JV bei Thomas Brussig

  • In Thomas Brussigs Roman "Das gibts in keinem Russenfilm", 2015, wird Jules Verne als Leseerfahrung des jungen Helden Thomas erwähnt.


    "Jules Verne fand ich klasse, nur leider zeichnete er die Deutschen durchgehend negativ." (Hardcoverausgabe 2015, S.20)

  • In der Romanfassung des Drehbuchs "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" (1999) geht Held Micha mit seiner "Flamme" Miriam ins Kino und schaut: In 80 Tagen um die Welt. Welche Version da gegeben wird, ist vielleicht bestimmbar durch das im Roman/ im Film immer wieder erwähnte Album der Rolling Stones, Exile on Main Street, das im Mai 1972 erschien. Zudem wird in dem Roman einmal die Volkskammer gewählt, in dem Zeitraum kämen nur die Wahltermine 1971 bzw. 1976 in die nähere Auswahl.


    Ich geh mal davon aus, dass der Film hauptsächlich als Kontrast zur Lebenssituation am kürzeren Ende der Sonnenallee gewählt wurde. Bei Andreas Fehrmann habe ich gerade gesehen, dass es ein "Film für Sie"-Filmprogramm zum amerikanischen Film von 1956 gibt. Film für Sie löste ja so Mitte der 60/ 70er Jahre die Progress-Filmprogramme ab, also würde das recht gut "passen", zumal auch erwähnt wird, dass der Film Überlänge hätte...


    Das wieder mal nur so ein Fundstück. (Ich hoffe, ihr wusstet davon noch nichts.) Das Ganze: S. 144/ 145.

  • ... nee, kannte ich nicht. Das ist mal wieder ein Fundstück aus dem Bereich "Randsekundär".


    Zum Film: Ich vermute auch, dass es die Todd-Version des JV-FIlms ist. Solche Klassiker gab es immer wieder mal in den DDR Kinos. Disneys 20K kam ab den 70er Jahren auch alle Jahre mal wieder in die Kinos. Ich denke, dass der Rechte einmal für Devisen gekauft wurden, da sollte es sich villeicht auch lohnen. Aber das sind Vermutungen.

    Ich freue mich auch immer, wenn ich in Filmen Querverweise zum Werk Vernes finde. Manchmal entdeckt auch meine Frau mal solche "Einbettungen".

  • Ja gut, es mag randsekundär sein, aber das Thema Verne-Rezeption ist nicht gänzlich uninteressant, behaupte ich :) 8) Also, immer her mit den Fundstücken.


    "Sonnenallee" fand ich nicht besonders gut, das ist wohl eher was für Leute, die in der Zeit in Ostberlin aufgewachsen sind, da gibt es dann den "Nostalgiefaktor".


    Quote

    Abgegriffene Gags, die oft auf Schadenfreude basieren, sowie vorrangig auf oberflächliche Wiedererkennungseffekte hin angelegte Anekdoten machen ihn zum unzusammenhängenden Nummernprogramm.

    Lexikon des internationalen Films https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenallee_(Film)#Kritiken


    (Ich hab nur den Film gesehen, vielleicht ist das Buch ja besser?)

  • Hmm, der Film zieht vor allem durch die Musik, manche Anspielung, da muss man sicher in der Zeit (+/-10 Jahre) in der DDR gelebt haben.

    Aber interessant ist es, dass Brussig in mehreren Büchern Verne erwähnt, deshalb habe ich es hier geschrieben. Vielleicht forscht ja mal in 100 Jahren jemand zur Rezeption und dann ist es eine Sisyphos-Arbeit, solche Stellen rauszufinden. Ich mach das ja nur beim Lesen nebenher.