Kleider eines ohnmächtigen Terroristen über. Von Protestgemurmel begleitet, verlässt er die Mühle wieder über das Transportfließband. [Schnitt]


    Ammar und seine Mannen erreichen die Minenanlage. Er zieht sich mit einem Teil in die Lagerhalle zurück und lässt sich einen Lagebericht geben. „Nur fünf Mann? Fünf Mann haben die Mühle erobert. Ich sollte euch allen die Kehle aufschlitzen!\" Ammars Augen flackern. „Ich hoffe für euch, dass der Helikopter noch flugtauglich ist. Ich werde den Gegnern einen Tausch vorschlagen, Helikopter gegen Geiseln, während ihr euch in Angriffsposition bringt. Wir schlagen hart zu. Wenn ich meine Maske abnehme... greift ihr an.\", endet Ammar und reißt einen dreckigen weißgrauen Vorhang vom Fenster. [Schnitt]


    Giordino schiebt die Zweige eines Gebüsches zur Seite und betritt die Gleise. Etwa zwanzig Meter vor ihm sind sechs dunkle Gestalten. In der Dunkelheit nicht sichtbar, wer Geisel und wer Terrorist ist. Giordino kneift unsicher die Augen zusammen, atmet tief durch und marschiert, mit der Waffe über die Schulter gelehnt, los. „Salaam.\" Keine Regung. Er wiederholt das Wort mehrmals. Während er näher kommt, ist vage zu erkennen, wie drei der Gestalten Waffen senken. Die Araber. Giordino drückt auf den Abzug. [Schnitt]


    Ammar schwenkt den an einem Stock befestigten Vorhang um die Häusercke. Keine einzige Kugel zerfetzt die zerschlissene Flagge. Auch sonst keinerlei Regung. „Wir möchten verhandeln!\" Er hebt die Fahne und seine freie Hand, tritt dann auf die Straße vor der Mühle. Plötzlich schiebt Pitt die Rolltür zur Seite und tritt ein paar Schritte heraus. Er stellt sich direkt vor Ammar und sieht ihn durchdringend an. Seine grünen Augen wirken nicht im geringsten unsicher und ignorieren die Gewehrläufe, die durch Türen und Fenstern auf ihn gerichtet sind. Sein bärtiges Gesicht trägt den Ausdruck humorvoller Gleichgültigkeit. „Können wir verhandeln?\", fragt Ammar nochmals. Pitt steht da, in seinem Skianzug, mit der einen Hand seine Wange kratzend, die andere im Handschuh locker im Ärmel des Anoraks baumelnd. Das leichte Grinsen verwandelt sich in ein amüsiertes Lächeln. „Warum nicht?\" Ammar mustert sein Gegenüber, nicht verwirrt, aber doch leicht irritiert, nicht auf einen Soldaten in Kampfanzug zu blicken. „Darf ich ihren Namen erfahren?\" - „Dirk Pitt.\" - „Ich bin Suleiman Aziz Ammar.\" - „Ich gebe einen Scheißdreck darauf, wer sie sind!\", erwidert Pitt kalt. „Sie haben etwas, was mir gehört.\" - „Sie meinen sicherlich den Helikopter ohne Hoheitszeichen. Den kann der ehrliche Finder behalten. Wenn sie ihn wollen, dann kommen sie rein und holen sie ihn sich.\" Ungeduldig ballt Ammar die Fäuste. Mit seidenweicher Stimme fährt er fort. „Einige Männer werden sterben, sie werden sterben und Generalsekretär Schiller wird sterben, wenn sie mir den Helikopter nicht ausliefern.\" Pitt zuckt mit keiner Wimper. „Sie haben Hala Kamil und Präsident Hasan vergessen. Und sich selbst. Es gibt keinen Grund, warum sie nicht auch ins Gras beißen werden.\", sagt er ruhig und begibt sich lässig zurück zur Mühle. Wütend rollt Ammar die Flagge zusammen und macht auf der Stelle kehrt. Beim gehen zieht er eine Pistole aus der Innentasche seines Mantels. In Zeitlupe wirbelt er herum, reißt sich die Maske vom Gesicht, kauert sich auf den Boden und umklammert die Waffe mit beiden Händen. Blitzschnell drückt er sechsmal ab. Die Kugeln schlagen in einer Serie dicht beeinander in Pitts Rücken ein. Infolge dieser konzentrierten Einschläge taumelt er gegen die Wand, doch er sackt nicht zusammen. Pitt wendet sich. Während der Handschuh weiterhin am Ärmel baumelt und er sich mit der anderen an der Wand abstützt, schnellt eine dritte, die echte Hand aus dem hallbgeöffneten Anorak. Eine riesige 45er Colt Automatik kommt zum Vorschein. Ammar zielt erneut aber Pitt feuert zuerst. Der erste Schuss trifft Ammar in die Schulter und reißt ihn zur Seite. Der zweite durchschlägt das Handgelenk und die dritte zerschmettert Kinn und Unterkiefer. Der vierte und letzte Schuss in den Hals streckt ihn entgültig nieder. Sein Körper rollt in den Kies, und ein immenses Feuer aus AK-47-Sturmgewehren bricht über seinem Leichnam aus. Doch die Araber haben das Feuer zu spät eröffnet. Pitt gelingt es sich in die Mühle zurück zu ziehen.
    Lily und die beiden NUMA-Männer geben ihm Feuerschutz und er schafft es gerade noch über das aufgeschüttete Erz in Deckung zu hechten, als die Araber hereinstürmen. Pitt entfernt die schusssichere Weste von seinem Rücken und lädt ein MG durch. Die erste Angriffswelle wird dezimiert, doch der Rest folgt, sucht Deckung hinter den Leichen am Boden. Die Munition wird knapp. Die Terroristen nehmen nun nicht länger Rücksicht auf den Helikopter. Blitzendes Mündungsfeuer, krachende Granaten, Schreie und Flüche in zwei Sprachen hallen durch die Mühle. Schrapnelle und Kugeln lassen an der metallischen Deckung einen Funkenregen erglühen. Die geschmolzende Bande gruppiert sich aufs neue zu einer selbstmörderischen Attacke auf die Stellung und nähert sich bedrohlich. Das Feuer auf Pitts Seite erstummt. Lily wirft ihm das letzte Magazin zu. Nur noch wenige Meter sind die Araber entfernt. Als in diesem Moment das Rolltor der Mühle quietschend zur Seite gleitet. Die Einheit der Special Forces taucht im Rauch der Gefechtslinie auf und mäht die kleine Armee professionell mit gezielten Schüssen nieder.
    [Ausblende]


    [Aufblende]
    Luftaufnahme auf eine Inselgruppe. Focus auf die kleine Nebeninsel westlich von Santa Ines. Zahlreiche Schiffe, darunter die Sounder, die Lady Flamborough und ein Navy-Zerstörer ankern im Inselgewässer. Zwei Helikopter kreisen über den einzigen Berg des Eilands, dessen Grünbewuchs weitgehend aus Pinien besteht und von einem Fluß geteilt wird. Großaufnahme einer moosüberzogenen Steintafel, den Gipfelstein des Berges. Eine Hand beseitigt das Unkraut. Gemeißelte Buchstaben werden sichtbar. Schwenk auf Prof. Sharp, Pitt und Giordino die neugierig auf die Platte starren. Lily übersetzt die Schriftzüge. „Dieser Stein markiert den Weg dahin, wo ich befahl, die Werke der großen Halle der Musen zu vergraben. Ich konnte mich vor dem Angriff der Barbaren retten, jedoch bleibt mir nicht viel Zeit. Dies sind also meine letzten Worte. Jener, der diese liest, dem sei gesagt, daß der Eingang zur Kammer unter diesem Hügel begraben liegt. Halte dich nördlich und sieh geradewegs nach Süden zur Klippe des Flußufers. Julius Venator 10. August 398.\" Eine andechtige Stille senkt sich für einen Moment über die drei. Ehe Pitt das Schweigen bricht und den Hügel ehrfürchtig hinunter blickt. „Eine Menge tapfere Männer sind hier vor sechzehn Jahrhunderten gestorben, um das Wissen ihrer Zeit zu retten...Ich glaube es ist an der Zeit, daß wir dieses Wissen freilegen.\" Schnitt auf den Fuß des Berges. Die drei Bahnen sich ihren Weg durch das dichte Gestrüpp. Hinter den letzten widerspenstigen Zweigen stoßen sie auf vermoderte Holzbalken, die einen Stollen verkleiden. Auf drei durchbrechen Giordino und Pitt die Versiegelung mit ihren Schulterblättern. Einladend streckt Pitt die Hand hinaus. „Die Ehre gebührt ihnen Professor Sharp.\" Lily begibt sich als erstes in den Tunnel, gefolgt von den beiden anderen. Nach ein paar Metern, als das Tageslicht nachlässt, flackern die Lichter ihrer Taschenlampen auf. Eine weitere Holzverscharrung versperrt ihnen den Weg. Dieses Hindernis nimmt mehr Zeit in Anspruch, da die Bretter mit einer kautschukähnlichen klebrigen Masse versiegelt sind. Ungeduldig kratzen Pitt und Giordino die Fugen frei. Mit einem letzten Ruck geben die Balken nach und von unbändiger Neugierde begleitet stoßen die drei vor. Die Lichtkegel der Taschenlampen reflektieren an den mineralienhaltigen Steinwänden, der Blick auf ein riesiges Gewölbe im Berginneren wird frei. An beiden Seiten eine schier endlose Reihe von unbeschreiblich pompösen Marmorstaturen und Bronzeskulpturen , über Jahrtausende erstklassig erhalten. Sprachlos schreiten Pitt, Sharp und Giordino auf die Passage aus Schätzen zu. Gemälde, blass und verschmutzt, Kunstgegenstände aus Ebenholz, prunkvoll verzierte Gefäße aus Silber und goldene Zepter vergangener Dynastien, systematisch angeordnet. „Ich kann es immer noch nicht fassen. Wir stehen tatsächlich vor der Sammlung des Museums von Alexandria. Alles vollständig konserviert.\", flüstert die Archäologin erfürchtig. Während Giordino längliche Zylinder aus Metall begutachtet, an deren Ende Kupferplättchen baumeln. Er leuchtet die Schildchen mit der Taschenlampe an. Großaufnahme der Plättchen. Phönizier - Mykener - Etrusker - Tarnisch & Scheba ; Homer - Aristophanes - Apollonios; Alte Welt - Neue Welt. Er öffnet die Verschlusskappe eines Zylinders und eine Papyrusrolle gleitet hinaus. Behutsam entfaltet er sie. „Unglaublich. Manuskripte, Schriften und Karten. Chronologisch geordnet. Diese Rollen schließen sämtliche Wissenslücken über die Antike.\", stößt Al aus und leuchtet das unglaubliche Ausmaß der gestapelten Zylinder ab. Einzig Pitt steht wie versteinert da. Die anderen ignorierend, hat er nur Augen für ein längliches funkelndes Artefakt, platziert in der Mitte der Katakomben. Zögernd bewegt er sich darauf zu. Seine Augen werden größer. In ihnen spiegelt sich der goldene Sarg von Alexander dem Großen. Lily und Al treten neben Pitt, blicken ebenfalls durch die Kristallscheiben auf den Leichnam. Auch ihre Augen funkeln bei dessen Anblick. Die Makedonier hatten ihren König in seiner Prunkuniform zur letzten Ruhe gebettet. Brustpanzer und Helm waren aus purem Gold, mit Edelsteinen verziert. Die persische Seide, aus der einst die Tunika bestanden hatte, ist größtenteils verwittert. Nur die Gebeine der legendären Gestalt sind übrig geblieben. „Die Ruhestätte eines der größten Männer, die die Welt je gesehen hatte. Cleopatra, Julius Cesär, Marcus Antonios - sie alle haben vor ihm gestanden - auf seine Überreste geblickt...und nun wir.\", haucht Pitt mit einem Zittern in der Stimme. Die Kamera schwenkt und verlässt die drei. Sie taucht in die tiefe Schwärze des Gewölbes ein.


    Im Hintergrund erklingen Steeldrums. Der Abspann beginnt. Die Schwärze verwandelt sich in ein flimmriges buntes Bild. Die Nahaufnahme eines Fernsehgerätes. Einblendung des CNN-Logos, daneben: \"Kairo, Ägypten\". Hala Kamil vor einem Sprecherpult mit zahlreichen Mikrofonen. Im Hintergrund des Blitzlichtgewitters der Sarkofarg Alexanders. „Der Wert des Fundes ist für Ägypten und die ganze Welt unermesslich. Ich danke den Vereinigten Staaten von Amerika für die Auslieferung. Mein besonder Dank aber gilt neugewonnen Freunden, Prof. Lily Sharp, Al Giordino und vor allem Dirk Pitt, die unter Einsatz ihres Lebens, meines gerettet haben....Eine Kleinigkeit ist noch hinzuzufügen. Mit dem heutigen Tage trete ich von meinem Amt als Generalsekretärin der UN zurück. Präsident Hasan baut auf meine Unterstützung. Achmed Yazid muss einer gerechten Strafe unterzogen werden. Mein Land benötigt meine Dienste mehr, als die vereinten Nationen. Vielen Dank.\" Hala Kamil faltet ihren Zettel zusammen und verlässt das Pult.
    Der Fernseher switched aus. Die Südseeklänge aus dem Hintergrund gewinnen an Lautstärke. Die Kamera zoomt weg und eine Rauchwolke wölbt sich ins Bild. Kameraschwenk, nun im Bild, Admiral Sandecker mit Zigarre ausgestattet und einem Lächeln auf den Lippen. Die Kamera gleitet durch die Wand, in den Speisesaal eines Restaurants. Dirk Pitt und Lily Sharp bei einem fürstlichen Dinner. Sie heben die Gläser und lächeln sich an. Die Kamera wandert weiter durch eine Glasfront. Ein hölzernes Deck tritt ins Bild, gefolgt von einem dösenden Giordino in der baumelnden Plane eines Rettungsbootes. Sein ist Basecap tief ins Gesicht gezogen. Die Kamera gleitet weiter zurück, fängt den wehenden Union Jack am Schiffsheck und den Namen darunter ein:\"Lady Flamborough\". Das Schiff wird kleiner bis es schließlich am weiten Horizont verschwindet.


    ENDE




    Jetzt müßte man nur noch das Geld zusammenbekommen :-D und der neue Pitt-Film ist bald zu sehen. 8)

  • wow das ist ja der Hammer! wo hast du denn das gefunden? ist das was offizielles oder hat das ein Fan gemacht?

  • Offiziell ist es leider nicht. :(
    Es muss wohl schon ein Fan gemacht haben der auch noch ein faible zum Drehbuchschreiben hat.



    ZITAT
    http://www.cinepbem.com
    CineGame ist ein so genanntes "massive multiplayer browser-only" Spiel das dem Spieler die Möglichkeit gibt sich in die fiktive Rolle eines Hollywood Filmstudios zu versetzen und seine eigenen Kinofilme und Blockbuster zu produzieren.

  • ganz geile Sache! hats da noch mehr Cussler-Scripte? übrigens diesen Mensch müssen wir aufs Forum locken! der hat was drauf. Danke für den tollen Artikel.


    Gruss DP

  • Das wäre nicht schlecht. Zumal ich dieses Buch für eines der besten halte

    :P


    Lobo





    Glück ist das einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt[SCHILD=random]der beste Lobo der Welt [/SCHILD]

  • ist ein gutes Drehbuch
    tolle Umsetzung ich bezweifele es das es mit der Länge des Films hinhauen würde,
    aber das wäre mal ein Drehbuch das es lohnen würde zu verfilmen
    auch wenn sich das hier
    nie ein Produzent anschaut